Beiträge von Panini

    Wenn dein Hund das angestarrt werden, nicht verträgt, ist das für mein Empfinden schon deine Baustelle

    Absolut. Aber wie ändert man das?

    Ich würd das gern noch mal hervorholen..

    Bisher muss ich in solchen Situationen, gerade wenn der andere sehr nah ist, schnell sein, um seine Aufmerksamkeit noch auf mich umlenken zu können und dann schirm ich ihn von dem fremden Hund ab, indem ich mich hinknie, seinen Kopf halte und ihn quasi (sanft!) "zwinge", mich statt des Hundes anzusehen. Er wird dann sofort ruhiger und wird dann belohnt. Ist aber natürlich nur eine Notlösung, weil ich es nicht besser weiß, und auch nicht immer möglich.

    Wie habt ihr geübt, dass eure Hunde gelassener mit Angestarrtwerden umgehen können?


    Das und die Dynamik anderer Hunde ist halt quasi von Anfang an unser Thema.

    In beiden Hundeschulen hieß es dazu immer nur "wenn er das noch nicht aushält, geh von den anderen Hunden ein Stück weiter weg".

    Eine dritte Trainerin hat auf Schreckreiz per Rappeldose gesetzt, hat ihn so ab dem 2./3. Tag nicht mehr interessiert.

    Ich war gestern beim Tierarzt. Im Wartezimmer saß ein junger Typ mit einem, wie ich später von der Helferin erfahren habe, "Exotic Bully".

    Das war.. gruselig. Bzw. vor allem traurig. Der Hund hat die ganze Zeit so merkwürdige Geräusche von sich gegeben, solche Geräusche habe ich noch nie von einem Hund gehört. Eine Mischung aus Grunzen, Quietschen, Schnauben und Fiepen. Dazu hat er uns ständig angestarrt und versucht, krötenartig auf uns zuzulaufen (wurde dann jedes Mal mit über den Boden schleifenden Pfoten am Norweger-Geschirr wieder zurückgezogen). Mein Hund fand das so merkwürdig, dass es ihn gar nicht gestört hat (er mag starrende Hunde normalerweise nicht besonders), er blieb hinter mir liegen und wirkte total irritiert.

    Der Bully sah so seltsam aus (auch diese furchtbar abgeschnittenen Ohren!) und wirkte so gequält, dass er mir einfach nur unglaublich leid tat :verzweifelt: Wie das jemand schön finden kann ist mir echt ein Rätsel.

    Damit festige ich das Theater natürlich immer weiter, aber mir fällt keine Lösung ein

    Hier wird zwar nicht gebellt oder gejodelt (kannst du das eigentlich mal aufnehmen? Ich würde das so gerne mal hören :lol: ), aber sehr gern gefiiiiept.

    Was geholfen hat: Wieder nach Hause fahren oder allein ne Runde gehen während die Hunde im Auto bleiben. Oder Kofferraum auf, davor setzen, Hund alles wahrnehmen und verarbeiten lassen und wenn Ruhe eingekehrt ist, geht’s raus - oder auch nicht, je nachdem.

    Kommt natürlich auch drauf an, wie weit man fährt. Wenn wir uns zB mit Sambo71 treffen und Mr. Collie beim Einbiegen in die Zielstraße anfängt zu fiepen, fahre ich nicht eine Stunde zurück nach Hause.

    Uns ist es am Freitag nach langer Zeit mal wieder passiert, dass ein fremder unangeleinter Hund in uns reingelaufen ist.

    Die Besitzer waren weit weg und machten zunächst gar keine Anstalten, ihrem Hund (ein riesiger Golden- oder Labradoodle) hinterher zu gehen, erst als Brodie sich mit seinem ganzen Gewicht nach vorn in die Leine geworfen hat und erkennbar empört war, weil der andere immer näher kam, gingen sie in unsere Richtung.

    Abblocken mit aufgeregten 25 Kilo in der linken Hand hab ich einfach nicht hingekriegt - der andere lief dann um uns herum und näherte sich von einer anderen Seite. Es war eine richtig blöde Situation und ich hab schließlich die Leine fallen lassen, damit Brodie nicht weiter auf dem Präsentierteller stand. Die beiden liefen dann ein Stück weg. Als sie stehenblieben und sich gegenüber standen, hat Brodie den Doodle mehrmals angeknurrt und ihm beide Vorderpfoten auf den Rücken gelegt. Hat der leider auch nicht verstanden und ging immer noch nicht weg.. dann waren die Besitzer da und die Frau sagte "wir haben den noch nicht so ganz im Griff, der ist erst 8 Monate alt". Brodie kam dann zu mir. Der Mann sagte gar nichts, sammelte aber immerhin endlich seinen Hund ein, der wieder hinter Brodie hergelaufen war und deshalb vor uns stand.


    Ich ärgere mich so sehr, dass das passiert ist und vor allem darüber, dass ich so hilflos war und meinen Hund nicht schützen konnte :fear:

    Seitdem ist die Aufregung bei Hundesichtung natürlich wieder größer. Ich bin so wütend, vor allem auf mich selbst, dass ich mich auf den nächsten fremden Hund, der zu uns läuft, wahrscheinlich in Rugby-Manier draufwerfe :barbar:

    Er wird gerne als Anfängerhund angepriesen, gelehrig, freundlich, nicht so krass wie ein BC, erzieht sich quasi selber, weniger Fellpflege als ein LHC, also quasi ein Lassie in Kurz - er wird ja auch hier im Forum gerne und viel empfohlen. Auch bei Anforderungen, wo ich persönlich keinen KHC sehe.

    So ist es. Oft kommen die Empfehlungen halt von Leuten, die selbst gar keinen haben.


    Ich kenn da schlichtweg nur Vertreter die massive Probleme mit der Umwelt haben und Wesensmängel haben die schön geredet werden sowie zich Allergien und Unverträglichkeiten.

    Ich kenn inzwischen auch nicht so wenige Leute, die es sich einfacher vorgestellt hatten mit einem KHC.

    Mich hat das starke Kontrollverhalten und die hohe Reizoffenheit in Kombi mit sehr niedriger Frustrationstoleranz tatsächlich auch überrascht. Allergien etc. hat meiner nicht.

    Innerhalb der Rasse gibt es aber auch große Unterschiede.


    Was würdest du denn als Wesensmängel bezeichnen?

    Bin ein bisschen beruhigt, dass nicht nur hier die Leinenführigkeit in Gegenwart anderer Hunde noch schlechter ist als eh schon :tropf:

    Halbwegs ruhig ist er nur auf unserer Standard-Morgenrunde, die immer gleich ist und wo wir meist niemanden treffen. Da klappt es dann auch einigermaßen mit der Leinenführigkeit.


    Diese Aufregung in Kombi mit seinem Kontrollwahn ist manchmal echt zum Haareraufen. Sobald er nicht so kann wie er möchte (also zum Beispiel wenn er durch die Leine nicht da hin kann wo er will weil ich stehenbleibe) ist direkt Frustfiepen angesagt und wenn er dann noch aufgeregt ist, zB weil wir in dem Gebiet noch nicht so oft waren, stemmt er sich richtig in die Leine um die begehrte Schnüffelstelle doch zu erreichen.

    Das ist nicht nur „die Leine hängt nicht durch“, das ist dann wirklich „Schlittenhund-Modus“ und kopflose 25kg ständig von ihrem Ziel abzuhalten ist echt anstrengend.

    Ich hoffe, dass er irgendwann versteht, dass er überhaupt nichts kontrollieren muss. Aber noch ist das trotz aller Bemühungen nicht angekommen.