Übernahmevertrag statt Kaufvertrag - Ist das Standard bei Tierschutz-Hund?
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Hallo zusammen,
ich brauche mal euren Input, weil ich seit 20 Jahren nicht mehr Pflegestelle war und jetzt plötzlich wieder in der Situation bin.Kurz zur Ausgangslage:
Ich bin gerade spontan Pflegestelle für einen Hund aus/in Sizilien geworden. Jetzt stellt sich die Frage, wie wir weitermachen sollen:- Option 1: Über einen Tierschutzverein laufen lassen → ich wäre offiziell Pflegestelle und die Vermittlung würde dann auch über den Verein stattfinden.
- Option 2: Ich mache es privat und kümmere mich eigenständig um die Vermittlung.
Ich habe mit von dem Verein erst die Selbstauskunft für Adoptanten von Hunden durchgelesen und fand einige der Fragen irritierend. Beispiel:
- Konkrete Fragen zu Wohnverhältnissen
- Frage zu beruflichem Status, respektive ob staatliche Hilfen bezogen werden
- Ob man sich bei Ankunft des Hundes Urlaub nehmen könnte etc.
Jetzt habe ich mir den Übernahmevertrag durchgeschaut, also keinen Kaufvertrag. Ich kenne das so gar nicht (früher war das bei mir eher klassisch Kauf-/Schutzvertrag mit Eigentumsübergang).
Ist es heute wirklich normal, dass man bei Vereinen einen „Übernahmevertrag“ schließt, bei dem kein Kauf stattfindet?Und dann gibt es darin ein paar Paragraphen, die ich persönlich schwierig finde oder zumindest gerne diskutieren würde. Zum Beispiel:
- Euthanasie:
Innerhalb der ersten 12 Monate darf eine Euthanasie nur mit Zustimmung des Vereins erfolgen. Bei Uneinigkeit soll ein Tierarzt eingeschaltet werden, auf den sich beide Parteien einigen müssen.
- Rückgabe:
Bei Rückgabe des Hundes sollen 20€ pro Tag Unterbringungskosten gezahlt werden, bis (maximal für einen Monat) ein Platz gefunden wird.
- Zucht/Fortpflanzung:
Sollte der Hund ungeplant Welpen bekommen, werden diese automatisch Eigentum des Vereins.
- Vertragsstrafe:
Bei Verstoß (z.B. Weitergabe ohne Meldung) Vertragsstrafe 650€.
- Schutzgebühr:
Schutzgebühr = „Auslagenerstattung“, keine Rückerstattung bei Rückgabe.
Ich bin grundsätzlich überhaupt nicht gegen Verträge, aber so etwas habe ich halt in meiner Zeit als Pflegestelle nicht gesehen oder erlebt.
Meine Fragen an euch:
- Ist das eurer Erfahrung nach mittlerweile „normal“?
- Gibt es aktuelle rechtliche Entwicklungen, die das erklären?
- Und ganz persönlich: Würdet ihr bei sei einem Vertrag einen Hund aufnehmen wollen?
Irgendwie habe ich da gerade sehr viele Fragezeichen im Kopf.
Danke schon mal für Einschätzungen! 🙏
(und natürlich für euch und eure Hunde ein entspanntes Silvester. Meine Hündin Nala, ich und Otto (aka "das Ottilein") stehen gerade am Strand von Sizilien in der Sonne, werden wie jeden Abend ins Bett gehen und ziemlich sicher nichts vom Jahreswechsel mitbekommen :-) ) - Vor einem Moment
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Ich würde nichts anderes als einen Kaufvertrag unterzeichnen.
Und selbst den nicht mit solchen Klauseln, egal ob gültig oder nicht.
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Ich würde maximal einen Eigentumsvorbehalt von höchstens 12 Monaten unterzeichnen, wenn danach das Eigentum an mich übergeht.
Oder lieber gleich einen Kaufvertrag.
Die o.g. Paragraphen kommen für mich nicht in Betracht.
Letztlich hindern mich die meisten Verträge im TS, ein TS-Tier zu übernehmen.
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Innerhalb der ersten 12 Monate darf eine Euthanasie nur mit Zustimmung des Vereins erfolgen. Bei Uneinigkeit soll ein Tierarzt eingeschaltet werden, auf den sich beide Parteien einigen müssen.
Niemals würde ich mich darauf einlassen. Die Erfahrung der letzten Monate haben mich darin noch mal bestärkt.
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Option 2: Ich mache es privat und kümmere mich eigenständig um die Vermittlung.
Dann sollte Dir auch bewusst sein, dass Du dann auch in der Haftung stehst, wenn der Hund "Mängel" hat.
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Ich habe mit von dem Verein erst die Selbstauskunft für Adoptanten von Hunden durchgelesen und fand einige der Fragen irritierend. Beispiel:
Konkrete Fragen zu Wohnverhältnissen
Frage zu beruflichem Status, respektive ob staatliche Hilfen bezogen werden
Ob man sich bei Ankunft des Hundes Urlaub nehmen könnte etc.Die Fragen sind üblich und kenne ich so aus den Selbstauskunftsbögen von diversen Vereinen, abgesehen von der Frage nach den staatlichen Hilfe.
Jetzt habe ich mir den Übernahmevertrag durchgeschaut, also keinen Kaufvertrag. Ich kenne das so gar nicht (früher war das bei mir eher klassisch Kauf-/Schutzvertrag mit Eigentumsübergang).
Ist es heute wirklich normal, dass man bei Vereinen einen „Übernahmevertrag“ schließt, bei dem kein Kauf stattfindet?Steht denn drin das du nur Besitzer wirst und kein Eigentümer? Kommt mittlerweile häufiger vor, würde ich persönlich aber nie unterschreiben. Und dann gibt es darin ein paar Paragraphen, die ich persönlich schwierig finde oder zumindest gerne diskutieren würde.
Alles anzeigenUnd dann gibt es darin ein paar Paragraphen, die ich persönlich schwierig finde oder zumindest gerne diskutieren würde. Zum Beispiel:
Euthanasie:
Innerhalb der ersten 12 Monate darf eine Euthanasie nur mit Zustimmung des Vereins erfolgen. Bei Uneinigkeit soll ein Tierarzt eingeschaltet werden, auf den sich beide Parteien einigen müssen.
Rückgabe:
Bei Rückgabe des Hundes sollen 20€ pro Tag Unterbringungskosten gezahlt werden, bis (maximal für einen Monat) ein Platz gefunden wird.
Zucht/Fortpflanzung:
Sollte der Hund ungeplant Welpen bekommen, werden diese automatisch Eigentum des Vereins.
Vertragsstrafe:
Bei Verstoß (z.B. Weitergabe ohne Meldung) Vertragsstrafe 650€.
Schutzgebühr:
Schutzgebühr = „Auslagenerstattung“, keine Rückerstattung bei Rückgabe.Sehr schräg. Vor allem Euthanasie und Rückgabe. Vertragsstrafe und Schutzgebühr ist so üblich.
Alles in allem würde ich so einen Vertrag nicht unterschreiben.
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Co_Co Danke für deine Antwort. Dass solche Klauseln in einem Kaufvertrag ungültig sind haben in der Vergangenheit ja viele Tierschutzorgas ignoriert. Kann es sein, dass jetzt einfach zu Übernahmeverträgen gegriffen wird weil es dort ok ist?
Habe das echt noch nie gesehen.Gersi Ich persönlich würde mich darauf auch nicht einlassen und genau das ist gerade für mich auch das Problem: Ich kann keinen Hund vermitteln, bei dem zukünftige Besitzer*innen so etwas unterschreiben müssen. (Und was waren deine Erfahrungen die dich darin bestärkt haben?)
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Rückgabe:
Bei Rückgabe des Hundes sollen 20€ pro Tag Unterbringungskosten gezahlt werden, bis (maximal für einen Monat) ein Platz gefunden wird.Das ist ja eine Unverschämtheit.
Entweder bin ich Eigentümer und für den Hund verantwortlich, oder eben nicht.
Von einer Orga, die mir keine vollen Eigentumsrechte überlassen will, sich aber eine Rücknahme bezahlen lässt, würde ich keinen Hund nehmen.
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Ich würde maximal einen Eigentumsvorbehalt von höchstens 12 Monaten unterzeichnen, wenn danach das Eigentum an mich übergeht.
Warum würdest du dich darauf einlassen?
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Kann es sein, dass jetzt einfach zu Übernahmeverträgen gegriffen wird weil es dort ok ist?
Habe das echt noch nie gesehen.Vermutlich haben sich unsere Beiträge überschnitten daher nochmal die Frage: wirst du tatsächlich dauerhaft nur Besitzer und kein Eigentümer? Übernahmevertrag (also als solche in der Überschrift bezeichnet) hab ich schon oft bei Abgabeverträgen gesehen, Kaufvertrag hingegen noch nie. Inhaltlich waren das trotzdem Kaufverträge. Heißt Eigentum ging trotzdem direkt über.
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Hallo,
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