Mein Hund wird von fremden Hund angegriffen - wie verhält man sich

  • Hallo!

    Heute bin ich ganz normal meine Morgenrunde gegangen. Ich hatte Snoopy heute an der kurzen Leine mit Geschirr. Kurz bevor ich vom Feld ins Wohngebiet komme, biegt grad eine etwas ältere Dame mit einem (würde sagen) ausgewachsenen Schäferhund um die Ecke. Ich sag zu Snooyp "bei mir" (meine Worte für 'Fuß') und alle gut von meiner Seite. Die ältere Dame sieht dass ihr Schäfer sich auf dem Weg zu Snoopy macht und schreit hier. Er bleibt zwar stehen, doch als sie ihn versucht in ein Sitz bzw. Platz zu bringen, löst er sich von ihr und geht Snoopy aggressiv an. Meine erste Reaktion war, die Leine loszulassen. Als ich bemerkte, dass sie keinen Einfluss auf ihren Hund hatte und es zu einer wilden Rauferei ausartete (beide Hunde fletschten ihre Zähne und zeigten Aggressivität), tat ich was, was man wahrscheinlich nicht tun sollte. Ich ging dazwischen und packte den Schäferhund am Hals. Leider hatte er nicht einmal ein Halsband, was die ganze Sache etwas erschwerte. Die alte Dame schrie verzweifelt doch ich lies von meiner Tat nicht ab, bis ich ihn endlich im quasi 'Schwitzkasten' hatte und sie ihn irgendwie anleinen konnte.

    Sie war total verzweifelt, weinte sogar und jammerte, dass es ihr leid tut.

    Snoopy kam auf mich zu und umarmte mich (das macht er wirklich) und ich tröstete und streichelte ihn. Ich suchte nach Bisswunden oder sonstigen Verletzung. Snoopy hat aber ein dickes Fell und so konnte ich nichts feststellen. Ich habe dann der Dame nur gesagt, sie solle ihren Hund gefälligst an die Leine nehmen, aufgrund ihrer Verzweiflung und Tränen im Gesicht habe ich mich relativ ruhig verhalten.

    Doch wie reagiert man wirklich in so einem Fall? Mein Einschreiten hätte auch nach Hinten losgehen und der Schäfer mich verletzen können. Das Risiko, dass meinem Snoopy etwas passiert, wollte ich aber einfach nicht eingehen. Mit ihr weiter ins Gespräch zu kommen, habe ich vermieden, da sie zwar eine Leine aber kein Halsband hatte und ich es nicht riskieren wollte, dass der Hund nochmal auf Snoopy losgeht. Außerdem war ihr Zustand sehr labil und ich denke, jeglicher Streit hätte der Sache nicht gut getan.


    Warum ihr Hund kein Halsband trug wurde mit der Aussage, dass ihr Mann wahrscheinlich das Halsband abgenommen hätte und sie hat es nicht bemerkt, beantwortet. Was für ein Schwachsinn?


    Jedenfalls würde mich interessieren, ob jemand anderer auch schon mal die Erfahrung gemacht hat und wie man dabei richtig reagiert. Sowohl dem Hund / der Hündin als auch dem / der Besitzer/in gegenüber.

    Danke

    ©a-x-i

  • Der Schäferhund war aber Menschen gegenüber wohl sehr freundlich, immerhin konntest du ihn in den “ Schwitzkasten“ nehmen, also das hätte ich wohl nicht gemacht.

    Eine allgemeingültige Lösung gibt es wohl auch nicht, ich denke vieles macht man in einer solchen Situation ohne zu überlegen.

    Ich versuche meinen Hund hinter mich zu nehmen und dem anderen Hund den Weg zu versperren bis der Halter seinen Hund abholt.

    Funktioniert natürlich nur wenn der eigene Hund brav hinter einem sitzen bleibt.

  • Das ist ja eine wirklich heftige Geschichte axi771 ! Puh! Ich denke ebenfalls, dass es keine Generallösung gibt, sondern der Einzelfall entscheidet. Dafür benötigt man allerdings einen Überblick: Im Sinne von

    1. Wer war beteiligt ?
    2. Wer hat (meiner Meinung nach) angegriffen?
    3. Wie waren die Kontrahenten gesichert?
    4. Wie war die Kommunikation zwischen den Halter:innen
    5. Gab es Verletzungen? (Menschen/Hund)
    6. Gab es irgendwelche gesetzlichen Rahmenbedingungen? (Leinen- / Maulkorbpflicht etc.)
    7. Und und und


    Das sind Dinge, die mir spontan einfallen, also alles nicht so einfach, das im Ernstfall parat zu haben. Gut, dass es gut ausgegangen ist. Ich würde generell allerdings davon abraten, den anderen Hund in die Mangel zu nehmen. Außer, ich kann ihn wirklich wegtreten, und auch das wird im Ernstfall schwierig. Ich wäre wahrscheinlich im Schock nicht optimal handlungsfähig.

  • Ähnlich wie du. Viele Hunde haben ein Problem mit Artgenossen, die wenigsten legen sich deswegen mit Menschen an. Außerdem könnte ich schlicht nicht dumm rumstehen und zuschauen. Allerdings hätte ich davor versucht den anderen Hund mit der Leine auf Distanz zu halten.


    Ein richtig gibt es in den Situationen nicht. Jede Situation ist anders, jeder Hund ist anders. Wie gesagt, die meisten Hunde tun Menschen nichts, damit ist eingreifen genau richtig. Aber dann trifft man auf den einen großen Hund der kein Problem damit hat sich gegen den Menschen zu wenden und wenn der dann noch Ernst macht ist eingreifen dann wohl eher nicht mehr die richtige Wahl.

    Richtig wars wohl, wenn es wie bei dir, nur mit einem erhöhten Adrenalinspiegel und etwas Sabber im Fell endet.

  • Du wirst da keine allgemeingültige Antwort bekommen.


    Ist eine Abwägungssachen - und hängt extrem vom anderen Hund ab und ob der Angriff wirklich ernst ist oder ob es mehr "prollen" ist.


    Zunächst die Abwägung des eigenen Risikos: Niemals nähme ich einen mir fremden Schäferhund in den Schwitzkasten. Damit hast du dich extrem selbst gefährdet. Einen Hund wegdrohen (mit Ausfallschritt) oder aber auch wegtreten oder mit Pfefferspray einsprühen, mit Steinen bewerfen... ist def. ungefährlicher als ihn so zu fixieren (dein Gesicht dürfte dabei auch direkt an der Schnauze gewesen sein).


    Versteh mich nicht falsch: Hunde die auf andere zustürmen, sie bedrängen/bedrohen gehören an die Leine und Schuld im moralischen Sinne hat die Partei, die ihren Hund nicht unter Kontrolle hat.


    Aber: Aufgeregtes/"hysterisches" Eingreifen kann eine Situation heftig verschärfen - und ich habe schon viele dilettantische Versuche gesehen, den eigenen Hund zu beschützen... Wenn man es nicht kann, sollte man es meiner Meinung nach lassen.


    Ich schreibe es in Threads dieser Art oft: Seit 35 Jahren gibt es bei mir/bei meiner Familie Hunde, mit denen ich täglich rausgehe. In all den Jahren gab es immer mal wieder "Schlägereien". Aber nur ein einziges Mal habe ich bei ??? 5.000 ?? Hundebegegnungen einen wirklich ernstgemeinten Angriff erlebt.

  • Noch ein Gedanke: wenn es laut und wild war: manchmal handelt es sich dann bei Rüden auch um einen Kommentkampf. Laut aber nicht lebensbedrohlich. Aber das muss man auch erst einmal erkennen und einschätzen können. Das ist in der Situation eine richtig schwierige Sache.

  • Kommentkampf war das was ich mit "Prollen" versucht habe zu beschreiben.


    Und das gehört zu den Dingen, die man zwar nicht braucht - aber die meist weit entfernt von einer für deinen Hund lebensbedrohlichen Situation sind und bleiben. Da kriege ich bei "Jagdspielen" teils mehr Puls.

  • Danke mal schon für die Antworten. Werde da jetzt nicht auf jede einzelne eingehen.

    Aber zum letzten Thema 'Kommentkampf'. Na ja, ich denke mal so etwas war's eher nicht, da sich hier mein Hund allgemein friedlich an meiner Seite befunden hat und der Schäfer ihn aggressiv angegangen ist. Ich denke, Kommentkampf entsteht aus einer Situation heraus, wo sich dann der eine dem anderen beweisen will und die Gegenpartei nicht von fünf Meter Entfernung mit gefletschten Zähnen einen Angriff startet.


    Noch eine zusätzliche Frage: mein Snoopy is eher schüchtern, zurück haltend, teilweise ängstlich. Es passiert aber immer wieder, dass er von anderen Rüden angeknurrt, angebellt wird und auch schon mal 'gezwickt' wurde. Meine Frau würde ihn gern kastriert sehen (wegen eines anderen Grundes), aber würde das so eine Konfrontation verhindern? Er wird Ende Mai zwei Jahre.

    Danke

    ©a-x-i

  • Mit einer Kastration riskierst du das Snoopy noch unsicherer wird. Ich würde es nicht machen.

    Warum möchte deine Frau das er kastriert wird?

    Was ist Snoopy für eine Rasse/Mischung?

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