Hund "fliegt einem um die Ohren "

  • Hallo,
    Immer wieder liest man hier im Forum, der Hund wird einem "um die Ohren fliegen" - häufig im Zusammenhang, wenn der Hund überfordert wird. So lese ich es zumindest häufig hier raus...

    Da ich selbst ja erst meinen ersten eigenen Hund habe und sie auch erst 10 Monate alt ist, fehlt mir da die Erfahrung.

    Deswegen die Frage, wie äußert es sich, wenn einem der Hund um die Ohren fliegt?

    Aggression, Ungehorsam, Unruhe?

    Und was sind die ersten Anzeichen, auf die man eventuell achten könnte oder müsste?


    LG

  • Das ist irgendwie so eine flapsige Wendung, die hier in Forum öfters verwendet wird. Wie Du eh erkannt hast, geht es dabei vor allem um Stress und Überforderung, da dies beim Hund oft schwierig zu händelnde Verhaltensweisen auslöst. Wie genau der Hund sich da benimmt, hängt natürlich von Rasse und vor allem Charakter ab. Manche werden hibbelig und fiddeln, andere sind dann vielleicht explosiver und reaktiver. Das ist sehr individuell.

  • Ganz ehrlich? Ich kann damit nur wenig anfangen.

    Ich habe jetzt den 3. Hund, halte seit über 26 Jahren Hunde und habe viele Bekanntschaften mit Hund. Ich persönlich kenne keinen einzigen Hund, der einen um die Ohren fliegt oder ständig drüber ist, wie man ja immer so schön sagt. Klar haben Hund mal ihre 5 Minuten, na und? Haben Kinder auch, ist völlig normal. Ich kann dir also die Frage nicht beantworten, weil ich entweder in (m)einer Blase lebe, oder aber das von ein paar Schlauen neuerdings völlig überdramatisiert wird. Klar sollte man drauf achte, welche Sorte/Rasse Hund man sich holt, dennoch ist das mMn so eine Art neumodisch übertrieben Einstellung.

  • Ah, das bezieht sich vorallem auf Hunde, die nervlich überfordert sind.

    Entweder, weil sie schon ein sehr schlechtes Nervenkostüm mitbringen (dafür gibt's diverse Gründe) oder weil sie von ihren Besitzern völlig überfordert werden oder auch beides, was natürlich am Schlimmsten ist.


    Normalen Hunden bei Besitzern die ein gutes Gefühl für Hunde haben wird das eher nicht passieren, bzw seltener.


    Max hier hat ein schlechtes Nervenkostüm von Anfang an, und war zuerst mit allem überfordert, womit Dexter garkeine Probleme hatte.

    Bei ihm hat sich das dann in Ruhelosigkeit gezeigt. Er konnte kaum schlafen, war sehr gereizt, hat zugebissen, sehr schlecht gefressen - es war wirklich anstrengend.


    Geholfen hat eine Kombination aus gedrosselten äußeren Einflüssen, angepasster Ernährung, letztlich Kastration, deutlich Grenzen aufzeigen und Alternativen anzubieten.

    Und vorallem Zeit und Geduld.

  • Es ist nicht neumodisch übertrieben. Hier im Forum wird's auch meist für Gebrauchs- und Arbeitshunde verwendet.


    Es gibt Rassen und Schläge, die eher reizoffen und "on" sind. Viel Arbeitswillen, viel hibbel, Stress, wenig Umweltfilter. Brauchen sie teilweise für den Job, für das tägliche Begleithundedasein ist das aber weniger geil.


    Wenn Búri mir "um die Ohren fliegt", neigt er zu rückwärtsgerichteter Aggression als Übersprunghandlung, ist durchgehend auf 180, beißt in alles rein, und ist reaktiv. Normalerweise ist er ein ziemlich gechillter Hibbelhund der alles und jeden leiden kann, in solchen Momenten kommt er aber auf sich selbst und die Welt nicht mehr klar.

    Auslöser ist immer gnadenlose Überforderung mit irgendwas. Entweder ich habe zu viel gemacht und getan, oder er leidet unter dem pubertären Kopfchaos und ich hab's falsch eingeschätzt.


    Nur weil man etwas nicht kennt weil man jahrelang andere Hunde hatte, heißt das nicht dass man andere Erfahrungen mit "überdramatisiert" und "neumodisch" abbügeln muss.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Vermutlich kenne ich dann wirklich nur die einfachen Hunde oder kenne nur Menschen, die sich die passenden Rassen/Mixe zulegen und damit auch klar kommen.

  • Ganz ehrlich? Ich kann damit nur wenig anfangen.

    Ich habe jetzt den 3. Hund, halte seit über 26 Jahren Hunde und habe viele Bekanntschaften mit Hund. Ich persönlich kenne keinen einzigen Hund, der einen um die Ohren fliegt oder ständig drüber ist, wie man ja immer so schön sagt. Klar haben Hund mal ihre 5 Minuten, na und? Haben Kinder auch, ist völlig normal. Ich kann dir also die Frage nicht beantworten, weil ich entweder in (m)einer Blase lebe, oder aber das von ein paar Schlauen neuerdings völlig überdramatisiert wird. Klar sollte man drauf achte, welche Sorte/Rasse Hund man sich holt, dennoch ist das mMn so eine Art neumodisch übertrieben Einstellung.

    Das ist mal so richtig freundlich diese Pauschalkeule.


    Dann sei einfach froh diese Erfahrung noch nicht selbst gemacht haben zu müssen. Kein Grund abfällig über andere zu sprechen, denen es anders ergangen ist.

  • Dafür gibt es keine festgelegte Definition. Ich versuche mich trotzdem mal an einer Erklärung:


    Wenn ein Hund ständig überfordert ist, hat er Stress. Er regt sich oft auf, steigert sich rein, pusht sich selber mehr und mehr hoch. Stress und Aufregung machen aber das Lernen unmöglich, Denn der Organismus ist quasi im "Überlebenskampf" und steckt alle Energie da rein. Höhere geistige Prozesse können dann nicht stattfinden. Jedes Training wird also schwer bis unmöglich. Auf Mensch- und Hundeseite wächst der Frust. Unerwünschtes Verhalten verfestigt sich, da der Hund keine Alternativen lernen kann und sein Ventil in gewohnten Verhaltensweisen sucht.

    Stresshormone bauen sich schnell auf, aber nur sehr langsam wieder ab. Ein Hund, der also in ständigem Stress lebt, kann sich nicht regenerieren. Auf Dauer geht das auf Kosten der Gesundheit. Er braucht seine Ventile immer nötiger, ein Teufelskreis entsteht.


    Grasfresser verbringen sehr viel Zeit mit Fressen, dafür wächst die Nahrung zu ihren Füßen.

    Wilde Caniden müssen ihre Nahrung dagegen relativ energieaufwendig suchen und sehr energieaufwendig jagen. Daher sind sie von Natur aus darauf eingerichtet, daß sie lange Ruhezeiten (energiesparen) mit kurzen, aktiven bis hochaktiven Phasen kombinieren.

    Wenn beides nicht im Gleichgewicht ist, und er nicht genügend regenerieren kann, kann es dazu kommen, daß ein Hund dauerhaft "drüber" ist.


    Ein schlauer Wissenschaftler hat mal gesagt: Hunde regen sich gern auf. Und das stimmt. Der gerade noch dösende Hund, der von 0 auf 100 aufspingt und am Gartenzaun tobt, ist ein Klassiker.


    Ich persönlich kenne keinen einzigen Hund, der einen um die Ohren fliegt oder ständig drüber ist, wie man ja immer so schön sagt.

    Ich kenne schon den einen oder anderen. Manchmal ist der Hund selbst speziell, in anderen Fällen liegt es am Umgang. In einen traurigen Fall haben die Besitzer selbst ihren Pudel in den Wahnsinn getrieben und merken es noch nicht einmal.


    Daß ein Jungpubertierer manchmal nervig ist und sich schlecht kontrollieren kann, empfinde ich aber als ganz normal.

    Als normaler Hundehalter entwickelt man ja auch ein Gefühl für seinen Hund und merkt, wenn es mal zuviel war, und läßt es anschließend ruhiger angehen. Ein gewissen Maß an Stress gehört nun mal zum Leben.

    Aber dauerhaft und immer Stress kann zum verhaltensgestörten Hund führen.

  • Vermutlich kenne ich dann wirklich nur die einfachen Hunde oder kenne nur Menschen, die sich die passenden Rassen/Mixe zulegen und damit auch klar kommen.

    Genau, das heisst aber nicht, dass es das nicht gibt.


    Ich würde diese Redewendung benutzen, wenn ein Halter - situativ oder sogar generell - völlig überfordert mit dem Hund ist und diesen nicht kontrollieren kann.

  • Ich habe bei Geri die Redewendung verwendet, wenn er mal zu viele neue Reize in zuwenigen Tagen hatte als Welpe, und dann überaktiv und heulig war und nicht selbst runterkommen konnte. Passierte manchmal, im Leben gibt es halt Zufälle und man kann leider nicht jede neue Erfahrung planen. Gebissen hat oder extrem reaktiv war er da nicht, er hat nur selbst darunter gelitten und brauchte Zeit und Hilfe um aus dem Zustand wieder rauszukommen. Es war aber kein Totalkatastrophenzustand und ich hab den Begriff auch halb scherzhaft verwendet. Ich glaube es ist lediglich eine Redewendung die Zustände beim Hund beschreibt in denen der Hund sich selbst nicht mehr unter Kontrolle hat.

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