Hund frisst Stöcker/Gras und erbricht

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    Hallo zusammen!


    Unser 10 Monate alter Labrador Rüde frisst bei Spaziergängen häufig Gras (meistens während des Spiels mit anderen Hunden oder bei Aufregung, gelegentlich auch einfach so). Außerdem sammelt er jeden Stock auf, den er findet und trägt ihn. Zwischendurch legt er diesen aber ab und kaut darauf herum. Die Splitter schluckt er zum Teil.


    Hat er eine größere Menge davon aufgenommen, können wir davon ausgehen, dass er nach etwa 2-3 Wochen erbricht. Dort finden sich dann die Grasbüschel oder eben Stockreste.


    Wir waren auch schon vor einiger Zeit damit beim Tierazt. Dort wurden Parasiten vermutet. Tatsächlich hatte er einen positiven Giardien Test. Zu diesem Zeitpunkt sah sein Stuhl auch schlecht aus. Er wurde also entsprechend behandelt und nach einigen Wochen wurden keine Giardien mehr festgestellt. Sein Stuhl hatte danach wieder normale Farbe und Konsistenz.

    Trotzdem behielt er aber das Verhalten bei.


    In Folge haben wir auch sein Futter umgestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt bekam er: https://shop.mera-petfood.com/…fresh-meat-rind-kartoffel

    Aktuell füttern wir: https://the-goodstuff.com/de/h…kenfutter/huhn-adult?c=49


    Zusätzlich bekommt er einmal täglich zu seinem Futter: Karotte, Gurke und Salat. 1-2 pro Woche erhält jeweil 500g gekochte Hühnerherzen.




    Habt ihr eine Idee, woran es liegen könnte? Ist das vielleicht sogar normal? Sollten wir einen weiteren Arzt aufsuchen? Ist das Futter schlecht?


    Danke und Grüße

  • Hey!

    Zum Thema "Hund frisst Gras" gibt's viele Meinungen und Theorien. Ich weiß jetzt nicht, welche davon zuverlässig ist, aber ich kann nur soviel sagen: mein Labbi frisst auch ständig Gras, ab und an erbricht er auch mal ein dickes Knäul (vielleicht alle 2 Monate ein Mal).


    Ich gehe bei meinem Hund nicht von einer Mangelerscheinung aus, sonder von 2 Möglichkeiten.

    Zum einen schmeckt's ihm, denn er sucht sich die Gräser schon ziemlich genau aus, frisst nicht wahllos. Zu Hause auf meinem Rasen frisst er nix, sondern geht auch ganz gezielt an die Beete vor dem Haus.

    Zum anderen macht er das häufig, wenn ich im Wald mal jemanden treffen und man dann eine gewisse Zeit auf einem Fleck steht, von daher vermute ich auch schlicht Langeweile.


    Und meiner sucht sich auch gerne selbständig Stöckchen (OK, ab und an ist dann auch ein großer Ast, 1,5 Meter lang und mind 10cm Durchmesser - sieht völlig bekloppt aus, wenn er da mit einem halben Baum rumrennt) und wenn er die Gelegenheit hat, dann wird das Stöckchen zerlegt. Hunde können nicht wie wir Menschen ausspucken, er versucht nach seinen Möglichkeiten die Spähne loszuwerden, aber das gelingt ihm eben auch nicht zu 100%.


    Genauso das Fußballspielen zu Hause. Er liebt es. Wenn ich aber z. B. im Sommer dann irgendwann aufhöre und mich in den Gartenstuhl lege, dann muss ich aufpassen, denn meistens dauert es nicht lange und er fängt an, den Ball zu zerlegen. Die Fetzen, die er abreißt, "spuckt" er dann auch aus, denn wenn ich ihn gewähren lasse, dann sieht die Stelle auf dem Rasen nach einiger Zeit aus, wie ein Schlachtfeld. Er macht das schon seit 5 Jahren und ich schätze, auch hier wird wahrscheinlich mal der ein oder andere Fetzen den Weg durch seinen Körper gegangen sein.


    Ich würde mir also grundsätzlich jetzt keine Sorgen machen, zumal Du ja schreibst, dass es keinerlei Befunde seitens des Tierarztes gibt.


    LG
    Matthias

  • Bei der Zusammensetzung fehlt eine ordentliche Kohlenhydratquelle. Ich würde dem Hund bei dem Futter ein Drittel durch gekochte Nudeln ergänzen.


    Ansonsten klingt das Verhalten nach großen Stressproblemen draußen. Dein Hund zeigt ein für Retriever typisches Stressverhalten - er muss permanent was mit dem Maul machen. Das wirkt, wenn der Hund es nur kurz macht, beruhigend. Wenn er das ständig macht, ist das mit Drogenkonsum gleichzusetzen. Der Körper überlastet sich dann permanent selber. Dass Retriever kein normales Maß beim Thema "Maul" haben ist übrigens züchterisch selektiert, damit sie endlos apportieren, wenn man das für die Jagd braucht. Im Alltag muss man sie allerdings davor schützen, weil sie eben kein Maß haben ...

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  • Das Stöcke kauen ist bei meinen Hunden immer ein Zeichen von Stress oder das sie müde sind. Dann braucht es eine Pause. Gras fressen kann ähnlich sein oder ein Zeichen von übersäuerung.


    Wenn es dein Hund meist bei Aufregung zeigt hast du doch die Antwort

  • Bei mir ist es ähnlich wie bei @Digirunning. Auch bei längerem Warten (weil man sich beispielsweise mit jemanden unterhält) grast er zwischendurch. Ansonsten wirkt es eher wie eine Übersprungshandlung. Meistens eben beim Spielen/Toben in den Pausen wird dann mal ein Büschel Gras mit verschlungen.


    Eine Mangelerscheinug würde ich ausschließen. Zu seinem normalen Futter supplementiere ich auch ein Vitaminpräparat und Gelenktabletten.


    Die Kohlenhydrate möchte ich bewusst nicht in größeren Mengen zu führen. Da der Proteinanteil eher hoch ist, kann der Körper die Glucose auch daraus gewinnen (Gluconeogenese). Das Eiweiß dient dann eben als (teuere) Kohlenhydratquelle. Wie gesagt, das ist auch so gewünscht. Möchte auch gar nicht den fast religiösen Diskurs über Kohlenhydrate vs. Eiweiß bei Junghunden lostreten.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Ja, bei Erregung (positiv oder negativ) tritt das auf. Ich frage mich nur, ob und was ich tun soll.


    Sollte ich ihm Stöcker verbieten? Sollte ich versuchen, das Grasfressen durch negative Konsequenzen zu unterbinden? Wie geht ihr da vor?

  • Beim Futter muss man nicht religiös werden, da gibt es ja zum Beispiel seriöse quellen ohne Hokuspokus, wo man sich informieren kann. Hier zum Beispiel: Ernährung Hundes Grundlagen Fütterung DiätetikBegründet (Affiliate-Link)

    Wenn ich einem Hund einen wichtigen Bestandteil im Futter vorenthalte, dann hat das Folgen. Unter anderem, dass der Hund sich die versucht anderweitig zuzuführen und nervlich neben sich hängt. Langfristig dann eben auch kaputte Nieren.

  • Danke für den Hinweis. Wie gesagt, ansonsten ist er bei bester Gesundheit und mit allen essentiellen Marko-/Mikronährstoffen versorgt.


    Gibt es spezielle Trainingskonzepte, um das Verhalten zu ändern? Der Labrador ist natürlich echt ein Staubsauger, will alles ins Maul nehmen und am liebsten Rund um die Uhr fressen. :grinning_face_with_smiling_eyes:

  • Stöcke würde ich grundsätzlich verbieten, da sie gefährlich sein können (größere Splitter können wenn gefressen irgendwo hängen bleiben & Verletzungen verursachen, er kann sich den Stock in das Maul, den Hals rammen wenn er damit wegrennt etc.).

    Gras fressen würde ich im normalem Mass nicht verbieten. Wenn es als Übersprungshandlung gezeigt wird ist halt die Frage was der Auslöser ist, wie oft das vorkommt und ob das den Hund belastet. Bei einem Junghund kann das mal eine Unsicherheit sein wenn er z.B. nicht genau weiß was du von ihm willst - dann alles gut, das kann und darf mal vorkommen. Zeigt er das aber ständig kann es auch auf dauerhaften Stress hinweisen und dann ist Ursachenforschung angesagt. Gras fressen verbieten ist da aber keine Lösung ...


    Zur Ernährung: Eine dogmatische Diskussion vom Zaun brechen liegt mir absolut nicht, ich finde es nur wichtig nicht nach den eigenen Vorlieben zu füttern sondern zu schauen wie es dem Hund damit geht. Sonst wäre meiner auch Veganer ... isser aber nicht.

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