Vielhundhalter - wie wird man einem Rudel gerecht?

  • Wobei ich mich ja auch immer frage - viele Hunde können den Sport dann nicht mehr ausüben aus gesundheitlichen Gründen - da liesst man dann was von Rente bei nem 6,7,8jährigen Hund. Und wie wird man dem dann gerecht? Wenn der den Sport so dringend für sein Seelenheil braucht? Das frage ich mich oft.

    Bei mir ist bspw Hati (Hound) so ein Kandidat, der den Zughundesport für s Glücklichsein definitiv braucht, wie die Luft zum Atmen… der ist jetzt fast 12, hat einen alten, unbehandelten Bruch in Schulter und Wirbelsäule (vom Vor-Vorbesitzer), dadurch Arthrose im rechten Karpalgelenk etc. …

    Dadurch läuft er nicht mehr so ganz rund, braucht Bandagen und ist natürlich langsamer, als "die jungen Wilden"… im Training läuft der aber dennoch ganz normal mit und auch bei Rennen war er bisher immer mit dabei. Dann muss ich halt für ihn bremsen und wir sind etwas langsamer, aber was soll’s? Rennen sind hier Familienausflüge 😅

    Ich glaube, der würde nen Nervenzusammenbruch bekommen, wenn ich den mal nicht mitnehmen würde.


    Bei ihm steht auch definitiv fest: Wenn er mal körperlich so abgebaut hat, dass er nicht mal mehr beim Gassi etwas im Geschirr ziehen kann, muss man ganz ganz genau hinsehen, wie viel Lebensqualität er noch hat.


    Heavy (auch Hound) dagegen ist mit ihren 9 Jahren froh, "nur noch" mit meiner Mama im Canicross zu laufen. Auf Gespann hat die keine Lust mehr. (Außer mal ne kurze Runde am Schlitten)


    Da gibt’s auch innerhalb der gleichen Rasse Extreme Unterschiede sind zumindest bei uns kann ich sagen, dass hier auch die Älteren noch in dem Rahmen, den sie "leisten" können und wollen noch unterwegs sein können.

    Andererseits denke ich, dass das Zusammenleben mit anderen Hunden auch eine sehr große Bereicherung für die Hunde ist. Diesem Bedürfnis wird man als Einzelhundehalter defintiv nicht in dem Masse gerecht, wie jemand, der eine harmonische Gruppe hält.

    Ganz genau das beobachte ich hier täglich… diese Art der Interaktion, die meine Hunde untereinander täglich haben, könnte ein Mensch nie leisten und auch "Hundefreunde" und Gassi-Bekanntschaften können das nicht ersetzen.

  • Ganz genau das beobachte ich hier täglich… diese Art der Interaktion, die meine Hunde untereinander täglich haben, könnte ein Mensch nie leisten und auch "Hundefreunde" und Gassi-Bekanntschaften können das nicht ersetzen.

    Dem kann ich nur zustimmen. Es gibt nichts schöneres als eine gut geführte, harmonische Gruppe.

  • Das Fazit ist, man sollte nicht alles zur allgemeinen Diskussion stellen, weil man doch sowieso nie auf eine einzige Meinung kommen wird :ka: und auch nicht alle sich überzeugen lassen (wollen).

    Ich habe bisher still mitgelesen und finde die Diskussion insgesamt sehr interessant. Eine eindeutige Meinung habe ich dazu gar nicht, finde die unterschiedlichen Standpunkte sehr interessant.

    Aus meiner persönlichen Sicht ist es so, dass Diskussionen nicht darauf hinauslaufen müssen, am Ende einer Meinung zu sein, oder jemand sich überzeugen lassen muss. Gerade in pluralen Räumen ist es normal, dass Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Werten und Wissensständen aufeinandertreffen. Dass man dabei nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommt, ist für mich kein Scheitern von Diskussion, sondern ihr Normalzustand. Der eigentliche Wert liegt für mich darin, Gedanken zu sortieren, Argumente zu prüfen, eigene blinde Flecken zu erkennen und andere Perspektiven zumindest zu verstehen (oder es zu versuchen). Das empfinde ich als einen gesunden Umgang mit Austausch. Uneinigkeit auszuhalten, Standpunkte darlegen, ohne überzeugen zu müssen, gehört für mich dazu. Gerade das macht eine Diskussion interessant, ansonsten könnte man sie sich sparen, wenn man sofort auf einem Nenner wäre. Und würde wertvolle Sichtweisen nie zu lesen bekommen.

  • Das Fazit ist, man sollte nicht alles zur allgemeinen Diskussion stellen, weil man doch sowieso nie auf eine einzige Meinung kommen wird :ka: und auch nicht alle sich überzeugen lassen (wollen).

    Mein Fazit ist, dass ein Austausch interessant ist. Das ist ja schließlich der ganze Sinn und Zweck eines Forums, oder?

  • Eine Diskussion muss ja nicht auf ein Ergebnis hinauslaufen oder darauf dass man mit der eigenen Einstellung "gewinnt". Man kann sich auch einfach nur Austauschen ohne etwas durchsetzen zu wollen.

    Das sehe ich auch so. Man kann etwas dazu lernen, Sachen überdenken oder eben auch nicht. Und vielleicht auch einfach feststellen, dass die eigenen Grenzen nicht für andere gelten müssen.

  • Eine Diskussion muss ja nicht auf ein Ergebnis hinauslaufen oder darauf dass man mit der eigenen Einstellung "gewinnt". Man kann sich auch einfach nur Austauschen ohne etwas durchsetzen zu wollen.

    Das sehe ich auch so. Man kann etwas dazu lernen, Sachen überdenken oder eben auch nicht. Und vielleicht auch einfach feststellen, dass die eigenen Grenzen nicht für andere gelten müssen.

    Toleranz ist auch so ein Stichwort. Man muss Dinge nicht gut finden um sie tolerieren zu können und sich selbst nicht als Maßstab zu sehen.

  • Das geht auch gar nicht, denn bei diesem Thema gibt es so viele Faktoren, sowohl von Menschen- als auch von Hundeseite und dann noch die ganze Einstellung zu Hundehaltung mit ihren vielen Facetten.

    Ich hätte gerne mehr Hunde und finde Mehrhundehaltung im moderaten Rahmen (3-5) sehr bereichernd für mich, aber auch für die Hunde. Wobei ich auch sagen muss, dass ich eben nicht mehr aus dem privaten Hobbybereich her denke.

    Ich würde mir jetzt zu gern den nächsten holen, aber es gibt einfach Umstände, die es nicht sofort zulassen. Das sind keine Hindernisse, die unüberwindbar sind. Aber ich muss ja auch nicht auf Teufel komm raus einen neuen Hund holen und mich so strecken, dass es doch geht. Andere haben diese Rahmenumstände nicht oder sie sind mehr bereit als ich die passenden Umstände zu schaffen oder sie kümmern sich nicht darum, ob die Umstände so optimal sind, wie ich sie mir persönlich vorstelle. Da gibt es viele Faktoren und das muss jeder individuell für sich entscheiden.

  • Eine Diskussion muss ja nicht auf ein Ergebnis hinauslaufen oder darauf dass man mit der eigenen Einstellung "gewinnt". Man kann sich auch einfach nur Austauschen ohne etwas durchsetzen zu wollen.

    Das sehe ich auch so. Man kann etwas dazu lernen, Sachen überdenken oder eben auch nicht. Und vielleicht auch einfach feststellen, dass die eigenen Grenzen nicht für andere gelten müssen.

    Das habe ich zum Beispiel hier nochmal richtig deutlich gemerkt durch den Thread.

    Ich könnte wirklich definitiv nicht 10 Hunde halten, wahrscheinlich nicht mal 5. Auch wenn ich die Vorstellung unglaublich toll finde, aber es ist de facto so, dass mir ein Hund schon ausreicht. Ein Zweiter wäre auch mal cool, aber wahrscheinlich wäre ich dann schon am Limit. Und das zu erkennen, ist doch auch total wertvoll. Meine Grenzen sind nicht deine und umgekehrt.

    Es ist richtig schön zu lesen wie Fuchshexchen und auch andere Vielhundehalter hier von ihren Erfahrungen erzählen und ihren Notfallplänen usw.

    Ich beispielsweise MUSS mir da ja gar nicht so viele Gedanken machen, WEIL ich ja nur einen Hund habe. Der kommt zu meinen Eltern, falls meinem Kerl und mir was passieren sollte und fertig. Und wenn die sie dann doch nicht mehr wollen (not gonna happen, mein Papa liebt Iloy :lol: ) würde die Züchterin sie nehmen, so ist es ja auch vertraglich geregelt.

    Und alles andere, das ist eben das Leben. Man stellt sich dann eben um, wenn sich etwas verändert. Und bei mehreren Hunden bedeutet das natürlich viel mehr Management, aber wenn man sich das nicht zutrauen würde, sollte man eben keine X(Y) Hunde haben.

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