Welpe aus dem Ausland

Es gibt 40 Antworten in diesem Thema, welches 6.736 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von npnp123.

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    Hallo zusammen,


    ich habe hier schon einiges gelesen, aber mich heute erst angemeldet, um mich an euch zu wenden.


    Aber erst mal zur Lage: am Freitag ist Mina bei mir eingezogen. Sie ist 4 Monate alt, kommt aus Rumänien und sollte nach ursprünglicher Angabe eine kleine mittlere Größe erreichen. Ich hatte vorher mit dem vermittelnden Verein telefoniert und eigentlich einen positiven Eindruck. Habe dort auch gesagt, dass ich noch nie einen Hund hatte. War alles kein Problem.


    Dazu sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass ich ursprünglich einen älteren Hund haben wollte, da ich mir nicht sicher war, ob ein Welpe als Anfänger nicht zu viel wäre. 6 Monate habe ich mich immer wieder beworben (deutsche Tierheime und Auslandstierschutz), aber immer wieder zu hören bekommen, dass es kaum ältere Hunde gibt, die man an Anfänger vermittelt. Ein Welpe wäre besser. Ich habe ein paar Hundehalter in meinem Freundeskreis, die mir gut zugeredet haben. Also habe ich mich in das Thema eingelesen und bin auf die Suche gegangen. Ein kleiner bis mittelgroßer Hund sollte es werden (mein Haus ist jetzt nicht riesig und ich habe keinen Garten). Als ich dann die Zusage für Mina bekam, war die Freude groß. Also alles vorbereitet und Freitag ging es los. Als ich sie dann abgeholt habe, musste ich erst mal schlucken. Sie ist jetzt schon recht groß, kleine mittlere Größe war schon nicht mehr drin. Dazu die Aussage, dass der liebe Welpe tatsächlich sehr dominant und futterneidig ist. Aber sollte ich deshalb einen Rückzieher machen? Ich entschloss mich dagegen, der Verein betonte auch noch einmal, dass man den Hund erstmal 2 Wochen in Pflege bekommt und ihn dann entscheidet, ob man ihn behalten möchte.


    Also ab nach Hause. Erst mal eine neue Box bestellt, die vorhandene ist definitiv zu klein. Die ersten beiden Tage verliefen entspannt. Beim großen Geschäft meldet sie sich direkt, beim kleinen klappt es zu 50%. Nachts müssen wir 1x raus. Sie nagt auch nichts großartig an, am Futterneid arbeiten wir (war die ersten beiden Tage so schlimm, dass ich selbst nichts essen konnte, da sie da direkt ausgeflippt ist). Sie lernt super schnell...jetzt kommt das große Aber: je länger sie hier ist, umso mehr gehe ich davon aus, dass ein Border Collie drinstecken könnte. Das haben auch schon viele gesagt, die Bilder von ihr gesehen haben. Für einen Border Collie hätte ich mich aber nie bewusst entschieden. Zum einen ist mir vollkommen bewusst, dass sie keine Anfängerhunde sind. Zum anderen kann ich ihm aufgrund meines starken Übergewichts nie das Aktivitätslevel bieten, das er benötigen wird. Gemütliche Spaziergänge sind kein Problem, mit Pause dazwischen auch länger. Aber Sport ist erst mal nicht drin. Klar ist es aktuell noch kein Thema, aber irgendwann wird es das. Ich weiß natürlich, dass Border Collies nicht unnötig hochgepusht werden sollen, aber mehr als der Durchschnittshund brauchen sie ja doch.


    Neben ihren tollen Eigenschaften zeigt sie aber einige unschöne, die sicherlich mit ihrer Intelligenz zusammenhängen. Ich war in einigen Punkten anfangs nicht konsequent genug und habe jetzt schon das Gefühl, auf verlorenem Posten zu stehen. Das betrifft besonderes das Fressen. Man könnte meinen, der Hund verhungert. Ständig will sie fressen und wenn es ihr nicht schnell genug geht, springt sie an mir hoch und setzt auch schon mal die Zähne ein. Ignorieren hilft nur kurz. Manchmal knurrt sie sogar.


    Ich habe die kleine Maus schon ins Herz geschlossen, fühle mich aber gleichzeitig gnadenlos überfordert, wenn ich an die Zukunft denke. Hundetrainer habe ich auch schon kontaktiert, aber noch keine Rückmeldung erhalten. Aber trotzdem sitze ich nun hier und überlege, wie ich mich nächste Woche entscheiden soll. Auf der einen Seite weiß ich, dass sie erst noch ankommen muss und man in so kurzer Zeit keine wirkliche Prognose liefern kann. Auf der anderen Seite habe ich Angst, ihr nicht gerecht werden zu können und dann in einem Jahr diese Entscheidung treffen müsste. Dann wäre der Schaden für sie und mich noch größer.


    Vielleicht weiß ja hier jemand einen Rat. Ich bin gerade hin- und hergerissen. Meine Freunde sagen natürlich, dass es normal ist, am Anfang voller Zweifel zu sein. Wäre bei Babys auch so. Meine Zweifel beziehen sich nicht mal auf den Welpen an sich, die damit einhergehende Arbeit ist mir völlig bewusst. Es ist der mögliche Border Collie-Anteil, der mich zweifeln lässt. Ich möchte keinen depressiven Hund haben, dem ich zwar die mentale Auslastung bieten kann, aber nicht die physische.

  • Ich kenne einige sehr stark übergewichtige BC Züchter.

    Daran soll’s nicht liegen.

    Im ersten Jahr ist das auch Wurscht, was für eine Rasse das ist. Es ist einfach ein Hund.

    Aruna meine Morgenröte, mein Stern

    23.02.2005 bis 25.12.2019 meine Begleiterin durch dick und dünn. Danke

  • Zum anderen kann ich ihm aufgrund meines starken Übergewichts nie das Aktivitätslevel bieten, das er benötigen wird. Gemütliche Spaziergänge sind kein Problem, mit Pause dazwischen auch länger. Aber Sport ist erst mal nicht drin.

    Meines Wissens nach ist eine der besten Beschäftigungen um einen Border Collie auszulasten (neben dem Hüten, logischerweise) die Nasenarbeit. Und dafür braucht man als Mensch gar keine körperliche Fitness. Google mal ZOS (Zielobjektsuche) beispielsweise oder Teetektor. Und es gibt auch viele andere tolle Hundesportarten wie Longieren oder Obedience, für die man als Mensch nicht super sportlich sein muss. Daran sollte es also nicht scheitern.


    Ständig will sie fressen und wenn es ihr nicht schnell genug geht, springt sie an mir hoch und setzt auch schon mal die Zähne ein. Ignorieren hilft nur kurz. Manchmal knurrt sie sogar.

    Dazu kann Dir ein Trainer/eine Trainerin sicher mehr sagen, ich glaube das kann man hier im Forum kaum richtig einschätzen. Es klingt aber ehrlich gesagt nach einem Problem, das auch beim erwachsenen Auslandshund gut und gerne eintreten kann. Futter ist eben eine attraktive Ressource und sie hat wahrscheinlich gelernt, dass man sich dafür einsetzen muss, es zu bekommen.

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  • Was die Auslastung angeht würde ich mir auch erst mal keinen Stress machen. Sie muss eh erst mal ankommen, alles lernen, Gehorsam usw., Leinenführigkeit... das dauert alles seine Zeit. Und damit meine ich nicht Wochen, sondern eher Monate bis ein Jahr.


    Sport kann man auch machen ohne selbst die absolute Sportskanone zu sein. Hoopers agitliy, longieren, Mantrailing, Nasenarbeit, RO...da gibts wirklich Unmengen an Möglichkeiten, die man mit etwas zu viel auf den Hüften machen kann.


    Bedenklich finde ich eher das knurren und Zähne einsetzen. Da wäre es wirklich wahnsinnig wichtig sehr bald einen Trainer ins Boot zu holen. Ich hoffe Du findest schnell einen, der Euch hilft. :smile:

  • Huhu,


    erstmal Glückwunsch zum Neuzugang. Es ist normal in der Anfangszeit, dass man sich etwas verrückt macht. Vieles ergibt sich mit der Zeit und spielt sich ein. Wichtig wäre, dass du frühzeitig mit einem Trainer an euren Herausforderungen arbeitest. Wenn du sagst wo du ungefähr herkommst, kann dir hier sicher jemand etwas empfehlen.


    Zum Thema Rasse: Ich wäre schon stark verwundert, wenn du einen Border Collie aus dem Auslandstierschutz aus Rumänien hast. Meist sind das extrem durchgemischte Hunde, bei denen meist ein Teil Schäferhund, oder HSH vertreten ist. Von einem BC aus Rumänien habe ich noch nie gehört. (und selbst wenn?) Viele Hunde aus Rumänien wurden schlecht sozialisiert, oder sind unter schlechten Bedingungen aufgewachsen. Viele Hunde müssen auch tagtäglich um ihr Futter kämpfen. Daher finde ich es zumindest nachvollziehbar, dass eine gewisse Ressourcenproblematik vorhanden ist. Das ist aber in der Regel etwas, was man mit einem Trainer gut und schnell hinbekommt. (Vor allem bei einem 4 Monate alten Hund ist noch gar nix verloren - genetische Eigenschaften treten meist erst mit dem Erwachsenwerden hervor)


    Kannst du vllt. mal Fotos von der Kleinen posten?

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Schau mal nach "Welpenblues". Du zerdenkst gerade Dinge, die noch gar nicht relevant sind und bekommst dadurch Stress und Kopfkino. Das haben viele Ersthundbesitzer. Allerdings ist ein Auslandshund - Direktimport auch wirklich keine Empfehlung für Anfänger. Aus dem Grund, dass du eben nicht weißt, was passieren wird. Und auch nicht frühzeitig Signale erkennst.


    Vielleicht hast du ein Bild vom Wuffi für uns? Rumänen haben oft ausgeprägten Wachinstinkt (sobald sie erwachsen werden), da in dem Land überwiegend Hunde für diesen Zweck gehalten werden (Eigenständigkeit gehört ebenfalls mit dazu). Passt das in dein Leben? Sie mögen fremde Menschen meistens nicht sonderlich gern und bedürfen da häufig Management. Muss nicht sein, aber die Tendenzen sind hoch.

  • Beim Essen mich anknurren konnten mein „Züchter“ Welpen auch .


    Kann man jemand rauf schauen lassen. Mein Tipp für gleich. Einfach kein Ding draus machen und dem Hund zum Futter was Tolles zu legen. Bei meinen hat man dann gesehen, wie sie das durchdacht haben. Ach so…..die Frau nimmt mir nichts weg, sondern packt noch was viel besseres drauf….boah……( zu Anfang ist das bei mir immer Wiener Würstchen). Damit bekomm ich sie alle.


    Reden tu ich da gar nicht groß. Verbieten auch nich, reglementieren auch nicht. In ganz kurzer Zeit weiß hier jeder, dass derNapf hingestellt wird, wenn Hund mich nicht belästigt. Mein großer Collie steht immer auf zwei Beinen, der Border läuft immer rückwärts zu seinem Platz, der Andere wartet an seiner Futterstelle. Ohne Besonderes Training, das ist so.

    Aruna meine Morgenröte, mein Stern

    23.02.2005 bis 25.12.2019 meine Begleiterin durch dick und dünn. Danke

  • Hallo zusammen,


    hier erst mal ein Bild von Mina:


    8y23hls5.jpg


    Also ich komme aus dem Nordsaarland.


    Fremde Menschen mag sie eigentlich sehr gerne. Geht auf die meisten zu und möchte gestreichelt werden.


    Meine Sorge ist halt auch, dass ich sie gar nicht mehr in den Griff bekomme. Dann darf sie nicht mit zur Arbeit (bin Lehrerin, habe durch meine Funktionsstelle ein Büro, in dem sie sein kann, wenn ich im Unterricht bin) und wäre mind. 7 Stunden pro Tag allein. Das käme für mich nicht in Frage.


    Jetzt hätte sie sich noch nicht allzusehr an mich gewöhnt. Wenn ich mich nach wenigen Tagen schon so überfordert fühle, wäre es dann nicht doch besser es frühzeitig zu beenden, bevor ich sie noch verkorkse? Sie ist ein toller Hund, mit der richtigen Erziehung wird bestimmt ein Traumhund aus ihr, aber was wenn ich versage? Ich kann nur noch daran denken. Und ich denke, das spürt sie. Was meine Stellung noch einmal untergräbt.

  • Die kleine ist sehr süß, aber definitiv kein Border Collie. Sieht aus wie eine typische rumänische Mischung aus.


    Welpenblues und das Gefühl der Überforderung ist völlig normal in der Anfangszeit. Ob du das durchstehst musst du natürlich selbst entscheiden. Ich kann dir nur sagen, dass das vorbeigeht.


    Such dir eine Hundeschule und einen Trainer. Mehrhund hat ja schon beschrieben wie man an der Futterthematik arbeiten kann. Kann die Methode auch nur sehr empfehlen.

  • Zum Foto haben sicher andere noch bessere Idee, aber einen BC sehe ich da jetzt rein optisch nicht.


    Fremde Menschen mag sie eigentlich sehr gerne. Geht auf die meisten zu und möchte gestreichelt werden.

    Das zeigt sich auch erst im Erwachsenwerden. Wachtrieb haben Welpen nicht. Menschen verbellen etc. folgt meist erst nach über einem Jahr. Wäre sie dann in deinem Bürozimmer für sich oder gäbe es dann Probleme? Sowas würde ich noch bedenken. Wann soll sie denn mitkommen? Was aufgedrehten Futterneid und Welpenspinnerei angeht, sowas bekommst du sicher in den Griff. Das regelt viel die Zeit.


    Jetzt hätte sie sich noch nicht allzusehr an mich gewöhnt. Wenn ich mich nach wenigen Tagen schon so überfordert fühle, wäre es dann nicht doch besser es frühzeitig zu beenden, bevor ich sie noch verkorkse? Sie ist ein toller Hund, mit der richtigen Erziehung wird bestimmt ein Traumhund aus ihr, aber was wenn ich versage? Ich kann nur noch daran denken. Und ich denke, das spürt sie. Was meine Stellung noch einmal untergräbt.

    Viele fühlen sich bei Welpen und Junghunden überfordert. Das ist das Neue im Leben, der neue Tagesablauf und natürlich die Verantwortung, die schwer auf den Schultern wiegen kann. Mit einem guten Trainer an der Hand, ist sehr viel möglich. Der stützt besonders mental, da man dadurch einen Guide zur Hand hat. Ging zumindest mir so. Er half mehr mir als meinem Hund, mich besser hineinzufühlen und mehr aus dem Bauch heraus zu handeln. Du klingst tatsächlich sehr nach Welpenblues. Bisher hast du einfach nur einen jungen Hund vor dir, der keine Regeln kennt. Nun heißt es zusammenwachsen und Routinen finden.

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