Junghund frisst alles und Stöckchen in rauen Mengen

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    Hallo ihr Lieben,


    mein kleiner Mischling (7 Monate) ist vor etwa drei Monaten bei mir eingezogen. Eigentlich klappt das meiste inzwischen echt super und er ist ein richtiges Goldstück.

    Es gibt allerdings zwei Punkte, bei denen ich ein paar Tipps bräuchte und super dankbar wäre, wenn ihr mir eure Erfahrungen mitteilen und mir Input geben würdet. :)


    Zum Einen frisst er wirklich ALLES, was auch nur ansatzweise verdaulich auf ihn wirkt. Drinnen vom Krümel bis zum Staubflusen und draußen alles, was ihm vor die Schnauze kommt. Ich kann ihn außerhalb des Hundefreilaufs auch kaum ohne Leine laufen lassen, weil er ständig nur nach Essbarem sucht und wenn er etwas gefunden hat auch gerne mal davon rennt, wenn man versucht es ihm abzunehmen. Das ist natürlich gerade an der Straße wahnsinnig gefährlich, weshalb er inzwischen nur noch angeleint Gassi gehen darf. Es ist eigentlich ausgeschlossen, dass er dauerhaft Hunger hat, weil ich ihn ausreichend füttere, allerdings nur zwei Mal täglich. Ist das evtl. noch zu lang zwischen den Mahlzeiten?


    Zum anderen frisst er in letzter Zeit (seit etwa 3 Wochen) Stöckchen/Holz in rauen Mengen. Das tut er vor allem, wenn wir bei einer unserer Gassirunden auf einen eingezäunten Hundeplatz gehen, wo er dann frei laufen und mit anderen Hunden spielen kann. Wenn er letzteres nicht tut, sitzt er eigentlich nur da und kaut auf Stöcken rum, die er hinterher runterschluckt. Auch an der Leine schnappt er sich oft Stöckchen, die auf dem Weg rumliegen und versucht sie zu essen. Es hat inzwischen Ausmaße angenommen, dass sein Kot teilweise fast nur aus Holz besteht, was für seinen Verdauungstrakt sicher überhaupt nicht gut ist. Ich nehme ihm die Stöckchen inzwischen auch immer wieder ab, aber gerade im Freilauf hat er eben sofort wieder ein Neues gefunden. Durch den Zahnwechsel ist er bis auf zwei letzte Zähne auch durch. Habt ihr hier eine Idee, woran das liegen könnte? Ist es evtl. Überforderung mit den anderen Hunden auf dem Platz? Er frisst aber auch außerhalb gerne Holz und scheint auch immer Freude am Spielen zu haben. Wie könnte ich ihm das Stöckchen essen abgewöhnen?

    Ich bedanke mich schon im Voraus für jede Hilfe!

    Liebe Grüße

    Johanna

  • Hallo Johanna,


    es gibt verschiedene Gründe, warum Hunde so etwas tun. Manchmal kommen sogar mehrere zusammen.


    1. Das Futter
    Wenn ein Hund vor allem so was wie Holz frisst, dann könnte das darauf hinweisen, dass er Probleme mit dem Magen hat und versucht Magensäure zu binden.


    2. Innenparasiten
    Noch mal Verdauungstrakt. Es könnte auch darauf hinweisen, dass er Parasitenbefall hat.


    3. Übersprungsverhalten/Stress

    Dem kurzen Satz am Anfang nach schließe ich mal, dass Dein Hund aus dem Tierschutz kommt und in den ersten Monaten das "zivilisierte" Leben von Deutschland nicht kennengelernt hat. Für solche Hunde ist im Grunde alles Stress. Viele sind davon schwer gestresst und flüchten sich in Übersprungsverhalten. Oft kommt dann noch Punkt 1 mit dazu bzw. es entwickelt sich durch den Stress ein Problem mit dem Verdauungstrakt. Und da kann man sich dann als Hund wunderbar in so was reinspinnen. Es wäre also notwendig einen Blick auf Eure täglichen Abläufe zu werden. Unter anderem auch das Laufen an der Leine. Wie oft, wie das trainiert wird, wie stressig das für den Hund ist ...


    4. Sozialkontakte

    Ich fasse mich kurz: Hundewiesen sind für fast alle Hunde der pure Stress und tun keinem Hund gut. Manche überleben es halbwegs unversehrt. Viele lernen dort auf Dauer, dass sie mobben, selbst Mobbingopfer werden, ausgeliefert sind oder letztendlich irgendwann, wie man andere ordentlich unterbuttert. Dein Hund hat dort vermutlich sehr viel Stress. Ob das Spielverhalten wirklich Spiel ist oder Übersprungsgerenne (was es in 90% der Fälle ist), weil er (noch) nicht böse sein will mit den anderen, ist die Frage. Ich würde da einfach nicht mehr hingehen und mich stattdessen gezielt mit Leuten mit netten Hunden verabreden und zusammen Gassi gehen. Alles, was auf dem Fleck rumstehen und auf ein und dem selben Platz ist, ist für das Sozialverhalten von Hunden kontraproduktiv.

  • Vorerst würde ich einen Maulkorb draufmachen, damit er draußen nichts mehr aufnehmen kann.

    Und dann bring den Zwerg bitte erstmal zum Tierarzt, um medizinische Ursachen ausschließen zu können.

    Wann wurde er zuletzt entwurmt?

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  • Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung!


    Der Kleine war bereits wegen Darmparasiten in Behandlung - vielleicht liegt es daran. Wir sind nächste Woche sowieso beim Tierarzt, dann werde ich auch den noch einmal fragen, ob es eine medizinische Ursache haben könnte.

    Dem kurzen Satz am Anfang nach schließe ich mal, dass Dein Hund aus dem Tierschutz kommt und in den ersten Monaten das "zivilisierte" Leben von Deutschland nicht kennengelernt hat.

    Richtig, er kommt aus dem Tierschutz. Wir gehen täglich mit der Leine Gassi, anfangs haben wir dabei sehr viele Pausen gemacht und sind nur schrittweise vorangekommen. Inzwischen hat er sich aber recht gut an die Leine gewöhnt und läuft streckenweise perfekt "bei Fuß" mit. Ich mache zwischendurch kurz Pausen zum Schnüffeln, wenn ich weiß, dass er an der Stelle sowieso gerne stehen bleiben würde und fordere ihn nach einem Moment mit dem Kommando "komm weiter" auf, weiterzugehen. Er schaut dann zu mir auf und wenn er weiterläuft, lobe ich ihn, hin und wieder auch mit einem Leckerli. Manchmal ist es ihm ein bisschen zu viel, wenn die Umgebung zum Beispiel auf einmal sehr laut ist, oder aus mehreren Richtungen andere Menschen kommen. Auch dann bleiben wir kurz stehen, bis er sich wieder sicherer fühlt und gehen dann weiter.

    Was das Spielen betrifft: er hat auf dem Hundeauslauf ein paar "Freunde", die er auch zum Spielen auffordert und dabei schon so wirkt, als hätte er Spaß. Ich werde aber deinen Tipp annehmen und mich evtl. mal mit diesen Hundebesitzern außerhalb des Platzes verabreden.

    Es ist mein erster Hund und ich gebe mir große Mühe, alles richtig zu machen, weil mir nichts Wichtiger ist, als dass es dem kleinen Fellzwerg gut geht. Daher vielen Dank für eure Hilfe :)

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Darf ich mich hier anschließen ? Unser Hund will auch vieles draußen essen. Er sucht aber nach Essensresten .Medizinisch ist alles abgeklärt und er ist gesund .


    Wie bringt man ihm bei nichts vom Boden zu essen ? Ich habe gelesen vom Training .

    Man nimm ein Leckerli in die Hand und sagt nein wenn er dran will und wenn er brav wartet darf er es . Das weitet man dann auf den Boden aus und dann draußen.

    Funktioniert das echt draußen ? Also wenn es gut und oft trainiert wird ?


    Ich habe da so meine Zweifel.

  • Wie bringt man ihm bei nichts vom Boden zu essen ?

    Du kannst ein Anti-Giftköder-Training machen.

    Ziel des Trainings ist es, daß der Hund gefundene "Leckerbissen" nicht aufnimmt, sondern seinem Halter anzeigt, indem er sich davor hinsetzt oder -legt (Hund verweist im Sitz oder Platz). Schau mal im Internet, da gibt es einiges dazu.

    Ansonsten laß es Dir von einem Hundetrainer zeigen.


    LG,Gisela

  • Das:

    Man nimm ein Leckerli in die Hand und sagt nein wenn er dran will und wenn er brav wartet darf er es

    Hat hauptsächlich den Effekt, dass Hund lernt, dass man sich nicht auf alles stürzen muss, sondern es auch normal nehmen kann ohne die Hand mitzufresssn. Hat bei meinem Schlinger zumindest ganz gut funktioniert ^^


    Ansonsten ist das was du erklärst TEIL einer möglichen Methode Hunden beizubringen nicht alles zu fressen.

    Allerdings fehlt dir da ein ganz entscheidender Punkt:


    Wenn Hund sich zurück nimmt und das Futter nicht nimmt wird er aus der anderen Hand mit etwas anderem!!! belohnt. Das ursprüngliche Leckerli wird niemals gefressen. Das ist ganz wichtig. Sonst ist die Übung wie schon geschrieben wurde völlig hinfällig.

    Soll heißen der Hund soll lernen "wenn ich das Gefundene nicht fresse bekomme ich von Frauchen was Anderes/Besseres(am besten was deutlich hochwertigeres)".


    Bei meinem hat das in der Theorie hervorragend geklappt und in der Realität wars ihm dann allerdings schnurzpiepegal. :pfeif: Vor allem weil ich ihm noch nie was hochwertigeres als tote Maus präsentieren konnte :ugly:|)

    Aber anscheinend hilft es bei einigen Hunden.

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