Beiträge von Caissa

    Rumhacken finde ich auch sinnfrei.

    Ich finde es sinnvoll, solche Rasselisten kritisch zu hinterfragen, wenn der Eindruck aufkommt, dass die TEs keine realistische Vorstellung von den jeweiligen Eigenschaften haben. Das hat natürlich nicht direkt was mit der Vielfalt der Rassen auf der Wunschliste zu tun. Aber eine hohe Anzahl an sehr verschiedenen Rassen (die ggf aber einen bestimmten optischen Typ haben) korreliert hier finde ich in vielen Threads mit (scheinbar) unrealistischen Vorstellungen. Deswegen wird das glaube ich schnell zu einem Kritikpunkt zusammengeworfen.

    Aber alleine für sich finde ich es eigentlich auch nicht problematisch, verschiedene Hundetypen in der engeren Auswahl zu haben.


    Ich selbst habe optisch klar einen Typ (eher groß, langes Fell). Allerdings finde ich Hunde, die ich besser kenne, normalerweise irgendwann auch schön.

    Im Charakter finde ich fast alle Hunde zumindest spannend und könnte mir im Grunde auch vorstellen, verschiedene Typen mal zu halten. Ich hab zB keine feste Präferenz bei den Themen Sensibilität, Wachsamkeit, will-to work... Also mal sehen, was bei mir nochmal so einzieht.

    Da gibt es finde ich verschiedene Themen.

    Einmal das Thema Mischlinge/Genetik.

    Die Verkäufer dieser Rassemixe, und leider auch viele Websites, verbreiten da schlicht falsche Informationen. Bei Mischlingen ist es vorher unmöglich, vorherzusagen, welche Eigenschaften (körperlich, charakterlich) von beiden Eltern durchschlagen. Das heißt, wenn gesagt wird, "der Hund wird nicht haaren, weil ein Pudel eingekreuzt wurde" ist das schlicht gelogen. Niemand kann vorhersagen, welche Fellstruktur geerbt wird. Es kann genausogut das Aussie-Fell geerbt werden, und warum sollte der Hund dann nicht haaren?

    Das gleiche gilt für alle möglichen Charaktereigenschaften. Du kannst von komplett-Aussie bis komplett-Pudel alles bekommen. Genauso kann jede mögliche Kombination von Charaktereigenschaften herauskommen. Du kannst jetzt auch einen Hund haben, der wie bolle haart und kein bisschen Aussie-Charakter hat.

    Deswegen ist es nicht besonders sinnvoll, solche Mixe zu kaufen, wenn man bestimmte Eigenschaften für seinen Hund haben möchte. Denn es gibt keinerlei Garantie, dass diese Eigenschaften genetisch durchschlagen.


    Als nächstes wirkt dein Bild von Aussies auf mich so, als sei das sehr durch die positive Brille betrachtet. Aussies haben weit mehr Eigenschaften als will-to-please (und den würde ich persönlich ihnen nichtmal als typische Eigenschaft zuschreiben). Wenn du da mehr Interesse hast, frag gerne nach, dann bekommst du bestimmt gute Beschreibungen hier. Auch zum typischen Pudel-Charakter, den du ja auch bekommen kannst.


    Nun zum Thema zusammenleben. Erstmal ist der Welpe ein Störenfried für deinen Althund. Er ist neu und unbekannt, er wurde ihm ungefragt vor die Nase gesetzt (der Mensch trifft die Entscheidung, wie immer) und dazu scheint er keine Grenzen zu respektieren. Das kann sich ändern. Dafür wäre es aber gut, wenn du dafür sorgen würdest, dass die beiden möglichst wenig Konflikte austragen müssen. Dazu würde gehören, dass der Kleine die Grenzen des Großen akzeptieren muss. Also Kleiner nähert sich, der Große knurrt -> hier sollte dann eine deutliche Reaktion des Kleinen passieren, am besten durch Distanzvergrößerung. Wenn das nicht passiert, wäre hier der Moment, wo du deinen Großen unterstützt und den kleinen Nerver wegnimmst. Denn sonst hat der Große ja gar keine andere Möglichkeit, als deutlicher zu werden.

    Eine gute Basis für ein Zusammenleben hat man dann, wenn die Grenzen von anderen erkannt und eingehalten werden.

    Wobei hier mMn auch nochmal wichtig ist, zu erwähnen, dass 'gutes Zusammenleben' sehr unterschiedlich aussehen kann. Einige Hunde wollen einfach nicht spielen oder kuscheln. Auch mit ihren Mitbewohnern nicht. Trotzdem können sie harmonisch zusammenleben. Meine beiden wären zB so Exemplare, bzw einer von ihnen.


    Allgemein klingt es so, als hättest du sehr genaue Vorstellungen gehabt und, da stimme ich den anderen zu, die klingen dazu noch sehr rosarot. Wenn du deinen Blick auf die Hunde und ihr Zusammenleben änderst muss das Thema Zweithund nicht zum Scheitern verurteilt sein mMn. Aber wenn du willst und für dein Wohlergehen brauchst, dass beide ganz bald miteinander spielen, kuscheln und alles tippi-toppi ist... Dann würde ich wohl auch eher zur wieder-Abgabe raten.

    Mal abgesehen davon, dass es keinerlei Garantie gibt, dass er auch in Zukunft 'nur' schnappt und nicht richtig zubeißt:

    Die meisten Menschen wollen überhaupt gar nicht gebissen werden. Egal, ob's nur ein Schnappen ist oder eine ernsthafte Verletzung.

    Einen Maulkorb zu nutzen sollte wirklich das allermindeste sein. Das ist einfach grundlegend die Verantwortung als HH, alles nötige dafür zu tun, dass die Umwelt durch den eigenen Hund nicht gefährdet wird.

    Ich lebe RB mäßig gerade echt im Luxus.

    Mit RB1 läuft es richtig gut. Inzwischen sind die Startschwierigkeiten fast vergessen und wir harmonieren richtig gut. Bei ihm kann ich einfach immer ansagen, wann ich kommen will, und eigentlich geht es immer.

    RB2 ist reiterlich das komplette Gegenteil (typischer Fünfgänger und eher faul; dagegen RB1 ein typischer Viergänger und mit ordentlich Pfeffer). Aber wir haben uns auch gut aneinander gewöhnt und langsam kann ich das, was er von seiner reiterlich wirklich sehr guten Besitzerin alles kann, auch gut abrufen. Und zum Ausreiten ist er eh einfach toll, weil mega entspannt. Seine Besitzerin ist gerade im Sommer viel weg, sodass ich ihn neben den Dienstagen (die fest sind) auch fast jedes Wochenende zur Verfügung habe.


    Und dazu kann ich auch immer einfach mal andere Pferde aus dem Stall reiten. So nach dem Motto "Wenn du eh da bist, ich hab nämlich diese Woche wenig Zeit...". Oder auch "Ich bin bald 2 Monate in Island, nimm ihn dir einfach mal mit zum Ausreiten, wenn du Lust hast.". Das ist richtig cool. Wir haben allgemein eine echt nette Stallgemeinschaft.


    Neben dem Alltagsstress sind die Hunde und Pferde einfach eine großartige Ablenkung. Einfach frische Luft, Kopf frei kriegen, Spaß haben. Das war gerade die letzte Zeit im Referendariat Gold wert.

    Schade - das Video auf der ersten Seite dieses Threads, in welchem sie erklärt, dass diese Trog-Massen-Fütterung fester, täglicher Bestandteil ihres "Therapiekonzeptes" für auffällige Hunde ist, steht leider nicht mehr zur Verfügung.


    Vielleicht findet ja irgendjemand noch ein Video, in welchem sie diese Art des "Therapierens" noch mal erklärt.

    Meinst du das hier?

    Das ist nicht das Originalvideo, sondern eine Reaktion darauf. Das Original habe ich auch nicht gefunden. Aber man sieht das Video der HHF (halt mit Stops dazwischen). Das Futterthema geht ca bei 3:20 los.


    Sie sagt da ganz klar, dass sie die Gruppenfütterung machen, damit die Hunde lernen, sich zurückzunehmen. Also ist es Teil des Trainingskonzepts.

    Mir ist auch nicht ganz klar warum er denn nachts in einer verschlossenen Box sein muss? Ich denke mit euch hat er kein Problem? Er kann doch im Schlafzimmer schlafen?

    Ich bin überhaupt auch so kein Boxenfan.

    Aber in speziell diesem Fall finde ich das sinnvoll. Alleine, damit die Tochter auch nachts die Möglichkeit hat, zu ihren Eltern zu gehen, ohne Angst vor dem Hund haben zu müssen. Wäre der Hund frei im Schlafzimmer hieße es sonst, dass sie dort nicht angstfrei reingehen kann. Und klar, sie ist schon 13. Aber es kann immer was sein.

    Als Dauerlösung finde ich die Box auch nicht toll. Aber als Akutmaßnahme jetzt gerade finde ich es verständlich.

    Wie oft stehen denn Leute 100+ Meter vor einem rum?

    Und beim zügig vorbeigehen geht es mEn nicht um 100m vorher, sondern vor allem um die 5m, wo man aktiv das andere Team passiert.

    Es ist wie so oft im Leben:

    Ein bisschen Rücksicht und im Zweifel Kommunikation würde das Leben für alle Beteiligten sehr viel einfacher machen.

    Und natürlich meine ich nicht Rücksicht zum eigenen Nachteil, sodass der eigene Hund dann eskaliert oder viel Stress hat. Sondern Rücksicht in dem Umfang, der im Alltag gut machbar ist.