Training mit unbelohnbaren Hunden

  • "Belohnung ist das, was der Hund als Belohnung empfindest" sagt man ja fast schon sprichworthaft.

    Es muss sich also lohnen, sonst ist es eben keine Belohnung und kein Verstärker für gewünschtes Verhalten.

    Und damit fallen fast alle guten Tipps und was man sich so zurechtgelegt hat ins Wasser.


    Habt ihr (oder hattet ihr schon mal) einen Unbelohnbaren?

    Einen, der draußen nicht auf Futter steht, nicht auf Beute und auf verbales Lob nicht anspringt?

    Oder einen, bei dem einfach nicht kalkulierbar war, wann er sich belohnen lässt und wann nicht? Der es mal nimmt und mal nicht? Einen, der vielleicht Jahre lang oder ein Leben lang zu angespannt blieb, um sich belohnen zu lassen?


    Wie seid ihr vorgegangen?

    Trotzdem gelobt?

    Trotzdem Wurst hingehalten, auch wenn sie konsequent ignoriert wurde?...?

    Habt ihr dann nur "negativ" gearbeitet?


    Interessiert mich mal. :)

  • Unser Spezi ist draussen nicht zu belohnen (also mit nix, was ihm etwas bedeutet). Bei ihm wird halt verbal gelobt, aber das ist wohl eher was fuer den Menschen. Und kraulen gibtsb auch. Das findet er ok, mehr aber auch nicht.

    Dadurch das man ihn nicht belohnen kann, ist das Training echt....bescheiden.

  • Meine Sina kannte nichts und hatte beim Gassi dementsprechend Stress, sodass sie kein Futter nahm, Spielzeug kannte sie nicht und hatte teilweise Angst davor. Hab ich sie verbal mit einem quietschenden "fein" gelobt, bekam sie Stress, sprang an mir hoch und schnappte nach meiner Jacke.

    Ich habe das dann so gelöst wenn ich sie gelobt habe:

    Ich ging neben ihr in die Hocke, habe mehrmals in sehr ruhiger Tonlage "fein, super, tolle Maus, usw." zu ihr gesagt und ihr gleichzeitig ruhig und langsam die Brust gekrault.

    Das hat ihr m.E. Sicherheit vermittelt und irgendwann kam der Tag X an dem sie auch ein Leckerlie beim Gassi nahm weil der Umweltstress immer weniger wurde.

  • Hatte ich bisher noch nicht, nein......


    Aber irgendwas findet sich doch (fast) immer. Ob das jetzt Sicherheit ist, die man dem Hund geben kann in nem unsicheren Moment, in dem er sich aber richtig verhält, oder ein Rennbedürfnis, dem man in dem Moment gemeinsam nachgehen kann, im Sommer vlt. sogar einfach nur Durst, den man löschen kann, wenn der Rückruf gut war (wenn Hund net grad da ist, kann ich ihm ja nix anbieten), oder man verfüttert die Tagesration halt dann, in ruhigen Situationen, in denen er was gut macht. Man muß ja nicht dann anfangen, zu arbeiten, wo der Hund schon so unter Streß steht, daß er nix mehr nimmt. Und ist er so ängstlich, daß er nix annimmt und mich fürchtet, kann ich ihm Abstand gewähren, wenn ihn meine Anwesenheit "stört", und nen Schritt beiseite gehen. Oder wenn er andre Menschen nicht ab kann, von diesen wegführen.


    Überhaupt nicht bestätigbar, kann ich mir nur vorstellen, wenn Hund im Körbchen hockt und schon aufgegeben hat. Der ist wahrscheinlich eh schon so "durch", daß er nix mehr nimmt, wenn man danebensteht. Damit hatte ich bisher aber nichts zu tun.


    Aber ich hab hier mit Faro auch lang überlegt, wie ich ihn bestätigen kann. Spielen kannt er nicht. Leckerlies war immer mit "Hand vorm Maul" verbunden (die Verhaltenstherapeutin im Tierheim hat lt. ihrer Angabe Leckerlies gespuckt- ich treff da nichtmal mit Zielfernrohr..... *ggg Aber auch sie hat damals schon gesagt, er nimmt nicht viel an als Bestätigung, lag aber glaub ich deutlich am Tierheimstreß, weil hier nimmt er alles an, wenn er net grad auf 180 ist.). Bei nem Hund, vor dem allseits gewarnt worden ist, weil er beißt, nicht immer glücklich, Leckerlies mit der Hand zu füttern... *hust..... Geworfene Leckerlies, die er jagen darf, kannte er offenbar net. Hat er inzwischen aber Spaß mit. Inzwischen weiß ich, er vertraut mir, da ist das kein Thema mehr, auch aus der Hand Leckerlies zu füttern. Ich kann ihn also damit bestätigen, hab rausgefunden, daß er gern apportiert mit Futterbeutel, den dann auf Zerrseil apportieren umgestellt. Nächster Schritt wird sein, daß ich mal zieh am Seil, ich will Richtung wildes Zergeln gehen, als weitere Bestätigungsmöglichkeit. Rennen tut er gern, ich kann mit ihm rumrennen als Bestätigung. Inzwischen darf ich ihn komplett anfassen und streicheln, ja sogar kumpelhaft abklopfen, als Bestätigung (er wurde früher geschlagen, beworfen, was weiß ich net alles). Futter nimmt er, wenn er relativ ruhig ist, gern an, wenn er hochgedreht ist, hat er da keine Zeit für. Dann spielt er aber auch net. Dann gebe ich ihm Ruhe (langsamer laufen, mich selbst deutlich runterfahren, Pause machen, ihn kraulen) und damit Sicherheit, und er entspannt. Ich glaube, das ist auch ne Art Bestätigung für ihn, denn im entspannten Umfeld kann man auch den Rest der Welt wieder bewußt wahrnehmen ist ist offen für Eindrücke aus der Umwelt. Und danach nimmt er auch wieder Leckerlies.


    Aber Deine Frage ist spannend - ich hoffe, da meldet sich noch der Ein oder Andre mit direkten Erfahrungen mit schwierig oder tatsächlich gar nicht zu bestätigenden Hunden.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Manni fand, als er zu uns kam, nicht toll.

    Mittlerweile nimmt er, fast immer, kekse, aber alles andere interessiert ihn nicht.


    Wir haben ihn damit belohnt, dass wir etwas, für ihn unangenehmes, weg genommen haben.

    Er mochte es nicht, angeguckt zu werden.

    Hat er etwas super gemacht, haben wir sofort weg geguckt und super gesagt.

    Ihn quasi aus unserem Fokus nehmen.


    Alles andere war damals nicht möglich.

    Heute interessiert ihn auch das nicht mehr, aber er weiß, was super bedeutet und wird, wenn er keine kekse annehmen kann, eben nur verbal belohnt

  • Uff ja.

    Wie seid ihr vorgegangen?

    Ausprobiert, ausprobiert, ausprobiert und noch mehr ausprobiert.

    Mit etwas Glück findet sich doch etwas.

    Es stellt sich auch die Frage, ob nicht belohnt werden kann wegen Stress.



    Habt ihr dann nur "negativ" gearbeitet?

    Kann ich nicht weil Hund dann noch weniger funktioniert und noch weniger...

    Ein anderer Hund der mir spontan einfällt, hätte mir auf "negatives arbeiten" schlicht das Gesicht abgezogen.


    Es kommt draufan, was man wann wo wie warum trainieren will.
    Das schau ich mir zuerst an und überlege dann erst weiter :smile:

  • Unser Spezi ist draussen nicht zu belohnen (also mit nix, was ihm etwas bedeutet). Bei ihm wird halt verbal gelobt, aber das ist wohl eher was fuer den Menschen. Und kraulen gibtsb auch. Das findet er ok, mehr aber auch nicht.

    Dadurch das man ihn nicht belohnen kann, ist das Training echt....bescheiden.

    Wer is'n der Spezi? :)

    Und hast du ne konkrete Trainingssituation, die dadurch erschwert wurde, die du sonst mit Belohnung trainiert hättest?





    Hier läuft's auch bescheiden. Elsa ließ sich eine zeitlang belohnen, dann ging es nur noch situativ (nicht kalkulierbar) und jetzt geht's gar nicht mehr. Drinnen findet sie ein Lob ganz okay - aber ganz ehrlich, das ist jetzt nix, wofür die sich überwinden würde. Ist ein schlechter Tausch. Seh ich ein.

    Und draußen ist es ihr erst recht Latte. Übrigens auch auf Abbruch.


    Ich muss sagen, ich hab jetzt einfach aufgegeben und akzeptiere, wie's ist, was die Zeit ist, bringt die Zeit, was nicht, das nicht. Aber frage mich trotzdem, wie andere damit umgehen, wenn der Hund so völlig unwillig ist und/oder nicht belohnbar.

  • Der Spezi ist Sam, der Hund meines Bruders (ich nenn ihn gerne Psycho..also den Hund).


    Bei Sam ist es ein Mix aus Stress und 'kann er nix mit anfangen'. Der hat aber mAn auch wirklich irgendeinen Schaden.

    - Futter ist ihm daheim schon egal, draussen kann er nicht fressen.

    - Beute, egal was!, interessiert ihn nicht.

    - Buddeln will er nicht und ist hier eh verboten.

    - schnueffeln ist nett, aber wenns keine Stelle einer gut riechenden Huendin ist, ist es ihm egal (und bei Stellen heisser Huendinnen schiesst er sich weg)

    - anfassen/kraulen ist ok, aber nicht wirklich geil


    - Rennen findet er geil, aber nur ohne Mensch neben sich. Das geht also nicht, weil ableinen nicht geht (er geht Menschen und fremde Hunde an)

    - Laeufige Huendinnen nerven findet er toll - nicht machbar...aus Gruenden

    - Bikejoering liebt er! Aber dafuer (also fuer regelmaessiges fahren) wohnen wir nicht einsam genug



    Jede Trainingssituation ist schwierig. Er kann genau 2 Dinge. Leinenfuehrigkeit (bei mir) und sitz. Nach fast 7 Jahren! Wenn er mal gut drauf ist, laesst er sich abrufen, meistens aber nicht. Manchmal geht ein Platz, aber eher selten.

  • das ist jetzt nix, wofür die sich überwinden würde.


    Vielleicht ist ihr die Arbeit an sich schon genug?

    Wenn ich Tessi belohnen würde für etwas, das für sie selbstverständtlich ist, würde sie mir die Stinkekralle zeigen und sich diskret an die Stirn tippen.

    Sie weiss dass sie gut ist, das muss man ihr nicht sagen :lol:


    Mit dem Spitz zusammenarbeiten ist echt easy.

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