Dickkopf oder Fehler in der Erziehung?

  • Hallo zusammen,


    unser 20 Monate alter Labrador Rüde (unkastriert) stellt uns wirklich vor einige Herausforderungen.

    Zu den Problemen zählen hauptsächlich die strikte Verweigerung ein Leinenführungstraining anzunehmen und das völlig unberechenbare loslaufen zu anderen Hündinen.


    Wir waren mit Ferris in der Welpenschule und haben bis zu einem durch den Trainer Verursachten Beissunfall auf dem Platz auch noch eine Weile das Junghundetraining mitgemacht.

    Danach hatten wir eine ganze Weile einen Privaten Hundetrainer.

    Leider hat beides trotz konsequenter Übungen nicht wirklich zum gewünschten Erfolg geführt.

    Das regelrechte reißen an der Leine ist extrem wenn man grade erst losgeht oder sich in einer für den Hund neuen Umgebung bewegt.
    Es legt sich erst nach einer ganzen Weile.

    Ich muss dazu sagen, wir wohnen sehr ländlich und den Großteil der Spaziergänge läuft der Hund frei.

    Sollte man den Freilauf vielleicht einfach mal für eine Weile komplett einstellen? Kann dies Teil des Problems sein?


    Wobei wir beim 2ten Problem sind was vor ca. 2 Monaten begonnen hat aufzutreten.

    Der Hund ließ sich im Freilauf eigentlich immer ganz gut abrufen allerdings hat er begonnen bei wirklich wenigen Hündinnen das Gehör komplett abzustellen.

    Er Stürmt hin, auch wenn die Hündinnen nicht heiß sind und ihm das auch energisch klarmachen, und versucht aufzureiten. :see_no_evil_monkey:

    Er macht das nicht bei allen und ich weiß ehrlich gesagt nicht welches Kriterium ihn dazu bewegt.

    Kann auch mal sein das er es eine ganze Woche gar nicht macht.
    Es ist zumindest insoweit kein Problem da er Gott sein Dank keinerlei aggressionen gegenüber anderen Hunden zeigt und ärger eher aus dem Weg geht.

    Wird sich das ggf. nach der Pubertät legen?

    Eine Kastration wäre wirklich der letzte schritt. Wir hatten überlegt ob wir Ihn eventuell wenn er 2 Jahre ist Chippen lassen um zu sehen ob es sich bessert.

    Hat hier jemand Erfahrungen damit ?

    Wir werden im April mit Ihm zum Begleithundtraining gehen und mal sehen wie er sich da macht.

    Ich habe wenig Zweifel das er das hinbekommt. Ferris scheint immer genau zu wissen was eine Trainingssituation ist und verhält sich dann dementsprechend.

    Sobald das beendet ist scheint alles vergessen.


    Bin gespannt auf Eure Antworten. :upside_down_face:

  • Ich muss dazu sagen, wir wohnen sehr ländlich und den Großteil der Spaziergänge läuft der Hund frei.

    Hm, heisst das der Hund hat quasi nie wirklich gelernt an der Leine zu laufen? Es kann schon sein, das ihr mit dem Freilauf mehr das schnüffeln und herumwuseln gefördert habt, statt die Orientierung an euch. Wie trainiert ihr denn?

    Wird sich das ggf. nach der Pubertät legen?

    Ich würde es darauf nicht ankommen lassen und eine Schleppleine am Hund anbringen, um den Rückruf bei solcher Ablenkung wieder zu festigen.

    Ich habe wenig Zweifel das er das hinbekommt. Ferris scheint immer genau zu wissen was eine Trainingssituation ist und verhält sich dann dementsprechend.

    Hunde sind nicht blöd. Natürlich merken sie wann es eine Trainingssituation ist und wann nicht, gerade wenn man so einen kleinen Sturkopf hat, der evtl. auch einfach den längeren Atem hat? Bei uns gibt es keinen Anfang und kein Ende einer "Trainingssituation". Es wird geübt, was geübt werden muss und zwar immer.

  • Hi,


    zum Leinenführungstraining….

    wenn wir losgehen lass ich Ferris erstmal Sitz machen. Das stellt kein Problem da. Er setzt sich und bleibt soweit ruhig. Ich hatte anfangs gehofft das sich so die Aufregung ein wenig legt und er in Ruhe erstmal seine Umgebung wahrnehmen kann bevor wir losgehen.

    Ich lasse Ihn nirgendwo schnuppern oder Pinkeln wo er es grade will. Geht er schön neben mir bekommt er Leckerchen….aber er macht es auch nur dann wenn er weiss das ich welche dabei habe und sobald der Vorrat aufgebraucht ist fällt er wieder ins alte Muster. Ich kann ihn ja auch schlecht dauerhaft während eines Spaziergangs mit Leckerchen vollstopfen. Da müsst ich ja Rucksack mitnehmen. :D

    Anhalten und bei zug in die entgegensetzte Richtung gehen ….sich vor den Hund stellen mit Handzeichen …hatte alles bisher keinen Erfolg.

    Mit dem Trainer funktionierte dies teilweise besser….ohne das er groß daran beteiligt war. Der Hund weiß irgendwie genau ob das jetzt training ist oder nicht.

  • Das liest sich für mich nach einem Hund, der genau weiss wann ihr trainiert und wann du genügend Leckerchen hast um ihn zu belohnen. Wahrscheinlich belohnst du ihn auch in einem schnellen Intervall?


    Die "klassischen" Dinge in der Leinenführigkeit haben hier auch keinen Erfolg gebracht. Stehen bleiben oder in die entgegengesetzte Richtung gehen hätte ich noch bis 10 Jährig mit dem Hund machen können, es hat ihn nicht interessiert.


    Uns hat mehr Struktur geholfen. Der Ansatz zum vorpreschen wird kommentarlos korrigiert, wenn er sich im "Bei mir (Fuss)" befindet. Zu Beginn habe ich 5min mir und 5min dem Hund zugestanden. Diese Zeit habe ich immer weiter ausgedehnt und wurde entweder für den Hund mit einem Freigabesignal zugestanden (dann darf er tun was er möchte, auch ziehen) und mit einem 'Fertig' die Leinenführigkeit wieder eingefordert.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Geht er schön neben mir bekommt er Leckerchen….aber er macht es auch nur dann wenn er weiss das ich welche dabei habe und sobald der Vorrat aufgebraucht ist fällt er wieder ins alte Muster

    Wenn er "schön neben Dir geht", schaut er Dich dann an? "Klebt" quasi an Dir? Ich habe nämlich den Verdacht, dass Du das Geiern nach Leckerli belohnst, und das hört natürlich auf, sobald Du keine Leckerli mehr hast. Eigentlich willst Du ja ruhiges Verhalten an der Leine und nicht irres Geiern.


    flying-paws ist selber Hundetrainerin und hat einen Online-Kurs für Leinentraining, der den Unterschied deutlich macht. Wenn Du nach "Hundeschule Flying Paws" googlest, könntest Du Dir das mal anschauen.


    Generell wirkt es so, als würde er draußen keinen ruhigen, entspannten Modus kennen. Das wäre so die Richtung, in die ich denken würde.

  • Am besten ist natürlich immer jemand, der vor Ort die Situation anschauen kann, aber könnte es vielleicht an Stress liegen?

    Gerade das Aufreiten klingt für mich danach, hat mein Mischling in dem Alter auch gemacht und in diesem Fall wäre (bzw. war bei uns, trotz Rat durch Trainer und Tierärzte) die Kastration eine Katastrophe und verschlimmert das Problem eher.

    Der Hund rennt hin, weiß mit der Situation nicht umzugehen, ist nicht von sich aus fähig, die Distanz zu suchen, und versucht seinen Konflikt durch das Aufreiten zu 'lösen'.

    Das an sich ist natürlich mit Erziehung händelbar, aber falls Stress das Grundproblem ist, sollte man dieses nicht vernachlässigen.


    Das würde womöglich auch zu deiner Beschreibung des Leinenführigkeitsproblems und mit dem Trainer passen.

    Was meinem (sensiblen, reizoffenen, energiegeladenen) Knallkopf geholfen hat: Draußen wie drinnen Ruhe, klare Regeln, Konsequenz, sehr viel Lob und freundliche Beruhigung und möglichst wenig Ansprüche und Beschäftigung während dem Spaziergang, dazu ausgiebiger Freilauf. Weniger Freilauf und mehr Leine bewirkt hier eher das Gegenteil und überfordert noch mehr.

    Die Tendenz bei meinem wird immer bleiben, da reicht an schlechten Tagen ein Auto, das am Wegrand parkt, um ihn zu überfordern. Aber ich schätze, er ist da auch ein Extremfall.

  • aber er macht es auch nur dann wenn er weiss das ich welche dabei habe und sobald der Vorrat aufgebraucht ist fällt er wieder ins alte Muster.

    du hast deinem Hund meiner Meinung nach nicht Leinenführigkeit beigebracht, sondern nur, neben dir zu laufen so lange es kekse gibt.


    Es gibt einen tollen Kurs von Hundeschule Flying Paws. Und an Büchern - allerdings komplett andere Methode - gibts den Fichtlmeier. Und noch zig andere Sachen. Man muss allerdings streng nach Trainervorgabe arbeiten, absolut konsequent und mit Star- und Ende-Signalen arbeiten, damit der Hund weiß, was gerade gefordert ist.



    Wegen Rückruf: der würde bei mir erstmal nur noch an der Schlepp laufen.


    Kastration hilft wenn überhaupt nur bei Aggressionsproblemen (und da auch nicht immer) oder Hypersexualität. Nicht bei Ungehorsam. Sonst wärs einfach.

  • Wenn ein knapp 2jähriger Hund, den ihr seit Welpe habt nicht einigermaßen ordentlich an der Leine läuft ist das definitiv ein Trainingsfehler.

    Wieso das so ist hast du dir ja selbst schon beantwortet. Woher soll er das auch können, wenn er zum Großteil frei läuft. Da ist einfach konsequentes Training erforderlich und nicht ich häng mal ein paar Minuten die Leine dran und dann soll er ohne zu ziehen nebenherlaufen.

    Wir sind hier mit der „Topfschlagen-Methode“ sehr gut gefahren. Am Halsband wird nie gezogen, das wird sofort korrigiert (wie , kommt auf den Hund an) und wenn er ordentlich neben euch läuft wird am Anfang quasi jeder Schritt hochfrequent belohnt.

    Also Keks/gut - Keks/gut - Keks/gut - vorlaufen/verbaler Abbruch, stehen bleiben, umdrehen oder worauf er sonst reagiert.

    Das ganze tgl immer mal ne kleine Sequenz von 1, 2, 3 Minuten ohne große Ablenkung, später dann steigern, sowohl was Dauer als auch Umgebung angeht und die Kekse werden dann auch abgebaut.

    Zudem würde ich ihm ein Geschirr anziehen um die Verknüpfung „am Halsband wird nicht gezogen“ in Situationen wo man nicht übt, fix von A nach B muss etc nicht wieder kaputtzumachen.


    Das Hinrennen zu anderen Hunden ist für dich ggf kein Problem, weil er ja „nett“ ist.

    Meine Hündin würde ihn alleine fürs reinballern schon dermaßen auf links drehen (zu Recht), wenn er dann noch aufreitet prügelt sie ihn wahrscheinlich durch den halben Wald (auch zu Recht).

    Das ist einfach total unhöflich und ihr habt anscheinend bisher Glück gehabt, dass es gut gegangen ist (würde sie das übrigens nicht selbst sehr deutlich machen würde sie von mir Unterstützung bekommen und dein Hund würde auch entsprechend einen vor den Latz bekommen).

    Du nutzt deinen Rückruf dadurch einfach nur ab, weil er verpufft und der Hund belohnt sich jedes Mal selbst.

    Bei mir wäre da eine Schleppleine dran, damit ich im Zweifel immer noch diese Korrektur in petto habe (Vorsicht, 10-15m Anlauf nehmen lassen ist weder gut für den hündischen Bewegungsapparat und wird dir wahrscheinlich eine astreine Flugstunde bescheren, also handling vom Trainer zeigen lassen).

  • @alsatian_00
    Ich denke auch das der häufige Freilauf einen Großteil dazu beigetragen hat.
    Die Frage ist in welchem Rahmen man dies jetzt einschränken sollte....

    Im Moment gehen wir überhaupt nicht mehr mit Ihm spazieren wo er auf andere Hunde trifft.
    Wir hatten sonst immer eine schöne Route ganz in der nähe wo eigentlich alle Halter ihre Hunde frei laufen haben.
    Problem ist das die Strecke entlang eines Flußes führt und Ferris es jetzt einigemale gebracht hat den Fluß zu durchqueren um zu einer Hündin auf der anderen Seite zu kommen.

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