Beiträge von Bonadea

    Ja, ich habe da auch schon einiges gehört.

    Der eine Tierarzt wusste schon fast immer wer was sucht und der hat es auch genommen.


    Lg
    Sacco



    Man hat ja so sein Netzwerk - und irgendwie findet sich dann meistens eine Lösung. Die ist aber auch mit sehr viel Engagement, Arbeitszeit und Rennerei verbunden, was übrigens auch nirgends auf irgendeiner Rechnung auftauchen wird.


    Und es gibt auch Tierschutzvereine, die sagen nicht "nein" und helfen wo sie können.

    Aber genau diese Tierschutzvereine dürfen eben auch kein bequemer und schneller Ablageplatz und "Finanzierer" für die zahlreichen Tiere werden, für die Besitzer keine Verantwortung übernehmen wollen/können.


    Deswegen bin ich nach wie vor der Meinung, von ganz seltenen menschlichen Schicksalen mal abgesehen, dass Besitzer die Verantwortung für die vernünftige Versorgung ihrer Tiere tragen müssen.

    Ich könnte hier Storys erzählen ... die würde mir hier keiner glauben.

    Halte ich aber für nicht so seriös, deswegen lasse ich das mal lieber.


    Aber alleine in unserer Belegschaft sind schon etliche Tiere "Hängengebliebene", weil Besitzer sie nicht mehr abgeholt haben.


    Und ja, es ist und bleibt ein Verlustgeschäft und oft zahlen dann die neuen "Besitzer", also Kollegen, sogar am Ende ein Teil der Rechnung, weil sie sich dann irgendwann für "ihr" Tier verantwortlich fühlen.

    Manche können an Tierschutzvereine oder Tierheime abgetreten werden. Aber das wollen auch viele Besitzer nicht und weigern sich, eine Abtretungserklärung zu unterzeichnen, stattdessen wird dann erwartet, dass wir zweijährige Frakturkatzen oder 3jährige geblockte Kater euthanasieren, obwohl man sie retten kann ...

    Oder sie unterzeichnen, lassen dann das TH die OP bezahlen und versuchen sich das Tier dann über drei Ecken beim Tierheim "wiederzuholen" über ne gefakte Adoption.


    Alles schon passiert.


    Richtig .... So viel zur Zahlungsmoral der Menschen. Sie zahlen oft nicht mal ihre Kleckerraten.


    Ist ja immer wieder ein sehr emotionales Thema, das auf viel Unverständnis trifft (verständlicherweise). Aber ja ... auch Tierkliniken und Tierarztpraxen sind am Ende wirtschaftliche Unternehmen und müssen ihre Mitarbeiter und den Betrieb bezahlen und am Laufen halten.

    Für uns Tierärzte ist das auch nicht grad selten ein ziemlicher (emotionaler) Spagat und gehört leider zum täglichen Geschäft. Viele denken ja immer, sie seien "der einzige Notfall, da kann die Klinik doch mal ein Auge zudrücken!" - aber wir behandeln ja eine Vielzahl solcher Patienten. Wenn man die alle "umsonst" operiert und auf das Gute im Menschen hofft ("sie werden es schon irgendwie bezahlen"), könnte man wahrscheinlich einige Betriebe gleich dicht machen.


    Dass man Notfälle aber komplett unbehandelt wegschickt ... das habe ich noch nicht erlebt und kenne ich z.B. von meiner Arbeitsstelle gar nicht. Da reißt sich eigentlich jeder Mitarbeiter ein Bein aus, damit man irgendwie zu einer Lösung kommt.

    Bei uns wohnt eine kleine Bulldogge, knapp ein Jahr alt, Kofferraumhund, aus dem Ausland ohne jede Impfung, war schon mit sechs Wochen in zwei verschiedenen Händen, Mitleidskauf. Der Hund hat den riesigsten Kopf im Verhältnis zum Körper, den ich je gesehen habe. In den nächsten Tagen wird er operiert: Nase, Gaumensegel, Kastration und irgendeine Operation an den Hinterbeinen(was genau habe ich nicht verstanden, evtl. Patellaluxation) . Ich habe gefragt, muss das alles auf einmal sein? Ja, für diese Hunderasse ist jede Vollnarkose viel gefährlicher als für andere Hunde, deshalb eine Vierfach-OP. Der ist keine Qualzucht, der ist eine Qualvermehrung, gegen Qualzucht kann man ja vielleicht endlich was unternehmen, gegen solche Vermehrer hilft nur den Verstand einsetzen und ein steinernes Herz.


    Sportlich.


    Ist definitiv nicht das Standardvorgehen. Auch nicht für eine brachycephale Rasse.

    In anderen Ländern werden die sogar im Welpenalter kastriert.


    Auch in Deutschland war die Kastration vor der ersten Läufigkeit lang etabliert.

    Wissen ändert sich. Trends ändern sich.


    Eine Hormontherapie halte ich nicht für sinnvoll.

    Der Hund wird trotzdem erwachsen werden und Inkontinenz kann jede kastrierte Hündin treffen, völlig losgelöst vom Kastrationszeitpunkt.

    Ich würde mich an einen Verhaltenstierarzt wenden und bestehende Optionen bzgl. Psychopharmaka ansprechen.


    Das ist ja kein Leben. Weder für euch, noch für den Hund.