das leidige Thema Jagd, bitte Mut machen

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    Hallo Ihr Lieben,

    Brauche ein bisschen Trost und Aufmunterung :loudly_crying_face: . Habe einen 1,5 jährigen Mischling zuhause, der mit einem Jahr das Jagen entdeckt hat. Wir sind von Hundeschule zu Hundeschule getigert, mit mäßigem Erfolg. Hatte ihn zumindest so weit, dass er an der Schleppi laufen konnte, sich immer zu mir orientierte und wenn er in die Büsche weg wollte mit einem NEIN rausziehen konnte. Seit einer Woche geht garnix mehr. Nase in sie Luft, daueraufgeregt, Hase, Vogel, Reh, Eichhörnchen, egal was und wie weit weg fetzt er los und ich fliege hinterher. Kann ihn nur noch bei Fuss führen, sonst hat er zu viel Anlauf und reißt mich mit. Er hat die Größe eines Labbies aber Kraft wie ein Bulle.(oder ich schwach wie eine Maus :winking_face_with_tongue: ) Mir ist schon schlecht, wenn ich mit ihm raus soll. Kennt das jemand?

    Habe auch noch nicht das geeignete Hobby für ihn gefunden, den Dummy suchen findet er 3x spannend, dann sind andere Spuren wichtiger. Dummy werfen? Hol ihn doch selber. Hoopers- da schlecht er durch die Hoops und schnüffelt um die Tonne, aber Begeisterung sieht anders aus, auch die Trainer sind ratlos. Versuchen gerade ZOS, hoffe, dass das was wird. Es ist auch sehr schwierig, ihn zum Spielen zu animieren. Er kommt mir wie DAS eine Kind am Kindergeburtstag vor, das alles langweilig findet.

    Impulskontrolle am Hundeplatz oder im Garten ist kein Problem, klappt zu 100%. Aber wenn ich ihn auf dem Weg vom Auto ins Haus (2m)nicht anleine und irgenwas huscht auf der Straßen , ist er weg.

    Wer weiß denn Tipps für uns, dass ich nicht tgl Frust habe und alle Plätzchen schon vor Weihnachten weg sind :rolling_on_the_floor_laughing: .

    Dankeschön

  • Kann ihn nur noch bei Fuss führen, sonst hat er zu viel Anlauf und reißt mich mit.

    Da wäre eine Flexileine besser geeignet, denn bei dieser Leine kannst du sofort auf den Stoppknopf drücken, dann hat der Hund keine 10m Anlauf wie es bei der Schleppleine der Fall ist wenn man sie am Ende festhält.


    Was ist er denn für ein Rassemischling?

  • Wer weiß denn Tipps für uns

    Wart ihr denn mal bei einer Trainerin, die auf das Jagdthema spezialisiert ist? Mir würde Ines Scheuer-Dinger einfallen. Das würde sich wirklich lohnen, denke ich.


    Womit belohnt ihr denn Alternativverhalten? Und welches Alternativverhalten belohnt ihr?

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  • Ich empfehle dir auch Scheuer Diener oder Anja Fiedler als Basislektüre. Von Fiedler gibts auch gute Webinare.


    Was ist denn in deinem Mix vermutlich drin? Kannst du mal ein Foto zeigen?


    Und - ich würde an so einen Hund niemals ne Flexi schnallen, sondern korrektes Schleppleinenhandling (ein und auswickeln, HANDSCHUHE!) erlernen.


    Magst du vielleicht auch mal deinen Tagesablauf schildern? Inkl. Zeiten und wie genau wo spaziert und beschäftigt wird? Wieviele Stunden schläft dein Hund? Verstärkter Jagdtrieb in dem Alter ist zwar völlig normal in der Entwicklung, aber manchmal kann auch Stress und zuwenig Schlaf zu einer Verstärkung führen.

  • Hi, schau mal hier:



    Ich denke mal, da wirst du vielleicht auch einiges Nützlich für dich "rausziehen" können bzw. kannst du dort die Situation auch nochmal beschreiben und bekommst dann vielleicht Tipps oder Trainingsansätze von anderen "Betroffenen".

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Mit 1,5 Jahren ist er aber auch gerade mitten in der Pubertät, das ist generell einfach eine schwierige Phase.


    Anti-Jagdtraining ist ein Marathon und bei manchen klappt es leider nie, dass sie frei laufen können. Soll Dich jetzt nicht demotivieren, aber muss man im Hinterkopf behalten.


    Ich würde mit ihm erst mal an der Grunderziehung arbeiten. Ein Hobby ist schön und das kann man ja auch machen, aber einen Basiskurs im Verein oder der Hundeschule fände ich generell sinnvoll.


    Dann Impulskontrolle trainieren und ruhiges anschauen von Auslösern. Meine Leni (Jagdhundmix) stand anfangs kreischend auf den Hinterbeinen, wenn sie Wild gesehen hat. Ich habe also mit ihr die Tiere beobachtet, sie ruhig zugequasselt (nur gucken, priiiimaa, fein, nur gucken *säusel*) und sie fürstlich belohnt, wenn sie sich abwenden konnte. Das war mal so der erste Schritt.


    Bei Oliv Entlebucher (springt auf die Bewegungen an und würde gern hetzen, sucht aber nicht aktiv nach Spuren) habe ich das auch so gemacht und dann ein Alternativverhalten trainiert. Wildsichtung bedeutet Leckerliparty bei Frauchen. Klappt sehr gut mittlerweile, hat aber auch 3 Jahre gedauert.


    Zusätzlich ist jagen schlicht und ergreifend verboten. Da gibts einen Abbruch und das nehmen sie auch gut an. Das ist sehr schwarz und weiß hier und da gabs auch schon Ärger, weil man meinte mal hinterher hetzen zu wollen.


    Generell ist aber ein Trainer oder entsprechende Literatur sicher sinnvoll, damit man sich mal einen Plan machen kann.


    Nach 3 Jahren bei uns darf Leni sehr viel frei laufen, weil es wirklich gut klappt. Aber ich behalte immer die Umgebung im Auge, lese den Hund (sie zeigt schön an, wenn Wild in der Nähe ist) und im Zweifelsfall kommt sie an die Leine. Da gehe ich auf Nummer sicher.


    Viel Erfolg. :bindafür:

  • Kann ihn nur noch bei Fuss führen, sonst hat er zu viel Anlauf und reißt mich mit.

    Da wäre eine Flexileine besser geeignet, denn bei dieser Leine kannst du sofort auf den Stoppknopf drücken, dann hat der Hund keine 10m Anlauf wie es bei der Schleppleine der Fall ist wenn man sie am Ende festhält.

    Das finde ich ist keine gute Idee. Wenn so ein Hund lossprintet, bis sie reagiert hat, hat der Hund schon einen Vorlauf von ein paar Metern. Das flutscht der Stoppknopf durch und sie liegt auch auf der Nase.

    Mir passiert. Caya wiegt 30 kg.

  • Hat der Hund denn Alternativen um sich körperlich auszupowern und ein bisschen sein Ding zu machen? Dann empfinde ich es als kein großes Problem ihn erst mal an der kurzen Leine zu lassen, bis er wieder führbar für dich ist. Ein Rückdämpfer mildert übrigens auch einiges an Wucht, wenn der Hund doch mal in die Leine knallt.

    In einem Buch zum Anti-Jagd-Training (ich glaube das ist das Fiedler-Buch) gibt es die Idee detailliert aufzuschreiben, was der Hund wirklich gerne macht. Mir persönlich sind letztens beim Grübeln noch ein paar Dinge aufgefallen, die ich jetzt als Belohnung nutze oder sie mit Belohnung verknüpfe. Meine Hündin mag zum Beispiel total gerne Tricks in der Wohnung und ich habe mir nun einen Trick ausgesucht, der für sie draußen leicht umsetzbar ist und mit dem Rückruf verknüpft wird (irgendwann xD).

    Es werden aber auch andere Sachen vorgeschlagen (Buddeln als Belohnung, eine Sequenz aus der Jagd, also zum Beispiel das Leckerlie werfen oder verstecken oder oder oder - eben so belohnen, dass es auch eine Belohnung für den Hund ist), vielleicht kann man da auch noch in dieser Richtung optimieren.

  • Hallo :winken:



    Also Flexileine bitte nicht, die reißt es dir im schlimmsten Fall aus der Hand und was dann passiert... :verzweifelt: :verzweifelt: :verzweifelt: Ist mir mit 36kg Hund und einem Kaninchen leider auch passiert |) Verbrannte Hände gab es gratis dazu.


    Es gab ja hier schon einige Ansätze wie man daran gehen kann.


    Je nach Hund bin ich immer auch ein großer Freund davon dem Hund auch ein Ventil zu geben um Energie loszuwerden, um auch mal richtig rennen zu können.

    ZOS, Fährten, etc. ist alles schön, macht aber einen passionierten Hetzjäger nicht unbedingt glücklich.


    Bei uns hat gemeinsames Laufen (Canicross) den Durchbruch gebracht. Gemeinsam rennen, hetzen, auch mal hinter Spuren her (natürlich nur auf den Wegen), was aber eben nur im Zuggeschirr erlaubt ist.


    Gerade wenn Hunde ausschließlich an der Leine laufen müssen finde ich es ganz wichtig, dass sie auch die Möglichkeit bekommen mal richtig rennen zu können.

  • Du brauchst einen guten Trainer, der sich ganzheitlich dem Thema annimmt und das Jagen nicht nur als isoliertes Problem betrachtet. Ich tippe darauf, dass eine Menge Frust und Stress zu übersteigertem Jagdverhalten führt. Führt man einen jagdlich ambitionierten Hund nur noch an kurzer Leine bei Fuß, wird der Frust so enorm groß, dass er sich in noch mehr jagen entladen kann. Schleppleine kann man auch so händeln, dass der Hund nicht volle Kanne Anlauf nehmen kann.

    Aber du brauchst Unterstützung an deiner Seite, das ist nichts wo man die im Forum ein Patentrezept empfehlen kann.

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