Beiträge von dagmarjung

    Ich habe mir damals eine längere (4 bis 5 Meter) lange Welpenleine gebastelt. Für einen großen Welpen würde ich eine gekaufte Schleppleine auf dieses praktische Maß einkürzen. Damit hat der junge Hund einen deutlich größeren Freiraum und stößt nicht ständig an das Leinenende, man hat ihn aber noch in der Nähe und gut unter Kontrolle, ohne Schleppleinengewurschtel. Das nimmt schon viel Stress raus.


    Weiterhin bin ich ein Fan davon, Halsband und Geschirr in seiner Bedeutung für den Hund zu trennen. Am Geschirr darf gezogen werden, das Halsband wird vorerst nur für superkurze Übungseinheiten zur Leinenführigkeit genutzt, daran wird niemals gezogen. Das bedeutet, eine Weile lang legt man für Spaziergänge beides an und hakt die Leine um.

    Das ist aber keine Lektion für die allerersten Tage, sondern für die Zeit, wenn sich der Welpe schon gut eingewöhnt hat.

    Diese kleinen, bewußten Übungen finden aber nicht beim Löse-Gassi statt. Da liegt der Fokus ganz auf meditativer Ruhe zum Lösen.


    Dagmar & Cara

    Du schreibst doch, dein Hund schläft nachts gut durch. Dann besteht doch gar kein Grund mehr, die Box zu schließen. Die geschlossene Box ist, wenn überhaupt, eine Krücke für die allerersten Nächte, wenn man noch ständig auf dem Sprung sein muß, auf keinen Fall eine dauerhafte Unterbringung. Die offene Box kann nach Belieben des Hundes genutzt werden.


    Gut, daß du ein paar Gänge runterfahren willst. "Supermuttis" mit angeblich perfekten Vorzeigekindern trifft man immer mal. Nur nicht drauf hören!

    Wie gut erzogen und alltagstauglich Hunde mit ein, zwei oder drei Jahren sind, hängt nicht davon ab, ob "Sitz", "Apport" oder "Decke"ein paar Wochen oder Monate früher oder später gelernt wurden.

    Gerade dieses Kommandotraining kann man in aller Ruhe angehen. Und bitte keine Angst vor der am Horizont drohenden Pubertät! Dein Hund ist doch gerade mal im Kindergartenalter. ;)


    Viel wichtiger ist die gute Strukturierung des Alltags mit angemessenen Aktivitäts- und Ruhephasen und ganz wichtig - die Umwelterkundung.

    Darauf wollte auch FlyingPaws hinaus, als sie fragte, ob der Welpe auch mal frei am Feld laufen darf. Das heißt, dein Hund sollte auch mal in Ruhe Hundedinge machen dürfen, Schnüffeln, Plantschen, einen Maulwurfshügel umbuddeln, die Welt erkunden, ohne daß du dich ständig durch Spiel und Übungen in den Mittelpunkt stellst.


    Dagmar & Cara

    Tatsächlich würde ich vermuten, dass einige der „Hellhounds“ gar keine Auflagen haben.

    Ich gehe davon aus, daß das bei vielen der Fall ist. Die weitaus meisten Hundebisse passieren ja innerhalb der Familie. Da sind also meist gar keine Behörden involviert, die irgendwelche Auflagen verhängen. Die Besitzer ziehen dann selbstständig die Reißleine und geben den Hund weg.


    Dagmar & Cara

    Ich habe damals keine "Bindungsspaziergänge" gemacht, sondern bin einfach mit meinem Zwergl zusammen rausgegangen. Die Kleine durfte ein bißchen Welt erkunden, wir haben zusammen gespielt und ab und zu wurde sie herangerufen und belohnt.

    Vom Ablauf her vermutlich dasselbe, aber ohne den dahinter stehenden Zweckbezug: "So, jetzt arbeiten wir mal an der Bindung!"

    Quatsch. Wir gehen raus, um Spaß zu haben. Bindung kommt von ganz alleine, wenn man positive Erlebnisse miteinander teilt und kleine Herausforderungen gemeinsam besteht.


    Auf die Uhr geschaut hab ich damals nicht.


    Ich hatte auch keinen Garten zum Versäubern und bin daher von Anfang an zum nächsten öffentlichen Grün, bei mir zum Glück gleich gegenüber.


    Mit dem Welpen weiter weg zu gehen wird aus einem bestimmten Grund empfohlen. Viele Welpen weigern sich anfangs, die Hausnähe zu verlassen. Wilde Canidenwelpen sind an den Bau gebunden und folgen den Eltern nicht auf deren Jagdausflügen. Auch bei Hundewelpen ist dieser Instinkt noch da.

    Man kann diese Heimatbremse überlisten, indem man den Welpen einpackt und passiv irgendwohin transportiert. Dort, weiter weg vom Haus, wird er dann seiner Bezugsperson folgen.

    Führst du den Welpen zu Fuß von zuhause weg, kann es sein, daß er bockt. Es kann auch sein, daß er zunächst willig mitgeht, aber nach Hause zurückrennt, falls er sich erschreckt. Nicht gut, falls keine Leine dran ist und er eine Straße überqureren muß.


    Ansonsten kann ich mich Sarah42 nur anschließen zum Thema Perfektionismus und Welpenblues. Lies Hundebücher, soviel du magst, aber wenn der Welpe kommt, stell sie am besten auf das oberste Regal, wo du nur mit der Leiter drankommst.

    Denn von da an ist dein Hund der einzige Lehrmeister, auf den es wirklich ankommt.

    Das ist ein kleines, unbekanntes Wesen, das noch keine persönliche Beziehung zu dir hat und du noch keine zu ihm. Das muß auf beiden Seiten erst wachsen. Und diese Kennenlernphase braucht Zeit. Inzwischen wird auch dieser Welpe nicht so funktionieren wie in den Lehrbüchern, das ist ganz normal. Also lerne von deiner Kleinen und schieß im Zweifelsfalle die Gurus in den Wind.


    -Außer natürlich die des Dogforums, ist ja klar! :drgreen:


    Dagmar & Cara

    Ist deine Hündin kastriert?

    Kastrierte Hunde brauchen ähnlich wie Senioren weniger Futter zum Erhalt, das Hungergefühl kann sich aber steigern. Deshalb sind viele Kastraten auch zu dick, wenn die Halter da nicht sehr genau kontrolllieren.

    Sowohl Labradorgene als auch Kastration können schon einen Einfluß auf das Freßverhalten und Sättigungsgefühl haben, zusammen natürlich gesteigert.


    Menschenkot gilt leider in Hundekreisen seit jeher als Delikatesse. Da steckt aus Hundesicht noch viel Verwertbares drin. In Afrika gibt es sogar eine Volksgruppe, in der Hunde als Windelersatz benutzt werden: Poppes hinhalten, und zack, wird saubergemacht.

    Kotfressen st also eklig, aber weder ungewöhnlich noch unnatürlich.


    Dagmar & Cara

    Ich hab bisher nur den ersten Teil vom Podcast geschafft.


    Ich gestehe jedem Menschen zu, sich selbst die Fehler seiner wilden Jugend zu verzeihen und auch darüber zu lachen, das ist völlig in Ordnung.

    Aber hier fehlt meiner Ansicht nach ganz viel Selbstreflektion, daraus Konsequenzen zu ziehen und es später anders und besser zu machen.


    Stattdessen ist Gewalt im Hundetrainig in Ordnung, weil die Dachlatte damals ja funktioniert hat, und weil man seinerzeit mit 15 Jahren mal am Training über Belohnung gescheitert ist, ist das Thema damit für alle Ewigkeit erledigt.

    Auch das Thema "Sorglose Gefährdung anderer Personen" zieht sich ja bis heute durch.


    Dagmar & Cara

    Das ist doch das Gleiche wie "der vorwärts/rückwärtsdenkende Hund" im Ampelsystem, oder die "vererbten Rudelstellungen", oder dieser komische Biotonusfirlefanz ...

    Der Biotonus ist kein komischer Firlefanz.
    Der Begriff geht auf den renommierten Verhaltensforscher Eberhard Trumler zurück, der mit verschiedenen Messmethoden die unterschiedliche Vitalität von neugeborenen Welpen erfasste und dafür dieses Wort prägte.


    Dagegen sind die "vererbten Rudelstellungen" ein reines Produkt der Phantasie.


    Im übrigen geht die Forschung immer weiter und so manche bahnbrechende Erkenntnis von früher ist heute veraltet. Trotzdem sind es immer noch Stufen auf der Treppe, auf der heutige Forscher - und in unserem Fall auch Trainer und Hundehalter - stehen. Deshalb ist manches zwar veraltet, aber es muß nicht von Anfang an erkennbar Blödsinn gewesen sein, sondern war damals vielleicht ein großer Fortschritt.


    Dagmar & Cara

    Was ist der Unterschied zwischen einem Schnauzer und einem Pudel, wenn sie aus der Bank kommen?

    Der Schnauzer trägt einen Maulkorb, der Pudel trägt Frauchens Portmonnaie. :lol:


    (Hat Lilo eigentlich einen Fanclub? Ich werde Mitglied.)


    Dagmar & Cara