gut erzogen oder normal... das is die Frage
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Oft frage ich mich, ob "gut erzogen" mit "ausgeglichen" verwechselt wird.
Hunde die nicht auffallen, brav sind, weil sie eben "ausgeglichen" sind.
Wisst ihr was ich meine?Ich finde das sehr zutreffend. Mein Elwood ist ein absolutes hyperaktives, gestresstes Nervenbündel vor allem bei neuen Umgebungen. Meine Paula ist dabei immer ganz ruhig und gelassen. Von außen könnte man meinen, dass der eine erzogen ist und der andere nicht.
Das stimmt auch - aber nicht ganz so wie es scheint.
Mein Elwood ist gut erzogen. Er hört sehr gut, kennt viele Kommandos, ist sozialverträgelich, hat keinen Jagdtrieb und lässt sich von weitem Ablegen, etc. Nur in neuen Gebieten zieht er an der Leine wie ein Ochse. Ist auch sehr unkonzentriert. Fiept und jammert and so on.
Meine Paula mangelt es hingegen an Gehorsamkeit und auch an Erziehung. Bei ihr fällt es nur nicht gleich auf. Die Gute ist so etwas von stur, ein bisschen jagdtriebig und ne Prinzessin. Was sie nicht will, will sie nicht. Hui, das bedeutet für uns noch viel Arbeit!
Aber ein Lob von Dritten höre ich mir gerne an. Auch wenn es z. B. den "falschen" Hund betrifft. Mein Ego freut sich :

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Also ich freue mich über Lob und finde es auch nicht traurig?! Wieso auch? Da kann man sich doch selbst mal auf die Schulter klopfen und weiß, das man es richtig macht.
Vor einigen Wochen war ich mit meiner Schwester mal im Wald joggen, alle drei Hunde liefen frei. Als uns ein Jogger entgegenkam riefen wir unsere natürlich ins Fuß. Er hielt an und fragte ob wir die alleine erzogen hätten und ob wir denn in einer Hundeschule wären. Wir verneinten das mit der Hundeschule und er schaute ganz ungläubig und gratulierte zu den gut hörenden Hunden und fragte, ob wir seine vier nicht mal nehmen würden (er hatte sie nicht dabei), weil er hätte das bis heute nicht hinbekommen.
Auch so bekommen wir regelmäßig positives Feedback von Spaziergängern, Radfahrern, Joggern ... natürlich funktionieren auch unsere Hunde nicht 100 Prozent, es sind eben noch Tiere, aber grundsätzlich legen wir viel Wert auf gutes Benehmen

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Nicky hat es so schön auf den Punkt gebracht: alles eine Frage des Standpunktes

Wenn dann mal Jogger oder Radler oder Fußgänger kommen, ich meine rangerufen hab, dann höre ich auch immer wie "lieb und gut erzogen sie sind", obwohl sowas für mich selbstverständlich ist.
Oder als wir vor einiger Zeit den Test mit Sam gemacht haben, ob er immer noch Passanten auf mehrere hundert Meter Entfernung stellt, wie er reagiert etc. und er noch nicht mal mehr in irgendeiner Art und Weise in den verschiedenen Situationen reagiert hat, da hieß es dann auch "was willst du an diesem Hund überhaupt noch erziehen?"
Und über sowas freue ich mich wahnsinnig und ehrlich, weil das mit beiden Hunden jeweils ein harter Kampf war, dass es auch für sie selbstverständlich ist
Gut erzogen ist nur Inchen, lieb ist sie auch nur wenn sie will, sie kann auch anders
aber sie jagt nicht (mehr), ist abrufbar, bleibt in meiner Reichweite und ich kann sie überall mit hinnehmen oder frei laufen lassen...Sam ist auf dem besten Weg zu brav und gut erzogen, allerdings haben wir noch unsere Baustellen, aber die sieht draußen ja keiner... (den Jagdtrieb nicht, weil der Troll immer gesichert ist und seine Austicker...)
Ne BH geschweige könnt ich mit beiden net laufen, das würd in die Hose gehen (Inchen wäre zu laaaaangsam bei der Ausführung - sie ist halt im Alter sehr gemütlich geworden) und Sam, der wüßte nicht, was er als erstes machen bzw. ob er die Prüfer nun fressen soll, weil die ihn so scharf angucken

Aber das brauchen sie auch nicht, für mich reicht es, dass ich sie gut im Alltag führen kann, sie auch für meinen Mann händelbar sind und das ist MEIN PERSÖNLICHER Standard, den ich mit meinen Hunden erreichen will.
Ich kenne allerdings auch viele Menschen, die sagen, SOWAS muss der Hund nicht können und sowas wie Abruf aus jeder Situation sei "Feinschliff", der nicht nötig ist und Hund soll ja Hund sein dürfen...
da gehen halt die Meinungen auseinander... -
Da fällt mir ein:
Ich laufe mit meinem Dackelmix ohne Leine im Fuß einen Waldweg entlang, Pflegewindi-Hündin an der Leine daneben. Es kamen einige Radfahrer.
Ich muss mich bei Corey (Dackelmix) konzentrieren, dann klappts super mit dem Fuß-Laufen in Engpässen.Tja, ein älterer Herr mit Hut hielt an, lehnte sich zu uns (ist der Horror für Corey) und dröhnte laut: "Boah, sind die aber gut erzogen, so liebe Hunde!"
Ich war abgelenkt durch seine Worte, die runtergingen wie Öl, und...
Der zweite Teil des Satzes ging in Coreys tösender maschinengewehrartiger Bell-Salve unter.
Ich hab draus gelernt...
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Nur Frage ich mich, was die BH mit "gut erzogen" zu tun!
Ja, die Hunde stehen zum Teil gut im Gehorsam.
Letzendlich können sie ein paar "Tricks" (mal ganz provokativ gesagt) - mal mehr, mal weniger gut. Was sich dann in den Punkten wiederspiegelt.
Ich finde das üben auf die BH hin eine super Beschäftigung für HH und Hund. Man lernt sicherlich viel über den eigenen Hund, sich als HH, Lernverhalten, Motivation....Aber deshalb gleich gut erzogen???? Hmmm....
Der Alltag ist für mich das entscheidende. Nicht das, was auf nem Platz/in ner Stunde/in der HuSchu... passiert.
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Bei uns kam auch schon mehrfach "Ooooh der ist aber gut erzogen"...
...wobei ehrlich gesagt nichtmal der Grundgehorsam gut sitzt
und sie momentan pubertiert ohne Ende.
Aber für solche Sätze reicht meist schon, dass sie andere Menschen ignoriert (keine Erziehung, sondern einfach ihr Charakter), egal ob zufuß, mit Fahrrad, Inlinern... und sich nicht einfach nähert sondern Abstand hält. Das hat schon das ein- oder andere Mal zu Lob geführt, wo ich mir dachte, dass das ja wohl das MINDESTE ist.Auch Sätze wie "Wow der springt ja garnicht hoch!" (warum auch?) oder "der macht ja Sitz an der Straße!" (ja logisch) fielen schon. Ich finds zwar immer toll, wenn jemand was nettes sagt, aber ob das so aussergewöhnlich ist??
Besonders nett ist es immer, wenn Shira mit in der Gaststätte meiner Mutter ist, sie ist ja "Kneipenhund in Ausbildung"
Da wurde schon oft gelobt dass sie niemanden belästigt ist, nicht bellt, nicht aufdringlich ist und meist einfach irgendwo liegt und döst, egal wieviel los ist.Aber ganz ehrlich - die GRUNDERZIEHUNG ist noch lange nicht durch!! Ich hab einfach nur Glück gehabt, einen -zu Menschen- so ruhigen und zurückhaltenden Hundecharakter erwischt zu haben.
Oft entgegne ich auch einfach "Ach das sieht nur so aus...die müssten Sie mal aufm Feld erleben!"
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Leider scheint es einfach so zu sein, dass Höflichkeit, Anstand und eine halbwegs gute Erziehung nicht mehr normal sind...
Ich würde grundsätzlich sagen, dass eine gute Erziehung im Sinne von anständigem benehmen normal sein sollte...mit Betonung auf sollte.
Mir passiert es allerdings auch oft, dass diesbezüglich lobende Worte kommen, nicht nur beim Hund auch bei den Kindern.
Dieses Lob wiederspiegelt einfach nur eine Gesellschaft in der betrunkene Jugendliche mit Langweile Leute krankehausreif prügeln, Kinder sich frei entfalten müssen und deshalb keine Regeln kennen, Hunde immer nur spielen wollen und nix tun und Erwachsene sich aufführen als gehöre die Welt ihnen allein...
Einfache Werte wie Höflichkeit, Rücksichtnahme, Anstand und Respekt sind out, darum stechen sie vielen besonders ins Auge wenn sie ihnen begegnen. -
Zitat
Tja, ein älterer Herr mit Hut hielt an, lehnte sich zu uns (ist der Horror für Corey) und dröhnte laut: "Boah, sind die aber gut erzogen, so liebe Hunde!"
Ich war abgelenkt durch seine Worte, die runtergingen wie Öl, und...
Der zweite Teil des Satzes ging in Coreys tösender maschinengewehrartiger Bell-Salve unter.
Jep, das kenn ich auch. Manchmal musste ich mich schon entscheiden, WER von uns beiden gut erzogen rüberkommen soll (i.d.R der Hund, der soll's ja lernen). Das kann dann schon mal sein, dass ich mich manchmal so stark auf ihn konzentrieren muss, dass so banale Dinge wie Lächeln und Blickkontakt beim Grüssen leider nicht mehr drin sind.
Weil Hund sich denkt: wer wegschaut, hat verloren

Mann, bin ich froh, dass nicht nur ich so nen Fratz hab. Ich hätt mir das früher bei unserer Hündin auch nicht vorstellen können, dass das sooo anstrengend sein kann. Aber man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben... hoffen wirs mal...
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Uiii, danke für eure ganzen antworten.

Natürlich freue ich mich, wenn sie oder wir oder ich gelobt werden, grade wenn ich zurück denke, wie sie damals war.
Da hab ich wirklich manchesmal, wenn sie mich mal wieder, wie den letzten Idioten aussehen lassen hat und freudestrahlend mit einer im Gebüsch gefundenen Rehkeule lustig munter 2 m neben mir herlaufend :curse: , überlegt, ob ich mir mit ihr nicht doch zuviel zugemutet hab.
Heute zurückblickend, kann ich über meine damaligen Sorgen mit ihr, nur noch lächeln.

Sicherlich müssen wir beide noch viel lernen, doch mittlerweile habe ich doch einen einigermaßen alltagstauglichen Hund, auch wenn sie manchmal noch etwas balla balla is....

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ich gehöre zu den wenigen reitern, die halbwegs ordnung in ihrem jack russel haben wollten. und meine lizzy hört zwischenzeitlich ganz gut, macht super platz und bleib. geht gut fuss, nur der rückruf in wildreichen gegenden geht noch nicht, aber dafür gibts die schlepp.
aber ich muß mir von anderen reitern oft anhören, mein hund hätte keinen spaß , ständig muß sie hören, wenn sie hochspringen will, darf sie das nicht, haben alle weiße reithosen an, das geht ja garn nicht.
aufn reitturnier laufen so viele jacky herum, mit denen darf sie ja dann immer herumtollen. zu dem thema sie hätte keinen spaß am leben.
aber hallo, ordnung sollte schon sein, auch bei so einem kleinen hund.
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