Beiträge von Bonadea


    Ich glaub du hast das falsch verstanden ...


    Wenn man ganz korrekt nach GOT JEDEN Posten abrechnen würde, wonach Tierärzte eigentlich verpflichtet sind, dann landet man bei den Summen, die Corrier ausgerechnet hat.


    Wenn man weniger Posten abrechnet (zum Beispiel Dinge weglässt, wie die Aufbereitung der Proben, das Verbrauchsmaterial etc. pp.) kann man auch mal bei "nur" 130 Euro für ein großes Blutbild landen.


    Es geht nicht darum, dass deine Tierärztin "mehr Geld verdienen will", sondern netterweise den Preis drückt, damit es günstiger wird. Womit sie by the way nicht die einzige Kollegin sein dürfte. Als Tierarzt macht man sich damit gesetzlich halt auch angreifbar - ich denke das "geldgeil" war von corrier hier eher ironisch gemeint ;-)

    Wobei ich auch nicht so ganz verstehe, wieso die Inhouse-Parameter da so exakt aufgeführt sind. Da richtet sich der Preis ja normalerweise nach den Panels oder Rotoren, die man für die Geräte einkaufen muss ... fände es irgendwie logischer, wenn es sich da wirklich auf das eingekaufte Material beziehen würde

    ich glaube, da rechnen die mit nem reflotron und nicht mit nem Catalyst zb.

    wo ewig ne tfa daneben stehen muss und 3

    Minuten pro Parameter benötigt.

    Wobei ich auch nicht so ganz verstehe, wieso die Inhouse-Parameter da so exakt aufgeführt sind. Da richtet sich der Preis ja normalerweise nach den Panels oder Rotoren, die man für die Geräte einkaufen muss ... fände es irgendwie logischer, wenn es sich da wirklich auf das eingekaufte Material beziehen würde - das kann ja je nach Firma und Vertrag, den die Tierärzte haben durchaus unterschiedlich hohe Kosten verursachen.


    Naja. Manches ist nicht so ganz logisch.


    Es gibt z.B. überhaupt keinen Posten für Gaumensegelkürzung in der neuen GOT.


    Und Milz ex ist teurer als eine Leberlappenresektion. Macht einfach null Sinn. Die Milz hat man schnell rausgebastelt, eine Leberlappenresektion ist schon etwas aufwendiger und gefährlicher und benötigt mehr chirurgisches Handwerk.


    Also ja, auch wir Tierärzte finden nicht alles logisch.



    Und theoretisch fehlt da noch die "Befundung" xD

    Inhouse ist oft teurer, weil die Panels für die Laborgeräte recht teuer sind.

    Extern ist oft günstiger, weil die Großlabore über die Masse das viel günstiger anbieten können und oft hat man auch mehr Werte.


    Wenn es also nicht super brennt, kann man vermutlich ein paar Euro sparen, wenn man es extern machen lässt.


    Bonadea ich weiß du wolltest eigentlich raus sein. Aber du hast doch einen guten Überblick. Kannst du etwas Klarheit und Verhältnismäßigkeit rein bringen, was so realistische Behandlungspreise in Zukunft sein können. 30% teurer, 80% teurer, 300% teurer?


    Nein, ich hab da aktuell noch zu wenig Überblick.

    Vielleicht kann ich da in ein paar Wochen mehr zu sagen.


    Da ich die Woche schon viel endoskopiert habe - für eine Gastroskopie/Duodenoskopie, die bei uns vorher so ca. 550 Euro gekostet hat, landet man jetzt so bei 650-700 Euro.

    Ich frag mich die ganze Zeit in welchem Film ich bin ...


    Danke! Danke! Danke!


    Ich frag mich echt langsam, wo ich hier gelandet bin und warum sich jetzt alle hier die Augen aushacken, wer mehr verdient oder mehr Recht auf Tierhaltung hat als ein anderer. Meine Güte!



    Ich finde es völlig unverständlich, wie aus "man muss in der Lage sein eine Minimalversorgung für sein Tier zu garantieren und es ist nicht ok ein Tier einfach einzuschläfern, wenn man eine gute Behandlungsoption hat, die a) eine extrem gute Prognose hat und b) zu uneingeschränkter Lebensqualität führt" ein "man muss maximal verdienen, Akademiker sein und teure Chemos aus dem Ärmel schütteln können" wird.


    Ich arbeite in einem Betrieb, der schon immer auch das Wohl der Menschen im Auge hat und ich bin froh, dass ich Chefs habe, die wirtschafltich denken, aber auch menschlich sind und wo es immer Lösungen gab für die Sorgen von Besitzern. Aber auch mal harte Worte, wenn sie berechtigt und angebracht sind.


    Bevor ich studiert habe und bevor ich Tierärztin geworden bin, dachte ich, jeder müsse in der Lage sein, ein Tier zu halten oder irgendwie die Möglichkeit dazu haben. Diese Meinung habe ich in den letzten Jahren rigoros geändert. Nicht weil ich eine "missgünstige, besserverdienende, überhebliche Person" bin, sondern weil ich massenhaftes Tierleid gesehen habe und weil Tiere es sich nicht aussuchen können, wo und bei wem sie leben und weil sie unfassbar viel "aushalten" müssen und im Endeffekt uns einfach komplett ausgeliefert sind.


    Diese ganze Diskussion hier hat eigentlich sehr wenig mit alter oder neuer GOT zutun.


    Ich bin hier raus.