Mein Welpe beisst mich...:-(...Angstbeisser...)

  • Hm hier vermenschlichst erstmal niemand. Soweit mein Eindruck seit 2 Monaten. Aber es gibt verschiedene Meinungen in Bezug Hundehaltung, reicht von Kadavergehorsam bis zu "lassden mal machen".

    Bisher sind doch schon wirklich ernste Antworten gekommen.

    :???:

  • Zitat

    Na danke;)
    Ich bin nicht unerfahren und ich habe mich an Euch in ehrlicher Absicht gewandt.Ich hatte schon Hunde und es ist der erste Hund der sich so verhält.Einen Hundetrainer so nehmen, scheint ja hier die Patentlösung zu sein.Ein Hund ist ein Hund und er folgt im Endeffekt dem Verhalten seines Ursprungs ,dem Wolf......das ihr ihn so vermenschlicht.....verstehe ich nicht.

    Wie sagten meine Lieblingsmentorin im Job so gerne: "20 Jahre die gleichen Fehler zu machen, macht sie nicht besser."

    Nichts anderes fällt mir hier ein.
    Du wertest den Hundetrainer als Patentlösung ab? Sie wird empfohlen, ja. Warum? Weil diese Lösung individuell ist! Nur ein Trainer sieht, wie Du auf Deinen Hund zugehst.

    Ein Hund ist ein Hund und eben kein Wolf, aber das nur mal am Rande erwähnt.
    Und: Ein Mensch ist ein Mensch, kein Hund!

    Hund ist nicht dumm.

    Was folgern wir daraus? Vermeintlich hündische "Erziehungsmethoden" lassen sich eben NICHT vom Menschen umsetzen. Der Schnauzgriff (den übrigens auch die Züchterin von meinem Hund zur Erziehung toll fand - und die mir somit einen Hund beschert hat, der panisch wird, sobald jemand in Richtung Schnauze fasst... Nach einem Jahr positiver Gegenkonditionierung.) ist mitnichten (!) zu vergleichen mit dem, was eine Hundemutter macht - kein Mensch der Welt kann Intensität und Ort der Maßnahme so dosieren wie ein souveräner Hund.

    Dito der "Alphawurf"! Auch hierbei hatte ich übrigens einen Hund, der schon im Welpenalter absolut ernst gemeint um sich biss. Nicht mal im Spiel ließ er sich sanft auf den Rücken drehen.

    Hör bitte auf, Deinen Hund so zu behandeln! Er kann nur unsicher reagieren. Du bist kein Hund. Ja, er kann einordnen, dass Du ihn bedrohst mit Deinen Maßnahmen - aber er kann Dich nicht einschätzen. Er weiß nie, was als nächstes kommt. Da kann man nur unsicher werden.

    Ganz ehrlich - ich werde richtig betroffen, wenn ich das so lese. Lass doch bitte Dein Hundekind Hundekind sein! :sad2:
    Gib ihm Sicherheit, Nähe, Souveränität. Strenge braucht's in dem Alter gar nicht! Souveränität reicht. Dreh Dich weg, quietsch auf, wenn er "beißt".

    Und bitte, bitte, bedroh Deinen Hund nicht so...

  • Nachdem ich mir alles hier durchgelesen habe, meine Meinung:

    Trotz wirklich hervorragender Aussagen und Tipps eine vollkommen uneinsichtige Hundehalterin, die mit Steinzeitmethoden versucht, ihren WELPEN (!!!) zu erziehen.

    Bei 3 Kindern im Haushalt und diesen antiquierten Erziehungsmethoden sehe ich in wenigen Monaten schon wieder eine schlimme Schlagzeile in einem der Boulevardblätter vor mir.

    Wieder ein Hund, der vom Menschen versaut wird :-/

  • Zitat

    Na danke;)
    Ich bin nicht unerfahren und ich habe mich an Euch in ehrlicher Absicht gewandt.Ich hatte schon Hunde und es ist der erste Hund der sich so verhält.Einen Hundetrainer so nehmen, scheint ja hier die Patentlösung zu sein.Ein Hund ist ein Hund und er folgt im Endeffekt dem Verhalten seines Ursprungs ,dem Wolf......das ihr ihn so vermenschlicht.....verstehe ich nicht.

    Einen guten Hundetrainer zu nehmen, wäre in deinem Fall doch nicht mal schlecht :???:
    Der würde dir das auch mit dem WOLF erklären :hust:

    Hätte ich meine 5 Welpen mit Alphawurf und Schnauzengriff erzogen, hätten sie mit Sicherheit auch geschnappt.

  • Zitat

    Der "Alphawurf"
    Nicht direkt ein Hilfsmittel, aber doch eine bekannte Methode zur Erziehung ist der so genannte "Alphawurf". Sie geht von der These aus, dass ein Leitwolf in einem Wolfsrudel, also der "Alpha" seine Untergebenen diszipliniert, indem er ihn mit Wucht auf den Rücken schleudert und dort festhält, ihm womöglich dabei noch lange fest in die Augen starrt und knurrt. Dieses Verhalten soll imitiert und auf die Hund-Mensch-Beziehung angewendet werden, um dem Hund "Respekt und Unterwerfung" einzubläuen.

    Hierbei gibt es gleich mehrere Probleme.
    Denn soweit es auch stimmen mag, dass Hunde untereinander etwas rauer umzugehen pflegen, so sind sie doch keine Wölfe. Und sie wissen auch, dass wir keine Hunde sind. Sie machen Unterschiede - achten Sie mal darauf, wie Ihr Hund einen anderen Hund begrüßt und wie er auf andere Menschen reagiert. Auch Ihr Hund kennt den Unterschied.
    Hunde untereinander sind sehr gezielt in ihrem Vorgehen und rempeln nicht einfach drauf los. Ihr Verhalten ist oft ein sehr schneller Ablauf vieler kleiner Signale, die der Mensch so schnell oft gar nicht nachvollziehen kann. Unterwerfung ist zudem ein aktiver Prozess, das heißt ein Hund schubst keinen anderen Hund um oder dreht einen anderen erwachsenen Hund auf den Rücken, sondern es handelt sich um ein Wechselspiel. Und im Normalfall dreht sich der unterwerfende Hund selbst auf den Rücken. Das kann sehr fließend vor sich gehen und so aussehen als habe der dominierende Hund den anderen Hund umgeworfen. Doch Zeitlupenaufnahmen zeigen, dass es nicht so ist. So wird höchstens bei sehr kleinen Welpen in einer Erziehungssituation vorgegangen. Es handelt sich aber keinesfalls um eine Alltagssituation in Hunde- oder Wolfsrudeln unter erwachsenen Tieren.

    Der tapsige Versuch eines Menschen dieses hochkomplexe Verhalten zu imitieren, führt im besten Fall dazu, dass Ihr Hund zu der Überzeugung gelangt Sie haben sie nicht mehr alle. Im schlimmsten Fall fühlt sich Ihr Hund zutiefst gedemütigt und attackiert und wird entweder mit Panik oder aber mit vehementer Gegenwehr antworten. Beides wollen Sie nicht. Denn beides führt nicht zu einem Lerneffekt, sondern nur zur Zerstörung Ihrer Beziehung und Ihrer Bindung und einem Vertrauensverlust, der sehr schwer - wenn überhaupt - wiedergutzumachen ist.

    Ebensolches gilt für das Packen im Nacken! Hunde reißen sich durchaus mal gegenseitig am Fell, wenn sie rangeln, doch der gezielte Griff in den Nacken, vielleicht noch mit einem Schütteln ist eine Morddrohung und wird allerhöchstens Panik und Aggression, auf jeden Fall aber einen Vertrauensbruch herbeiführen.

    Bedenken Sie grundsätzlich beim Einsatz von Schmerzen und körperlicher Gewalt, dass die beiden wahrscheinlichsten Effekte Panik und Aggression sind, in jedem Fall aber unausweichlich ein Vertrauensverlust und Schwächung der Bindung. Und auf einer soliden Bindung basiert jede Ausbildung und Erziehung.

    Quelle: http://www.beziehung-statt-erziehung.de/dont_-_ungeeig…ilfsmittel.html

    Zitat

    Angst vor Menschen: Ihr Hund fürchtet Sie

    Angst ist ein Zustand, in dem ein Hund weder lernen noch gehorchen kann. Deshalb macht es aus verhaltensbiologischer Sicht - und natürlich aus menschlicher Sicht! - keinen Sinn einen Hund bei der Ausbildung einzuschüchtern. Manche Hunde reagieren sehr sensibel auf Ihren Tonfall und Ihre Körpersprache und zeigen bereits Angstverhalten, sobald eine ungeduldige Nuance in Ihrer Stimme erscheint. Nehmen Sie Ihren Hund ernst und machen Sie eine Pause, bis Ihre Geduld wieder ausreicht.

    Dass Ihr Hund Sie fürchtet, erkennen Sie an seiner Körpersprache, sobald Sie sich ihm nähern. Schauen Sie ihn einmal an, wenn er Sie nicht beachtet. Studieren Sie seine Haltung. Ist er entspannt? Jetzt sprechen Sie ihn an. Kommt er freudig angelaufen oder spitzt er die Ohren und schaut Sie aufmerksam an? Oder legt er gleich die Ohren an, wedelt er ängstlich, weicht er sogar zurück? Ein Wedeln wird häufig als Freude missverstanden, doch ist ein Wedeln nur dann freudig, wenn der ganze Schwanz dabei locker hängt. Ist er eingeklemmt, eng angelegt und wedelt der Hund nur mit der äußersten Spitze schnell und hektisch, dann hat er Angst.

    Wie begegnen Sie dieser Angst? Machen Sie sich harmlos. Fixieren, anfassen, aufrichten oder auf den Hund zu bewegen kann von ihm als bedrohlich empfunden werden. Wenn Ihr Hund an der Leine gehen muss, verwenden Sie eine lange Leine (Schleppleine), die ihm ermöglicht auszuweichen. Halten Sie ihn nicht fest und folgen Sie ihm nicht. Setzen Sie sich locker auf den Boden und gähnen Sie herzhaft. Strahlen Sie Normalität, Langeweile und Beiläufigkeit aus. Beachten Sie ihn nicht. Wenn er sich Ihnen nicht freiwillig nähert, können Sie kleine Futterbröckchen beiläufig grob in seine Richtung werfen oder sein Lieblingsspielzeug auspacken und damit herumspielen. Loben Sie ihn für jeden freiwilligen Schritt auf Sie zu oder locken Sie mit Futter. Sprechen Sie ruhig, freundlich und aufmunternd, niemals tröstend oder wehleidig.

    Lernen Sie auch im Alltag, dass Sie den Hund immer zu sich rufen statt ihn einzufangen. Und vor allem: haben Sie viel Geduld. In schweren Fällen sollten Sie sich immer an einen Spezialisten wenden, der Sie und Ihren Hund vor Ort kennen lernen kann.

    Quelle: http://www.beziehung-statt-erziehung.de/angst.html

  • schau mal, vielleicht kommt dir das ja bekannt vor, dort ist auch verlinkt, wie man die Frustrationstoleranz steigern kann!
    https://www.dogforum.de/ftopic119193.html

    Wenn du versuchst, den Welpen zu unterwerfen, wirst du es übrigens, wie du sicherlich schon gemerkt hast, schlimmer machen.
    Übrigens sind das Methoden, die Hunde untereinander anwenden - willst du, dass dein Hund dich behandelt wie einen Hund? Auf das Level wirds ein Mensch wohl kaum schaffen... da würd ich mir Gedanken ums Baby machen, wenn die dann irgendwann mal eine Rangordnung herstellen müssen! :hust:

  • Hallo,
    ich finde die Idee mit dem Hundetrainer auch nicht verkehrt.

    Übrigens habe ich gerade u. a. den 8. Hund meines Lebens und scheue mich bei allem Wissen und Erfahrung nicht, einen Hundetrainer mit ihm aufzusuchen. Das ist ja kein Zeichen von Dummheit oder Versagen oder Unkenntnis - eher im Gegenteil. Es ist nur gut, wenn man seine Grenzen kennt und schon im Vorfeld Fehler vermeiden möchte.

    Ein Hundetrainer hat Forums-Usern gegenüber den entscheidenden Vorteil, dass er Euch zwei live und in Farbe sehen kann. Somit ist ein Trainer eher in der Lage als wir hier, die nur Deine Beschreibung der Situation lesen können, auch mal die andere Seite zu sehen, Deinen Spencer nämlich und die Lage genauer zu beurteilen - ob es wirklich Angst ist, wie Du dem Hund gegenüber auftrittst, ob es da bessere Möglichkeiten gibt...

    Solche Hilfestellungen finde ich nur gut und sinnvoll - ein neutraler Beobachter, der einem Momente zeigen kann, in denen man ungewollt vielleicht für diesen Hund etwas zu viel Druck macht...

    Gerade, weil Du mit auf den Rücken legen argumentierst und auch mit dem Wolfs-Kram, wäre es nicht grundverkehrt, sich mal auf den etwas neueren Stand der Lerntheorien bringen zu lassen. Und ehe Du jetzt tonnenweise Bücher wälzt, während Dein Welpe (!) Angst vor Dir zu haben scheint, kann man sich doch kurz und schmerzlos von einem Trainer helfen lassen.

    LG, Chris

  • Zitat

    Na danke;)
    Ich bin nicht unerfahren und ich habe mich an Euch in ehrlicher Absicht gewandt.Ich hatte schon Hunde und es ist der erste Hund der sich so verhält.Einen Hundetrainer so nehmen, scheint ja hier die Patentlösung zu sein.Ein Hund ist ein Hund und er folgt im Endeffekt dem Verhalten seines Ursprungs ,dem Wolf......das ihr ihn so vermenschlicht.....verstehe ich nicht.

    Ehrlich und nicht böse gemeint...aber genau anders herum war mein Eindruck von Dir.
    Aufgrund der Ausdrücke wie Dominanz der Mutter, Knutscher und dergleichen kommt man leicht auf dieses Vorurteil. ;)
    Es ist schwer zu erklären aber man kann auch den Hund andersherum vermenschlichen...

    Das Problem ist, das Du in keinster Weise erklärt hast wie Du den Hund bisher erzogen hast,(ausser Verbote und Schnauzgriff ect.) deshalb kann hier niemand sagen was falsch läuft bzw. falsch gelaufen ist.

    Wir können doch nicht wissen wie Du mit Deinem Hund den Rest der Zeit umgehst und wie er sich sonst verhält, dafür waren die Beschreibungen einfach zu spärlich.

    Ich persönlich bin auch für konsequente Einhaltung von Grenzen...aber bei Dir hört es sich so an, als sei die Grenze ein einziges Erziehungsmittel...wie gesagt, Du müßtest Da etwas mehr zu schreiben.

  • Hallo,

    anstatt zu versuchen ihm etwas wegzunehmen, würde ich in die Richtung arbeiten, dass er alles fallen lässt wenn Du AUS sagst.
    Das kannst Du sehr gut machen indem Du ihm etwas besseres anbietest.

    Generell würde ich viel mehr positiv aufbauen und versuchen viel weniger zu strafen. Möchte er etwas vom Boden aufnehmen, dann kommt ein strenges und lautes PFUI. Die meisten Hunde erschrecken und gehen einen Schritt zurück. Jetzt muss sofort das Lob kommen.

    Versuch es einfach mal.

    Liebe Grüße

    Steffi

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