Familienhund: Tierschutz oder Zucht und weitere Überlegungen...

  • Hallo zusammen!


    Kurz zu mir: Ich lebe mir meiner Familie (Mann und zwei Kinder 12 und 10) im schönen Hessen in einer ländlichen Region. Wir haben das Glück, im Eigenheim mit mittelgroßem Garten zu wohnen, das freie Feld mit Feldwegen direkt hinter dem Gartenzaun. Mit 13 bekam ich meinen ersten Hund, einen Collie-Schäferhund-Mix aus dem Tierheim. Unsere Senta war zwar ein bisschen traumatisiert, hatte sich aber dann toll entwickelt und unsere Familie bis ins hohe Alter von 15 Jahren bereichert.


    Wegen der positiven Erfahrung mit einem "halben Colliemädel" wurde mein zweiter Hund - dann gemeinsam mit meinem Mann - ein reiner Collie, wieder ein Mädchen: Suki. Sie holten wir aus einer VDH-Zucht mit zarten 11 Wochen. Uns war eine gründliche Prägezeit wichtig, weil damals auch schon der Kinderwunsch aktuell wurde. Suki war knapp 3, als K1 kam, und sie war ein absoluter Traumhund geworden: verträglich mit allen und jedem, klar in ihrer Kommunikation, für alles zu begeistern, was wir selbst auch toll fanden und absolut zuverlässig mit Kindern. Die Leine trugen wir meist nur pro forma durch die Gegend, da sie andere Hunde entweder freundlich begrüßte oder Kläffer einfach ignorierte. Wir durchliefen mit ihr Welpengruppen, Junghundegruppen, legten die BH ab, dann kam Agility inkl. WE-Seminaren, besuchten unserer Züchterin zuliebe ein paar Ausstellungen, waren im Mantrailing aktiv... Klar musste manches wieder etwas zurückgeschraubt werden, als dann zwei Kleinkinder im Haus waren, aber Suki war einfach bei allen Unternehmungen dabei. Selbst als wir vor vier Jahren zwei Katzenbabies aus dem Tierschutz anschleppten, war sie nach ein paar Tagen ungläubigen Staunens einverstanden (eigentlich waren Katzen bis dato Feinde, die einfach in unseren Garten eindrangen, und wurden gnadenlos vom Grundstück gejagt). Die Katzen gehören jetzt also auch dazu? Ihr spinnt ja, aber na gut, meinetwegen. Es dauerte wenigen Wochen, dann begrüßten sich die Tiere per Nasenkuss und Kuscheleinheiten.


    Letztes Jahr mussten wir Suki mit 14 Jahren gehenlassen. Das war natürlich sehr traurig und zunächst mal wollten wir keinen Hund mehr. Aber wie das so ist, der Gedanke kommt immer wieder auf, zumal sich jetzt auch unsere Tochter sehr wieder einen Hund wünscht. Naja, also fangen wir mit ein paar Überlegungen an und schauen mal, was daraus wird ;)


    Wegen der Vorerfahrungen sind wir zwar keine "Anfänger", aber ein "Anfängerhund" ist wohl schon am ehesten das, was uns vorschwebt. Wir suchen ein Familienmitglied, das fast jede Unternehmung mitmacht, das sich anpasst, auch wenn mal weniger Action möglich ist, das für Wanderungen, Hundesport und als Laufbegleitung zu begeistern ist und mit Kindern und Katzen zurecht kommt. Klar, vieles liegt am individuellen Tier und weniger an der Rasse.


    Eigentlich würden wir gerne im Tierschutz gucken. Aber unser Colliemädchen war sicherlich zum Großteil deshalb so toll, weil sie aus einer verantwortungsvollen Familienzucht kam und bei uns in den ersten Jahren fast schon übertrieben penibel mit allen möglichen Ereignissen des Alltags vertraut gemacht wurde. Sie war so ausgeglichen, so freundlich und so zuverlässig, das war einfach nur entspannt. Unsere erste Hündin kam mit einem Jahr zu uns, und ein paar ihrer "Macken" ließen sich einfach nie vollends beseitigen. Aber diese Erfahrungen lassen sich sicherlich nicht einfach verallgemeinern.


    Sollten wir nach einer Zucht schauen, dann "richtig", also im VDH und der Wurf familiennah aufgezogen. Wegen der guten Collieerfahrung, gleichzeitig aber besonders nach der Kastration mit 8 Jahren ziemlich Stress mit dem Fell, wäre ich gedanklich beim Kurzhaarcollie. Das wäre irgendwie die logische Konsequenz :grinning_face_with_smiling_eyes: Früher träumte ich immer von einem Australian Shepherd, aber deren Arbeitstrieb hatte uns damals bei der Entscheidung etwas abgeschreckt. Mittlerweile denke ich, dass hier auch solche und solche gibt, aber Arbeiten über die normale freizeitmäßige Beschäftigung (Agility hat immer mega Spaß gemacht) hinaus ist nicht geplant, erst recht nichts mit Hüten.


    Soweit erst mal meine aktuellen Gedanken. Wer Lust hat, dazu etwas beizutragen, Rassetipps, Tierschutztipps etc. - sehr gern!


    Viele Grüße

    Azalee

  • Aussies haben schonmal Schutz und Wachtrieb, denke mit den Kindern, die ja auch mal Besuch mitbringen ist der Collie schon besser. Die normale Beschäftigung kann durchaus ausreichen.

    Bei Tierschutzhunden würde ich nur Hunde nehmen, die nicht direkt aus dem Ausland kommen und die man halbwegs einschätzen kann , vor allem wenn der Hund sich anpassen soll.

    Tierschutz kann auch sein, sich ide richtgie Rasse auszusuchen.

  • Beim Aussie ist nicht nur der eventuelle Hütetrieb ein Problem sondern auch der Schutz und Wachtrieb. Würde ich von absehen, gerade wenn man einen Anfängerhund will.


    Ich würde beim Collie bleiben. Bin ja immer für Hunde aus dem (guten) Tierschutz aber ich denke fast ihr seid mit einem Welpen aus guter Zucht besser beraten. Ihr würdet sicher auch mit einem Tierschutzhund klar kommen. das bezweifel ich nicht. Ist halt die Frage ob man das will. Man kann super tolle Tiere finden aber es kann halt auch sehr schwierig werden.


    Kann einem bei ner Zucht natürlich auch passieren aber das Risiko ist denke ich doch etwas geringer.

  • Bei einem Familienhund würde ich schon mal kein Direkt Import empfehlen.

    Alleine weil es ja Charakterliche Wundertüten sind hinzu kommt du weißt auch nie wirklich was du gesundheitlich bekommst.


    Je nach Verein kann dann auch zb ein Hund kommen der schwer Erkrankt ist.

  • Danke euch. In unserem hiesigen Tierheim gibt es etliche Hunde aus einem Partnertierheim in Bulgarien. Diese Hunde sind in der Regel seit ein paar Wochen hier. Kann ich dann davon ausgehen, dass Erkrankungen dann weitmöglichst abgeklärt sind? Ich rufe da demnächst mal an und frage nach Details. Denn so leid mir die Tiere tun, aber einen bereits jetzt chronisch kranken Hund mit Einschränkungen oder womöglich "Gefahr" für uns (Leishmaniose-Infektion oder so) möchten wir nicht.


    Ein KHC wäre super, ist aber natürlich nicht im TS zu finden. Die (wenigen) Züchter sind in der Regel auch für mindestens den aktuellen, teilweise auch schon den nächsten Wurf ausgebucht. Fallen euch spontan weitere Rassen ein, die dem Bild, das ich euch von unserem Hundeideal gezeichnet habe, auch entsprechen könnten? Also sportlich, aber kein Arbeitstier, groß und fit genug für Joggingrunden, aber nicht größer/schwerer als ein Collie?

  • Ich denke, du hast dir die Frage eigentlich schon beantwortet, oder? Die tolle Colliedame war euer aller Herzenshund, sie war vom Züchter wunderbar geprägt, ihr habt wunderbar zusammengelebt - warum also jetzt ein Experiment mit ungewissen Ausgang veranstalten, wenn ihr doch wisst, wie sehr euch allen ein Collie liegt?


    Familienhund vom guten Züchter wäre sicher das Optimale für euch, und ihr habe ja inzwischen auch Erfahrung genug, keine Neuauflage eurer Hündin zu erwarten ,sondern euch auf jemanden ganz Neuen zu freuen - aber eben mit den ähnlichen, rassebedingten Grundeigenschaften, die zu euch so perfekt gepasst haben.

  • Die Optik gefällt nicht jedem, aber ich denke, es würde sich für euch lohnen sich auch mal den Pudel genauer anzuschauen (Klein- oder Großpudel, je nach Größenvorstellung; wenn ihr einen Collie hattet und eine ähnliche Größe möchtet wohl eher der Großpudel). Die haben zusätzlich noch den Vorteil, dass sie nicht haaren, dafür muss man natürlich Zeit und/oder Geld in die Pflege investieren. Und man sollte bedenken, dass Pudel gerade als Familienhunde zum Hibbeln neigen können. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass das auch stark vom Individuum abhängen kann.

  • Arbeiten über die normale freizeitmäßige Beschäftigung (Agility hat immer mega Spaß gemacht) hinaus ist nicht geplant, erst recht nichts mit Hüten.

    Das spricht doch nicht gegen einen Aussie =) (gegen einen KHC natürlich auch nicht)

  • Danke euch. In unserem hiesigen Tierheim gibt es etliche Hunde aus einem Partnertierheim in Bulgarien. Diese Hunde sind in der Regel seit ein paar Wochen hier. Kann ich dann davon ausgehen, dass Erkrankungen dann weitmöglichst abgeklärt sind? Ich rufe da demnächst mal an und frage nach Details. Denn so leid mir die Tiere tun, aber einen bereits jetzt chronisch kranken Hund mit Einschränkungen oder womöglich "Gefahr" für uns (Leishmaniose-Infektion oder so) möchten wir nicht.


    Ein KHC wäre super, ist aber natürlich nicht im TS zu finden. Die (wenigen) Züchter sind in der Regel auch für mindestens den aktuellen, teilweise auch schon den nächsten Wurf ausgebucht. Fallen euch spontan weitere Rassen ein, die dem Bild, das ich euch von unserem Hundeideal gezeichnet habe, auch entsprechen könnten? Also sportlich, aber kein Arbeitstier, groß und fit genug für Joggingrunden, aber nicht größer/schwerer als ein Collie?

    Hier mal die Smooth Collie Data Base https://www.smooth-collie.net/puppies/filter?country=de


    So wenig Züchter gibt es nicht. Hier findest du geplante und gefallene Würfe. Die kleinen bei Crazy Roots suchen z. B. noch

  • Ich möchte nur kurz einwerfen, dass der KHC kein LHC mit kurzem Fell ist. Sie werden in vielen Ländern Europas als getrennte Rassen gezüchtet, LHC seit Lassie auf Familienhund, während manche noch mit KHC hüten und der KHC auch in einigen Ländern einen Hütetriebtest (NHAT, Natural Herding Aptitude Test) zur Zuchtzulassung braucht und auf Grund der geringen Anzahl an Hunden wird auch viel zwischen den Ländern gemischt.

    Ich sage nicht, dass ein KHC nicht passt (Ich kann mir den grundsätzlich sogar gut vorstellen und aktuell gibt es auch eher mehr Welpen als Anfragen, je nach Züchter), nur dass man keinen LHC mit "praktischerem" Fell erwarten soll.

    Zum Fell: Er heißt Kurzhaarcollie, weil das Haar nur kurz am Collie bleibt und ein KHC haart nur zweimal im Haar: von Januar bis Juni und von Juli bis Dezember

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