Junghund ist apathisch und uninteressiert an allem

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    Hallo, ich befürchte das wird jetzt ein etwas längerer Text - hierfür schonmal sorry...

    vor 3,5 Wochen haben wir von einem Tierschutzverein einen 9 Monate alten Hund aus Griechenland adoptiert.

    Laut Vermittlungsstelle sei er sehr ruhig und zurückhaltend aber ein ganz lieber was sich bei dem Besuch auf der Pflegestelle auch so gezeigt hat. Er hat Leckerlis genommen war aber sehr zurückhaltend und hat dem sehr lebhaften Hund der Pflegestelle immer den Vorrang gelassen.

    Jetzt ist er wie erwähnt seit 3,5 Wochen hier und zeigt quasi keine Reaktion, kein Interesse - er liegt nur auf der Couch.

    Gassigehen macht ihm viel Spaß, nach anfänglichen Schwierigkeiten läuft er sehr gerne. Das Schwänzchen ist aufgerichtet und er ist sehr interessiert hat aber große Angst vor anderen Hunden/Geräuschen. Das ganze kann dann innerhalb von Sekunden umschlagen dann ist das Schwänzchen komplett eingezogen, er hat einen richtigen "Fluchtinstinkt" zieht nur nach vorne und schaut sich alle 2 Meter um ob ihm ein Hund folgt.

    Autofahren war Anfangs eine Katastrophe, er hatte panische Angst auch nur am Auto vorbeizugehen (besonders an weißen Autos - ob das jetzt an unserem weißen Auto liegt weiß ich natürlich nicht). Ich bin dann immer mit ihm ums Auto gegangen, habe mich dann nach einer Zeit mit ihm ins Auto gesetzt und ihn gestreichelt. Dann mal den Motor laufen lassen und als nächstes kurze Strecken zum Gassi gehen gefahren. Mittlerweile klappt das auf kurzen Strecken (3-5 Minuten) auch so gut dass er von selbst ins Auto springt und nur noch sabbert. Auf längeren Strecken (bis 20 Minuten) übergibt er sich - das kenne ich aber auch von unserem letzten Hund (auch ein Grieche). Da macht er gute Fortschritte.

    Was uns aber alle sehr verunsichert ist sein Verhalten im Haus. Sein großes Körbchen (=Couch :D) liebt er heiß und innig da ist er völligst tiefenentspannt, lässt sich auch von allen kraulen und streicheln, leider macht er aber ansonsten gar nichts. Wenn ich alleine bin läuft er mir manchmal nach aber sobald mein Mann oder die Kinder (17+19 Jahre) da sind verschwindet er wieder auf die Couch. Er untersucht das Haus nicht, geht lediglich zum Fressplatz wenn der Hunger zu groß wird und ist vor allem völlig desinteressiert und richtig apathisch. Vielleicht liege ich falsch aber ein 9 Monate alter Hund ist doch von Natur aus eigentlich neugierig und an seiner Umwelt interessiert. Er liegt wirklich alleine im Wohnzimmer während wir essen oder in der Küche sind. Wir haben den Weihnachtsbaum geschmückt und er hat einmal kurz geschaut und weiter geschlafen.

    Ich habe natürlich daran gedacht dass vielleicht etwas organisches vorliegt aber die Untersuchung und Blutentnahme beim Tierarzt war völlig unauffällig. Ich habe Kontakt mit einer Hundeschule aufgenommen, wir hatten einen Einzeltermin - der war allerdings draußen und da ist Buddy ja wirklich an allem sehr interessiert. Klar, er war zurückhaltend aber kein wirklicher Angsthund da sehr ich eigentlich keine Probleme dass wir das mit viel Geduld hinbekommen. Ich habe jetzt gestern nochmal mit der Hundeschule telefoniert und ihr das Verhalten von Buddy geschildert und sie meinte auch das wäre sehr auffällig. Natürlich weiß niemand was er genau erlebt hat, laut Beschreibung der Organisation wurde er im Alter von ca. 6 Wochen mit seinen Geschwistern ausgesetzt und ins Tierheim nach Griechenland gebracht. Anfang November kam er dann zur Pflegestelle und Ende November zu uns.

    Ich habe gestern mit der Pflegestelle telefoniert und sie gefragt ob er bei ihr auch schon so apathisch war und sie meinte "Ja - wenn sie mich so fragen dann hat er wirklich nur auf der Couch gelegen. Ich fand das sehr angenehm." Den Knaller fand ich aber dass sie meinte - wenn es nicht passt sollen wir ihn doch zurückgeben?!? Oder: Auf meine Aussage hin dass es ein perfekter Hund für meinen Vater wäre: Am morgen könnten sie schön lange zusammen spazieren gehen und den Rest des Tages zusammen auf der Couch liegen fragte sie mich ernsthaft ob mein Vater nicht einen Hund möchte?? Hallo - das hätte ich von einer Tierschutzorganisation definitiv nicht erwartet! Zurückgeben ist natürlich keine Option, wir haben die Verantwortung für den Hund übernommen und haben ihn auch schon sehr liebgewonnen. Außerdem ist er kein Möbelstück dass man mal hin- und herschieben kann, er ist sehr sensibel und noch ein Besitzerwechsel wäre für ihn eine Katastrophe. Aber natürlich möchte ich auch kein lebendes Sofakissen für die nächsten 15 Jahre haben... kennt jemand von euch ein solches Verhalten und kann mir Tipps geben? Wir sind wirklich ratlos ... nochmal zum Verständnis: Buddy bekommt natürlich alle Zeit der Welt und ich erwarte weder dass er perfekt an der Leine läuft noch dass er mir entgegenspringt wenn ich nach Hause komme, aber ich - wir alle - haben wirklich Angst dass wir einen absoluten Couchpotato haben der sich überhaupt nicht für seine Umwelt interessiert und einfach nur "da ist".

  • Was genau meinst Du mit apathisch? Er liegt auf der Couch, schaut entspannt dem Treiben um ihn herum zu und sieht selbst über lange Strecken hinweg keinerlei Veranlassung, den Platz zu verlassen? Oder: Er liegt auf der Couch und würde auch auf ne freundliche Aufforderung von Dir oder eine körpersprachliche Geste, die ihn zu Dir einlädt, die Couch nicht verlassen, um zu Dir zu kommen? Er ist also überhaupt nicht lockbar? Siehst Du ihn in diesem Verhalten irgendwie gehemmt (also er wäre gerne reaktiver, kann aber aus irgendeinem Grund nicht, wie er will?) oder eben als strunzenfaul ("Jej, was wollen die schon wieder irgendwelche Aktionen mit mir ... die Couch ist das Größte.")


    Ich kann beim Lesen im Moment noch nicht richtig rausfischen, wo's (mal abgesehen von den üblichen Gewöhnungsunwuchten in der Anfangszeit, was das Autofahren und seine Schreckreaktionen auf die Außenreize eines städtischen Lebens angeht) wirklich völlig aus dem Normbereich fällt. Denn dass er unterwegs beim längeren Spazierengehen gerne und hundetypisch bei der Sache ist, stellst Du ja fest. Und dass sich daran eine laaaange Schlaf- und Abhängphase anschließt, ist für meine Begriffe eher erwartbar und für die meisten Hundehalter, die mir so einfallen, eher erfreulich.


    Deinen Brass auf die Pflegestelle verstehe ich ehrlich gesagt nicht so recht. Aus der Perspektive einer passenden Mensch-Hund-Beziehung fand ich die Bemerkung zwar für Dich und Deine Erwartungen an euren Neuzugang unergiebig, aber nicht schlimm dreist. Du hast ihr ja im Grunde die Steilvorlage geliefert: Für Deinen Vater, sagst Du, wäre euer Neuzugang der Jackpot. Sie hat sie pragmatisch verwandelt. :-)


    Und ansonsten: Du deutest es ja selbst an, dreieinhalb Wochen sind ein Witz an Zeit, um euch aneinander zu gewöhnen. Da ist noch jede Menge Luft nach oben.


    Grüße

    LPaxx

  • Also, ich fasse mal zusammen: Seit langen 3,5 Wochen lebt ein Hund mit unbekannter Vorgeschichte, aber realistischer Beschreibung der Pflegestelle im neuen Heim und verhält sich nicht wie bestellt.


    Da finde ich es eine wirklich gute Idee der Pflegestelle ihn zurückzunehmen.

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  • Klingt doch eigentlich nach einem ganz coolen Hund :ka: oder wäre es euch lieber er würde die Bude zerlegen, alles a fressen und euch permanent auf der Nase rum tanzen und nie zur Ruhe kommen? Er ist nicht mal 4 Wochen da. Gebt ihm Zeit alles zu erkunden. Wie bei Menschen. Es gibt welche die die gucken aus der Entfernung alles an bevor sie sich einbringen oder die, die offene er und aufgeschlossener sind und mittendrin statt nur dabei sind :ka:

  • Der Kerle hat vielleicht im Tierheim gelernt, dass es besser ist, sich ruhig und unauffällig zu verhalten.

    Nur 4 Wochen in der Pflegestelle, dann zu Euch - das ist schon mächtig viel an Änderungen in so einer kurzen Zeit für einen jungen Hund. Und da ist das viele Ruhen vielleicht genau das, was er braucht, um all die neuen Eindrücke zu verarbeiten, an einem Ort, der Couch, wo er sich sicher und geborgen fühlt.


    Ich würde da beobachtend abwarten. 3,5 Wochen sind nicht viel Zeit bei Euch.

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    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • flying-paws


    Deine Tastatur schreibt ein bisschen unfreundlich, streu doch mal etwas Weihnachtsglitzer drauf =)


    Chaosqueen1974


    Ich denke, dass er mit dem Leben im Haus und Euch einfach noch überfordert ist. Er war zwar schon auf der Pflegestelle, aber bei Euch ist es doch wieder eine neue Konstellation. Ich könnte mir vorstellen, dass es eine Strategie von ihm ist. Nicht auffallen, toter Hund spielen - sowas in der Art.


    Gebt ihm einfach viel, viel Zeit, vielleicht mal ein tolles Leckerchen vorbei bringen und ihn ansonsten kommen lassen. Draußen scheint es ja besser zu klappen, das ist doch auch schon positiv.


    Immerhin liegt er auf dem Sofa und nicht drunter, könnte also schlimmer sein. :smile:

  • Tierärztlich gecheckt ist er ja, hast du geschrieben, das ist schon mal gut! Und draußen benimmt er sich hündisch, auch gut :nicken:

    Ich würde ich dem Kerl echt auch einfach Zeit geben, er muss für sich ja doch einiges verarbeiten. Hab Geduld!

  • Wenn du nicht das Gefühl hast, dass der Hund aus krankheitsbedingten Gründen oder aus psychisch angeknacksten Gründen auf der Couch liegt, dann würde ich das einfach so akzeptieren und abwarten.

  • Der ist doch noch gar nicht angekommen.


    Meist nehmen die sich am Anfang sehr zurück und beobachten.

    Lebt einfach euren Alltag und lasst ihm Zeit und ganz wiochtig selbst das Tempo bestimmen.

  • Dass ein Hund, der viel Neues verarbeiten muss, viel ruht und schläft, scheint mir ideal. Wäre er den ganzen Tag unruhig, das wäre ein Problem.


    Meiner hat als Welpe den größten Teil des Tages unterm Sofa verbracht. Oder in seiner Schlafhöhle... und auch heute will der drinnen meistens seine Ruhe haben. Action ist draussen. Überleg mal, was Raubtiere so machen den ganzen Tag? Rumliegen, Energie sparen. Kurze Action, dann wieder pennen. So ist deren Natur.


    Ich würde vielleicht draußen drauf achten, dass er sich wohler fühlt und nicht so häufig Angst hat. Kürzere Runden, weniger Neues, bei Hundebegegnungen konsequent abschirmen usw. Wenn er weniger Stress hat, sich eingewöhnt und Vertrauen fasst, wird er wohl etwas auftauen.


    Aber Hunde schlafen nun mal mindestens doppelt soviel wie Menschen. Junge Hunde, zumal bei Stress (und die Umgewöhnung ist riesiger Stress) nochmal mehr. Und das ist richtig so.


    Ist es euer erster Hund?

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