Brauche einen Rat, weil mein Hund bei Treffen anderer Hunde unheimlich zieht

  • Ich schätze, dass es doch mit Corona zu tun hat, da wir beim Welpen nicht die Möglichkeit hatten, in die Hundeschule zu gehen. Dreimal haben wir es geschafft, bevor der Lockdown wieder zugeschlagen hat. Zu der Zeit hat er aber kaum Interesse für Mensch und Hund. Irgendwie sind durch die ganze Situation kaum Sozialkontakte möglich gewesen, zumindest weniger als er gebraucht hätte. So richtig üben mussten wir bei den wenigen Kontakten auch nicht, da es ihm wirklich schnuppe war, ob da ein Hund ist oder nicht.


    Irgendwann hat er aber angefangen jeden Hund begrüßen zu wollen und sein Gewicht und Kraft verhindern, dass er keinen Raumgewinn bekommt. So richtig ansprechbar ist er auch nicht. Bestechung jeglicher Art ist für ihn in der Situation uninteressant.


    An der Leine ist er ausbaufähig, da er in seinem jetzigen Alter von 1.5 Jahren die Impulskontrolle an der Leine nicht perfekt unter Kontrolle hat. Auch das war füher besser. Wir nutzen die doppelte Leinenführung, obwohl ich kein ausgesprochener Freund davon bin, weil die Trainer uns das empfohlen haben.

    Die Idee leuchtet mir ein und ich weiß auch, dass mein Hund am Geschirr mehr Kraft entwickeln kann, aber am Halsband eine bessere Kontrolle möglich ist.


    Die großen Probleme haben wir im Grundkurs beim Hundeverein, weil es dort für ihn wie ein Schlaraffenland voller Hunde ist. Dort sagt der Trainer, dass er am Halsband geführt werden sollte, weil ich eben eine bessere Kontrolle über den Hund habe. Halsband und in der Leine Hängen sehe ich aber als ungesund. Seine Übungen macht er eigentlich ganz gut, als ob er wüsste, wann er "arbeiten" muss. Halsband bedeutet auch "Arbeit". In den Pausen versucht er aber zu den anderen Hunden zu ziehen.


    Wie kann ich meinem Hund helfen, damit er etwas gelassener in Anwesenheit anderer Hunde wird. Mir tut es wirklich leid, weil es ihn stresst. Ich bin dann leider auch nicht gerade fröhlich, weil mein Körper vom "Berserker" auch ordentlich beansprucht wird. Hundebegegnungen gehe ich meistens aus dem Weg. Beim Training kann ich aber nicht flüchten. Es wäre auch schön, wenn meine Frau mal mit ihm zum Kurs könnte, wenn ich nicht kann.


    Ich wäre sehr dankbar, wenn ich ein paar Tipps bekommen könnte, damit er beim Hundekontakt ausgeglichener werden könnte.

  • Hm, also mal rein zum Hundekontakt …. Vielleicht findet sich ein fester Partner in einer ähnlichen Gewichtsklasse, zum regelmäßigen Toben oder einfach nur nebenher Gassi gehen. Guck mal bei Dogorama, ob es jemand in der Nähe gibt.


    Ich habe ja nun auch mit Vorliebe große und starke Hunde, achte aber schon von klein auf darauf, dass sie kontrollierbar sind. Hier darf gar nicht erst an der Leine gezogen werden. Nicht mit süßen 13 Kilo und später auch nicht. Will sagen, dass lernen meine Hunde vom ersten Tag an, auch die Impulskontrolle (bei Sichtung von allem, was Spaß versprechen könnte). Falls ihr das verpasst habt (das hat auch nur wenig mit dem Besuch in der HuSchu zu tun), ist es natürlich schwer das nachzuholen, bzw. Frisch aufzutrainieren. Aber dazu sagen vielleicht andere noch was. Geschirr nutze ich selbst auch nur noch, bei Schleppleinentraining (wenn mal wieder der Radius zu großzügig ausgelegt wird) oder aber bei Waldspaziergängen. Am Geschirr kann der Hund mehr Kraft entwickeln durch die Vorderbeine. Halsband ist da definitiv besser, vielleicht sogar ein Zugstopp, bzw. Halti, um deinem Hund erst einmal beizubringen, dass seine Aufmerksamkeit bei dir sein muss. Zum Halti kann ich allerdings auch nichts sagen, da ich es noch nie benutzt habe. Üben würde ich allerdings erstmal auf Distanz zu anderen Hunden.

  • Bei meinen früheren Hunden war die Sozialisation einfacher, weil wir anders gewohnt haben. Direkt in der Nähe war eine Hundewiese und die Halter waren auch einfacher. Nun treffen wir selten jemand und die Hundehalter vermeiden das Spielen mit so einem großen schwarzen Hund. Ich habe es verpasst, ihm woanders diese Kontakte zu ermöglichen.

  • Für dein Hundi ist jetzt Hunde treffen und hoffentlich mit ihnen zu spielen so ziemlich das allergeilste, da stinkst du mit den meisten Methoden völlig ab.


    Da wäre meine Idee am ehesten richtig viel Hundekontakt. Betrachte ich persönlich als ein Bedürfnis jedes Hundes, auch wenns zu Hause einen Zweit- oder sogar Dritthund hat und da ist deiner von Anfang an so kurz gekommen, dass das einfach richtig krass fehlt und man da gerne auch mal auf den Hund hören und ihm eine Situation bieten kann, wo er hallo sagen darf, wo er spielen darf.


    Wenn eine gute HuTa findet jo, wir nehmen den Hund einmal die Woche, Hund sich einen ganzen Tag mit anderen auspowern kann, übt es sich höchstwahrscheinlich am nächsten Tag viel einfacher und dann ist das auch eine faire Sache. Einem so sozialen Lebewesen den Kontakt mit anderen fast ausschliessluch zu verwehren tut mir persönlich schon ein wenig weh.

    Ansonsten Hunde-Dates ganz konkret zum spielen wenn möglich auf neutralem Boden (nicht bei einem der Beiden zu Hause) machen, mit verschiedenen Hunden wenns geht, Hundi Hund sein lassen und eine Alternative bieten (so wie beim Jagdtrieb). Natürlich muss man da vor allem Anfangs immer bereit sein dazwischen zu gehn, wenn nötig.


    Bei grossen Hunden (hab grad nicht rausgefunden was deiner ist) gestaltet sich das noch schwieriger, weil die meisten Hunde kein Bock auf einen aufdringlichen Grossen haben und deswegen auch viele HuTas leider einen Bogen darum machen, abgesehen davon, dass die eh oft schon Wartelisten haben.

    Was insgesamt dafür sorgt, dass grosse Hunde dieses Problem häufiger haben, dadurch dass sie nicht zum spielen kommen werden sie aufdringlicher, dann wollen noch weniger Hunde was mit ihnen zu tun haben und Hundekontakt wird noch schwieriger.


    Ich versteh schon, dass die Gegebenheiten scheisse waren und das Interesse anfangs nicht gross, ich mach euch da auch keine Vorwürfe, aber vielleicht guckt ihr das doch noch einmal aus der Hundeperspektive an. So ganz ohne Artgenossen und wenn ihr mal welche seht, dann dürft ihr da nur strinkt vorbeimarschieren nix mit kennenlernen, nix mit Smalltalk, nix mit schwatzen, nix mit Seele trösten, nix mit gemeinsam Spass haben, da geht so viel ab mental, über Jahre hinweg würde man als Mensch verkümmern.


    Gleichzeitig kann natürlich 1.5 nochmal ne heisse Phase sein und ihr lernt eh alles wieder von 0

  • Hm - schwieriges Thema.... :-)


    Hauptpunkt ist immerhin, daß er auf keinen Fall zum andren Hund hinkommt, solange er zieht. Umgekehrt darf er nur in eine Hundebegegnung, wenn er ruhig ist. D.h. zB. sich vor Dir absetzt, und Dich anguckt, und wenn dann Deine Freigabe kommt, darf er hin. Aber nicht, wenn er sich IM HINRENNEN SCHON mal kurz umdreht a la "is doch ok, oder?", ohne auch nur an der Antwort interessiert zu sein. Wirklich erst, wenn Du ihn freigibst. KEIN Kontakt ohne Deine Freigabe, auch im Alltag. Da wär ich rigoros, grade in der ersten Zeit, bis er das kapiert hat.


    Sollte er hinziehen, dann führ ihn entgegengesetzt weg, evtl. mit Äh-äh, schade oder was auch immer als Negativmarker, wenn Du den einsetzen möchtest. Sobald Du den andren Hund siehst (das sollte sein, BEVOR Dein Hund ihn entdeckt! Du bist größer, kannst weiter gucken.), dreh um, weich aus, führ ihn an den Wegrand, was immer am besten möglich ist in der Situation, setz ihn hinter Dir ab, warte, bis der andre Hund vorbeigeführt wurde, vermittel dem andren Hundeführer ganz eindeutig, daß es jetzt KEINEN KONTAKT geben wird. Keine Diskussion, sondern PUNKT. ICH WILL DAS NICHT, ganz deutlich signalisieren - auch wenn man sich damit meist etwas unbeliebt macht, udn ungern krätzig ist. Interessiert Dich in dem Moment net. Dein Hund ist in dem Moment wichtig. Stell Dir in dem vor, wie der Hund mit 40 Kilo den nächsten Menschen anspringt, weil er gelernt hat, selbst zu entscheiden, wen er begrüßen geht - dann bringst es schon fertig, auch mal krätzig zu werden gegnüber andren Haltern *ggg Weil DU mußt mit dem Ergebnis dann u.U. 15 Jahre lang leben. und DU hast den Ärger, wenn jemand bei so ner Aktion umgeschmissen würde oder so.


    Sollte Dein Hund den andren ausnahmsweise VOR Dir wahrnehmen - dann"NEIN; KOMM MIT!", Oder "Feiiiin, ich habs gesehen, komm mit!" (das aber nicht, wenn er schon zieht- da ist timing wichtig. Loben, sobald er den Andren nur wahrgenommen hat und das mit einem angehobenen Ohr oder gar Stehenbleiben zeigt, ist ok, und dann sofort sagen, was Du erwartest. Aber wenn er schon zieht, NICHT loben, sondern Negativmarker und ausweichen). Und wieder ausweichen. Wenns recht eng auf dem Weg ist, stell Dich vor den Hund, blocke den Andren. Zumindest aber kannst Du IMMER den Hund auf Deine dem Andren entgegengesetzte Seite nehmen, sodaß zumindest DU zwischen den Hunden bist, selbst wenn der andre Hundeführer deppert ist *gg (notfalls Deinen am Geschirr mit der Hand hinter Dir halten, um einen Kontakt zu verhindern).


    Wenn gar nix geht, hilft oft einfach, zu beschleunigen mit einem "Komm mit!". Einfach losrennen. Ist meist für Deinen Hund ein Heidenspaß, mit Dir ein Stück zu rennen, lenkt seine Aufmerksamkeit auf Dich, macht Dich spannender als den Fremdhund. Oder, fast besser: Dein Hund sieht den Fremdhund, Du lockst: "Schau mal!" *quietsch - und wenn er herguckt, gibts sofort Leckerlie und Ihr rennt zusammen los, Du quietschst begeistert, weil er zu Dir geschaut hat. So wirst DU interessanter als der Fremdhund, UND er lernt: wenn Fremdhund kommt, muß ich nur zu Fraule gucken, dann gibts mega-Spaß. Sodaß Fremdhund letztlich Auslöser dafür wird, sich auf Dich zu konzentrieren.


    Oft lernt ein Hund diese Begeisterung für Andre sogar erst auf dem Hundeplatz: wenn nämlich die Welpenstunde daraus besteht, erstmal 15 Minuten die Welpen sinnlos toben zu lassen, "damit sie sich hinterher konzentrieren können, weil ausgepowert". Natürlich lernt der Hund dann, Hundeplatz = Toben, und schon haste die erste Fehlverknüpfung. Die zweit lautet dann: Andre Hunde = Toben. Super - schon haste den Salat *gg


    Ich mach das inzwischen bei Begegnungen unterwegs daher ganz anders als früher: wenn ich Bekannte mit Hund treffe, dann steh ich 3 Meter von denen entfernt, beide halten ihre Hunde bei sich, man quatscht bissel, und der Hund hat auf beiden Seiten entspannt abzusitzen. Das ist ein super Lerneffekt: "andrer Hund" wird nicht automatisch mit Toben assoziiert, und der Hund merkt "Fraule sorgt dafür, daß ICH nicht behelligt werde", und überläßt mir daher dann auch künftig die Auswahl der Hunde, die herankommen dürfen. Stürzt sich nimmer auf jeden zum "selbst Abchecken". Früher sah das bei mir anders aus: man trifft sich, und läßt ganz naiv erstmal die Hunde aufeinander los zum "Hallosagen". Und schon haste nen Hund an der Leine, der bei jedem andren Hund zieht, weil er ja gelernt hat, daß er bei jeder Hundebegegnung von der Leine darf und hingeschickt oder zumindest hingelassen wird. Wie soll der auch verstehen, daß er heut mal net hin darf oder so, wenn er das von mir so beigebracht bekommen hat? Ist mir dann auch böse auf die Füße gefallen, ich HASSE es. *ggg Deswegen inzwischen komplett anders. Auchso lernt Hund den Umgang mit andren. Nämlich entspannt bleiben, wenn ein Fremdhund in der Nähe ist, weil dieser ihn nix angeht.


    Also ist das ganz oft ein selbstgemachtes Problem, das man sich (ungewollt natürlich) im Alltag herangezüchtet hat.


    Wenn der Hund sich in der Gruppenstunde hart tut mit der Konzentration, stell Dich in wenig mit Abstand zur Gruppe. So weit halt, wie der Hund ruhig bleiben kann und nicht hinzieht zum Rest. Meide dann die Toberunden, solange Du das Problem hast, bzw. gib ihm zumindest zu Beginn einer Solchen ein Freigabesignal. Und nimm ihn selbständig raus, wenn Du merkst, er überdreht. Egal, was der Trainer sagt! Und hinterher dann kleine Pause zum Runterkommen, und dann nochmal ne kleine Übung für die Konzentration, einfach, damit er merkt, Toben ist nicht der alleinige Sinn und Zweck andrer Hunde und der Trainingsstunde. Und dann RUHIG und in entspannter Stimmung vom Platz gehen. Denn so, wie der Hund den Platz verläßt (ruhig oder aufgedreht vom Toben), so wird er ihn beim nächsten Mal betreten!

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Generell: solange der Hund nicht in der Lage ist, sich auf Dich zu konzentrieren unterwegs, gäbe es bei mir keine ungeplante Hundebegegnung, einfach, weil es mir gerade beim großen Hund wichtig wäre, daß der lernt, nicht einfach loszurasen, sondern den Fokus auch mich zu legen. Und es ist ja auch so, daß in freier Natur auch kein Hund zu jdem Andren hinrennen würde a la "spiel mit mir". Die haben ihr eigenes Rudel, und gut is. Ein Hund muß nicht mit jedem Andren spielen oder umgehen können. Dieses Problem ist vielfach der allgemein verbreiteten "der Hund muß auf andre Hunde sozialisiert werden"- Mentalität zuzuschreiben... Muß er vielleicht, damit er hundliche Kommunikation lernt - aaaaber: nicht mit JEDEM Hund, nicht jederzeit, und nicht, solange er die Prioritäten beim andren Hund setzt, währen ich danebenstehe. Man darf da ruhig einschränken und eine Vorauswahl treffen, bzw. gezielt Begegnungen planen mit erwachsenen, im Verhalten "sauberen" Hunden, das bringt dem Hund meist mehr, als irgendwelche Toberunden, wo sie sich Welpen oder Junghunde, die grad Grenzen austesten müssen, hirnlos gegenseitig hochspielen. ;-) Oft sind da gmeinsame Gassirunden mit einem souveränen andren Hund wertvoller, als so ne Toberunde. Klar dürfen die auch sein, ein junger Hund muß auch mal "nicht überlegt" sein dürfen, und seine wilden 5 Minuten haben dürfen. Aber man kann das ja mit bissel Bauchgefühl steuern, wieviel braucht er, was dreht ihn zu sehr hoch, Kann er sich nach einer Spielrunde dann noch konzentrieren in der Hundeschule etc. - ist ja auch bei jedem Hund anders, und man kriegt es nur durch Ausprobieren raus. ;-)


    Du kannst auch im Alltag Dinge üben: beim gemeinsamn Gassigang mit andren Hundeleuten: die ersten paar Kilometer angeleint mit den Hunden laufen, mit Abstand. Erst wenn jeder die wichtigen Geschäfte getätigt hat, entspannt ist, und schnuppert etc., dann kann man im Laufen (!) einen nach dem andren von der Leine machen. einfach weiterlaufen, keinen Hype draus machen - dann fangen die auch net an, zu toben, sondern laufen einfach gemeinsam weiter, üben Kommunikation - da läuft so viel ab, wenn man das mal beobachtet, zwischen den Hunden - das reicht dicke. Die müssen nicht im ersten Moment der Begegnung gleich von der Leine, und di Aufregung dann am Andren ablassen. Auch, wenn Du Besuch mit Hund kriegst: der eigene Hund darf z.B. mit Kindergitter im Nebenzimmer bleiben, der Gasthund legt sich im Wohnzimmer mit ab. Erst, wenn BEIDE entspannt liegen, darf das Gitter auf, ganz nebenbei. Dann stürzen sie nicht aufeinander zu, sondern einer geht gaaanz entspannt (ist auch ne andre, ruhigere Körpersprache dann, die der Andre wahrnimmt!) auf den andren zu und schnuppert mal und gut ist. Dann drehen die erst gar net so hoch, sondern gehen einfach miteinander um, kommunizieren, und zerlegen net gleich die Bude miteinander *gg


    Wie gesagt: sowas versaut man sich meist im Alltag. ;-)


    Aber man lernt ja immer dazu - ich würde heute auch mit nem neuen Hund/Welpen ganz andere Schwerpunkte legen als damals bei Biene und Bossi. ERSTMAL Fokus auf mich (also nicht jeder Depp unterwegs darf ihn angrapschen und füttern! --> "der Hund muß mit andren Menschen sozialisiert werden!" Nö - muß er NICHT. Der soll sie einfach in Ruhe lassen, dann wird auch er in Ruhe gelassen.), auf Ruhe daheim, auf Entspannen, wenn ich den Hund ablege. Weil das dann die Basis ist, um mit andren Hunden und der Außenwelt entspannter klarkommen zu können. Liegt der Hund generell entspannt auf seinem Platz, dann wird er auch im Biergarten leichter Ruhe finden können, als wenn er das daheim nie kennengelernt hat. geht er grundsätzlich davon aus, daß ICH wichtig bin, wird er in der Hundestunde zwar in Versuchung geführt, aber kann den Fokus trotzdem bei mir lassen, wenn ich ihm mit etwas Abstand zu andren Hunden helfe. Vertraut mir der Hund erstmal, kommt er draußen auch mit "komischen" Situationen und Menschen klar, die ihn anfassen, weil er gelernt hat, sich an mir zu orientieren. Solange ich signalisiere, daß der Fremdmensch Ok ist, wird er dann damit zurechtkommen, auch wenn dieser eigentlich echt komisch ist.


    Und, last but not least: solange der Fokus des Hundes nicht bei MIR ist - wie soll dann der Rückruf aus jeder Situation klappen...... Da macht man sich das Leben nur unnötig schwer.


    So, genug philosophiert.... *gg Hoff, vlt. hilft Dir der ein oder andre Tip weiter ;-) Viel Erfolg!

  • Da wäre meine Idee am ehesten richtig viel Hundekontakt.

    Genau DAS eben NICHT. Solang der Fokus net beim Halter ist, schick ich den Hund doch nicht noch zum Spaßhaben von mir weg zum andren Hund! Der soll doch lernen, nicht dauernd hin zu wollen. Der HALTER ist wichtig, nicht Fremdhunde. Das lernt er aber net, indem ich ihn ständig in Begegnungen mit Hunden schicke, das ist absolut kontraproduktiv.


    Wenn überhaupt, dann nur über: "ok, Du bist mir wichtig, Fraule. eswegen frag ich Dich ob ich hin darf". Sprich, wenn der Hund akzeptiert, daß der Weg zum andren Hund über die Konzentration aufs Fraule führt. Fraule ist wichtig, SIE ist der Chef, die den Spielspaß freigeben kann. Wenn sie möchte.

  • Also, mein Pubertier ist ein Berner von knapp 49Kg.


    Ich mache mir schon Vorwürfe, weil ich es ja besser weiß und trotzdem in diese Falle getappt bin.


    Ich wollte ihm den Kontakt dann eben erkaufen, indem ich ihn in die Hundeschule und auch eine Welpenspielstunde gebracht habe. Das lief aber leider suboptimal. Noch dazu hatte er wirklich gar keine Lust auf Hunde.


    Auf Hundewiesen und am Hundestrand kommt er auf seine Kosten. Da sind die Hunde sozial und auch die Besitzer. Da haben die wenigsten Probleme damit, dass er so groß ist. Hier bei uns im Ort und in der Umgebung ist es aber bedauerlicherweise nicht der Fall. Er ist ja groß, aber sonst trotz Pubertät ein total lieber Hund. Da unterscheidet er sich auch von seinen Vorgängern, die anderen Hunden die Grenzen gezeigt hätten. Er beschwichtigt und lässt das Gebelle und Getue über sich ergehen. Sogar Dominanzversuche anderer Rüden nerven ihn nicht besonders.


    Mit HuTa haben wir keine Erfahrungen. Bei Pensionen sieht es für einen großen intakten Rüden, tolle Beschreibung eines Hundes :drooling_face: , schon schwierig aus.


    Ich werde mich mehr bemühen, dass er mehr Kontakte bekommt. Hoffentlich wird es dann auch an der Leine besser.

    Normal habe ich die Welpen zum Welpenkurs gebracht und habe sie auf der Wiese sozialisieren lassen. Hundekurs mit 1.5 Jahren war nicht. Diesmal habe ich mir irgendwie selber ins Knie geschossen.

  • Genau DAS eben NICHT. Solang der Fokus net beim Halter ist, schick ich den Hund doch nicht noch zum Spaßhaben von mir weg zum andren Hund! Der soll doch lernen, nicht dauernd hin zu wollen. Der HALTER ist wichtig, nicht Fremdhunde. Das lernt er aber net, indem ich ihn ständig in Begegnungen mit Hunden schicke, das ist absolut kontraproduktiv.

    Das seh ich ein und ich wollte damit nicht sagen, schick oder lass deinen Hund ständig zu jedem, wann und wie er will, sondern habe ganz spezifisch HuTa und Spiel-Date vorgeschlagen, nicht hier Spaziergang mach was du willst, sondern explizit NUR da darf Hund, da gehst du dann ja auch hin um zu spielen, weil ganz klar an der Leine und in der Hundeschule und wo auch sonst nocht gilt: ignorieren, das ist ein für beide Teile des Teams relativ fairer Kompromiss.


    Wenn der Hund Mordshunger hat, reduzier ich sein Futter auch nicht noch mehr, weil er sich vor Hunger nicht auf mich konzentrieren kann und der Hund wird auch nicht lernen nicht dauernd fressen zu wollen, wenn er einfach gar nix zu fressen kriegt, ausser du brichst den komplett. Wie gesagt ich betrachte Kontakt mit Artgenossen, als ein Grundbedürftnis vieler Lebewesen.

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