gut erzogen oder normal... das is die Frage

  • Mir geht das ganz genau so. Ich bekomme das öfters von Nichthundehaltern zu hören, aber auch schon von verzweifelten Hundehaltern. Ich freue mich dann auch darüber, denn Fynn ist mein erster Hund und ich habe ihn erst seit einem halben Jahr und er hört wirklich super auf mich, da ich es wohl irgendwie ganz gut im Blut habe, einen Hund konsequent aber liebevoll zu erziehen, so dass er mich kaum in Frage stellt.

    Traurig finde ich aber, dass ich hier in der ganzen Stadt nur sehr selten Hundehalter getroffen habe, deren Hunde keinen Aufstand machen, wenn man ihnen begegnet. Uns ist hier wohl noch nie ein Hund ohne Leine begegnet, der dann nicht auf einmal auf uns zugerast kam. Fynn weiß, dass er auch ohne Leine bei mir bleiben muss und auf der Straße nichts zu suchen hat.

    Naja, mein Hund ist eigentlich nur absolut alltagstauglich, freundlich und lässt andere Leute und Hunde in Ruhe, wenn ich das will. Eigentlich sollte das schon jeder Hund mehr oder weniger so können oder es sollte daran gearbeitet haben, aber die Realität sieht eben ganz anders aus. Die Leute geben sich größte Mühe, ihren Hund bei Begegnungen zu beruhigen, in dem Sie diese durch nettes Zureden nicht davon abhalten, zu Bellen und zu Knurren, sondern die Hunde dafür loben, was alles verschlimmert. Viele Hundehalter wissen es einfach nicht besser :(

    Natürlich sind viele Hunde schwer zu erziehen, haben schlechte Erfahrungen/Veranlagung etc. und ich habe da mit Fynn wohl eher Glück gehabt. Andererseits hat er, als ich den Junghund übernommen habe, genauso wie andere fremde Leute belästigt, jeden Hund angepöbelt und Rehe gejagt. Er darf das bei mir nicht und macht all das mittlerweile auch nicht mehr.

  • Wäre unser erster Hund nicht etwas "schwierig" gewesen dann würde ich unsere Hündin wohl auch als "ganz normal" bezeichnen.
    Ich finde aber schon dass es für einen jungen Hund vom Lande eine Leistung ist
    - zu 90% an lockerer Leine zu laufen
    - fremden Hunden ruhig zu begegnen
    - in der Stadt oder auf Veranstaltungen gelassen zu bleiben
    - als Terrier in Feld und Flur ohne Leine laufen zu können
    - bei Radfahrern, Joggern ect Sitz auf Entfernung zu machen und zu bleiben

    Wir können unsere Hündin überall mithinnehmen (sofern es erlaubt ist) ohne dass sie auffällt. Und da bin ich schon ein bisschen stolz drauf ;)
    Und ich finde das darf man auch sein, schließlich haben wir doch alle viel Zeit und Geduld in die Ausbildung unserer Hunde gesteckt, oder?!

  • Ich würde sogar sagen, dass wir von richtig guter Erziehung noch weit entfernt sind :D
    Ok, sie ist erst 1,5 Jahre alt, trotzdem vergisst sie einfach manchmal, dass man nicht an der Leine zieht und keine fremde Menschen begrüßt :roll:
    Das einzige was wirklich immer klappt, ist das Absitzen wenn ein Radfahrer oder Jogger kommt, auch auf Entfernung! Dafür bekommen wir dann aber auch oft Lob oder ein Danke von den betreffenden Sportlern. Juhu! :smile:
    Das ist mir aber auch ganz besonders wichtig, da icht 1. als Jogger auch nicht möchte, dass mich ein fremder Hund belästigt oder sogar anspringt und 2. kann sich Leila auch selbst verletzen, wenn sie sich mit nem Radfahrer anlegt.

    Ansonsten find ich es normal, dass man mit seinem Hund auf Spaziergängen ein bissl was übt, egal ob kleinere Unterordnungsübungen oder Tricks. Und wenn das dann jemand als "gut erzogen" bezeichnen will, naja, der hat wahrscheinlich selbst keinen Hund. Ich denke, vielen Hunden macht das einfach auch Spaß und deshalb machen sie da so gut mit. Vorrausgesetzt man hat selbst Spaß daran und der Hund merkt das auch!

  • Hi,

    ich werde auch oft gelobt wenn sich mein Hund ablegt wenn z.B. Jogger vorbeikommen.

    Oder er sitzen bleibt bis ich ihn abrufe. Sogar von unserem hiesigen Förster habe ich schon ein
    "Daumen hoch" bekommen.

    Das liegt ganz einfach daran, das die Leute ja nicht wissen, das nicht immer alles klappt. Nur bekommen sie das ja dann nicht mit. :lol:

    Also immer schön den Schein wahren......

  • Ja, es ist doch auch nicht schlimmt, wenn man gelobt wird. Das ist mir allemal lieber, als wenn alle immer nicht mich sondern meinen Hund ansprechen und sagen, was er doch für ein hübscher Kerl ist. Das geht einem schon irgendwann auf die Nerven. Lieber ein Lob für die Erziehung, da bekommt man gleich gute Laune, weil die Leute halt freundlich sind.

  • Ich wohne in einem Gebiet in dem sehr viele Hundehalter leben. Die Umgebung bietet hier gute Bedingungen. Ich bekomme auch gelegentlich Lob dafür wie gut Amy auf mich hört (Ausnahmen bestätigen die Regel ;-)). Und es stimmt ja auch, denn ich arbeite täglich daran dass es so ist und bleibt. Ich nehme das Lob gerne an, weil ich weiß dass nicht jeder hier soviel mit seinem Hund arbeitet wie ich. Ich finde jetzt auch nicht dass die Hunde der Anderen schlecht erzogen sind. Die stellen dann einfach andere Anforderungen an ihre Hund und sich selbst, als ich. Ich denke das ist okay, sofern die keinem schaden ist es ja auch eigentlich egal ob die nun sofort bei ersten Rufen hören oder erst beim dritten nach ein bisschen Bedenkzeit. Nur MIR reicht das eben nicht.

  • Zitat

    Oder er sitzen bleibt bis ich ihn abrufe. Sogar von unserem hiesigen Förster habe ich schon ein
    "Daumen hoch" bekommen.

    Oh ja, das ist so was wie ein Adelung, gell?!

  • Zitat

    Oh ja, das ist so was wie ein Adelung, gell?!


    für einen unangeleinten Weimaraner im Wald auf jeden Fall. :D . Hier gibt es keinen Leinenzwang. Erst wenn man den Wald verlässt.

  • Ja ich höre auch immer mal wieder "die sind aber gut erzogen".

    Meine große braucht noch viel nachhilfe. Der kleine muss sowieso noch viel lernen aber ich übe viel mit den Hunden.

    Manchmal komme ich mir schon dämlich vor wenn ich mit der schleppleine auf der großen wiese stehe und meinen hund zu mir rufe, obwohl ich ihn wie viele andere Hundehalter aus der umgebung mit der Flexi zu mir ziehen kann, das ginge manchmal schneller :D

    Aber ich versuch das immer auszublenden und freue mich wenn andere hunde vorbeilaufen und mein kleiner NICHT sofort hinflitzt.

    Hab mich auch schon getraut ein paar hundehalter zu fragen ob sie kurz stehen bleiben können um zu sehen wie mein hund reagiert wenn er den hund sieht.

    Kurzum ich hab wegen beider hunde schon viel lob erhalten und falle auch oft auf weil ich eben übe.. Ich hab noch nie jemanden gesehen der offensichtlich etwas übt mit dem hund. Ausser balli nachhetzen..

  • Das stimmt. Ich habe hier auch erst eine Person gesehen, die mit ihrem kleinen Fox Terrier etwas geübt hat. Sonst besteht die Erziehung hier zu oft aus gutem Zureden oder an der Leine zerren lassen. Einige gehen wenigstens in eine Hundeschule, aber ich habe nicht das Gefühl, dass das bei allen was bringt. Einer der Hunde ist so schlecht abrufbar, dass er jetzt mein Zweithund wäre, wenn ich nicht stehen geblieben wäre und dem Halter 5 Minuten zum Einfangen gegeben hätte :???: Viele Hundehalter haben leider nicht die geringste Ahnung, wie man mit dem Tier kommuniziert, so dass er es auch versteht. Das ist echt schade. Sie geben sich sichtlich Mühe, aber scheinen noch nie etwas über Hunde gelesen oder von einem echten Profi gezeigt bekommen zu haben.

    Ja, ich gebe es ja zu. Ich bin stolz auf meinen Hund und mich selbst, weil wir das so gut hinbekommen und mein Hund mit 13 Monaten bis jetzt nur gelegentlich eine pubertäre Einstellung hat heraushängen lassen, weil ich sowas gleich unterbinde und er dann merkt, dass ich bei Ungehorsam etwas unangenehm werde, was er nicht mag. Dann sind wir nach einer halben Minute wieder die besten Freunde. Ich denke, mein Hund vertraut mir, so wie ich ihm vertraue. Das ist einfach nur schön.

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