(Kurzhaar)collie, Fragen

  • Hallo zusammen,


    ich habe vor einiger Zeit den Kurzhaarcollie für mich entdeckt.


    Es scheint ja eine recht seltene und gesunde Rasse zu sein. Ich kannte tatsächlich bis vor kurzem nur den Langhaarcollie.


    Ich habe sehr viel im Internet gelesen über den KHC und würde mich nun gern langsam um Züchter bemühen.


    Achso, bisher kenne ich gar keine Colliebesitzer und nun habe ich von einer Frau allerdings paar Dinge erzählt bekommen, die bis vor paar Jahren zwei KHCs hatte. Und nu bin ich unsicher geworden und würde mich sehr freuen, wenn mir hier einige ihre Erfahrungen mit der Rasse teilen würden.


    Sie erzählte erstmal, dass Ihre zwei so sensibel waren, dass, wenn sie zB mal kurz wg irgendwas fluchte, sofort den Raum verlassen haben und beleidigt waren.


    Ihre waren beide sehr empfindlich, was den Magen anging und haben, wenn sie nüchtern waren, ständig gebrochen.


    Der Rüde hat sich gar nicht anfassen lassen, von der Familie wollte er auch nicht gestreichelt werden.


    Die Hundeschule musste sie abbrechen, da der Geräuschpegel und die Leute die Hunde nur gestresst haben.



    Ich war mir schon absolut sicher in meiner Rassewahl, aber sie meinte, nie mehr würde sie sich einen KHC holen (ihre waren übrigens von zwei verschiedenen Züchtern). Nun bin ich etwas verunsichert.


    Würde mich über paar Erfahrungsberichte freuen!! :dog_face:

  • Tendenziell neigen Collies schon dazu, sensibel zu sein. Und sie haben oft ein sehr feines Gespür für Stimmungen und sind sehr harmoniebedürftig und dementsprechend kann es passieren, dass sie sich bei viel Trubel und Stress eher in sich zurückziehen und ins Meiden gehen.


    Allerdings, dass sie quasi nervlich instabile Wracks sind, halte ich für eine Übertreibung. Auch von Magenproblemen bei der Rasse habe ich jetzt noch nicht gehäuft was mitbekommen.


    Ich finde Kurzhaar-Collies so als Rasse recht sympathisch, die, die ich bis jetzt persönlich kennengelernt habe, machten einen ausgeglichenen, in sich ruhenden Eindruck und trotzdem sind es oft gleichzeitig sehr arbeitsfreudige Hunde, die sich zudem sehr an ihrer Bezugsperson orientieren.

  • Lolalotta

    Dankeschön, nett von Dir.

    Im Collie-thread schaue ich mich mal um. :smiling_face:


    tinybutmighty

    Dass die Collies sensibel sein sollen, habe ich auch schon viel gelesen.

    Allerdings hat sie es so gesagt: "Wenn Dir was runterfällt, fluche bloß nicht - da ist der Collie direkt fertig mit der Welt".


    Diese Schilderung fand ich dann schon... krass. :dizzy_face:

  • Wir haben ja einen Langhaar-Collie. Auf der Suche nach der passenden Rasse für den ersten eigenen Hund für meine Tochter haben wir auch einen Beratungstermin bei einer sehr erfahrenen Hundetrainerin wahrgenommen. Den Kurzhaar-Collie haben wir nur kurz angesprochen, aber sie riet uns aus ihrer Trainererfahrung eher ab. Sie meinte, sie wären schon häufiger schwierig im Training und hätten oft mehr Probleme mit dem Jagdtrieb (v.a. im Vergleich zu den langhaarigen Vertretern).


    Wir wollten auch nicht unbedingt nach den Katzen wieder kurze Tierhaare - die sind hartnäckiger als die langen ;), so dass wir uns nicht weiter damit beschäftigt haben.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Ich wurde gerufen und da bin ich. =) Hier lebt ein 4 jähriger, unkastrierter KHC Rüde namens Loki.

    Sie erzählte erstmal, dass Ihre zwei so sensibel waren, dass, wenn sie zB mal kurz wg irgendwas fluchte, sofort den Raum verlassen haben und beleidigt waren.

    Charaktersache und auch Bindungssache, finde ich. Loki ist sehr auf mich fixiert und ja, wenn ich fluche oder schimpfe, geht er weg oder beschwichtigt. Schimpft oder flucht mein Mann oder jemand anderes, ist es ihm wurscht. Bei ihm ging es schlicht um die "Mama".


    Es gibt von super sensibel bis zum Büffel alle Ausprägungen bei den KHCs. Ich kenne einige, die in Kinderheimen/Krankenhäusern Besuchshunde sind und die haben ein Nervenkostüm wie ein Panzer.

    Ihre waren beide sehr empfindlich, was den Magen anging und haben, wenn sie nüchtern waren, ständig gebrochen.

    Jain.


    Bei den KHCs sind Magen-Darm-Geschichten schon verbreitet aber mit dem passenden Futter durchaus ohne Probleme. Also ständiges Erbrechen bei Nüchternheit höre ich jetzt das erste Mal. :ka: Rasante Futterumstellung verträgt Loki nicht, genau wie einiges an Softfutter. Aber sonst, keine größeren Probleme.

    Der Rüde hat sich gar nicht anfassen lassen, von der Familie wollte er auch nicht gestreichelt werden.

    Charaktersache. :ka:

    Es gibt Kuschelhunde und es gibt keine Kuschelhunde. Loki liegt bei mir nur Kontakt, ruhig neben mir liegen ohne großes Antatschen ist super. Wenn ich ihn ständig streichel oder anfasse, geht er auch weg.

    Bei meinem Mann liegt er am liebsten quer über den gesamten Körper. :lol:

    Die Hundeschule musste sie abbrechen, da der Geräuschpegel und die Leute die Hunde nur gestresst haben.

    Erziehungssache. :ka:

    Ich habe Loki auf Ausstellungen ausgestellt, ich bin im Verein und laufe sogar Turniere mit ihm. Gar kein Problem. Wenn man es von vorne herein richtig aufbaut, ohne Probleme machbar. Ich kenne viele KHCs im Sport - nie ganz oben dabei aber immer solide Leistungen - und noch mehr Hunde aus der Show und da ging es an unserem Ring immer sehr ruhig und entspannt zu. Mal ein Kläffer dabei, klar, aber sonst, eher sehr entspannte, konzentrierte Hunde.


    Der KHC ist halt ein Hütehund light. Nicht vergleichbar mit einem Border Collie aber dennoch noch Hütehund. Er soll sensibel - nicht huschig oder ängstlich - sein, er soll auf seine Menschen reagieren und er soll schnell und leicht motivierbar sein. Es liegt in der Aufgabe des neuen Halters die ganzen Anlagen in die richtige Richtung zu lenken.


    Ich empfinde die Kurzen als "einfache" Rasse wenn man mit dem Hütigen klar kommt. Wenn man vorher Molosser gewöhnt war, könnte die Umstellung schwierig werden. :denker: Es sind "immer mit dabei" Hunde, die wollen bei ihren Menschen sein und machen eigentlich jeden Scheiß mit wenn man es ihnen richtig verkauft. Sie vertragen keine harte Hand, da machen sie zu und weichen aus. Wie die meisten Hunde, liebevolle Konsequenz und es klappt. :ka:


    Sie meinte, sie wären schon häufiger schwierig im Training und hätten oft mehr Probleme mit dem Jagdtrieb (v.a. im Vergleich zu den langhaarigen Vertretern).

    Ja, der Jagdtrieb ist höher als beim durchschnittlichen LHC aber durchaus trainierbar wenn man es frühzeitig anfängt. Wenn man es natürlich lustig findet wenn der 4 monatige KHC einem Vogel hinterher läuft und nicht dagegen trainiert, darf man sich nicht wundern wenn der 2 Jährige dann dem Reh nachgeht. Das ist jetzt nicht auf Lucky Paws bezogen sondern das sehe ich oft auch bei anderen Rassen.


    Der KHC ist - bis auf wenige Ausnahmen - schon etwas spritziger als der LHC aber wenn man das mag, ist es eine tolle Rasse. :herzen1:

  • Hi :winken:


    Ich hab gerade nicht so viel Zeit, wollte aber schon mal sagen, dass ich die Geschichten, die dir diese Dame erzählt hat, für übertrieben halte. Oder es ist im Umgang mit den Hunden was schief gelaufen. Ich frage mich auch, wenn sie die Rasse doch als so furchtbar empfindet, wieso hatte sie dann gleich zwei davon :ka:?

    Was man wissen sollte: Sie sind wirklich sehr aktiv und die meisten sind außerdem ziemlich reizempfänglich. Was das im Alltag bedeutet, kann man vorab nicht genau abschätzen und ich glaube, das unterschätzen eben manche und sind dann überfordert oder genervt.

    Ich bin sehr happy mit der Entscheidung für einen Kurzhaarcollie =) Magenempfindlich ist meiner (bisher zumindest) übrigens überhaupt nicht. Er wird bald 1 Jahr und hatte noch nicht einmal Durchfall oder Ähnliches.


    Wo wohnst du denn? Wenn Richtung Ruhrgebiet, könntest du bei einem Spaziergang mit Solumna , Sambo71 und mir mal 3 noch recht junge KHCs kennenlernen.

  • Nuca ist schon sensibel, aber nicht so wie oben beschrieben. Manchmal kann sie einen sogar gekonnt ignorieren und ist eher etwas stumpf :lol:

    Sie hatte zu Beginn etwas Untergrundängste, aber das hat sich zum Glück total in Luft aufgelöst.


    Mit dem Magen hat sie leider tatsächlich etwas zu tun, aber mit dem passenden Futter ist das kein Problem. Auf Stress reagiert sie aber mit Beschwerden im Magen Darm Bereich.


    Von fremden Menschen lässt Nuca sich freiwillig nicht anfassen, aber wenn sie muss (zB TA), macht sie es brav und lässt es über sich ergehen.

    Zu uns ist sie verschmust und schläft meistens auf oder an mir :lol:


    Jagdtrieb hat sie den meisten von all meinen Hunden bislang. Aber sie ist gut freilauffähig. War halt Arbeit.


    Fremde Hunde mag sie gar nicht. Zu ihren Hundefreunden ist sie sehr sozial.


    Hundeschule oder so ist gar kein Problem, wir sind im Hundesportverein und auch auf Turnieren, das meistert sie souverän =)


    Auch Städtetrips macht sie super, Restaurants oder Biergarten sind kein Problem, auf unserem Reithof ist sie auch total toll =)

  • Wir haben eine Langhaarcollie, allerdings noch nicht so lange. Mit Kurzhaarcollies habe ich mich nur sehr am Rande befasst.


    Die oft genannte extreme Sensibilität, ja die gibt es, aber die kann man finde ich sehr gut umgehen. Wir haben einen Collie mit mehr britischen Linien drin, der ist nicht extrem sensibel. War mir sehr wichtig, da es mit drei Kindern und jeder Menge anderen Tieren auch echt oft mal heiß her geht.

    Er ist in sofern sensibel, als dass er zumindest bei mir sehr, sehr schnell kapiert, wenn ich etwas nicht möchte. Da reicht (bisher :winking_face:) ein normal gesprochene "Nein" und er lässt alles fallen/sein. Er reagiert dann aber weder verschreckt, noch verkriecht er sich oder ähnliches.

    Was mir auffällt, ist dass er sehr differenziert zwischen Leuten die er auf Anhieb toll findet und solchen, die ihm erstmal suspekt sind. Das kannte ich von meinen bisherigen Hunden nicht. Da gab's mal den einen oder anderen, den sie trotz langer Bekanntschaft nicht leiden konnten, aber ansonsten waren/sind alle bekannten Menschen toll. Aber ob das in dem Fall rasseabhängig ist?!


    Ich kann dir nur empfehlen dich mit Züchtern zu unterhalten, und genau nach den Punkten zu fragen, die dich verunsichern, oder die für dich für deinen zukünftigen Hund no-gos wären.

    Bei uns waren das eben keine extreme Sensibilität und keine jagdlich motivierten Eltern.

    Dazu haben wir darauf geachtet, dass der zukünftige Hund/Welpe schon beim Züchter möglichst viel Eindrücke sammeln und Kontakte zu allem Möglichen haben konnte. Am besten eben ähnlich zu unserer Lebenssituation.

    Sicher, man kann auch einen auf dem Kilometer weit freistehenden Bauernhof gezogenen Welpen an eine Großstadt gewöhnen, aber mir erschien es einfacher, wenn viele Ähnlichkeiten zwischen Aufzucht und späterem Zuhause vorhanden waren.

    Das ist natürlich nur möglich, wenn es viele Züchter zur Auswahl gibt.


    Also mein Tipp : Homepages von in Frage kommenden Züchtern durchsuchen, anschreiben und fragen wie es mit den Charakteren der Eltern-/Groß-/... elterntieren ausschaut. Beschreibe den Züchtern ganz ehrlich deine Lebensumstände und ob deren Linie zu dir/euch passen könnte.

    Noch ein Beispiel von uns: unsere Hunde müssen 4 Tage die Woche 5 Stunden alleine bleiben. Das war zwei Züchtern zu viel, so dass wir von denen keinen Hund bekommen hätten. Die haben ihre Hunde permanent um sich, da kennen es schon die Eltern nicht, geschweigedenn die Welpen, dass sie mal ohne den Menschen sein können. Alles völlig ok, aber das sind alles Dinge die in meinen Augen bedacht werden müssen bei der Auswahl des richtigen Züchters. Und dann braucht es noch eine ordentliche Portion Erfahrung und Vertrauen, dass der/die ZüchterIn den passenden Welpen aussucht.

  • Hier wohnt ein 2 Jahre alter unkastrierter Rüde. Caelan ist unser erster Hund, jegliches Problem kann also auch durchaus Erziehungsfehler sein :hust:


    Vorab: Ich finde es immer schwierig Kurz- und Langhaarcollies zu vergleichen, da es unterschiedliche Rassen sind und oft auch unterschiedliche Zuchtziele vorhanden sind. Grundsätzlich kann man, denke ich, sagen, dass Kurzis rundum triebiger sind.


    Der Kurzhaarcollie ist ein Hütehund, der teilweise auch noch als solcher eingesetzt wird (nicht in Deutschland aber im europäischen Ausland z.B.). Als solche sollen sie sensibel und reizoffen sein. Dabei kann es natürlich eine Reichweite geben von "zufälliges Fluchen sorgt für Flucht" (wie sehr flucht man, wenn etwas runterfällt?) bis hin zu "Herrchen und Frauchen diskutieren lautstark und als einzige Reaktion kriegt man ein Augenrollen, Umdrehen, Lautstarkes Grummeln". Die Reizoffenheit finde ich persönlich nerviger und sorgt dafür, dass etliche junge Kurzhaarcollies Probleme mit dem Ruhe halten haben (bis hin zu fast alle).


    Caelan hat tatsächlich etwas Probleme mit Magen und Darm und neigt auch zu Nüchternerbrechen, Stressdurchfall und verträgt zu rasante Futtermittelumstellungen nicht. Da kann man sich aber entsprechend drauf einstellen. Ein Bruder von ihm hat eine chronische Darmentzündung, aber ich habe nicht deutlich vermehrt Berichte zu Magenproblemen gehört.


    Er lässt sich von jedem überall anfassen, das war uns wichtig und ist auch im Showring absolut notwendig (Caelan wurde ausgestellt und ist gekört). Er ist aber kein Schmusehund. Kontaktliegen geht schon manchmal und hin und wieder auch mit Streicheln oder über den Tag verteilt mal schubbern ist drin, aber halt kein den ganzen Abend zusammen auf dem Sofa liegen und intensiv kuscheln.


    Gruppenstunden in der Hundeschule haben wir mittlerweile auch aufgehört. Solange er arbeiten durfte, war die Welt in Ordnung, aber während dem warten hat er sich gestresst. Das würde ich aber auf unsere Kappe nehmen, da haben wir nicht von Anfang an genug Wert darauf gelegt, dass er überall Ruhe halten und entspannen kann. Was aber oft sein muss, weil sie so reizoffen sind (was sie sein müssen, um gut und fein mit dem Menschen arbeiten zu können). Da arbeiten wir jetzt gezielt in Einzelstunden dran.


    Was man noch zwingend sagen muss: explizite Beschäftigung für den Hund muss vorhanden sein. Ich kenne keinen (und mittlerweile kenne ich echt einige), der nicht zusätzlich zum Alltag noch beschäftigt wird. Sei es Agility, Canicross, THS, Rally-O, Hoopers, Tricksen, Trailen oder oder oder. Die meisten Kurzhaarcollies sind nicht wählerisch dabei, aber etwas muss sein.

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