Hündin hat Angst vor mir nach Strom-Weidezaun-Unfall

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    Hallo,


    am 21.10. ging ich mit Mimi wie gewohnt unsere Mittagsgassi-Runde um ein großes Maisfeld herum, welches mit Stromzaun eingezäunt ist. An dem Tag war es hier sehr stürmisch und ich konnte nicht hören, ob Strom auf dem Zaun ist. Plötzlich sprang Mimi Richtung Maisfeld und wollte sich einen Maiskolben klauen - sie hatte ihn schon im Maul - ich rief panisch ihren Namen, aber da war es schon zu spät. Sie bekam einen heftigen Stromschlag, schrie auf, rannte panisch zu mir, duckte sich weg, zitterte am ganzen Körper und war extrem verunsichert. Ich habe sie an mich gedrückt und versuchte sie zu beruhigen. Irgendwann hörte das Zittern auf und sie ging geduckt wie ein geprügelter Hund neben mir und sah ständig unsicher zu mir hoch. Das tat mir in der Seele weh. :loudly_crying_face:

    Den ganzen Rückweg ging sie so und ich hatte das Gefühl, sie will nix falsch machen, weil sie dachte, ich habe den Stromschlag verursacht.


    Am nächsten Tag fuhr ich wieder mittags mit ihr zur Gassirunde in dieses Gebiet, lief aber komplett woanders mit ihr. Allerdings ging sie nur 50m mit und setzte sich dann hin, weil sie zurückwollte. Sie hatte angelegte Ohren und hatte Angst. Ich nahm sie an die Schleppleine und motivierte sie immer wieder zum Weitergehen, weil ich mir dachte, sie muss doch Gassi gehen, um sich zu lösen. Ein paarmal zog ich einfach mit. Es war sehr verkrampft und sie hatte nicht wirklich Spass am Spaziergang... So geht es seitdem immer, wenn ich mit ihr raus auf die Felder fahre, egal wohin. Wenn mein Mann mit dabei ist geht es viel besser. Da ist sie nur am Anfang ängstlich (wenn da z. B. ein Zaun ist) und läuft dann normal Gassi. Wenn ich mit ihr von unserer Wohnung aus in den Stadtpark laufe (Weg dahin sehr städtisch, viele Menschen, Lärm etc.) geht es jetzt wieder ganz gut. Sie ist nur verunsichert bei lauten Geräuschen (war sie sonst nie), aber sobald wir im Park sind läuft sie ganz normal interessiert spazieren.


    Einmal habe ich leider nochmal ihr Vertrauen kaputt gemacht. Ich war morgens mit ihr hier bei und um den Block und sie setzte sich hin, stemmte sich in die Leine, so dass sie aus dem Halsband rutschte. Da das direkt an der Straße war schrie ich laut los und rannte auf sie zu - da hat sie sich vor mir ängstlich weggeduckt. War echt blöd von mir, aber ich hatte Angst, sie rennt auf die Straße.


    Jetzt am verlängerten Wochenende war eigentlich alles recht normal - allerdings war da auch immer mein Mann mit dabei - und heute Morgen beim Gassi im Wald ging sie wieder nur 10 Meter, blieb dann zittert stehen, drückte sich an mich dran und wollte zurück. :loudly_crying_face: Ich ging dann mit ihr eine komplett neue Richtung und da lief sie wieder ganz gut mit, allerdings auch eher angespannt und nach 15 Minuten wollte sie wieder zurück. Auf Dauer kann das nicht so weiter gehen. Ich kann nicht ständig in der Stadt an der Leine mit ihr laufen, weil sie da weniger Angst hat.


    Normalerweise ist Mimi eine selbstsichere Hündin, die man überall mitnehmen kann, egal ob da viele Menschen sind oder nicht, egal wie laut es ist. Es kann doch nicht sein, dass wegen einem fehlverknüpften Stromschlag alles anders ist...


    Hat jemand einen Ratschlag für mich? Soll ich sie zwingen mitzulaufen, auch wenn sie Angst hat?


    EDIT: zur Info noch kurz: Vor ein paar Monaten kam sie auch mal an einen Weidezaun und erschrak sehr und wollte dort nicht mehr entlang laufen. Wir haben es trotzdem getan, mit Leckerlis gelockt etc. und mittlerweile ist das kein Problem mehr.

  • Gerade habe ich den Text geschrieben und bin danach zum Gassi aufgebrochen. Sie wollte nicht laufen, setzte sich gleich hin. Haben 20 Meter geschafft, dann sind wir wieder ins Haus.

  • Du darfst nicht aus allem so ein Mordsdrama machen..

    ich rief panisch ihren Namen

    warum? Weil Hunde gerne kommen, wenn ihr Halter einen unsouveränen Eindruck macht?

    rannte panisch zu mir

    Sie hat sich halt was erschrocken...... dann ist sie zu dir gelaufen und nicht weg.... das ist doch prima

    Ich habe sie an mich gedrückt und versuchte sie zu beruhigen

    damit hast du die Situation eher dramatisiert....


    besser wäre es gewesen kurz zu tätscheln, a la du hast dich erschrocken, aber ist ja nix passiert, komm lass uns weitergehen

    schrie ich laut los und rannte auf sie zu

    dasselbe Muster..... da hast du Schwein gehabt, dass du den Hund nicht vors nächste Auto gejagt hast

    allerdings war da auch immer mein Mann mit dabei

    Wahrscheinlich ist der entspannter, so dass die Hündin ihn eher als vertrauenswürdig einstuft

    Hat jemand einen Ratschlag für mich?

    mach weniger Drama aus Allem, am Zaun eine gewischt zu bekommen ist jetzt nicht superschön, aber auch nix schlimmes.... jeder Pferde, Rinder oder Schafhalter erlebt das tausendfach... und die sind auch nicht alle nachhaltig traumatisiert

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  • Ich denke, Dein Verhalten in solchen Situationen ist für Deinen Hund das größte Problem. Wenn Du in solchen Situationen immer so extrem reagierst, solltest Du dringend daran arbeiten.


    Ich würde dazu raten mal eine Stunde bei einem Trainer zu machen, der sich mal anschaut wie ihr zwei generell draußen unterwegs seid und der Dich darin schult wie man in ungeplanten Situationen reagiert. Ansonsten sehe ich, dass bei einem Vorfall in der Stadt, dass Du bald auch da nicht mehr mit Deinem Hund gehen kannst.


    Stromzäune für Wildschweine sind übrigens die mit der höchsten Schlagkraft. Es ist gelinde gesagt dumm einen Hund in der Nähe eines solchen Zauns frei laufen zu lassen. Ich mache das nicht. Da ist mir zu riskant.

  • Da ich so ein Verhalten von mir selber kenne, kann ich den anderen nur 100% zustimmen.

    Nichts anderes hätte ich geschrieben, da ich auch dazu neige, aus allem ein Drama und Dauerthema zu machen.


    Deine Gedanken und Emotionen übertragen sich zusammen mit dem dazugehörigen Verhalten auf den Hund und geben eurem kleinen Zaununfall nun eine wahnsinnige Gewichtung.


    Versuche an dir zu arbeiten, dass du sowas entspannter sehen kannst, dann vermittelst du auch deiner Hündin Sicherheit und sowas ist schneller wieder vergessen.

    • Neu

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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Ich denke auch, dass du deine Hündin durch dein Verhalten eher verunsicherst.

    Sie erschrickt, es tut sicher auch weh, und wenn sie dann zu dir kommt, möchte sie eigentlich in Sicherheit sein.

    Du sollst der Fels in der Brandung sein.

    Alles nicht so schlimm, wird schon wieder. Jetzt ist es gut.

    Stattdessen gerätst du selbst in Panik und verunsicherst deine Hündin noch mehr.

    Denn wenn Frauchen auch noch rumschreit und an ihr rumreißt, dann muss ja eindeutig was ganz, ganz Schlimmes passiert sein…

    Ich würde wirklich versuchen, da an meiner eigenen Souveränität zu arbeiten.

  • Puh, das tut mir leid für euch. Aber ich sehe es leider wie die anderen, die vor mir geantwortet haben, du bist der Schlüssel. Ruhe ist wirklich soo wichtig in solchen Situationen. Ist meinem Hund auch passiert als er jung war (zum Glück kein Wildschwein-zaun). Joah, Lernerfahrung gesammelt. Hab ihn zu mir eingeladen und wir sind weitergegangen.

    Und es hat ihn nicht nachhaltig beeindruckt, wir sind weiter regelmäßig dort gelaufen, ohne irgendein Meideverhalten seinerseits.


    Klar ist jeder Hund anders, aber es muss wirklich mit dir beginnen. Du musst führen, du musst die Ruhe sein, der sichere Hafen, dem Hund zeigen, dass du ihn wahrnimmst, aber ihm zeigen, dass er sich auf deine Entscheidungen verlassen kann. Und das geht nicht, wenn man panisch wird.


    Und jetzt ein kleiner intimer Einblick: mir ist das bis vor einiger Zeit auch nicht immer gelungen. Bevor wir umgezogen sind, haben wir wo gewohnt, wo es viele unerzogene freilaufende Hund gab. Mir ist es immer schwerer gefallen, ruhig zu bleiben, Konfrontationen haben mich oft nachhaltig aus dem Inneren Gleichgewicht gebracht. Und das hat man sooo krass an Rumo gemerkt. Jetzt nach dem Umzug konnte ich wieder vertrauen fassen und gehe total entspannt in Hundebegegnungen (in 99% 🙃) und klar - mein kleiner Spiegel auf vier Plauschebeinen mit mir. Was er auf seine alten Jahre nochmal an Selbstsicherheit gewonnen hat dadurch ist enorm.


    Ich möchte dir auch Mut zusprechen, nimm euch einen guten Trainer (vielleicht magst du deine PLZ angeben, vielleicht kann dir jemand einen guten empfehlen). Achte darauf, dass er auf einem aktuellen Wissensstand ist und sich auch um dich kümmert.

  • Ich finde auch, dass man selbst dann Sicherheit vermitteln muss, auch, wenn das in manchen Situationen natürlich schwerer fällt, als in anderen.


    Trotzdem möchte ich kurz einwerfen, dass es unabhängig davon auch sehr auf den Hund ankommt.


    Meine Schwiegereltern haben einen Hund, den würde das auch tagelang aus der Bahn werfen.


    Und da wird um Kleinigkeiten überhaupt kein „Gewese“ gemacht.

    Meine Schwiegereltern haben eine Landwirtschaft - es geht den Tieren gut, es wird sich gut gekümmert und die Bedürfnisse erfüllt - aber es gibt definitiv kein Drama um Kleinigkeiten im Sinne von: „ohhhh - da hat sich das arme, arme Hunderl erschrocken. Du aaaaaarmes, aaaaarmes Hascherl.“

    Sondern eher „ja, war doof, verstehe ich - aber das Leben geht weiter. Und jetzt los“


    Trotzdem werfen den Hund Sachen aus der Bahn, da würde Lucy nicht mal mit der Wimper zucken.


    Ich wollte es nur erwähnen, weil es sich hier so einstimmig nach „selbst schuld“ (überspitzt gesagt) anhört.


    Unabhängig davon ist die eigene Sicherheit, die man in solchen Situationen ausstrahlt, natürlich trotzdem wichtig.

    Das hilft vielleicht nicht bei allen Hunden (siehe oben), aber wenn man selbst unsicher ist oder ängstlich agiert, macht es das Ganze natürlich noch schlimmer.

  • Meiner Erfahrung nach tut man sich gerade im "Unsicherheitssektor" keinen Gefallen wenn man dem Hund zu sehr vermittelt wie arm er doch ist, wie schlimm das doch war und das er jetzt gaaanz mutig sein soll. Die schalten dann nämlich auf :"Oh Gott also wenn Frauchen jetzt so reagiert muss es schlimm sein"


    Ich sag immer ich bin kein Wattebauschwerfer und arbeite auch mit ner Portion Zwang. Warum? Weil ich in der Situation die ich dann kontrollieren kann den Hund sich nicht verkriechen lasse sondern einfach nehme und mitnehme. Frei nach dem Mottto "Da ist nix, stell dich nicht an, ich zeig dir das nix ist". Und dann natürlich mit viel Lob. Funktioniert.


    Ich hab das mit unserem Mini seit er damals von dem Jägershund so geschockt wurde. Der will auf ihm nicht bekannten Wegen auch nicht mit Gassi und will zurück zum Auto rennen. Gibts nicht. Im Zweifelsfall klemm ich ihn mir untern Arm und trage ihn ein Stück. Und dann plötzlich? Ahhhh ok. Doch nicht furchtbar. Na gut...

  • Trotzdem möchte ich kurz einwerfen, dass es unabhängig davon auch sehr auf den Hund ankommt.

    Ich lebe mit Border Collies. Die haben das Drama-Queen-Gen. Selbst, wenn ich mit Situationen nix zu tun hatte, wollen sie mir das gerne tagelang in die Schuhe schieben. Sie sind sozusagen das höchste Level an Gelassenheitstraining für den Menschen. Denn, sobald man nur drüber nachdenkt, ob man da nicht doch ... sagt der Border Collie sofort: "HA! :skeptisch2: Hab ich doch gewusst, dass ich recht habe ein Drama drum zu machen!!!"


    Gott, ist der Spitz easy ... :lol:

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