Hunde getrennt abgeben und dann wieder zusammenführen?

  • Hey 🙂



    Ich habe zwei Hunde. Kaos, ein 8 Monate alter Deutscher Schäferhund und Blue ein 3 Jahre alter Husky.


    Beide leben seit Welpentagen bei mir.


    Blue war eine bewusste Entscheidung von mir, ich wollte immer schone einen Husky haben und habe mir diesen Traum dann auch erfüllt. Bei Kaos ist es etwas komplizierter. Mein Ex Freund wollte unbedingt einen Schäferhund, ich war skeptisch. Naja, eingezogen ist Blue vor einem halben Jahr dann trotzdem. Ich hätte zugestimmt, zu einem späteren Zeitpunkt, aber das Timing war echt mies.


    Wir haben aktiv versucht schwanger zu werden und eigentlich wollte ich den Stress Schwangerschaft plus Welpe/Junghund nicht. Aber mein Ex hat natürlich das Blaue vom Himmel versprochen und so habe ich zugestimmt ihn zu behalten.


    Ich bin mittlerweile im 5. Monat schwanger und seit 1,5 Monaten wieder Single und außerdem zweifache Hundebesitzerin. Mein Ex hat beschlossen sein altes Leben zurückzulassen, inkl. mir, Hund und baldigen Kind und auszuwandern.


    Aber es geht hier nicht darum diesen Mann schlecht zu machen, egal wie sehr ich das auch will. Aber das hat an anderer Stelle Platz.


    Das Problem, das ich habe ist, dass ich eine sehr schwierige und risikoreiche Schwangerschaft durchlebe. Ich darf nicht mehr arbeiten und sollte eigentlich hauptsächlich liegen.


    Nun stehe ich vor einer schweren Entscheidung. Ich schaffe es nicht mich um die Hunde zu kümmern. Momentan geht dreimal täglich jemand mit ihnen und bespaßt sie ein bisschen. Aber ich merke, dass mich gerade alles stresst. Gestern hatte Kaos Durchfall und ich habe nur noch geheult, weil es mir mies ging und ich trotzdem dauernd raus musste. Da ist mir so richtig bewusst geworden, dass ich das nicht stemmen kann.


    Es wurde mir schon von mehreren Seiten angeboten mir die Hunde erstmal komplett abzunehmen und das möchte ich auch tun.


    Aber es hat sich niemand gefunden, der beide gleichzeitig nehmen will.


    Nun meine eigentliche Frage.


    Wenn ich die Hunde getrennt abgebe und in ein paar Monaten wieder zu mir hole, wenn Kaos dann auch schon älter und reifer ist. Wie groß ist die Chance, dass sie sich noch mögen? Wird sich Kaos ans Einzelleben gewöhnen? Huskys sind ja eher verträgliche Hunde und Blue hatte kein Problem als Kaos einzog.


    Aber ein halbstarker Schäferhund, der als Einzelprinz gelebt hat wieder zusammen zu führen? Kann das schief gehen?


    Ich werde dann den zusätzlichen Stress als alleinerziehende Mama haben und kann das nicht brauchen, dass sich die Hunde in die Haare kriegen.


    Wäre es vernünftiger die Hunde hier zu behalten und durchzubeißen?


    Ein bisschen spielt auch der Gedanke mit Kaos komplett abzugeben, aber ich liebe ihn und er kann ja nichts dafür.


    Alles doof. Das sollte eine wunderschöne Zeit sein, aber ich bin nur gestresst und fertig.

  • Hallo,

    Das kann schief gehen und das kann gut gehen. Ich habe einen Mali aufgezogen und mit einem Jahr dann abgegeben. Der kann bis heute mit meinen anderen erwachsenen Rüden laufen.


    Wenn sich ein guter, passender Endplatz für den Schäfer findet, wäre es ja auch wirklich eine Überlegung ihn dort hin zugeben.


    Dir viel Kraft für die kommende Zeit.

  • Willkommen im Forum.


    Glückwunsch zur Schwangerschaft.


    Ob die beiden Hunde nach einer Trennung wieder miteinander auskommen werden, da können dir andere User hoffentlich mehr sagen können.


    Ich möchte zu Bedenken geben, dass es mit beiden Hunden, selbst wenn sie sich verstehen sollten, als Alleinerziehende mit Säugling und später, Krabbelalter,... sehr viel schwieriger werden wird.


    Kommt der DSH vom Züchter - dann wäre der, der erste Ansprechpartner.

    Auch wäre eine Pension, wenn das finanziell möglich ist, für den DSH eine Option, damit er sich nicht an Einzelhaltung gewöhnt.

  • Man kann das mMn einfach nicht vorhersagen. Es kann sein, dass eine Zusammenführung problemlos wäre. Es könnte aber auch sein, dass es nach der Trennung Stress gibt.


    Eine vorübergehende Betreuung finde ich aber auf jeden Fall sinnvoll, so lange du dich nicht kümmern kannst. "Durchbeißen" würde ich mich da nicht - vor allem kann das der Stress das ganze ja auch schlimmer machen, sowohl für dich und das Baby als auch für die Hunde.


    Ich würde ab deiner Stelle wohl Blue in Betreuung geben und Kaos anderweitig vermitteln. Natürlich sollte man nicht leichtfertig Hunde kaufen und verkaufen, aber es kann eben auch passieren, dass sich Lebensumstände ändern. Unabhängig von der Verträglichkeit stelle ich es mir sehr stressig vor, später einem Neugeborenen und beiden Hunden gerecht zu werden. Ich kann mir vorstellen, dass es auch für Kaos besser wäre, lieber jetzt endgültig vermittelt zu werden, als erstmal ein paar Monate in Betreuung zu gehen und dann wieder zu dir während du eigentlich gar keine Kapazitäten hast. Wenn es blöd läuft ist er dann irgendwann 1,5, gerade ein Halbstarker, hatte trubelige Monate und muss dann vermittelt werden, weil du es einfach nicht schaffst mit Baby+Hunden. Dann lieber jetzt, noch relativ jung, und mit nur einer Umstellung ins neue Zuhause.

    Das wäre zumindest mein Eindruck nach dem Lesen. Dass eine Abgabe nicht toll ist und man das eigentlich nicht möchte verstehe ich komplett. Aber es kann manchmal auch trotzdem die beste Lösung sein.

    Alles Gute!

  • Du hast gerade ganz viel anderes zu tun, als dich um zwei solch anspruchsvolle Hunde zu kümmern.

    An deiner Stelle würde ich für den Schäferhund einen Platz bei jemandem suchen, der offen dafür wäre den Hund komplett zu behalten, solltest du dich dazu entscheiden ihn nicht mehr zurück zu nehmen.


    Für den Husky käme eventuell auch Dogsharing in Frage, ich kenne mich da selber nicht so aus, ich kannte nur mal eine junge Frau, die das gemacht hat :)


    Zwecks späterer Zusammenführung kann man nicht viel sagen, es ist immer schwer die Zukunft vorher zu sehen, zumal der Schäferhund auch noch so jung ist.

    Sollte er nicht gänzlich unverträglich werden, sehe ich da mit einer gescheiten Anleitung bei der Zusammenführung keine Probleme.


    Es ist auch in Ordnung, dass du dich so gestresst fühlst. Ich musste vor einigen Jahren ebenfalls eine ähnliche Entscheidung treffen. Das Leben ist nunmal keine gerade Linie.

    Lass dich nicht unter kriegen falls unpassende Kommentare zu deiner Situation fallen.


    Alles alles Gute dir, du packst das, egal wie du dich entscheidest! :nicken:

  • Na das ist ja mal eine bescheidene Situation.


    Ganz ehrlich würde ich längerfristig denken.

    Es geht nicht bloss um die Monate während der Schwangerschaft. Du startest allein erziehend, nach einer schwierigen Zeit, in einen dir noch "unbekannter" Alltag.


    Damit meine ich, dass du jetzt nicht abschätzen kannst, wie das Leben mit deinem Kind startet. Wie viel du schlafen kannst, wie unkompliziert oder aufwändig es wird.


    Daher wäre es eine Überlegung wert, dass die Hunde für wirklich lange Zeit umplaziert werden. So dass du ohne diesen zusätzlichen Stress im Hinterkopf euren neuen Alltag starten kannst. Wenn du dann siehst, wie es läuft, wenn du Kapazitäten hast und Betreuer, die dir den Hund bei Krankheit, bei kurzfristigen Terminen für das Kind, bei was auch immer da so kommen mag abnehmen können - dann ist Zeit den Hund wieder zu dir zu holen.


    Allerdings würde ich dazu tendieren, den Schäferhund vollständig abzugeben. Damit jemand mit ihm arbeiten kann, sich vielleicht auch was aufbauen kann. Und der Hund da seinen festen Platz hat.


    Versteh mich richtig, dass du den Hund liebst bezweifle ich keinen Moment. Auf gar keinen Fall. Die Frage ist nur: was ist für euch alle die beste Lösung auch auf lange Sicht?


    Nicht nur kurzfristig.


    Beim Husky sehe ich es etwas anders, wenn der zu den gemütlichen Exemplaren gehört kann das auch für dich weiterhin eine Bereicherung sein. Der ist ja schon erwachsen, erzogen, kein Arbeitshund (schätze ich jetzt mal dass es eher keine Leistungszucht ist, oder)


    Auf jeden Fall wünsche ich dir ganz viel Kraft, gute Nerven und schau gut zu dir.

  • Ich würde auch dazu tendieren den DSH komplett abzugeben. Er ist noch sehr jung, scheint keine größeren Probleme zu haben und hat da gute Chancen. Ich denke, du tust dir, ihm und Blue keinen Gefallen, wenn du ihn auf Teufel komm raus behältst. Vor allem wenn du dann alleinerziehend bist und eigentlich der Ex den Hund haben wollte.

  • Was für eine sch. Situation :streichel:


    Wie weit voneinander weg wären denn die Stellen? Könnten die nicht miteinander weiter gemeinsam Gassi gehen, damit die Jungs den Kontakt nicht verlieren?

    Und ... uff. also aus eigener Erfahrung, aus ner schweren Schwangerschaft, Geburt und Baby ... kann man nicht davon ausgehen, dass du nach der Geburt dann wieder schnell fit genug bist für zwei große Hunde.

    Hast du dann auch Hilfe mit Baby? Dann ist ja auch die Winterzeit und nicht so einfach mit Neugeborenem und zwei Kerlen spazieren zu gehen ...

    Da spielen Wohnsituation (mit Garten einfacher als im zweiten Stock) ect eine große Rolle, wie schwer das wird. Und auch der Charakter vom Kind ... mein Großer war toll, kein Problem, der hat auf der Hundewiese gepennt, mein Kleiner und Gassi, durchschreien ...


    Das Wichtigste ist erstmal, dass du dich erholen kannst.

    Und wenn man von monatelanger Trennung redet, sollten die beiden sich aber öfter mal treffen können. Und wenn du eine Stelle hast, wo Kaos dauerhaft ein gutes Zuhause bekommen könnte ... eine sau schwere Entscheidung, aber ich würde auch dann überlegen, ob das nicht besser für alle Beteiligten wäre. In der Babyzeit müssen Hunde zurückstecken und er ist da gerade voll in der pubertären Umbruchphase und dann Kinderwagen und prollender DSH?

    Es sind so viele Aspekte, die man nicht so richtig vorhersehen kann ... ich wünsch dir einfach ganz viel Unterstützung und wenn dich eine Entscheidung im Moment zu sehr stresst. dann können die Jung erstmal zwei Wochen in Urlaub gehen und ausgeschlafen denkst du nochmal neu. Die machen den Kohl auch nicht mehr fett. Als verrenn dich nicht in ich muss HEUTE ne Entscheidung treffen ... Ruh dich erstmal akut aus und dann kannst du alle Aspekte und deine Ressourcen und Möglichkeiten vor dir ausbreiten und neu überlegen.


    Und ... man ich wünsch deinem Ex, dass das Karma zurückschlägt!


    :streichel:

  • Oh, noch ein Blue! Hier lebt auch einer, aber mit Locken :D


    Ich würde auch den Kaos abgeben. Wir haben unseren Blue auch mit 8 Monaten geholt, das war super! Man hat noch ein bisschen Zeit sich miteinander bekannt zu machen, bevor die Pubertät voll startet, kann schon alles machen mit dem Hund (im Gegensatz zu einem Welpen), und vieles ist einfacher finde ich mit Junghund als mit Welpe.

    Kaos hat dann die Chance, sich ganz auf sein neues Leben einzustellen, und bei dir ist der Druck ein bisschen raus, falls was passiert (unserer hatte zB die letzten Monate Anaplasmose, musste geschont werden, hohe Tierarztkosten etc…da wärst du dann auch nicht mehr involviert, falls sowas kommt).


    Deinen Husky würde ich ebenfalls behalten, bzw nach der Schwangerschaft wieder zu dir holen. Kind auf den Rücken schnallen und mit einem erwachsenen, erzogenen (?) Hund loslaufen ist ja etwas ganz anderes, als mit einem pubertierenden Schäferhund zusätzlich in der anderen Hand, der vielleicht mal versucht herumzupöbeln, noch das Jagen für sich entdeckt oder sonstwas. Da kann ja noch was kommen in der Pubertät.

    Klar, Babies und Kleinkinder sind immer irgendwo anstrengend, aber ein Hund mit dem du gut als Team funktionierst könnte da ja vielleicht auch ein bisschen helfen.


    Ansonsten alles Gute für die Schwangerschaft, kümmer dich erstmal gut um dich selbst und dein Baby! Und schau vielleicht auch schonmal nach Hilfe wenn dein Baby dann da ist, eine Freundin hatte eine ähnliche Situation (nur ohne die Hunde) und hat ganz tolle Hilfe von so einer Familienhilfe bekommen. Da ist dann ein oder zweimal die Woche eine Frau gekommen und hat das Baby ein paar Stunden übernommen, das war eine riesen Erleichterung. Es war auch immer die selbe Frau, sodass das Baby sie dann auch kannte und dort ganz entspannt war. Vielleicht kann man sowas ja jetzt schon gucken, wo man noch gut durchschlafen kann und bisschen mehr Kapazitäten für Organisation hat :)

  • Kaos ist mit 8 Monaten in einem Alter, in dem er viel Aufmerksamkeit haben sollte. Erziehung, Training, Grundlagen legen für Hundesport oder alternative Auslastung sind Thema und verlangen Energie und Zeit. Die Pubertät und Adoleszenz steht bevor und wird sich, bis der Hund wirklich erwachsen ist, über die nächsten 1, 2 Jahre hinziehen. Eine prägende Zeit für den Hund.


    Das ist keine Zeit, in der ein Hund nebenherlaufen kann oder einfach ohne Folgen irgendwo zwischengeparkt werden kann, bis man sich irgendwann mal wieder richtig um ihn kümmern kann.


    Nach der Geburt wird dein Kind erstmal lange Zeit im Mittelpunkt stehen, und als alleinerziehende Mutter ist kein Partner für dich da, der dich entlasten kann. (Ich wünsche dir von Herzen, daß dir andere Menschen in deinem Umfeld zur Seite stehen.)

    Es ist nicht mal gesichert, daß du genügend Schlaf bekommen wirst.

    Wer wird dann die Energie haben, sich mit vollem Einsatz um Kaos zu kümmern und ihn nicht nur aufzubewahren?


    Ich würde Kaos abgeben und zwar jetzt. Nicht weil du ihn nicht liebst, sondern weil du ihn liebst und damit er eine Chance bekommt, einen Besitzer zu finden, in dem er die Aufmerksamkeit bekommt, die er jetzt und in nächster Zeit braucht.

    Ein altergemäß gut erzogener, gesunder Junghund ist leicht zu vermitteln. Ein ein bis zwei Jahre älterer Hund mit diversen, durch verschlampte Erziehung entstandene Baustellen ist es viel weniger. Davon gibt es schon zuviele.


    Deine Lebensumstände haben sich ohne deine Schuld so verändert, daß eine Abgabe ohne schlechtes Gewissen gerechtfertigt ist, auch wenn du natürlich an Kaos hängst. Ich meine aber, es wäre vor allem eine echte Chance für ihn.

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