Beiträge von DarFay

    Was mich interessiert: Würdet ihr, wärt ihr Züchter, euren Welpen an ein Paar geben, dass ein Baby hat und bald noch eins bekommt?


    Ich muss gestehen, ich würds eher nicht. Allein die Gefahr der Überforderung und dann kommt der aufgedrehte Hund zurück und alles.. wäre mir irgendwie zu hoch. Aber man, sind Wolfsspitzwelpen niedlich.

    Das lese ich so oft hier im Forum, konnte das aber in meinem realen Umfeld noch überhaupt nicht beobachten und bestätigen. Ich habe in den 1,5 Jahren, die Buffy nun schon bei uns wohnt, einige Bully-Halter*innen kennengelernt und wirklich niemand hat sich diese Rasse ausgesucht, weil man möglichst wenig mit ihnen machen muss.

    In meiner Hundeschule habe ich diese Aussage allerdings schon häufiger zu Ohren bekommen.

    Und im Forum liest man das auch oft. "Ich bin auch unsportlich, also ist es ideal, dass der Hund mit wenig zufrieden ist - perfekt."


    Ich bin auch unsportlich, aber damit der Hund nem Futterbeutel nachflitzt, den sucht, mit mir mal 2 Stunden rumläuft oder über umgefallene Baumstämme balanciert, muss ich auch nicht sportlich sein. :lol: Die Ausrede kapier ich also eh nie.

    Absolut! Ich hab mir auch alles ganz anders vorgestellt und hatte meine Probleme (auch Abgabegedanken). Trotz vieler Tiere im Haushalt, war der eigene Hund doch was ganz anderes. Ich war und bin auch absolut Pro Tierschutz, musste mir aber ebenfalls eingestehen, dass unter manchen Bedingungen der Züchterwelpe die weisere Entscheidung für alle Beteiligten ist. Je enger man eingebunden ist und Bedingungen stellt (Arbeit, Familie, Freizeit, Knowhow), desto gewagter ist Projekt Tierschutzhund bishin zu Projekt Auslandshund. Ich arbeite auch Vollzeit, mein Partner ebenfalls. Bürohund und Homeoffice, trotzdem muss der Hund das hinbekommen mit ins Büro zu kommen. Meine kann das zum Glück super. Aber es könnte auch anders sein.


    Gerade Alleinbleiben scheint bei Auslandshunden besonders anfangs eine größere Geschichte zu sein. Da denken sich viele "ich suche gezielt einen erwachsenen Hund und gehe dann wieder arbeiten". Mit Pech klappt das nur überhaupt nicht und eventuell auch niemals. Sowas weiß man als Ersthundhalter leider meist nicht und ich finds super, wenn Vorkontrollen da auch intensiv drauf hinweisen.

    Meine Rumänin wurde auch mitten in Berlin bei mir abgegeben. Lief insofern gut, dass wir direkt anschließend Wald und Kanal hatten. Dass mein Wohnungskomplex quasi ein Viereck war und innen ein großer Innenhof mit vielen Schrebergärten (da haben wir uns die ersten 3 Monate aufgehalten). Lauf ich jedoch in die andere Richtung, bin ich in 2 Minuten mitten im Trubel. Berlin ist auch nicht gleich Berlin, hier gibts teilweise viel Grün.


    Aber ich stimme zu: Manche Vermittlungen sind eben sehr blind. Sollte man wirklich im Asphaltberlin wohnen, wo das nächste Grün 20 Minuten zu Fuß weg ist, würde ich von solchen Experimenten mit Auslandsimport absehen und eher vor Ort einen passenden Hund suchen.

    Man sieht halt auch irgendwie nicht was die sonst noch mit dem Hund machen. Ob es auch positive Sachen gibt. Ob die ihn auch beschäftigen oder er zur Ruhe kommt.

    Das ist einfach zu wenig Hintergrundwissen. 🤷‍♀️

    ja, da ist es echt schade, dass die sich beim Schnitt gern so extrem auf einzelne Sachen fokussieren.


    Kann durchaus sein, dass das beim Bobtail dramatischer dargestellt wird, als es ist. Theoretisch könnte es sein, dass das Beißen eigentlich nur ein Problem ist, wenn der Welpe überdreht und es 95% des Tages total super mit ihm läuft. Dass der Hund in Anwesenheit eines Kamerateams schneller überdreht, wäre nun auch nicht so verwunderlich.

    Sie hatte schon gesagt, dass sie es irgendwie bereut mit dem Hund und sich fragt, ob das nicht die falsche Entscheidung war.


    Ich glaube auch, dass sie ihn ohne den (selbstgemachten) Druck der TV Show eventuell sogar schon zurückgebracht hätte.

    Man muss auch ein wenig bedenken, dass einige Szenen sicher der Kamera geschuldet sind. Man "muss" was zeigen, erleben, beibringen. Irgendwas muss ja vor die Linse. So entstehen glaube ich die seltsamen Dinge wie "an Nachbars Schildkröte sozialisieren" oder Hund wecken (weil das Kamerateam nun schon 2 Stunden Kaffee trinkt und nix filmbar ist).


    Rocky fiel mir auch wirklich vom Charakter auf. Der muss knallhart drauf sein, dass alles so locker mitzumachen. Wirklich. Bei manchen Hundehaltern denkt man sich aber eh "Haben die ein Glück, dass ihr Hund so unkompliziert ist". An der Erziehung liegt es meist irgendwie nicht unbedingt. Viele Hunde sind schon gnädig mit ihren Menschen.

    Mal ein Extrembeispiel (auch aus dem Forum):


    Bordercollie aus dem Tierheim an Hundeanfängerin.


    Der Hund war mit seinem Leben überfordert (durch den Vorbesitzer? durch die Tierheimkulisse). Entsprechend aufgeregt war er unterwegs, Winselte daheim, lief hin und her. Ruhe hätte jetzt geholfen, damit er sich entspannen kann. Die Besitzerin dachte jedoch, ist ja ein BC, er braucht MEHR. Immer mehr, weil er nur nach viel Unterhaltung auch mal ruhte. Am Ende ging sie jeden Tag 4 Stunden raus, davon auch viel auf die Hundewiese. Der Hund tobte, tobte und tobte. Aber wollte immer, immer mehr. Der Hund flog ihr quasi um die Ohren. Denn ohne seinen Stoff, kam er in der Wohnung nie zur Ruhe.


    Als sie erkannte, da läuft was falsch, führte sie den Entzug durch (viel Ruhe, kurze Gassirunden). Der Hund lag oder stand nur noch hechelnd und sabbern herum. Sie gab das arme Tier dann in erfahrene Hände, damit es dort wieder in ordentliche Bahnen gelenkt werden konnte.

    Ich kann nur von der Integration eines Pflegehundes zu einer eher unverträglichen Hündin berichten.


    Ausgangszustand: Meine rumänische Hündin, garkein Fan von Fremdhunden und grundlegend Einzelgänger.

    Pflegehund: Auslandsimport aus rumänischem Shelter. Doppelt so groß wie meine Maus.


    Sie fand ihn (erwarteter Weise) scheiße. Er durfte ohne sie kurz das Wohnzimmer checken, als er ankam (damit er weiß, wo er sich zurückziehen kann und um kurz zu trinken). Sie war derweil draußen mit meinem Freund. Ich ging dann mit dem Pflegi auch raus und die beiden trafen mit Abstand zum Haus aufeinander. Wir gingen ein kurzes Ründchen und gemeinsam rein. Soweit so gut. Grundregel war: Sie darf wie immer aufs Sofa, er nicht. Damit sie das Sofa als Schutzzone für sich selbst nutzen kann.


    Kam er in die Nähe des Sofas, sprang sie vor und drohte ihm, er solle Land gewinnen. Sobald sie das machte, führte ich sie in das andere Sofaeck (ich regel das, nicht sie... tztztz, kein Vertrauen in mich, der kleine weiße Schisser). Sie lagen jedoch von Tag 1 an gemeinsam vor der Küchentür, um beim Futter zubereiten zuzuschauen. Nach 2 Wochen wurde das Sofa kaum mehr verteidigt. Nach 3 Wochen durfte er auch mit rauf und sie lagen nebeneinander und schliefen. Futter gabs immer in getrennten Räumen. Einmal hab ich geschaut, was passiert, wenn ich großzügig Trofu verstreue. Meine wird dann eklig, er blieb lieb. Also hab ichs bei dem einen Versuch gelassen.


    Ich muss sagen, ich dachte, das dauert länger. Bin sehr stolz auf meine Maus, wie sie ihn wirklich recht zügig in unser Leben gelassen hat. Wir schliefen sogar alle im selben Raum (im Gang getrennt durch einen Wäschekorb xD). Es hat so gut geklappt, weil er IMMER freundlich blieb und sich auf keinerlei Konflikt einließ. Dadurch wurde meine dann auch mild.


    Als er dann nach 5 Wochen spontan weg war, war ihr das allerdings ziehmlich egal. Sie war eher froh, wieder Einzelhund zu sein. :tropf: Prinzessin.