Ernalie
Weißt du noch, wie der Podcast hieß?
Spontan geht mir der Puls hoch bei „die (Erziehungs-)Verantwortung nicht komplett den Eltern lassen“, denn ich hab in den letzten Jahren mehr erzogen als unterrichtet, aber ich würd‘s gerne ganz hören.
Weiß ich leider nicht mehr.
Aber ich glaube, es täte dem Thema ganz gut, sich von seiner eigenen Position etwas zu lösen und das Thema aus allen Blickwinkeln zu betrachten. Und das nicht immer direkt als Angriff auf sich selbst und die Berufsehre zu verstehen. Ich verstehe durchaus und weiß auch, wie die Zustände in Schulen sind und dass es durchaus Eltern gibt, die sich darauf ausruhen, dass die Einrichtungen es schon erledigen. Das ist aber eine ebenso unnötig extreme Haltung wie die der Einrichtungen, die sagen: "das ist die Verantwortung der Eltern, nicht unsere"
Die alte Haltung, dass es ein Dorf braucht, um ein Kind großzuziehen stimmt schon ein bisschen. In der heutigen Welt, in der Eltern nunmal arbeiten müssen und das auch nötig für die Wirtschaft ist (wie uns der Herr Merz ja nun fast täglich vorhält 🙄), und Kinder von 8-16 Uhr in der Schule sind, ist es eher ungunstig, dass die Eltern dann halt in den restlichen paar Stunden des Tages die alleinige Verantwortung für alles tragen sollen. Das ist ja auch ein nicht zu bewerkstelligender Auftrag. Wie soll das gehen, wenn das Kind den Großteil des Tages gar nicht unter dem eigenen Einfluss steht?
Wie gesagt, ich kenne die Zustände in Schulen. Und auch ich arbeite in einem Feld, wo ich die Unzulänglichkeiten von Eltern direkt spüre. Und dennoch braucht es mehrere Blickwinkel.
Abgesehen davon gehört das Thema Schule meiner Ansicht nach sowieso neu gedacht. Aber das ist nochmal ein anderes Thema.