Der "gefährliche" Hund Teil 2

  • Häh? Ich verstehe die Diskussion gerade nicht, aber ich kann auch etwas beisteuern.

    1. In Schleswig-Holstein gibt es keine Leinenpflicht in der Brut- und Setzzeit. (Dafür aber 365 Tage im Jahr im Wald)

    2. In S-H gibt es keine Rasselisten.

    3. Jeder Hund jeder Rasse kann nach entsprechenden Vorkommnissen als gefährlicher Hund eingestuft werden.

    4. In umzäunten öffentlichen Freilaufgebieten dürfen gefährliche Hunde in S-H mit beißfestem Maulkorb frei laufen.

    5. Gefährliche Hunde können in S-H frühestens zwei Jahre und nach bestandenem Wesenstest und ausführlichster tierärztlicher Begutachtung durch einen Fachtierarzt für Verhaltenskunde ihren Gefährlichkeitsstatus wieder aberkannt bekommen. Ich glaube, wir sind das einzige Bundesland mit "Resozialisierungsklausel".

    Ach ja,
    6. Um einen gefährlichen Hund auszuführen braucht man einen Sachkundenachweis und der Hund muss an 2m Leine und mit Maulkorb geführt werden. Da ich keinen Sachkundenachweis gemacht habe, kann ich nicht sagen, ob darin gelehrt wird, dass gefährliche Hunde nur einzeln geführt werden dürfen.

  • Mal ganz kurz zu dem anderen Hund der den 10 jährigen getötet wurde um den es vor einigen Seiten ging: War das das Video welches gemeint war, in dem man die vorangegangenen "Angriffe" sieht?

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    Ich bin gerade durch Zufall darüber gestolpert.

    Und man sieht ganz wunderbar einen Hund der völlig drüber ist, bei dem aus dem anfänglichen Hüpfen mit Knapsen dank Gewalt und unfähigen Leuten ein Beißer rangezogen wurde.

    Vor allem die Szenen wo die dem Hund mit der Faust mehrfach ins Gesicht schlagen.... :(

    Ehrlich, solange rumgemacht bis der Hund echt alles angeht, da haben die Besitzer sich ja echt Mühe gemacht den so hinzukriegen. Ich würd ja am liebsten... :stock1:

    Das Problem ist halt das immer noch viel zu viele Hunde bei viel zu ungeeigneten Haltern landen.

    Die beißenden Kleinhunde meldet halt fast keiner, die "machen ja nix" weil sie klein sind. Ab ner gewissen Größe Hund ist es dann halt was anderes. Und die Hemmschwelle es zu melden ist größer bei "normalen" Hunden, jedenfalls bei vielen Leuten da draußen. Bei Listenhunden ist es leichter, weil "Da weiß man ja wie die so drauf sind!"...

    Und leider gibts ja immer noch zuviele Leute die sich nen Listenhund/Mix anschaffen weil so geil Muckis und alles. Null Ahnung von Hunden, null Empathie und voll überfordert. Besonders mit nem Hund dieser Art, die Kraft der Hunde wird einerseits geil gefunden, andererseits kriegen sie es nichtmal hin den richtig festzuhalten.

    Armes Vieh, bei vernünftigen Haltern wär sicher nie was passiert.

  • Mal ganz kurz zu dem anderen Hund der den 10 jährigen getötet wurde um den es vor einigen Seiten ging: War das das Video welches gemeint war, in dem man die vorangegangenen "Angriffe" sieht?

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    Ich bin gerade durch Zufall darüber gestolpert.

    Das macht mich so wütend... Allein wie oft auf den Hund eingeprügelt wird. :verzweifelt:

    Aber es ist ja auch das passende Klientel, dass diesen Hund "führt"... :( :

    Und trotz der vielen Vorfälle muss man ja trotzdem da rumlungern und gar nix im Umgang mit dem Hund ändern...ich könnte kotzen.

  • Hmm ja das Gesetz ist da, auch wenn es m.M.n. reine Schikane ist, aber gut...

    Es werden sich viele nicht daran halten, was ich verstehen kann und manche werden es aus Angst doch tun.

    Die meisten werden sicher nie erwischt, hätte es in dem Fall keinen Unfall gegeben, würde vermutlich auch kein Hahn danach krähen, außer welche die unbedingt den Kampfhundehaltern eins reinwürgen wollen oder halt irgendwie aus Prinzip...

    Welches Gesetz denn? Weder die B+S Zeit in Niedersachsen, noch die Regelungen in NRW sind für einen Fall in Baden Württemberg relevant.

    Das der Hund in Freiburg nicht den Regelungen In BW entsprechend geführt wurde, dafür gibt es nun gar keine Hinweise.

    Ich könnte schwören, dass das in der Kampfhundeverordnung BW stand, aber da steht nichts mehr in die Richtung :thinking_face:

    Das ich mich dahingehend informiert habe ist allerdings schon etwas her, vllt wurde das mittlerweile abgeändert oder ich irre mich einfach total.

    ich schau später mal auf meinem alten Handy, da müsste ich eine ein paar Jahre alte Kampfhundeverordnung drauf haben, das interessiert mich jetzt.

  • Die meisten werden sicher nie erwischt, hätte es in dem Fall keinen Unfall gegeben, würde vermutlich auch kein Hahn danach krähen,

    Das war aber kein Unfall, der zwischen den Hunden passiert ist.

    Der Hund der Ersthelferin ist so mehrfach gebissen worden, dass er noch vor Ort an den Bissverletzungen starb.

    Ich finde es erschreckend, wie hier der Ersthelferin ein Fehlverhalten vorgeworfen wird.

    Genauso erschreckend finde ich die Behauptungen, "in einer solchen Ausnahmesituation könnte jeder Hund so reagieren".

    Nein, es wird eben nicht jeder Hund in einer Ausnahmesituation einen Artgenossen dermaßen beschädigend angehen, dass er daran stirbt.

    Mir tut die Ersthelferin unendlich leid, die für ihr couragiertes Handeln einen solch entsetzlichen Preis zahlen musste.

    Mir tut ihr Hund leid, den es das Leben gekostet hat.

    Die Radfahrerin hat zwei große Hunde geführt.

    Damit trägt sie ein erhöhtes Risiko, nicht nur für die Umwelt, sondern auch für sich.

    Ich kann jeden verstehen, der sich in dem Moment gegen ein Zu-Hilfe-Eilen entscheidet, und lieber nur den Notruf wählt.

    Würde ich zumindest bei großen Hunden auch so machen.

    Jetzt.

    So aus der Distanz.

    Weil ich weiß, dass ich zunächst diejenigen schützen würde, die ich liebe.

    Das wären meine Hunde, die dann mit dabei wären.

    Ob ich in einer solchen Notsituation allerdings tatsächlich ein so klaren Kopf bewahren könnte, weiß ich nicht.

  • Genauso erschreckend finde ich die Behauptungen, "in einer solchen Ausnahmesituation könnte jeder Hund so reagieren".

    Nein, es wird eben nicht jeder Hund in einer Ausnahmesituation einen Artgenossen dermaßen beschädigend angehen, dass er daran stirbt.

    Du weißt, was ein Konjunktiv ist? Das die Aussage „könnte xy“ und „wird xy“ zwei völlig unterschiedliche Voraussetzungen beschreiben?

  • Jeder Hund hat Zähne und jeder könnte die auch einsetzen!

    Und nochmal: Hundundmehr woher willst du wissen, wie sich dein Hund im Falle einer Panik weil du selbst bewusstlos bist, reagiert?

    Wir können nur spekulieren. Viele sagen, ihr Hund würde weggehen. Ach ja? Was wenn sich die Leine vom Hund so blöd mitm Fahrrad verhedderte, dass rausgehen aus der Situation nicht ging? Weiß das jemand von uns?

    Die Ersthelferin tut mir auch unendlich leid. Aber dieses Fingerpointing auf die verunfallte Frau und ihre Hunde und dieses „kein normaler Hund würde sowas tun und meiner schon 5x nicht“, ist echt nervig.

  • Wir hatteb mal getestet was passiert wenn ich nicht ansprechbar bin.

    vor ein paar Monaten hat es mir den Kreislauf unter den Füßen weggezogen.

    Als ich wieder klar wurde stand meine Nachbarin im Wohnzimmer, Kröti über/vor mir und bereit mich bis aufs Blut zu verteidigen.

    Und die Nachbarin kennt sie, wird jeden Tag von ihr betreut und ein enger sozialer Kontakt.

    Als ich soweit wieder da war, war der Spuk vorbei und am nächsten Tag begrüßte sie die Frau so fröhlich wie immer.

    Der Hund der Nachbarin, der bei mir war, hatte sich übrigens in die hinterste Ecke der Wohnung verkrochen und sich versteckt.

  • Ich weiß auch nicht, wie Benni sich in so einer Situation verhalten hätte. Also später, als er älter war.

    Als mein Ex mich damals verprügelt hat war Benni gerade einmal 5 Monate alt. Er wusste überhaupt nicht mit der Situation umzugehen. Er hat mir in die Haare geschnappt, Spielzeug abgeschleppt und rannte wild umher. Irgendwann als sich die Situation beruhigt hatte, hat er dann wie ein Stein geschlafen.

    Menschen hat er 4 mal in seinem Leben angeknurrt. 2 mal als mein jeweiliger Partner nachts heim kam (kurzes knurren, danach Freude), einmal bei meiner Tante als sie mit Mantel und Stock im dunklen Flur stand, da war aber alles ok als sie dann in der Wohnung stand und meine Schwiegermutter fand er doof. Richtig mit verbellen und stellen und knurren. Warum auch immer.Wir haben Benni dann immer zu hause gelassen wenn wir zu ihr sind und ein halbes Jahr später war sie in unserer Wohnung (abgesprochen) als wir vom Gassi zurück kamen. Ab da fand er sie super.

    Außerhalb der Wohnung hat er aber überhaupt nicht auf merkwürdige Menschen reagiert. Da waren Müllsäcke gruseliger. :rolling_on_the_floor_laughing:

    Allerdings hätte ich nie meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass er im Zweifel nicht doch einen anderen Hund beißt/unter Umständen tötet.Benni fand ab seinem etwa 2. Lebensjahr bis zum 10. Lebensjahr sämtliche potenten selbstbewussten Rüden kacke. Es gab insgesamt hm... 5 Beißereien in seinem Leben. 4 mal ist bis auf einen kleinen Cut am Ohr oder der Wange nichts passiert (3 mal wegen nem Spielzeug, welches der andere Hund hatte und Benni wollte). Das schlimmste war wirklich das gegenseitige Festbeißen mit einem Husky. Weder Benni noch der Husky haben losgelassen. Das war wirklich richtig gruselig. Keine Ahnung, wie das ausgegangen wäre, wenn die Besitzerin und ich die beiden nicht hätten trennen können. Beide machten den Eindruck, es 100% ernst zu meinen.

    Von daher bin ich froh, dass ich nie in so eine Situation gekommen wäre. Grundsätzlich hätte ich Benni aber wohl versucht, irgendwo anzubinden bevor ich helfe. Aber aus der Entfernung sagt sich das einfach so leicht. Ob man dann wirklich so reagiert...

  • Hundundmehr

    Wenn mit dir solch eine Notsituation/Ausnahmesituation eintritt, bin ich mir sicher, das dann der Standardtext von dir kommt: "Das hat er noch nie gemacht"....

    Klar ist es verflucht scheiße gelaufen und die Halterin ( nicht die Ersterhelferin! ) trägt eine erhebliche Schuld an dem tragisachen Ausgang. Ich würde ob mit oder ohne Hund mich nicht so einer verletzten Person näheren, bei der größere / kräftigere Hunde "aufpassen"... da ist mir der Eigenschutz lieber.

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