Beiträge von Karpatenköter

    Meinst du ich sollte das Abwenden quasi auf Distanz zum Menschen einfangen und hochwertig belohnen?

    Ja, genau. Fang auf Distanz damit an und wenn das auf zB 20 m Distanz zuverlässig klappt, verringer die Distanz.


    Aber ich glaube, das Abwenden ist gar nicht mal so sehr euer Hauptproblem, sondern eher, dass dein Hund in der Situation

    oft mit Freunden im Garten

    einfach mehr Führung/Unterstützung von dir braucht, und zwar in der Form von

    freie Bewegung zu nehmen


    Sprich: wer im Garten nicht entspannt rumliegen kann, während bzw. weil Besuch da ist, der wird halt auf seine Decke beordert (und da ggf. angeleint), damit das Rumgewusel aufhört. Dein Hund weiß nicht, wohin mit sich - also sag und zeig ihm deutlich, wo du ihn haben möchtest. Beispielsweise im Körbchen auf der Terrasse in einer ruhigen Ecke, wo er keinen direkten Kontakt zum Besuch hat, aber eben trotzdem räumlich dabei sein kann.

    Wenn dein Hund im Kontakt mit Menschen offensichtlich viel Stress hat, was spricht dagegen, ihm diesen Kontakt zu ersparen? Muss dein Hund zwingend Kontakt mit diesen Menschen haben?


    Verbiete den Menschen einfach, ihn anzusprechen. Es ist DEIN Hund, du bestimmst, wer wann wie Kontakt zu ihm hat. Einer meiner Hunde ist im Kontakt mit Menschen auch schwierig - da gibt's dann einfach die klare Anweisung "nicht angucken, nicht ansprechen, nicht anfassen, einfach komplett ignorieren". Fertig.

    Früher hätte er in einfachen Kontaktsituationen zugebissen, heute ist er in den Situationen für seine Verhältnisse entspannt, weil er weiß, dass ICH den Kontakt für ihn manage und auch eingreife, wenn's zu eng wird.

    Vor 4 Jahren z. B. durften unsere Kollegen im Hundeverein ihn nicht mal anfassen, heute lässt er sich quasi wie selbstverständlich von "seinen" bekannten Leuten anfassen und teils sogar durchkuscheln. Und er weiß: er kann jederzeit gehen, wenn's ihm zu viel wird.


    Wie man sowas langfristig üben kann? Zeit und Geduld. Ganz viel davon. Ganz viele ruhige Situationen, in denen der Hund lernt, dass er sich nicht mit den Menschen auseinandersetzen muss, wenn er das (gerade) nicht kann.


    Edit: das heißt auch, dass du das gezielte Abwenden schrittweise aufbaust! Der Hund muss erstmal lernen, was du in ruhigen Situationen ohne aktive Auslöser von ihm willst, bevor er das gewünschte Verhalten überhaupt in "echten" Situationen mit Auslöser zeigen kann...

    Okay, ich hab erst jetzt gesehen, dass ich hier genannt wurde - alles Relevante wurde in der Zwischenzeit schon erwähnt, aber ich will unbedingt nochmal bekräftigen, dass der Maulkorb für Luna jetzt absolut zur Pflicht wird. An der Stelle auch noch eine Stimme für Perdita Lübbe, ich hab ihre Arbeit einige Zeit lang online verfolgt und denke, dass sie für dich eine gute Anlaufstelle wäre.


    Mir fehlt selbst momentan die Zeit/Energie, um hier 'nen ausführlicheren Beitrag da zu lassen - auch weil ich Luna rein von der Schilderung im Thread her deutlich als gefährlichen Hund einordne. Da will ich mir einfach keine Spontanratschläge anmaßen.


    Ich hab mit Dino ja selbst einen Rumänen mit Gefahrenpotential hier rumsitzen, aber er hat mich in den fast 5,5 Jahren, die er jetzt bei mir ist, noch nie ernsthaft krankenhausreif gebissen. Also, klar, einen Biss hab ich sicherheitshalber im KH angucken lassen, aber richtig blutige Bisswunden o. Ä. hat er mir nie zugefügt.

    Trotzdem trägt Dino in Situationen, in denen ich WEISS, dass er nach mir schnappen/beißen könnte, seinen Maulkorb. Den haben wir damals aus Gründen gar nicht groß auftrainiert. Den trägt er aus Gründen auch dann, wenn wir das Grundstück verlassen. Was ich dir gerade wegen der Kinder im Wohnumfeld dringendst nahelegen würde, denn wenn Luna erstmal ein Kind gebissen hat und/oder einer amtlichen Maulkorbpflicht unterliegt, wird's mit einer eventuellen Vermittlung noch schwieriger.

    Dino hat bei seinen Vorbesitzern den Neffen ins Gesicht gebissen und das hab ich erst zwei Jahre NACH Übernahme erfahren. Hätte ich das damals gewusst, hätte ich Dino wahrscheinlich nicht genommen - und das, obwohl ich sowieso keine Kinder will. Ein Hund mit Beißhistorie UND Angst vor Kindern ist in der heutigen Gesellschaft und in unerfahrenen Händen imho eine tickende Zeitbombe. Da muss nur mal ein Kind in nem blöden Moment an euch vorbeirennen, der Hund erschrickt sich ... Rest kannste dir ausmalen.


    Shira14 Ich halte es für durchaus möglich, dass ein ruhigeres Wohnumfeld Luna gut tun könnte, gleichzeitig kann es aber auch sein, dass das ne gegenteilige Reaktion bewirkt. Nur als Beispiel: Dino ist extrem territorialaggressiv, ich hab da auch bis heute keinen Fuß in die Tür bekommen und leb einfach damit. In der alten Wohnung im Mehrfamilienhaus hat er "nur" nach Besuchern geschnappt und wollte kontrollieren. Seit ich am Ortsrand in einem Einfamilienhaus mit großem Garten lebe, ist seine Territorialaggression so heftig geworden, dass er mittlerweile direkt angreift, sobald jemand aufs Grundstück kommt - bzw. kommen würde; seit ich das weiß, wird Dino rigoros von Besuchern etc. getrennt. Ich würde mich also nicht darauf verlassen, dass ein Umzug (auch) eine Besserung ihres Verhaltens bewirkt.


    Alles Gute für euch!

    Also falls noch jemand Erfahrungen hat - mich würde es interessieren, weil ich in einer ähnlichen Situation bin (= Single und "liebäugle" mit Hundehaltung) :)

    Hier, ich - single und seit gut 5 Jahren Hundehalter. Aktuell mit drei Hunden.


    Gleich vorweg: als Single drei Hunde halten muss man schon echt mögen. Ich geh aufgrund der unterschiedlichen Bedürfnisse insgesamt min. 6x täglich Gassi: drei Runden mit Dino, drei (oder mehr) Runden mit Masha. Dino ist fit und will laufen, Masha ist alt und langsam und will nicht mehr so viel laufen. Wäre ich zu zweit, könnte man die Gassirunden kombinieren und Masha + Mashas Leinenhalter gehen dann eben früher heim. Würde also Zeit sparen und die Sache einfacher machen.


    Aber so konkret... es ist machbar, ich hab einige hundehaltende Singles im Freundeskreis. Alle haben gemeinsam, dass die Hundehaltung finanziell abgesichert ist und ein Betreuungsnetzwerk besteht. Meistens übernehmen die Nachbarn oder die Eltern mal den Aufpassdienst.

    Bei mir geht das nicht. Zum einen leben meine Eltern 700 km entfernt, zum anderen hat meine Mum Angst vor Hunden. Ich hab einen Hund, der fremde Menschen nicht abkann und auf'm eigenen Grundstück auch angreift. Ergo fällt Fremdbetreuung zuhause raus. Es gibt eine Person, die er kennt und mag, die darf auch aufs Grundstück ohne dass er angreift, aber das ist mehr ne Notlösung. Über Nacht bei Freunden bleiben geht also nur mit entsprechender Vorbereitung - und wenn die Person Zeit hat. Dino mal eben in die Pension bringen geht so spontan leider nicht. Besuch empfangen geht auch nicht, aber das liegt an Dino. Mit (fast) jedem anderen ("normalen"!) Hund ist das kein Thema.


    Bei mir sind die Hunde tagsüber "alleine", während ich arbeiten bin. Ich bin idR ~8 h täglich außer Haus und mach mir ehrlich gesagt gar nicht so sehr den Kopf drum, dass das "zu lange" für die Hunde ist. Die gehen morgens Gassi, kriegen Futter, und sobald ich von der Arbeit heimkomme, gehen wir wieder Gassi, es gibt Futter und dann pennen die erstmal. Je nach Lust und Laune gibt's beim Gassi dann Bespaßung, oder eben danach im Garten. Dino geht 1x wöchentlich zum Mantrailing, das reicht ihm an Auslastung. Und meine Hunde-Omas sind eh nicht besonders anspruchsvoll. In der Richtung kann mans sich also schon leicht machen, in dem man bewusst einen eher entspannten Hund (bzw. eine entspannte Rasse) aussucht.


    Finanziell gehts uns momentan gut, aber es gab schon Zeiten, da wäre ein zweites Gehalt nicht unpraktisch gewesen. Zum Glück sind die zwei Großen krankenversichert und für Notfälle hab ich meine Familie - die finanzielle Absicherung sollte man absolut nicht unterschätzen, vor allem mit der neuen GOT! Wenn man kein Polster, keine Versicherung und keine familiäre Hilfe hat, sollte man die Hundehaltung tunlichst sein lassen. Manchmal kommts blöder als man denkt und dann steht man da...

    Aus dem Grund wird es bei mir künftig nur max. zwei Hunde geben, aber das ist ja erstmal nebensächlich.


    Dann wieder die Betreuung: ich hatte mal den Fall, dass die Ärzte mich im Krankenhaus behalten wollten. Ging aber nicht, ich hab erst die Hunde unterbringen müssen - durch Dino kann ich ja leider nicht mal eben die Nachbarin fragen, ob sie mit den Hunden geht. Ich hab mit den Ärzten abgeklärt, dass ich erst die Hundeunterbringung regele und dann wiederkomme, dann können sie mich gerne stationär aufnehmen. Hat dann zum Glück auch geklappt, ich hab die Hunde unterbringen können.


    Kurz: Hundehaltung als Singleperson ist möglich, aber man muss deutlich mehr Aufwand in die Vorbereitung und Absicherung stecken. Umso mehr, wenn der eigene Hund Special Effects hat.


    Edit, weil tinybutmighty es ansprach: der große Vorteil ist natürlich, dass einem keiner bei der Erziehung etc. reinpfuscht. Ich glaube, mir würde es sehr schwer fallen, genau den Aspekt mit jemandem zu teilen :lol: Meine Hunde sind meine Hunde. Mein hypothetischer Partner darf gerne mit ihnen kuscheln, spielen, Gassi gehen usw., aber Training und Erziehung sind meins. Da darf der Partner höchstens mal unter meiner Anleitung was machen.

    Erstmal durchatmen.


    Mein Tipp: lasst das Geschirr dran, evtl. auch mitsamt einer kurzen Hausleine (1 m reicht). Dann erspart ihr der Kleinen zumindest mal den Stress beim Geschirr anziehen - klar, das ist aktuell nicht euer (Haupt-) Problem, aber ich würde gucken, dass ihr jetzt erstmal alle Stressquellen reduzieren könnt.


    Hat eure Hündin einen Rückzugsort, an dem sie zum einen nicht gestört wird und zum anderen beobachten kann, was in eurem Alltag vor sich geht?


    Ich würde den Fokus jetzt erstmal sehr sehr deutlich auf Sicherheit geben legen. Heißt konkret: klare Routinen etablieren. Da seid ihr ja schon dabei =) Versetzt euch in die Lage eurer Hündin (wie heißt sie eigentlich?): ihr seid an einem fremden Ort, komische Wesen, deren Sprache ihr nicht versteht, wollen ständig irgendwas von euch. Was könnten die komischen Wesen tun, um euch in der Situation Sicherheit zu geben? Ständiges Ansprechen etc. gehört nicht dazu, das würde ich runterfahren. Wenn's Futter gibt, könnt ihr das natürlich ankündigen, aber ich würde da keine Party feiern, sondern das ruhig machen. Gleiches fürs Rausgehen. Und dann immer die gleichen, für den Hund vorhersehbaren Abläufe.

    Mal als Beispiel:

    "Komm, wir gehen Pipi machen" = ihr geht raus in den Hinterhof, bleibt da stehen, bis sie was macht, dann geht's wieder rein.

    "Hey, gibt gleich Futter" = der Napf wird befüllt, bereit gestellt, und sie darf in ihrem Tempo fressen. Ihr ignoriert sie in der Zeit komplett und nehmt den Napf weg, wenn sie auch vom Napf weggegangen ist.

    usw.


    Falls die Hündin spätestens morgen Mittag keinen Urin abgesetzt hat, würde ich mit ihr zum TA fahren und da eine krampflösende/Muskeln entspannende Spritze geben lassen. Ich hatte mal eine junge Hündin zur Pflege, die über gut zwei Tage eingehalten hat (obwohl sie vorher easypeasy gepinkelt hat), da wurde das auch gemacht - und 45 min später stand mein Bad unter Wasser, weil die Maus sich eben im Bad gelöst hat ... :ugly:


    Falls der Fall auch bei euch eintreten sollte: nicht schimpfen - aber auch nicht trösten. Kommentarlos wegwischen. Evtl. nutzt ihr die Chance und zieht etwas Urin mit ner Spritze auf, den könnt ihr dann in einer geeigneten Ecke im Innenhof wieder verteilen, damit sie zumindest mal nen geruchlichen Marker hat, dass sie da pinkeln darf. Vielleicht hilft das ja.

    Icn würde mich an eurer Stelle darauf einstellen, dass es einige Pipi-Unfälle geben wird, bestellt euch daher am besten einen Packen Inkontinenz-Unterlagen. Die sind Gold wert, auch wenn Hund mal irgendwo hinkotzt oder so. Die Inko-Unterlagen nehmen die Flüssigkeit super auf und machen das Putzen etwas einfacher :pfeif:

    Dazu bitte auch noch einen Enzymreiniger verwenden, damit Urinspuren in der Wohnung wirklich restlos beseitigt werden. Allesreiniger etc. kriegen leider nicht alles weg.


    Vielleicht hab ichs überlesen, aber wo wohnt ihr denn? Dann kann man evtl. für die Zukunft gleich Trainerempfehlungen aussprechen.


    Nicht den Kopf hängen lassen - und: nehmt euch Zeit, seid geduldig, erwartet erstmal gar nichts. Ja, eure Auswahl war etwas naiv und blauäugig, aber jetzt ist der Hund ja nunmal schon da. Mit Glück kann sie sich an euer Umfeld gewöhnen, aber langfristig würde ich mich an eurer Stelle damit beschäftigen, ob ihr FÜR den Hund in eine ruhigere/ländlichere Gegend umziehen könnt/wollt. Wenn es wirklich gar nicht besser wird und ein Umzug nicht möglich ist, würde ich euch (auch wenn's blöd klingt und man sich dabei blöd fühlt) bitten, auch die Option der Abgabe zu berücksichtigen. Schlussendlich leidet die Kleine ja unter der aktuellen Situation und ihr habt von einem ängstlichen Hund auch nix.


    Ich wünsch euch alles Gute!

    Dass Ratten ne geringe Lebenserwartung haben, wusste ich ja. Ist ja leider bei vielen Kleintieren (z. B. Hamster) auch so. Um die LE generell gings mir daher auch nicht, sondern eher um die Hintergründe für z. B. das eher schwache Immunsystem - Inzucht ist da schon ne schlüssige Erklärung, danke.


    Meine vier aus dem Tierschutz sind damals etwa 3-3,5 geworden, zwei hab ich einschläfern lassen müssen - warum, weiß ich gar nicht mehr, ist zu lange her.

    Ich denke es läuft so oder so auf Basteln hinaus....wie wäre es mit Ikea Trofast?

    Müsste man nur vorne und hinten eine Sperre bauen, dass die Boxen nicht raus rutschen während der Fahrt....

    Vom Prinzip her geht das schon in die Richtung, die ich mir vorstellen, ja. Allerdings sind mir die Lücken zwischen den Schubladen ein bisschen zu groß. Evtl täuscht das auch nur auf den Fotos.