Beiträge von terriers4me

    Parson Russell Hündin, 12 Jahre, kastriert ,normal aktiv und 7,5 Kilo schwer.


    kriegt roundabout 100 Gramm Frischfleisch, das Dazu, meist Reis oder Hirseflocken, auch mal Nudeln, Kartoffeln oder sonstwas plus Gemüse fällt in der Küche ab. Obendrauf kommen noch Leinöl, Ultra Spur und Knochenmehl - ich denke, wir sind je nach Fleischsorte so mit 30 - 40 Euro pro Monat dabei.

    Ich durfte in grauer Vorzeit mal dabei helfen ,einen Wurf DD großzuziehen. Das waren tolle, kernige kleine Kerle, die tatsächlich ständig irgendwas Erreichbares totschüttelten und mit dem alten Jagdterrierrüden lautstark "wir bringen uns um!" spielten. Außerdem lernten sie sehr schnell und sehr eifrig, waren also wirklich eindrucksvoll "professionelle" kleine Hunde.


    Die beiden ,die ich später noch im Auge hatte, bekamen den damals häufigen Job von Hof- und Jagdhund und hatten ein Fulltimeprogramm: immer dabeisein, Hofbewachen und immer mal wieder irgendwas da Unerwünschtes packen und töten, Marder, Fuchs oder auch mal eine fremde Katze. Einer von beiden begleitete (und bewachte!) die kleine Tochter regelmäßig neben dem Fahrrad zur Schulsbushaltestelle und ging auf dem einsamen Rückweg dann gleich mal auf Streife. Heute wohl undenkbar. Außerdem ging es regelmäßig auf Jagd, und ich bin mir sicher, die Erziehung dazu war alles andere als zimperlich. Und nein: Hosenbeine geschüttelt haben sie nicht mehr, nachdem sie Bekanntschaft mit echter Beute gemacht hatten.


    Ich hab die als enorm selbstbewußte, kernige, sehr ernst und zuverlässig auf ihren Beruf zentrierte Hunde erlebt, die total furchtlos zupacken können. Aus diesem Umfeld genommen und als städtischen Labbi-Verschnitt könnte ich mir die überhaupt nicht vorstellen.

    Für mich wäre, neben der Gesundheit, besonders wissenswert, aus was für Verhältnissen sie kommt und welche Macken sie da eventuell mitbringt: Ist sie stubenrein oder schon durch Vernachlässigung aufs "Indoor-Klo" geprägt? Kennt sie Spazierengehen, also normale Außenreize, oder musst du da bei Null anfangen? Andere Tiere? Hat sie Angst vor Menschen, wenn ja, wann besonders? Lässt sie sich das Fell pflegen oder schnappt sie dabei? Oder wenigstens die generelle Einschätzung: Reagiert sie insgesamt eher ängstlich oder mit Vorwärtsverteidigung?


    Nichts, was sich nicht in den Griff kriegen ließe, zumal es ja eine eigentlich sehr freundliche, menschenzugewandte Mischung ist. Aber ich würde wenigstens die Tendenz wissen wollen ,wenn ich einen halberwachsenen Hund übernehme - denn bis das Vetamt beschlagnahmt, muss das Tierchen schon einiges mitgemacht haben. Und dabei vielleicht auch mitbekommen.

    Eigentlich finde ich, bei allem Spaß daran, ein Forum jetzt nicht so bedeutend für mich, dass ich da Sherlock Holmes spielen würde, insofern geht sowas meist an mir vorbei. Aber die Zunahme von geradezu lehrbuchmäßig falsch gehaltenen Malis, die dann durch eine glücklichen Fügung in den superengagierten Händen einer Superfrau landen, die hier dann auch für ihre Aufopferung entsprechend super gelobt werden muß, macht mich im Moment auch irgendwie stutzig. Zumla sich der Stil tatsächlich jedes Mal ähnelt.


    Aber was soll's - es ist Internet, nicht richtiges Leben, und insofern jetzt nicht so furchtbar wichtig. Läuft also eher unter Kopfschütteln, Abhaken und was anderes lesen.

    Wenn du mal tief in dich reinhörst und ganz ehrlich bist: Liegt dein extremes, sogar körperliches Unbehagen vielleicht auch weniger an dem Welpen an sich, sondern daran ,dass du ganz tief drinnen weißt, dass du dich von deinen eigenen Emotionen und dem Druck des Tierheims hast überrumpeln lassen? Dass dir erst jetzt langsam klar wird, dass du unter Umständen mit einem für dein Leben völlig falschen Hund dasitzt - so süß und problemlos er als Welpe auch noch ist?


    Erstmal keine Schande, Fehler machen wir alle mal, zumal wenn ein süßer, armer Welpe im Spiel ist - du solltest jetzt nur nicht allzulange zögern, wenn dein Grundgefühl dir so deutlich sagt "das kann auf die Dauer nicht gutgehen"?


    Ich hatte übrigens mal ähnliche Zweifel, nicht mal annähernd in diesem Ausmaß, aber mir war ein paar Tage echt komisch, als ich plötzlich schnell und spontan von einem großen Hund auf einen kleinen umgestiegen war. Da hat mich auch hinterher die nagende Frage geplagt, ob wir zusammen wirklich glücklich werden können. Bei uns ging zum Glück alles super aus, nach einer Woche hätte ich den charmanten Zwerg schon für nichts auf der Welt wieder hergegeben - aber bei der Konstellation, in der du gerade steckst, würde ich dein blödes Gefühl für sehr begründet halten.

    Eigentlich siehst du es ja selbst, denn du schilderst es sehr deutlich: Nicht beim Welpen liegt das Problem, sondern bei deinen tiefer sitzenden psychischen Problemen, die er triggert. Also müßtest du dir an dieser Ecke schleunigst Hilfe holen - ob du währenddessen einen Hund halten kannst und magst, kann dir kein Forum beantworten. Höchstens ein guter Psychologe - und dafür, dass du so eine Hilfe bald findest, drück ich dir echt die Daumen!

    Ich kenne das beschriebene Verhalten auch nur als "Na los, gib mehr Gas!" Mein junger Terrier hat es regelmäßig gezeigt, wenn der/die Spielpartner müde wurden und in ihren Renn-Anstrengungen nachließen. Wenn selbst das nichts mehr nutzte, lief sie oft auf den Spielpartner zu, rempelte und zwickte, bis entweder die Rollen gewechselt wurden und sie jagen konnte, oder das Ganze in stationäres Rangeln überging. Aus dem dann meist schnell die nächste Renn-Runde wurde.