Beiträge von terriers4me

    . Sie ist sogar neidisch auf andere Hunde, die zusammen spielen oder Halter die mit ihrem Hund spielen, da will sie unbedingt gleich mitmischen.


    Das glaube ich dir gern, aber "mitmischen" heißt da nicht ,was du unter "spielen" verstehst. Sie will jagen.

    Die schnellen Bewegungen der anderen triggern ihren Jagdtrieb auf das Heftigste, deshalb ist sie so wild, und was sie eigentlich möchte ist, sich, alleine oder besser noch zusammen mit einem der Partner auf den dritten, auf die Beute zu stürzen.

    Sowas mag erst spielerisch anfangen, kann aber schneller ins Ernsthafte, also ins Jagen, Zubodenbringen und Zufassen überschnappen, als du gucken kannst - zumal du die Motivation hinter ihrem aufgekratzten Gehabe offenbar falsch einschätzt.

    Sei bloß vorsichtig mit solchen Dreier-Konstellationen, sonst sind da spätestens mit dem Erwachsenwerden deiner Hündin böse Überraschungen vorprogrammiert. Du weißt schon, das legendäre: "Das hat sie doch noch nie gemacht!" Wollte sie aber schon lange, du hast es nur erst nicht gemerkt.

    Ich kann das Bild nicht öffenen, aber könnte ich mit der Vermutung richtig liegen, dass der nur 45 cm hohe "Schäferhund-Husky-Mix" in Wirklichkeit einer dieser etwas wolfsartigen, sehr selbstbewußten, territorialen und meinungsfreudigen Dorfspitze oder - Spitztypen ist, die zumindest in meiner Ecke reichlich aus Rumänien kommen?

    Ich glaube, ich würde mich mal näher mit Spitzen generell und denen aus dem Ostblock insbesondere beschäftigen - passt da was? Vielleicht versteht ihr den Hund dann generell besser?

    Meine Freundin, die beides hält, mehrere sehr jagige Terrier und zwei Katzen, läßt die bei Neuzugängen mindestens ein halbes Jahr nie, wirklich nie, unbeaufsichtigt und unkontrolliert miteinander agieren. Selbst wenn sie ins Bad geht, werden die Tiere vorher getrennt eingesperrt.

    Echt ein Aufwand, aber bei jagdtriebigen Hunden im Plural - die sich wirklich blitzschnell gegenseitig befeuern können - geht es wohl nicht anders. Am Ende hat es dann mit jeder Kombi geklappt (ebenso übrigens wie hier mit PRT und Hühnern) - aber bis dahin da bist du echt gefordert, und natürlich darfst du generell mit der Kontrolle nie völlig nachlassen. Viel Glück und Erfolg!

    Da sist kein Welpe mehr, das ist ein Junghund, der - aus seiner Sicht - gerade gekidnappt und aus allem Vertrauten gebeamt worden ist. Einziger Ruhepunkt ist da bisher eure Wohnung.

    Blöd nur: Ein junger (und auch ein älterer) Hund weiß instinktiv: Wenn ich mich löse, hinterlasse ich eine Geruchsspur, anhand derer ich mir ruckzuck Freßfeinde auf den Hals holen kann. Also lasse ich das an einem unvertrauten Ort und kneife lieber alles zusammen, bis ich wieder in der sicheren Wohnung bin - da ist die Gefahr wenigstens geringer.

    So sieht das gerade aus Hundesicht aus, und da ist die Lösung klar: Immer derselbe ruhige (!), irgendwann vertraute Platz, da Zeit, Ruhe und keine Ablenkungen durch Action, bis der Hund versteht, dass da wirklich, wirklich keine Gefahr droht, wenn er/sie seine Visitenkarte hinterläßt. Das würde bei einem Welpen eher fix gehen, bei einem Junghund kann es deutlich länger dauern, weil er schon eingefahrener in seinen Gewohnheiten und kopfstärker ist - ich spreche da aus Erfahrung mit einem fünfmonatigen Airedale.

    Bei diesem Wetter keine beneidenswerte Aufgabe, zumal viele Hunde generell nicht gern auf eklig kaltem Boden pinkeln. Aber "alle warm einpacken und draußen sehr viel Geduld" ist leider der einzige Weg, das Problem dauerhaft zu lösen.

    Ich fand es auch immer verblüffend, wie gut alle meine Hunde die Situation einschätzen konnten. Die wußten ganz genau, dass "krank" was anderes ist als "hat keine Lust". Mein jetziger Terrier hat sich als Raketenjugendliche von sich aus dermaßen zurückgenommen, wenn ich krank war, dass ich nur gestaunt habe. Die schlief dann einfach nahezu durch, so, wie du es von deiner Hündin auch schilderst - was mir sagen würde, dass auch sie längst "weiß", dass diese Situation gerade ungewöhnlich ist und sie besser einfach runterschaltet, statt sich unnützen Streß zu machen, und entspannt vor sich hin döst, bis es wieder losgeht.

    Sobald es mir nämlich besser ging - auch das bei allen Hunden gleich - war meine Schonzeit vorbei. Dann wurde sofort wieder richtig gefordert, und dann ja auch mit Recht. Insofern würde ich es an deiner Stelle meinem Hund zutrauen und ihr auch die Gelegenheit geben, sich einfach mal auf eine Ruhezeit einzustellen.

    Ist halt mal so. Der Hund kommt damit klar, der erwartet nämlich überhaupt keine Vollbespaßung, wenn du ihn nicht explizit drauf programmierst. Wenn ich mal krank war/bin haben sich meine Hunde (als junge Terrier absolut keine Schlafmützen) nach dem Gassigang (ausnahmsweise im Garten) einfach auf der Bettdecke eingerollt, gepennt und auf bessere Zeiten gewartet.

    Ich weiß, persönliche Erfahrungen sind nicht unbedingt verallgemeinbar - aber ich gehe seit 40 Jahren im selben, hundereichen Revier in Niedersachsen, Nähe HH, Gassi, und ich habe noch nie so viele komplett, teilweise sogar gefährlich unerzogene Hunde erlebt wie die letzten Jahre.

    Tendenz steigend, weil sich Mutti inzwischen vom Boxer am Kinderwagen über Rottweiler zum Cane corso gesteigert hat - alle natürlich im Genuß ihre vollen Selbstverwirklichungs-Freiheit, weil nicht Hund, sondern Familienmitglied. Dazu kommen ich weiß nicht wieviele Importhunde, denen man wg. Kindheitstrauma keine Erziehung zumuten darf. Ja, klar, ich übertreibe, aber leider eben nicht so sehr, wie ich es mir wünschen würde.

    Das einzige, was hier je spürbare Wirkung gezeigt hat, waren diese hysterischen Kampfhunde-Verordnungen vor 25 Jahren. Da verschwanden wenigstens die Teenagergruppen mit Staffmixen und der Senior, der andere so gern mit seinem bissigen "Kampfhund" bedrohte, sofort aus dem Revier.

    Ansonsten wäre mir nicht aufgefallen, dass das Gesetz groß was bringt, aber ich freue mich natürlich sehr darauf, für den nächsten Siebenkiloterrier ordentlich ablatzen zu dürfen.