Überforderung mit erstem Welpen

  • Mittlerweile kann er sich teilweise draußen lösen. Ich weiß, dass das ein Fortschritt ist.

    Ich wusste auch, welche Aufgaben auf mich zukommen und diese Aufgaben stören mich an sich überhaupt nicht. Aber ich bin jetzt nach über einer Woche immer noch an dem Punkt, dass ich keine Freude empfinde. Ich habe Angst, dass sich das nicht bessern wird. Und der Hund merkt die Ablehnung ja auch. Für ihn ist das auch nicht schön. Ich denke nun ernsthaft darüber nach, ihn zurückzugeben.

    Ich bin dauerhaft gestresst, komme gar nicht zur Ruhe. Ich schlafe schlecht (nicht wegen dem Kleinen, der schläft ruhig), ich kann kaum was essen. Nun beschleicht mich das Gefühl, dass es noch zu früh für einen Hund war. Die Vorstellung, dass er jetzt immer da ist, setzt mich unter Druck.

    Natürlich habe ich über alles vorher nachgedacht und ich wusste, dass er dann immer da sein wird. Aber in meiner Vorstellung war das etwas Schönes. Ich bin wirklich ratlos.

  • Gib Dir Zeit und freue Dich an den Fortschritten, die Ihr macht. Wenn Du jetzt zurücküberlegst: was klappt jetzt, was am ersten Tag überhaupt nicht ging?

    Die Vorstellung, dass er jetzt immer da ist, setzt mich unter Druck.

    Ja, das ist schon eine Umgewöhnung. Allein der Gedanke daran, dass Du jetzt Verantwortung hast für ein anderes Lebewesen. Aber denke auch daran, dass der Hund und Eure Beziehung zueinander nicht so bleibt, wie es genau jetzt ist. Ihr werdet zusammenwachsen, Euch gegenseitig verstehen lernen, zusammen Neues entdecken. Und da ist jetzt jemand, der sich wahnsinnig freut, wenn Du nachhause kommst. Und Du wirst Dich immer wieder dabei ertappen, zu lächeln oder zu lachen, wenn der Hund Dich schief anguckt oder Dich mit leuchtenden Augen erwartungsvoll anschaut, weil: er gerade ein Superspiel erfunden hat (Plüschtier aushöhlen, Karton zerreissen, Mülleimer ausräumen) oder es ja jetzt gleich sofort Futter gibt oder weil der Spaziergang gleich losgeht oder oder oder.

    Es gibt soooo viele Situationen, in denen Dein Hund Dich zum lächeln oder lachen bringen wird, dagegen werden die Erinnerungen an Pipi aufwischen sehr schnell verblassen. Und tatsächlich ist ein Hund so robust, dass er nicht jeden Tag auf die Minute und das Gramm genau sein Futter bekommen muss, er verzeiht so viele Fehler, die jeder von uns (auch immer wieder) macht. Schlechtes Gewissen haben gehört dazu, aber versuche, Dich davon nicht übermannen zu lassen - das Schöne soll überwiegen. Deshalb hole Dir die schönen Situationen mal ganz bewußt ins Gedächtnis, mach eine Liste davon und hänge sie irgendwohin, wo Du ganz schnell Zugriff darauf hast. Und hänge einen zweiten Zettel daneben mit "Niemand ist perfekt und die Welt geht nicht unter, weil ich etwas falsch mache."Und wenn Dich der Druck anspringt, lies Dir die 2 Zettel durch. Vielleicht hilft Dir das schon ein bischen weiter.

  • Mittlerweile kann er sich teilweise draußen lösen. Ich weiß, dass das ein Fortschritt ist.

    Ich wusste auch, welche Aufgaben auf mich zukommen und diese Aufgaben stören mich an sich überhaupt nicht. Aber ich bin jetzt nach über einer Woche immer noch an dem Punkt, dass ich keine Freude empfinde. Ich habe Angst, dass sich das nicht bessern wird. Und der Hund merkt die Ablehnung ja auch. Für ihn ist das auch nicht schön. Ich denke nun ernsthaft darüber nach, ihn zurückzugeben.

    Ich bin dauerhaft gestresst, komme gar nicht zur Ruhe. Ich schlafe schlecht (nicht wegen dem Kleinen, der schläft ruhig), ich kann kaum was essen. Nun beschleicht mich das Gefühl, dass es noch zu früh für einen Hund war. Die Vorstellung, dass er jetzt immer da ist, setzt mich unter Druck.

    Natürlich habe ich über alles vorher nachgedacht und ich wusste, dass er dann immer da sein wird. Aber in meiner Vorstellung war das etwas Schönes. Ich bin wirklich ratlos.

    Du empfindest keine Freude, erlebst die Situation als unschön und fühlst dich unter Druck gesetzt. Die Gedankenwelt ist eine andere Welt als die Realität. Wenn du jetzt keine Herzchen in den Augen und ein leichtes Lächeln im Gesicht beim einfachen Ansehen deines knuffigen Hundes hast und nicht 97000 Bilder auf dem Telefon, dann würde ich an die Rück-/Abgabe des Hundes nicht nur ernsthaft denken, sondern sie zügig in die Wege leiten.

  • Der Hund wird immer da sein.


    Fühlst du dich damit massiv unwohl, dann gib ihn so rasch wie möglich zum Züchter zurück.

    So jung, hat der beste Vermittlungschancen.

    Ist das allem Mimimi und nicht wahrhaftig so tragisch -- kneif die Backen zusammen!

    Das hier ist der Anfang!

    Die nächsten Jahre, ggf. 15 Jahre, bist du nie mehr alleine.


    Entscheide dich jetzt!

    Geht das für dich?

    Geht das nicht für dich?


    Entsprechend handle.

  • Ich finde, das klingt bei dir total nach Blues und nicht nach einem grundsätzlichem Problem. Du hast dir ja vorher Gedanken gemacht und bist zu dem Urteil gekommen, daß in deinem Leben Platz für einen Hund ist. Wann das vorher wahr war, dann stimmt es auch jetzt noch.

    Der Welpenblues trifft meist die Menschen besonders hart, die sich vorher innerlich sehr viel mit dem Hundekauf beschäftigt haben und alles möglichst gut machen wollen. Zugleich ist eine sehr große Glückserwartung damit verbunden. Auf Liebe, innere Verbindung usw.

    Nun ist der kleine Hund da, aber er ist ein völlig fremdes Wesen und klar, er ist niedlich, aber die innere Verbindung ist noch nicht da. Auch nach einer oder zwei Wochen noch nicht. Das hat man sich anders erwartet, Enttäuschung macht sich breit.

    Wie jede andere Beziehung oder Freundschaft braucht aber auch die zwischen Mensch und Hund Zeit zum Wachsen. Beziehung entsteht mit der Zeit durch viele gemeinsame Erlebnissse und Erfahrungen. Man lernt sich gegenseitig allmählich kennen. Man lernt, daß man sich auf den anderen verlassen kann. Man teilt schöne und manchmal auch weniger schöne Erlebnisse miteinander.

    Ich hatte den Welpenblues nicht so heftig wie du, aber trotzdem haben Cara (meine Pudelhündin) und ich auch länger gebraucht, bis wir diese tiefe Verbindung hatten, wenn man sich mit einem Blick verständigt und genau weiß, was die andere will und vorhat. Als Welpe und Junghund war daran noch nicht zu denken.

    Gestehe dir Zeit und eigene Unvollkommenheit zu, dann wirst du irgendwann froh darum sein.

  • Wart mal noch ab. Das geht vielen so die ersten zwei bis drei Wochen. Danach pendelt sich der Alltag wieder ein und alles sieht wieder besser aus.

    Den Welpen Blues kann jeden treffen. Und erschrickt einen gewaltig. Keine Freude, viel Stress. Da bist du nicht alleine damit.

    Red doch einfach mal mit der Züchterin, vielleicht hat sie dir in einem ruhigen Gespräch noch ein paar Tips.

    Ansonsten immer wieder der Tip: schaff dir ganz bewusst Auszeiten, Pausen. Frag den Partner oder eine gute Freundin, ob er/ sie

    ma 2h Welpen beaufsichtigt. Und dann mach was für dich. Entweder schlafen, oder einen Ausflug, oder essen gehen.. einfach mal Pause.

    Dein Welpe sollte nicht der Mittelpunkt des Universums werden. Das tut beiden nicht gut.


    Guck mal hier bisschen quer durch:

    Flauschig
    13. November 2019 um 12:08
  • Wenn romantische Vorstellung auf die Wirklichkeit trifft.

    Als ich Jette bekam hab ich so gehandhabt, das es nach dem Essen, Schlafen oder Spielen rausging.

    Ebenso wenn ich merkte, das die Maid unruhig wurde.

    Eine Ecke des Wohn- und Schlafzimmers hatte ich mit Zeitung ausgelegt, falls doch mal was daneben gehen sollte.

    Der Wischeimer und das Desinfektionsspray waren gute Freunde von mir in der Zeit.

    Und die Maid war wirklich ein Vorzeigewelpe.

    Stubenreinheit und das Aneinander gewöhnen braucht Zeit.

    Ich saß mit ihr oft auf der Wiese und ließ sie ihre Umgebung entdecken.

    Die Leine schleifte in der Zeit hinter ihr.

    Setz Dich nicht so unter Druck. Geh mit ihr auf die nahe Wiese und setz Dich mit ihr hin. Lass sie gucken und entdecken. Lass Dich auf ihren Blickwinkel ein und entdecke mit ihr die Welt.

    Es wird werden. Ganz sicher!

  • Ich denke auch, dass du einen welpenblues hast. Ich denke es gibt Menschen die mit einschneidende Veränderung gut umgehen und andere eher nicht so gut. Und ich glaube dass ist der welpenblues, Veränderung des eigenen Lebens und eine hohe Erwartungshaltung. Man merkt vielleicht dass man mit einem Welpen nicht automatisch glücklich ist und alles toll und schön ist sondern dass es richtig anstrengend und nervenaufreibend ist.

    Du kannst den welpen ja zurückgeben aber ob du in 10 Jahren z.b nicht auch das gleiche gefühl haben wirst weiß ich nicht

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