gut erzogen oder normal... das is die Frage

  • Sogar ich hab schon Lob bekommen, wie gut mein Hund erzogen sei - ausgerechnet der! Wieviel Arbeit das war, bis ich den an der Schlepp von nem Jogger abrufen konnte und er den Jogger ungeschoren passieren lässt, weiss ja keiner. Da muss ich für mich dann schon grinsen, wenn jemand im vorbeijoggen sagt "der hört aber gut - ach, wären doch mal alle HH wie Sie". WUAAha ha ha ha....

    Klar sieht das nach Gehorsam aus, wenn der Hund zackig herangerufen wird und neben einem im Platz liegt. Aber das ist bestenfalls Training, denn es gibt bei uns nur entweder oder - entweder Hund ist bei mir oder er rennt dem Jogger hinterher und stellt ihn (davon gehe ich aus, dass er das tun würde, aber das lasse ich natürlich nicht zu) - wirklich wissen was sich gehört und von alleine brav seines Weges gehen kann mein Hund derzeit - noch - nicht. Mein Ideal wäre aber ein Hund, den ich frei laufen lassen kann, der sich nicht um andere Leute egal welcher Gangart kümmert, und den ich nicht ständig dirigieren muss. Unsere alte Hündin war so ein Selbsterzieher - kam wer angerannt oder geradelt, ging sie aus dem Weg und gut war. Sie war unser erster Hund, Erziehung bekam sie damals von mir (ich war 15), was soviel hiess wie "der Hund kann Sitz und Platz", und trotzdem war sie so pflegeleicht. DAS find ich toll :D . Bei Milo dagegen hab ich viel mehr Mühe in die Erziehung gebuttert, und er ist nicht mal halb so gut erzogen wie Lucy...seufz...

    Wenn mein Hund bei Verwandten oder Kollegen gelobt wird, dann kann ich mir das auch nur damit erklären, dass er sonst eben so - hm, "intensiv" ist, dass es sofort auffällt, wenn er sich mal unauffällig verhält. Oder, dass sie sich denken, "so viel wie die mit dem Hund trainiert, das merkt man einfach".

    Oder er hat wirklich so grosse Fortschritte gemacht, die ich einfach nicht sehe, weil ich mich noch zu sehr auf die Defizite konzentriere (konzentrieren muss).

  • Das Lob sollte nicht überbewertet werden. Selbst meine kleine Rennsemmel wird manchmal als gut erzogen bezeichnet. :lachtot: :lachtot: :lachtot:

    Vor kurzem passiert: Ich saß auf 'ner Parkbank, hatte Lucy vor mir abgelegt. Zwei Radfahrer kamen, stiegen ab und fragten nach dem Weg. Wir haben uns dann einige Zeit unterhalten, während Lucy - was für sie eher ungewöhnlich ist - völlig desinterssiert an einer Blume schnüffelte.... bis zu dem Zeitpunkt, als der Mann - mit Blick auf Lucy - sagte: "Na, die haben Sie haben Sie aber gut erzogen!" Lucy bewies das Gegenteil und fiel wieder in ihre Rolle als ungestümer Labbi. :hust: Die beiden Radfahrer haben nicht schlecht geguckt.

  • Zitat

    Das Lob sollte nicht überbewertet werden.

    He he he, ja genau :D

    Die Eltern meines Freundes haben mal für *zwei* Stunden auf Milo aufgepasst.

    Danach meinte der Vater meines Freundes ganz begeistert zu mir: "Dein Hund war ja soooo brav! Er hat die ganze Zeit geschlafen."

    Was ne Leistung, Herr M :lachtot:

  • auch bei uns wird oft ganz erstaunt gefragt was ich eigentlich blos hätte.... mein hund wäre doch super erzogen.

    sam kann überall mit hin,ist artig,macht keinen unsinn u.ä.

    aber ,naja,unsere wirklichen baustellen bekommt ja kaum jemand mit.nur eben hundehalter mit fremden hunden(unsere derzeit größte abustelle)


    lg kirsten

  • Die Anforderungen von Begleithundeprüfung und Alltagsspaziergang unterscheiden sich nun mal drastisch.

    Da draußen fällt z.B. keinem auf, dass meine Hündin auf keinen Fall Platz unter Ablenkung macht - um den Radfahrer vorbeizulassen reicht ein Sitz. Man kriegt Bonuspunkte von Spaziergängern, wenn der Hund mal einen Baumstamm langbalanciert oder einen Dummy im Gestrüpp findet.

    Meine Hündin kann immer noch kein Kommando auf Distanz. Das einzige, was draußen inzwischen ganz ordentlich klappt, ist der Abruf und Sitz. Wenn man dann als Halter noch Kacktüten dabei hat, sieht man im Alltag schon ziemlich gut aus...

  • Ab wann gilt für euch ein Hund als "erzogen"??

    Für mich:
    - keine Menschen & Hunde belästigen, die das nicht wollen :D
    - in meiner Nähe bleiben (wobei "Nähe" wiederum manchmal unterschiedlich von Hoover & mir ausgelegt wird :D )
    - nicht vor Auto´s, Radl... rennen
    - nicht alles Fressen was so rumliegt (die Hälfte reicht auch :headbash: )
    - stehenbleiben, wenn ich es sage (innerhalb von 5 Schritten... :headbash: )
    - kommen, wenn ich rufe

    Alles andere (Fuß gehen, Tricks, Apportieren....) ist für mich erzieherischen Luxus und manchmal sogar SchnickSchnack.

    Ich hatte mit Hoov keine Probleme, meinen Minimal-Erziehungs-Standard zu erreichen. Sie hatte von Anfang an kein großes Interesse an Menschen, vor anderen Hunden hat sie eher Angst und geht eher aus dem Weg (Ausnahmen: wir sind mit einer ihr bekannten Hundegruppe unterwegs. Dann muss sie alle "Gefahrenquellen" (= Huskies, Schäferhunde und ähnliche Hunde, die sie doof findet) melden), sie bleibt in meiner Nähe - auch wenn ich sie nicht immer sehe. Mit Strassenverkehr kann mein Strassenköterle gut umgehen.

    Auch ich bekomme immer wieder das Lob, das sie gut erzogen ist: und freu mich jedesmal darüber. Warum auch nicht? Darf ich das nicht? Nur weil ich wenig Arbeit damit hatte? Vielleicht wäre Hoover in einer anderen Mensch-Hunde-Konstellation ein anderer Hund. Oder ich bin einfach so begnadet in Sachen Hundeerziehung, dass das alles keine Arbeit für mich ist. Who knows?? Aber vor allem: who cares??
    Meine Rübe ist super alltagstauglich und das finde ich super und freu mich über jedes Lob! :D

  • interessantes thema.....aber ich denk auch, dass ab und an ein "brav" mit "gut erzogen" verwechselt wird...

    wobei ich persönlich mich schon freue, wenn ein jogger/nordic walker/biker sich fürs zurseite gehen oder hunde abrufen nett bedankt und das dann noch mit dem zusatz "die sind aber brav/gut erzogen" :smile:

    da freu ich mich dann ganz ehrlich drüber - und dann sind die eher unfreundlichen zeitgenossen gleich gar nicht mehr so schlimm...

    es kommt natürlich immer auch drauf an, aus welcher perspektive man das ganze betrachtet:

    aus der sicht des joggers z.b., der vielleicht schon blöde erfahrungen machen musste mit "nicht jogger kompatiblen hunden" - der findet es natürlich dann schon gut, wenn er sowohl vom hh wahrgenommen wird und wenn er dann auch noch einfach so vorbei laufen kann, ohne dass er das zamperl am hosenbein hat...der findet dann natürlich meine hunde sehr "gut erzogen"

    aus der sicht eines obidience-"freaks"/hundeplatz-hh (und nein, das mein ich nicht böse!) sind meine jungs wohl nicht wirklich gut im training :lol:

    ein hh der einen jagdlich ambitionieren hund hat oder auch unsere jäger hier im wald - sind die jungs "genial" - weil sie eben nicht jagen (hab glück, denn die beiden grossen haben praktisch sehr sehr wenig trieb und der dackel ist zu "bequem" um da irgendwas auf die pfoten zu stellen :D - da hat es von meiner seite wenig erziehung gebraucht).

    aus der sicht eines hhs, der in der grossstadt wohnt, womöglich noch wo, wo leinenzwang herrscht - der würde wohl auch eher sagen, dass es an grossstadttauglichkeit fehlt (für mich hier auf dem land allerdings eher unwichtig).

    ich sag immer, meine hunde sind für meinen alltag "tauglich" - rückruf klappt, sie jagen nix und niemand, sie belästigen niemand, gefährden niemand, sie haben keine probleme mit artgenossen, sie lassen sich "offline" gut "lenken" - das ist mir wichtig.

    ne BH allerdings könnt ich nicht so ad hoc mit ihnen laufen :D - der gossi ist dafür zu hibbelig und würde wohl alles doppelt und dreifach machen bis auf den teil an der leine, da würd er verweigern - der herdihund säh keinen sinn und fände das generell zu anstrengend und würd sich erstmal hinlegen um drüber nachzudenken - am ehesten ginge das noch mitm dackeltier - wobei der wiederum erstmal abspecken müsste, damit man sieht ob er nun noch steht oder schon im platz liegt........

    also: alles eine frage des standpunktes! ;)

  • Einmal hab ich ein Lob von einem Labbi-Besitzer bekommen, dessen eigener Hund wirklich sehr brav und folgsam war:

    "Also Kompliment an Ihre Geduld - wenn das mein Hund wäre, hätt ich den nach nem Jahr schon abgegeben. Mir wär das zu anstrengend mit dem."

    Was sagt man da - danke? :hust:

  • Zitat

    Einmal hab ich ein Lob von einem Labbi-Besitzer bekommen, dessen eigener Hund wirklich sehr brav und folgsam war:

    "Also Kompliment an Ihre Geduld - wenn das mein Hund wäre, hätt ich den nach nem Jahr schon abgegeben. Mir wär das zu anstrengend mit dem."

    Was sagt man da - danke? :hust:

    :lol: :lol:

    tja - sowas hörte ich auch schon mal ganz ähnlich in bezug auf sam... :lol:

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