Beiträge von dagmarjung

    Außerdem wechselt das Spiel von Weiß und Grau häufig zwischen verschiedenen Elementen wie Rangeln und Laufen und findet insgesamt - auch wenn die Hunde manchmal aus dem Blick der Kamera verschwinden - weitgehend am selben Ort statt.


    Die von mir beschriebene Körperhaltung mit rundem Schwanz und Rücken gehört dagegen zum reinen Rennspiel, bei dem größere Kreise gezogen werden und heißt übersetzt: "Fang mich, ich bin der Hase!".

    Wenn man das einmal live gesehen hat, ist es eigentlich unverwechselbar.


    Die TE nennt die Körperhaltung der beiden Hunde im Rennspiel buckelig, und beschreibt damit treffend die "m"-Stellung.



    Dagmar & Cara

    Momo und Lotte : in deinem Video ist die "m"-Stellung kein einziges Mal zu sehen. Dafür öfters ein gesenkter, untergezogener Rücken bei der weißen Hündin, die trotz aller Spielfreude auf eine gewisse Unsicherheit/Respekt gegenüber dem grauen Hund hinweist.


    Auf dem oberen Bild von Phonhaus ist dagegen die nach oben gebogene, mit der Spitze nach unten zeigende Rute gut zu sehen. Sie ist meist das offensichtlichere Signal. Im normalen, nicht zum Rennspiel einladenden Lauf ist die Rute ja nach hinten weggestreckt.

    Wenn du einen Hund mit dieser senkrecht nach unten gebogenen Rutenhaltung rennen siehst, wirst du auch den Rückenbuckel in der Bewegung besser erkennen als hier im Standbild.

    Logisch auch, daß ein Hund mit zB Ringelrute die Rutenhaltung nicht so klar bzw überhaupt nicht zeigen kann, Da wiederum hilft es, wenn man das Gesamtbild schon im Kopf abgespeichert hat, dann erkennt man auch den runden (aber nicht ängstlich abgesenkten) Rücken alleine.




    Dagmar & Cara

    Es wurde also ganzer Wurf beschlagnahmt, der anscheinend bis zum Alter von über einem Jahr nur beim Erzeuger lebte. Im Alter von 1,5 Jahren sind diese Hunde noch nicht einmal zuverlässig stubenrein. Da kann man nicht davon ausgehen, daß eine gute Umweltgewöhnung und Sozialisation auch nur ansatzweise stattgefunden hat. Und im Tierheim sind die Möglichkeiten dazu ja auch begrenzt.


    Ich lehne mich mal sehr weit aus dem Fenster, aber ich finde es unter diesen Umständen gewagt vom Tierheim, einen Hund aus solchen Verhältnissen mit dem Ziel Schul- und Kitabegleiter zu vermitteln. Für solche Jobs nimmt man normalerweise Hunde. die keinerlei Probleme mit Umweltreizen haben und ganz besonders wesensfest und nervenstark sind. (Es sei denn, die Kinderbegleitung ist nur eine Option und kein Muß für die Halterin.)


    Falls du die Hündin nimmst, würde ich unbedingt einen Plan B bereithalten, falls sie doch auf Dauer nicht so mental belastbar ist wie du erhoffst.


    Dagmar & Cara

    Ich studiere noch, arbeite und bin ansonsten ehrenamtlich sehr engagiert. Ich bin also regelmäßig den ganzen Tag auf Achse und kann den Hund glücklicherweise überall hin mitnehmen (auch ins Büro).

    ...
    Der Hund muss möglichst entspannt, freundlich und verträglich sein, weil in meinem Alltag viel los ist, der Hund auf viele Personen trifft und er sich gut an wechselnde Situation anpassen können muss. I

    Ich zitiere noch mal aus deinem ersten Beitrag im andern Thread.

    Beschreibe den Mitarbeitern im TH offen deine Vorstellungen und frage sie, ob es passen könnte.


    Wie ich damals schon schrieb, sind das durchaus recht hohe Anforderungen an die Wesensfestigkeit und Nervenstärke eines Hundes und nicht jeder Hund kann das leisten.

    Obwohl sowohl Malteser als auch Pudel grundsätzlich von der Rasse her passen, kommt bei einem Hund aus dem Tierschutz seine Vorgeschichte hinzu. Vor allem Hunde aus isolierter Aufzucht und Haltung sind nomalerweise längst nicht so belastbar wie ein gut aufgezogener Hund, der eine angemessene Menschen- und Umweltgewöhnung erfahren durfte.


    Gerade bei einem Hund aus einer Beschlagnahmung ist die Frage: was hat der Hund bisher erlebt oder vor allem nicht erlebt, besonders wichtig. Aber selbst wenn der Hund bisher ein liebevolles Zuhause hatte, seine Halter aber zB aus Altersgründen nicht mehr mit ihm rausgingen, so daß er nur in Haus und Garten oder gar nur in der Wohnung mit "Katzenklo" lebte, hat solch ein Hund Defizite, die ihm höchstwahrscheinlich zu schaffen machen, wenn künftig von ihm hohe Anpassungsleistungen an viele Orte, viele verschiedene Menschen usw verlangt werden.


    Das ist sicher nicht repräsentativ, aber von den kleinen Begleithunden (zB Pudeln und Pudelmixen) aus dem Tierschutz, die ich persönlich kenne, müßtest du bei allen mehr oder weniger große Abstriche an deine Erwartungen machen.


    Letztlich zählt aber nur der einzelne Hund, den du dir anschaust. Ich drücke dir die Daumen, daß es klappt und du einen passenden Hund findest!


    Dagmar & Cara

    Ja leider!!!

    Diese Entwicklung bei den Großpudeln sehe ich auch sehr kritisch. Eleganz ist ja schön und gut, aber das waren ursprünglich Apportierhunde, die mußten auch Substanz und eine gute Bemuskelung mitbringen. Ausdauernd Schwimmen ist Kraftsport, und so eine Ente hat auch ihr Gewicht und muß im Fang getragen werden. Da darf man nicht wegen Eleganz alle Muskeln wegzüchten.

    Aber so ist es leider in der Showzucht: der substanzvolle Retriever entwickelt sich zur Tonne, der leichtere Pudel zum Spargel.


    Dagmar & Cara

    Ich hatte in zumindest in Ansätzen so ziemlich jedesmal in meinem Leben NeuTierBlues, sogar bei Vögeln und Kleintieren, die den Alltag nicht entfernt so verändern wie ein Hund. Früher hatte ich nur keinen Begriff dafür.

    Da ich den Blues aus eigener Erfahrung kenne, weiß ich aber auch, daß er mit der Zeit von selbst vorbeigeht, sobald sich das Leben mit dem neuen Tier einpendelt.


    Es sind vor allem die hohen Ansprüche an sich selbst, die verunsichern können. Schaffe ich das? - Jetzt komm ich nicht mehr aus der Nummer raus und bin auf Jahre hinaus angebunden - auch so ein negativer Gedanke, der einen ganz schön runterziehen kann.


    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und unsere Gewohnheiten vermitteln uns Sicherheit im Alltag. Nun kommt so ein Welpe und krempelt erstmal unser Leben um: alle zwei Stunden raus, jeder Einkauf wird zum organisatorischen Balanceakt, weil der Knirps noch nicht alleine bleiben kann usw. Das schafft unterbewußt eine diffuse Verunsicherung, die sich in negativen Gedanken und Befürchtungen ausdrücken kann. Dieser Aspekt ist nicht zu vernachlässigen beim Thema Welpenblues.


    Ein weiterer Punkt: Ein neuer Welpe ist zwar niedlich, aber die gegenseitige tiefe persönliche Freundschaft ist auf beiden Seiten noch nicht da. Die braucht nämlich Zeit zum Wachsen. Daher bekommt man vorerst nicht die emotionale Belohnung für seine Mühen zurück, die man sich vorher ausgemalt hat. Man hat zwar einen Hund, aber nicht die erwarteten Gefühle von Liebe und tiefer Verbindung.


    Zu allen Punkten gibt es eine Lösung: Die Zeit arbeitet nämlich für dich. Wenn es grundsätzlich passt und du nicht wirklich überfordert bist, reicht es, den Hund zu versorgen, seine Bedürfnisse zu erfüllen und nicht gleich aufzugeben. Dann kommt das übrige von alleine.


    Der Alltag mit dem Welpen wird nach und nach ebenso zur Routine wie früher der Alltag ohne Hund. Mit zunehmender Reife wird der junge Hund stubenrein, kann einige Zeit alleinebleiben und man gewinnt nach und nach Freiräume zurück. Die Beziehung zum Hund wächst mit jedem Tag ein bißchen mehr, die echte Freundschaft stellt sich ein. Und wenn man sich auf den realen Hund und seine Persönlichkeit einläßt, läßt man irgendwann automatisch überhöhte Perfektionansprüche fahren.


    Wo ich dagegen wirklich ein paar Bedenken habe, ist deine Rassewahl. Als alleinstehender berufstätiger Mensch ist man doch immer wieder mal auf Fremdbetreuung angewiesen.

    Werden auch deine Eltern mit so einem Molosserbrocken klarkommen, wenn aus dem knuffigen Junghund mal ein pöbeliger Pubertierer geworden ist? Oder ein ernsthafter Wächter, der selbst bestimmen möchte, wer rein und raus darf?


    Kleine, nette Hunde sind wesentlich leichter mal bei lieben Mitmenschen zu parken als große, wehrhafte. Da du dir die Rasse nicht bewußt ausgewählt hast, sondern mehr aus Zufall auf gerade diesen Hund gekommen bist, weiß ich nicht, ob du dir zu diesem Thema schon viele Gedanken gemacht hast.


    Das mit der konsequenten Erziehung ist zwar im Prinzip richtig, aber der Weg zum wirklich gut erzogenen alltagstauglichen Hund ist lang. Und bis dahin hat dein Molosser schon ordentlich an Gewicht zugelegt.
    Ein Hund, der dir gegenüber gehorsam ist, überträgt das auch nicht automatisch auf deine Eltern.


    Angesichts der Rassemischung ist auch damit zu rechnen, daß er als Erwachsener eher unverträglich mit anderen Hunden, vor allem gleichgeschlechtlichen, werden wird. Dadurch reduzieren sich auch die Möglichkeiten der Fremdbetreuung, falls du darauf angewiesen sein solltest.

    Der Charakter eines Welpen sagt noch nicht sehr viel über das Wesen des erwachsenen Hundes aus, zumal wenn dieser einem eher ernsten und wehrhaften Hundetyp angehört. Wach- und Schutztrieb und alles, was damit zusammenhängt, kommen erst mit dem Erwachsenwerden.


    Dagmar & Cara

    Wenn man sich die Hunde in der HHF anschaut, gehören sie in der weit überwiegenden Zahl zu ganz wenigen Rassen bzw Rassetypen. Da spielt die Genetik also schon eine Rolle. Herdenschutzhunde, Molosser, Schäferhunde, Amstaff & Co, Wolfshunde. Entsprechender Hundetyp + ungeeignete Halter = Katastrophe.


    Klar , auch ein Labrador, Dalmatiner oder Großpudel kann im schlimmsten Fall, bei völlig verfeltem Umgang, zum gefährlichen Hund werden.


    Aber wenn man die weiter oben genannten "typischen Verdächtigen" abzieht, bleibt von der Belegschaft in der HHF nicht mehr viel übrig. Als ich die Vermittlungsliste und in Reportagen und Videos die Bilder der vielen Hunde sah, war ich überrascht, wie einheitlich sich das Bild darstellt trotz der Vielzahl von Hunderassen in Deutschland.


    Dagmar & Cara

    die Hunde beschnüffelten sich und fingen dann ein Rennspiel an. Sah gut aus, meine Hündin "spielt" eigentlich nicht oft so lange mit anderen Hunden. Diese Hündin schien ihr zu gefallen.

    Da lag dein Bauchgefühl genau richtig. Wenn beide Hunde sich gegenseitig in der "m" Stellung zum Nachlaufen auffordern, werden wahrscheinlich auch die Rollen von Hase und Jäger öfters getauscht und das Rennspiel ist sehr ausgeglichen.

    Beide fühlen sich offensichtlich rundum wohl miteinander. Es ist ja immer ein gewissens Risiko für den Hasen, sich als Jagdobjekt anzubieten, besonders wenn die beiden Hunde sich noch nicht gut kennen.

    Vielleicht war das, falls ihr euch noch öfter begegnet, der Beginn einer wunderbaren Freundschaft... :nicken:


    (PS: ich nenne es "m" Stellung, aber das ist keine offizielle Bezeichnung.)


    Dagmar & Cara