Beiträge von terriers4me

    Das ist wirklich eine rundum scheußliche Lage, für euch, aber ganz besonders für diesen armen kleinen Hund, der natürlich absolut nicht verstehen kann, was um ihn rum eigentlich los ist und nun Opfer in einem Machtspiel wird. Toll ,dass du dich zu kümmern versuchst, aber das klingt alles nach keinem guten Ende.

    Hütehund hielt sich aber wohl in Grenzen (obwohl die teilweise wohl wirklich auch hüten mußten), Schwerpunkt war schon ein kerniger, zuhause gut wachender und auch schützender Jäger. Es wurde auch gemunkelt, dass einige Exemplare Bullterrierblut hatten, um beim Wildern und in Hundekämpfen griffiger zu sein.


    Aber anders als viele andere wachsame Hunde hat der Airedale trotzdem ein generell sehr freundliches, fröhliches Grundnaturell, nicht dieses generelle Mißtrauen. Der findet Menschen also erstmal nett, bis sie das Gegenteil beweisen. Dann geht allerdings auch ein sehr lieber Airedale zur Sache - ich muss heute noch darüber grinsen, wie meine sanfte Hündin hier die Zeugen Jehovas an die Wand gestellt hat, als die meinten, sich mal gaaanz heimlich auf unserem Grundstück umsehen zu müssen...

    Erklärt sich aus der Rassegeschichte: Airedales sind ja keinen klassischen Terrier, sondern ursprünglich eine Kreuzung aus Otterhound und Terrier zur Wasserjagd. Dann kamen noch Setter für die feine Nase dazu, später (Border-)Collies für die Führigkeit - und das Ergebnis war der perfekte Allrounder, der jeden Job auf dem Hof und auf der Jagd (gern beim Wildern!) machen konnte. Insgesamt also eher ein Gebrauchshund als ein Terrier, aber glücklicherweise haben sie dieses fröhliche Kasper-Naturell der Terrier behalten.

    Meine Airedalehündin war der am leichtesten erziehbare Hund, den ich in Jahrzehnten hatte, quasi ein sanfter Engel im Hundefell. Ihr Züchter lachte darüber und sagte "Da ist der Collie richtig durchgemendelt", und das war auch wohl so. Lustigerweise war ihr Wurfbruder später der erfolgreichste LZ-Airedale seiner Zeit, sowohl im Sport als auch als Zuchtrüde.


    So kann's also auch kommen - die Skala an Charakteren ist da wirklich breit, von der artgenossenaggressiven Jagdsau bis hin zu den sanften Typen ,die dir jeden Wunsch von den Augen ablesen.

    Airedale ist durch sein Gebrauchshunde-Erbe deutlich leichter erziehbar als die viel selbständiger agierende kleine Verwandtschaft - geht also eher Richtung Schäferhund als Richtung Patterdale...

    Das Grundlegendste, das ich dir da sagen kann, ist in diesem Fall leider nicht besonders erfreulich: Diese Hunde sind geradezu unheimlich sensibel, egal, wie wild und ruppig sie manchmal nach außen wirken. Die haben eine enorme Anhänglichkeit an und eine ausgeprägte Antennen für ihre Menschen - und die Vorstellung, dass der kleine Kerl, der wahrscheinlich eh nicht aus tollen Umständen kommt, sich jetzt in einer Familie wiederfindet, die ihn so vehement ablehnt (auch wenn deine Mutter das vielleicht zu verbergen versucht, das merkt er), ist schon sehr, sehr traurig. Gibt es da keine andere Lösung, wenn den Hund eigentlich niemand will?


    Und, natürlich: auf einem uneingezäunten Grundstück kannst du so einen nicht halten. Generell nicht. Da ist er im Handumdrehen weg und unter dem nächsten Auto.