Beiträge von Lagurus

    Meine Hunde lieben Schleckmatten. Der Spaß hält aber nicht lange, wenn es nicht gerade eingefrorenes Futter ist oder wirklich zähes klebriges Zeug. Man kann ja den Hund auch was auspacken und zerfetzen lassen. Oder Klopapierrollen füllen. Oder Kartons mit Zeitungspapier, Klopapierrollen, Verpackungsmaterial und Leckerlies.


    Ich hab Luigi diese Woche mal beim Orthopäden komplett durchchecken lassen. Gangbildanalyse, Lahmheitsuntersuchung, alles abtasten, durchkneten, Gliedmaßen durchbewegt, Reflexe testen, Röntgenbild von Rücken und Knien.

    Die Kniescheibe springt rechts bei ihm manchmal raus, wenn er das Bein zum Pinkeln hebt. Und es zwickt ihm im hinteren Rücken.

    Sein Psoas (Muskel von Oberschenkel zu Brust) ist verspannt und schmerzhaft. Er streckt auch selten die Beine nach hinten, wenn er sich nach dem Aufstehen streckt. Die Schmerzen im hinteren Rücken kommen vermutlich auch aus daraus resultierenden Verspannungen. Knie sehen aber auf dem Röntgenbild recht gut aus, dafür dass die rechte Kniescheibe recht leicht raus geht (die linke etwas schwerer).

    Deswegen haben wir nun Physioububgen als Aufgabe bekommen, um die Muskeln zu dehnen und zu stärken.

    Ok, dann müsste man nochmal aufdröseln, ob die angeborene Reaktions eines Organismus auf einen Reiz auch für dich auch Konditionierung ist

    Nein, das ist ja kein Lernprozess, das wird es erst, wenn die angeborene Reaktion mit einem unbedeutendem Reiz verknüpft wird. Man kann das in der Praxis ja alles nicht so isoliert auf einen Reiz und eine Lernform reduzieren.

    Und da unsere Hunde permanent naturgemäß einer Vielzahl von Reizen ausgesetzt sind, verknüpfen sie unbewusst potenziell immer und überall Reize mit irgendwas. Je emotional bedeutsamer es ist, desto stärker die Verknüpfung.

    Du redest also von operanter und klassischer Konditionierung, mir käme noch soziales Lernen, Sensibilisierung und Gewöhnung als Lernformen dazu.

    Ja, wobei die Lernformen ja nicht isoliert voneinander auftreten. Mindestens klassische Konditionierung hat man ja immer dabei. Und bei Arbeiten über Körpersprache auf jeden Fall operante Konditionierung. Und zum Rest, wie gesagt, das eine schließt das andere nicht aus, das sind zwei verschiedene paar Schuhe.

    Du hast geschrieben, dass Hunde nur über Konditionierung lernen können und das ist so nicht richtig.

    Nein, ich habe geschrieben, dass ein Hund nicht ohne Konditionierung lernen kann. Das ist ein Unterschied ;)

    Und ob du was wiederholst oder nicht, ist nicht entscheidend, ob Lernprozesse in Gange gesetzt werden. Es wäre nicht sehr schlau, wenn ein Lebewesen ausschließlich durch Wiederholungen lernt.

    Ok, dann für dich: dadurch dass die Menschen jeweils ihre eigenen Hunde durch den Parcours geführt haben, waren die natürlich auf die Körpersprache ihres Menschen konditioniert.

    Aber das reine Führen durch Körpersprache wurde vorher nicht geübt, erst Recht nicht in der Aufgabenstellung.

    Man übt negative Verstärkung aus, indem man über Körpersprache Druck ausübt und ihn wieder weg nimmt, wenn der Hund das gewünschte Verhalten zeigt. Somit lernt der Hund über Konditionierung, welches Verhalten von ihm gewünscht ist.

    Ich habe sehr sensible Hunde, die bei Druck sehr schnell beschwichtigen und mit gehemmten Verhalten reagieren. Ich nutze bewusstes Druck ausüben nicht für Erziehung, Training oder Alltag. Ich möchte einfach nicht damit arbeiten, meine Hunde bewusst zu hemmen. Das kann natürlich mal passieren, weil ich mir nicht jeder meiner Bewegungen und Auswirkungen auf den Hund bewusst bin. Und in Notsituationen mache ich es vielleicht auch mal reflexartig. Aber ich nutze es nicht gezielt und bewusst. Wenn ich mich über die Hunde beuge zum anleinen, anfassen, hoch heben etc. kündige ich das immer vorher an, damit meine Hunde wissen, was ich jetzt tue. Somit weichen sie auch nicht zurück (wenn sie mit der Aktion einverstanden sind).


    Es gibt ja Menschen, die extrem viel über Druck ausüben, Druck wegnehmen, "Raum einnehmen" arbeiten. Sieht man in den sozialen Medien ja viel. Vorallem auch für sowas wie Leinenführigkeit, damit die Hund brav neben einem her schlendern. Da finde ich es oft sehr traurig zu sehen, dass die Hunde oft zusammenzucken, wenn der Mensch sich unbewusst mal etwas in ihre Richtung dreht.

    Wie sieht das aus mit Zwergschnauzer und Cairn? Trimmt man da auch das Gesicht und wenn ja... Wie?

    Wurde ja schon geschrieben, ich fass noch ml zusammen: Beim Schnauzer trimmt man maximal die Schädeldecke (aber bei vielen Zwergen ist die nicht trimmbar), beim Cairn trimmt man auch den kompletten Kopf in der Theorie. In der Praxis sind da auch nicht alle trimmbar oder manche finden das trimmen im Gesicht so scheiße, dass man dann dem Hund zu liebe doch zur Schere greift. Aber dieser wuschelige Kopf kommt beim trimmen besser zur Geltung, weil das Haar dann fester bleibt und besser steht.