Beiträge von Caissa

    Ich habe mich beim Lesen gefragt, ob diese "Lustlosigkeit" denn wirklich ein Problem für den Hund ist.

    Zum Beispiel proviere ich manchmal Suchspiele in der Wohnung, aber auch draußen. Draußen klappt es dann schon etwas besser, in der Wohnung liegt er sich meistens hin und will gestreichelt werden. So auch beim Thema mit den "Tricks". Er hat auf die meisten Tricks nicht so richtig Lust, habe es zum Beispiel schon mit Männchen oder Rolle ausprobiert, meistens legt er sich aber nur auf den Rücken und will gekrault werden. Im Prinzip kein Problem, aber selbst Platz führt er nur selten wirklich aus.

    Vielleicht hat er einfach keinen riesen Spaß an sowas. Also ohne zu leiden. "Sinnlose" Tricksereien mit vielen Wiederholungen sind nicht für jeden Hund was, einige Hunde müssen einen Sinn erkennen, was sie tun sollen.

    Ich benutze dabei natürlich auch seine liebsten Leckerchen. Ebenso schwer tut er sich manchmal bei dem Thema mit dem "Körbchen-Training". Ich kann dabei wirlklich die tollsten Belohnungen nutzen, aber er will immer lieber daneben oder auf dem Boden liegen. Dadurch habe ich aber auch das Gefühl er kommt manchmal nicht richtig zur Ruhe und hat auch teilweise das Verhalten einem in der Wohnung "nachzustellen". Ich bin oft bei meinem Freund, dort klappt es sogar richtig gut mit dem Hundeplatz, er legt sich dann dort automatisch hin aber zuhause scheint er darauf keine Lust zu haben (am liebsten liegt er auf der Couch, Boden, Bett).

    Auch hier habe ich nicht das Gefühl, dass es für den Hund ein Problem gibt. Er liegt wo er will und ist sicher zufrieden damit :D


    Manchmal sagen auch Bekannte dass er so traurig/lustlos wirkt, er lässt sich am liebsten streicheln und hat aber nicht so lust auf spielaufforderungen, die manchmal kommen.

    Mein Rüde würde auf sowas auch nicht reagieren. Der hat keinen Spaß an Spielen. Ich empfinde das nicht als traurig. Gerade die Interaktion mit Fremden ist nicht jederhunds Sache.

    Draußen liebt er es zu wandern und die Welt zu erkunden, viel ist er auch am schnüffeln und suchen und schaut dabei aber auch zu mir und wir genießen zusammen das laufen.

    Und hier wiederum beschreibst du ja, worauf er scheinbar wirklich Lust hat.

    Viele Haushunde heutzutage benehmen sich ihr Leben lang sehr kindlich. Haben Spaß am Spielen, machen "sinnlose" Dinge. Aber vielleicht ist dein Hund einfach abgeklärter. Vielleicht ist er einfach erwachsen und verschwendet ungern Energie auf sinnlose Dinge.


    Also meine Frage an dich wäre:

    Besteht für dich ein Problem, weil du nicht weißt, wie du ihn trainieren kannst? Dann wäre es gut, wenn du nochmal genauer beschreibst, in welchen speziellen Situationen das Training nicht klappt, was dein Ziel ist und wie genau du bisher trainiert hast.

    Oder besteht tatsächlich für den Hund ein Problem? Dann wäre mein erster Weg zum TA, um ihn körperlich durchzuchecken. Und danach würde ich genauer erforschen, was für ihn als Belohnung funktioniert, damit ihr besser zusammenarbeiten könnt. Trotzdem glaube ich, dass das Ziel nicht sein sollte, dass er unbedingt spielen und tricksen muss.

    Für mich liegt der Fokus in der Geschichte woanders. Ob es nun zu viele Anweisungen von der Besitzerin gab oder ob die Hundesitterin den Hund besser einschätzen kann ist finde ich gar nicht relevant.


    Wenn eine Sitterin den Hund unter den vorher besprochenen Bedingungen annimmt und diesen zustimmt, dann sollte sie sich auch daran halten. Wenn sie meint, der Hund solle eigentlich doch frei laufen, dann muss sie bei den Absprachen vor dem Sitten diese Bedenken äußern. Wenn sie von der Anweisung, dass nicht abgeleint werden soll, weiß und den Hund unter diesen Bedingungen (!) zur Betreuung annimmt, dann kann sie nicht im Nachhinein alleine ganz andere Entscheidungen treffen. Es ist das gute Recht eines jeden Sitters, Hunde abzulehnen, wenn er oder sie die Auflagen des Besitzers zu übertrieben finden oder für nicht umsetzbar halten. Wenn diese Sitterin zB ihre Betreuung nur leisten kann, wenn alle Hunde ableinbar sind, dann wäre es vollkommen ok, den Hund von CathymitTara abzulehnen.

    Das gleiche gilt für das Thema "Vertrauen in die Sitterin". Wenn die Sitterin eigene Entscheidungen treffen will und keine Anweisungen der Besitzer befolgen möchte, dann muss sie das mMn vorher so kommunizieren. Dann könnte ein Interessent sich entscheiden, ob er oder sie der Sitterin dieses Vertrauen schenken möchte oder eben nicht.

    Ich finde es allgemein total ok und angemessen, dass auch Sitter ihre Ansprüche haben und nicht jeden Hund betreuen müssen. Aber einer Absprache erstmal zustimmen und dann einfach so anders handeln? Nein, das finde ich nicht ok.


    Ob man nach so einem Alleingang noch genug Vertrauen hat, um den Hund weiter in Betreuung zu geben, ist denke ich stark einzelfallabhängig. Ich würde wohl ein Gespräch mit der Sitterin führen und danach nach Bauchgefühl entscheiden.

    Gestern hatte ich den Thread nicht gefunden, aber heute schon. Hier ist der Thread, in dem das Thema schonmal ausführlich besprochen wurde:

    Ich wollte den Link nur schonmal da lassen. Falls das hier sonst zu lang wird, könnte das Thema auch in dem oberen Thread weitergeführt werden.

    Und der Punkt ist doch stationäres Jagen vs Wildtiere hetzen.

    Nein, der Punkt ist 'den Hund nur zum Spaß Wildtiere töten lassen' vs 'den Hund nicht nur zum Spaß Wildtiere töten lassen'. Du tust ja gerade so, als hättest du keine Möglichkeit, deinen Hund vom Rehe jagen abzuhalten, wenn du ihn keine Mäuse töten ließest :???:


    Wenn du meinst, das dein Weg der richtige ist, wird das hier keiner ändern können. Und die TE kann dann selbst wählen, wie sie es handhaben möchte. Aber stell dein Handeln doch bitte nicht als kompromisslos dar, das ist es nicht. Wenn dein Hund Mäuse töten darf ist es deine freie Entscheidung, dass diese sterben müssen. Du bist kein Opfer der Umstände.

    Ich hab mich heute über die fremde HH gefreut, die mich und Reika über eine Brücke kommen sah und uns mit ihrem schon stark drohenden Hund nicht direkt entgegengekommen ist (allerhöchster möglicher Abstand wäre 3m gewesen).

    Stattdessen ging sie den Weg neben der Brücke, am Fluss, ein Stück entlang, ließ uns passieren und lobte ihren Hund dafür, dass er nicht fixierte und nicht ausrastete. Als wir vorbei waren ist sie dann über die Brücke gegangen.

    Das war nur eine Kleinigkeit, aber ich finde es trotzdem immer cool, zu sehen, wenn Leute ihre Hunde lesen können und trainieren :nicken:

    Also er wird sehr wild und aggressiv wenn er einen Hund sieht. Wenn wir ihn versuchen zu bändigen, wird er auch uns aggressiv gegenüber.

    und weil gerade ein anderer gefragt hat, was ich damit meine, dass er gleichgültig gegenüber den Hunden von unseren Eltern ist. Er behandelt sie einfach als normale Spielpartner.

    Ich kann dir inhaltlich nicht so gut helfen wie andere.

    Aber allgemein: Wenn du beschreibst, wäre es immer toll, wenn du versuchst, so wenig wie möglich zu interpretieren, sondern wirklich nur zu beschreiben. Ich hab mir oben mal zwei Beispiele rausgesucht.

    "Aggressiv" ist interpretiert. Da könntest du beschreiben, was genau er tut. Also zB "er zieht stark in Richtung des anderen Hundes. Oft röchelt er dabei oder steht auf den Hinterbeinen. Manchmal lässt er den Zug wiederholt nach und springt dann wieder in die Leine, in Richtung des anderen Hundes. Der Blick ist permanent auf den anderen Hund gerichtet, er schaut auch dann nicht weg, wenn wir ihn ansprechen. Sein Körper ist angespannt" -> das sieht bei euch vielleicht gar nicht so aus, das wäre nur ein Beispiel für eine Beschreibung mit weniger Interpretation.

    "Als normale Spielpartner behandeln" -> auch das kann theoretisch alles mögliche bedeuten. Was tut euer Hund, was tun die anderen?


    Vielleicht magst du es mal probieren :smile: Eine Ferndiagnose ist trotzdem ungenau! Aber so wäre es zumindest etwas weniger ungenau.

    Mal als Beispiel was ich meine: Unsere Hausrunde hier ist zB so etwa 45 bis 50 Minuten reine Gehzeit. Ich bin mit Argos die ersten Monate nur die Hälfte der Runde gegangen. Das waren etwa 20 bis 25 Minuten reine Gehzeit (mit rumsitzen, üben, erkunden usw. waren wir teilweise auch sehr viel länger unterwegs), also das Doppelte von dem was er lt. 5-Minutenregel laufen sollte und die Zeit draußen sowieso oftmals sehr viel länger, von exakt dran halten kann also keine Rede sein.
    Was, zumindest für mich, eben neu ist ist, dass ich problemlos doch die ganze Runde hätte laufen können und sogar noch weiter. Argos hätte das relativ bald gekonnt, da habe ich keine Zweifel dran.

    Und auch jetzt. Ich reiße mich eben seit Monaten am Riemen diese Saison nicht (groß) Fahrrad zu fahren, nicht zu wandern usw., weil eben junger Hund.
    Lt. Rückert kein Problem. Das was mir an Touren vorschwebt schafft Argos garantiert, da habe ich gar keine Zweifel und falls nicht spricht nichts gegen eine längere Pause. Das Einzige was mich hindert ist tatsächlich dieses "Rücksicht auf den jungen Hundekörper nehmen".

    Wenn du meinst, er hätte das geschafft (körperlich und vom Kopf), dann finde ich 45 Minuten zB okay. Ich hab solche Runden schon recht früh gemacht, nur halt nicht jeden Tag und bei Bedarf mit Pause.

    Fahrrad fahren, wandern... wäre für mich das gleiche. Nicht täglich, keine 30km, bei Bedarf mit Pausen und in langsameren Tempo, aber dann würde ich es ok finden.

    Das wäre dann genau der Punkt, wo ich an deiner Stelle aufs Bauchgefühl hören würde. Körperliche Schäden gibt es denke ich bei langanhaltender und/oder falscher Überlastung. Nicht, weil man einmal in 3 Wochen etwas länger wandert.

    Mal, nicht dauernd.

    KayaFlat hat das finde ich gut zusammengefasst.

    Das mit dem gesunden Menschenverstand ist leider beim Großteil der Bevölkerung nicht so einfach.

    Leute halten sich gern an Regeln fest und übertreiben es dann vermutlich auch gern mal;

    Und da sind viele Welpenratgeber und Erziehungsgruppen halt auch echt zusätzlich schädigend. Es wird im Moment gefühlt bei so vielen Themen Panik verbreitet. Wenn du xy nicht genau richtig machst, dann ist dein Hund später krank/für immer überdreht/für immer ängstlich... Wird bei dieser Regel ja auch gemacht. Viele, die das propagieren, erzählen ja tatsächlich, dass man seinem Hund dauerhaft schadet und er später krank wird, wenn man sich nicht an die Regel hält.

    Ich bin froh, in der jetzigen Zeit nicht Ersthundebesitzerin zu sein. Mit all den vermeintlichen Regeln, an die man sich halten 'muss', damit der Hund nicht vollkommen gestört ist wenn er erwachsen ist, ist es glaube ich wirklich leicht, sich unnötig zu stressen :headbash:

    Ich finde solche Regeln schon deswegen komplett unsinnig, weil zusätzlich zur Zeit, die man draußen verbringt, noch zig andere Faktoren mit reinspielen und entscheiden, ob etwas 'zu viel', 'zu wenig' oder 'gerade richtig' ist:

    Wie fit ist der Hund? Wie gut ist die Motorik ausgeprägt? Was kann der Hund von der Konzentration leisten? Kann der Hund im eigenen Tempo gehen oder in dem des Menschen? Wie sieht das Gelände aus, in dem man sich bewegt? Wie ist der Untergrund? Gibt es viele Außenreize oder wenig? Wie lange ist man an dem Tag schon unterwegs gewesen, wie lange in der Woche? Wie ist das Wetter? Welche Art von Bewegung führt der Hund aus (gleichmäßiger Trab oder viele abrupte Stopps)?

    ... Die Liste kann man sicher noch um 50 Faktoren erweitern. Es ist und bleibt für mich total individuell, was ein junger Hund leisten kann, soll und will. Ich finde es total absurd, zu versuchen, eine solche eng gesteckte Regel aufzustellen, die für alle Hunde gelten soll. Da wird überall inzwischen gepredigt, dass Training individuell an den Hund angepasst werden muss, aber man soll mit der Stoppuhr mit seinem Welpen rausgehen?! xD


    Ich habs mit Reika eigentlich komplett nach Gefühl gemacht. Man kann keine Regel aufstellen, die alle Faktoren sinnvoll berücksichtigt.

    Ich habe die Info im Forum bisher nicht entdeckt und wollte sie deswegen einmal hierlassen, für alle Schleswig-Holsteiner die es nicht mitbekommen haben:


    Seit März gibt es für Schleswig-Holstein eine zentrale Notrufnummer, die man bei tierärztlichen Notfällen außerhalb der regulären Öffnungszeiten von Tierärzten wählen kann. Es sind zusätzlich zu den Kliniken immer 11 Tierärzte in SH im Notdienst erreichbar und bei Wahl der Nummer wird man mit der dichtesten Praxis verbunden. Ich hab mir die Nummer auf jeden Fall eingespeichert, um im Notfall nicht noch googlen zu müssen:

    0481 85823998


    Gibt auch eine Website dazu: https://tiernotdienst.sh/home