Was bringen "Papiere" wirklich? Unterschied Vermehrer und Züchter

  • wie schon an anderer Stelle geschrieben: In meinen Augen ist der größte Vorteil, dass man (der Züchter, und auch der interessierte Welpenkäufer wenn er sich damit beschäftigt, bzw den Züchter Löcher in den Bauch fragt) die Linien kennt. Dass man einschätzen kann, wie der Nachkommen Wesensmässig (und gerade beim Malinois, Leistungsmässig) ticken werden. Hat man z. B. Ahne xy als Großmutter, dann kann ein guter Züchter durchaus vorher sagen, dass es sein kann (nicht muss), dass Eigenschaft xy bei dem einen oder anderen Welpen des Wurfes vorkommt.


    Bzgl. Gesundheitsuntersuchungen bin ich gespalten. Beim Malinois gibt es diverse genetische Erkrankungen, aber nicht alle Verbänder fordern alle Stand heute möglichen Untersuchungen.. kann ich nicht nachvollziehen, ist bei anderen Rassen aber durchaus ähnlich.


    Weiterer Vorteil ist, ein guter´, erfahrener Züchter steht dir auch nach dem Kauf mit Rat und Tat zur Seite - für ihn endet die Verantwortung in der Regel (auch hier, es gibt wie immer solche und solche) nicht mit der Übergabe des Kaufpreises.


    Die Verbandszüchter werden von ihrem Verband überwacht, um einen Hund überhaupt in die Zucht zu bekommen sind viele Hürden zu überwinden - Ausstellungen, evtl. Sportprüfungen, Gesundheitsuntersuchungen, Züchtertagungen usw usw usw). Die Welpen werden auch vor dem Verkauf von einem Zuchtwart abgenommen, sprich der Zuchtwart schaut, ob bei den Welpen, der Mutterhündin und den Örtlichkeiten alles seine Richtigkeit hat. Hat z,B eine Hündin mehr als 8 Welpen, dann schreibt unser Zuchtverband vor, dass die Hündin 18 Monate lang keine Welpen mehr haben darf - damit will man die HÜndinnen schützen jedes Jahr einen großen Wurf aufziehen zu müssen. Auch steht jedem Verbandszüchter wiederum ein Zuchtwart bei Fragen zu Verfügung - denn jeder Zücher fängt einmal an, und natürlich haben auch Züchter mal Fragen. Oder die Züchter stehen untereinander in Verbindung und helfen sich gegenseitig, jeder Züchter hat mal Dinge, die er vorher noch nie in seinen Würfen hatte - dann kann er andere um Rat fragen usw usw - all das kommt am Ende auch den Welpenkäufern zu Gute.


    Ich war bisher absolut gegen Züchten ohne Papiere - unter bestimmten Bedingungen würde ich aber mittlerweile davon absehen - nicht destro trotz halte ich es für mich persönlich für absolut wichtig, die Ahnen über mehrere Generationen zu kennen, und das die Elterntiere ALLE Stand heute möglichen Untersuchungen haben.


    Ein guter Verbandszüchter lehnt auch interessierte Welpenkäufer ab, wenn er der Meinung ist, dass derjenige nicht der richtige für einen seiner Welpen ist - beim Vermehrer hast du das in der Regel nicht, die verkaufen quasi an jeden...

  • Du hast bei einem FCI Züchter den Vorteil, daß auch die Ahnen untersucht und gesund sind.

    Es gibt genug Krankheiten, die bei den Eltern augenscheinlich nicht auftreten und man damit sagt "Der Hund ist gesund", aber die Verwandtschaft ist krank. Vererbbar.

    Plötzlich hat es der eigene Hund, obwohl die Eltern gesund waren.


    Nicht nur Krankheitsbedingt bringt es dir mehr Vorteile auf einen FCI Züchter zu vertrauen.

    Auch Charakterlich können dir die Züchter sagen, was bei dem Wurf "ungefähr" raus kommt. Denn da spielt nicht nur die Genetik der Eltern mit rein, sondern auch der Ahnen.


    Gerade bei den Gebrauchshunden reicht "Hundeerfahrung" nicht aus, um einen guten Welpen zu erkennen.


    Schnell hat man eine unhändelbare Überraschung daheim sitzen, die man hätte vermeiden können, hätte man vom Züchter erfahren, wie die Ahnen drauf sind. Welche "Macken" in der Linie auftauchen, etc....

  • VDH gilt nur für Deutschland, oder? Gibt es sowas in Österreich auch? Oder muss ich nur auf FCI achten (was ja weltweit gilt, oder?).

    Was in Deutschland der VDH ist, ist in Österreich der ÖKV

  • Zu Deiner Rasse kann ich nichts sagen, aber, warum wir uns nach unserem Tierschutzhund nun für einen Welpen vom erfahrenen Züchter entschieden haben.


    Vorneweg: „Papiere“ waren uns egal. Die liegen nun im Ordner.

    Was uns wichtig war:

    Ein Mensch, mit Erfahrung.

    Der eine Verpaarung aussucht, die physisch und psychisch die besten Vorraussetzungen für einen gesunden und wesensfesten Hund bietet.

    Uns war wichtig, dass der Welpe in den ersten Wochen gut aufwächst.

    Uns war wichtig, dass die zuchtstätte kontrolliert wird.


    Sprich: wir wollten einen (soweit man es vorhersehen kann) gesunden Welpen bei dem Eltern/Vorfahren und Aufzucht den Grundstein für ein langes und gutes Leben gelegt haben.


    Es gibt Züchter(?), die aus den unterschiedlichsten Gründen ohne Verband züchten - davon haben wir Abstand genommen, weil dann eben die „Kontrollinstanz“ fehlt, wir keine Experten sind - und man Menschen eben nur bis vor den Kopf sehen kann.


    Deshalb haben wir auf „Papiere“ geachtet und eine Züchterin ausgewählt, die uns mehrfach empfohlen wurde, ich zwei Hunde bereits kannte und die uns zudem sympathisch war.


    Kurzfassung „Papiere“ bringen nichts.

    Eine durchdachte verpaarung, gesunde Eltern/Vorfahren, eine gute (auch kontrollierte) Aufzucht mit Sachverstand (und natürlich liebe) bringt dem Hund und Dir jede Menge.

  • Hier wurden ja die wichtigsten Punkte schon genannt. Aber du hast in deinem Thread aufgeführt, dass die Eltern deines Welpen HD ED getestet waren. Deswegen nehme ich das mal noch als Beispiel. Bei Vereinszüchtern hast du ganze Datenbanken an Gesundheitsdaten. HD und ED vererben sich zB Polygen. Es kann also sein, dass die Mutter und der Vater A Hüften haben. Du als Welpenkäufer denkst jetzt wahrscheinlich, dass da ja gar nichts mehr schief gehen kann. Und wenn du jetzt wüsstest, dass die Mutter die einzige aus ihrem Wurf mit A Hüften war und alle anderen Geschwister an HD leiden? Dann sähe die Prognose für den Welpen plötzlich ganz anders aus. Und solche Daten bekommst du nur über Datenbanken und kontrollierte Zucht. Das hat zum Ergebnis, dass Labradore aus FCI Zucht mehr als 4 mal seltener wegen HD behandelt werden müssen als Labradore aus unkontrollierter Zucht. Das lässt sich so sehr sicher auch auf andere Rassen übertragen.

    Und genau soetwas bekommst du über kontrollierte Zucht. Die gesamte Datenlage über viele Generationen hinweg und die Überprüfung durch fähige Gutachter

  • Fuer Malis/Belgier ist in Oesterreich der VBSOe zustaendig.


    Aber ja, auch da muss man gucken (wie in DE auch). Ich wuerd in Oesterreich mind. einen Zwinger komplett meiden..obwohl mit Papieren gezuechtet wird.

    Das selbe gilt fuer DE und andere Laender. Es gibt einfach Zwinger, da gefaellt mir das ganze Paket nicht (nicht mal die einzelnen Verpaarungen oder so, sondern echt 'alles').

  • Was ich nicht ganz unwichtig finde:
    Ein Vermehrer kann vieles sagen. Er kann erzählen dass dieses und jenes getestet wurde. Aber Sicherheit gibts da keine. Ohne einen Verband dahinter kann man viel darüber erzählen, wie oft die Hündin wirft, wie sie auf die Zucht achtet ect..eine Sicherheit gibt es nie.

  • Sie sind auch eine Art Ausweis für den Welpen. Die Geburtsurkunde halt, so wie Menschen sie auch haben. Und die gehört zum Welpen, wird ihm kostenfrei mitgegeben bei Abholung (oder je nach Zuchtverein dir später zugeschickt), und sie wird ausgestellt nachdem der Zuchtwart des Vereins den gesamten Wurf begutachtet hat, man sagt der Wurf wird abgenommen.

    Das ist Welpe A, Mutter X, Vater Y, Eltern der Mutter sind B und C, Eltern des Vaters sind G und H, Großeltern, Urgroßeltern.

    Unterschrieben ist die Ahnentafel auch, vom Zuchtwart oder Zuchtbuchführer, und in einer Spalte vom Züchter, nämlich dort wo der Züchter den neuen Eigentümer des Welpen eingetragen hat.

    Somit ist die Ahnentafel auch ein Nachweis darüber das der Hund wirklich dir gehört.


    Ich hab eben mal in die Ahnentafel (das ist mit Papiere eigentlich gemeint) meiner Hunde geschaut.

    Beim Kleinen sind 4 Generationen vor ihm aufgelistet, mit Zuchtbuchnummer und teils DNA Nummer.

    Beim Großen sinds 3 Generationen, ebenfalls mit Nummern.

    Dazu kommt Name, Fabre, Geschlecht, Microchipnummer des Welpen und die Nummer unter der dieser Welpe im Zuchtbuch eingetragen ist.

    Das sind alles Nachweise, dieser Welpe ist wirklich dieser Welpe, aus diesen Eltern, aus diesen Linien. Du kannst mithilfe dieser Nummern viel nachverfolgen und auch die Ahnen so finden, wenn es eine öffentliche Datenbank gibt.


    Gleichzeitig bedeutet es eben das alle Ahnen auf alle rassetypischen Krankheiten getestet wurden (soweit es zur jeweiligen Zeit ging, der Ururopa von 1980 hat natürlich keinen Gentest, gabs damals ja noch nicht) und das jeder Hund die Zuchtprüfung durchlaufen hat.

    Eine Zuchtprüfung bedeutet das jeder Hund alle Gesundheitstest hat die nötig sind (und zwar nicht vom Haus Tierarzt, sondern von Fachtierärzten und unabhängigen Gutachtern!), das jeder Hund der Rasse entspricht und das er, im Gebrauchshundebereich besonders, die passenden Arbeitsprüfungen hat.



    Es gibt halt viel Sicherheit. Denn zum Züchten reicht es nicht zu wissen das Mama und Papa toll sind, die Generationen vorher zählen ja auch.

    Mama kann ein verstecktes Problem tragen, weiß man ja nicht wenn man die Ahnen nicht kennt. Papa trägt vielleicht auch eins, oder zwei.

    Kann keiner wissen weil niemand weiß wer die Ahnen wirklich waren und ob die je auf irgendwas untersucht wurden.


    Ich sags mal so, du kaufst ja auch kein Auto ohne Fahrzeugpapiere. Die Ahnentafel sind die Fahrzeugpapiere des Welpen.

    Und nebenbei sind sie auch oft wichtig für Sport, wenn man vorhat auf Prüfungen zu gehen und so.

    (Oder halt eben wie die Geburtsurkunde bei uns. Die brauchen wir auch, sei es wenn wir den Perso verlieren, oder ihn zum allerersten Mal austellen lassen, seie s weil wir heiraten wollen, den Wisch braucht man für so einiges. Und wenn man ihn nicht braucht liegt er irgendwo in einer Mappe. So wie die Papiere des Hundes, die von meinen Hunden stehen in einem Regal, ich weiß wo sie sind falls ich sie mal brauche.)

  • Was bringen Papiere... Um hier in DE VDH/ FCI angeschlossen züchten zu dürfen muss der Züchter eine Prüfung im VDH abgelegt haben. Die Zuchtstätte muss festgesetzten Maßstäben entsprechen und eingetragen sein.


    Dann müssen die Elterntiere neben der gesundheitlichen Prüfung auch einen Wesensprüfungen absolviert haben. Bei Gebrauchshunden ist eine Arbeitsprüfung vonnöten.


    Die Hunden müssen ausgestellt und angekört worden sein.


    Das ist so der Vorlauf und ein Baustein für einen möglichsten gesunden Hund.


    Die Aufzucht unterliegt ebenfalls gewissen Regeln. Neben der Beschau und den ersten Untersuchungen durch den TA werden Impfungen, Chippen, Entwurmung und Gentests vorgenommen. Ebenso wird der Wurf von einem Zuchtwart abgenommen.


    Erst dann bekommen die Hunde vom Verband ihre Papiere.


    In diesen ist festgehalten neben der Abstammung auch der Inzuchtcoeffizient und ob der Hund carrier von Erbkrankheiten ist.

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