4 jähriger Rüde plötzlich triebhaft?

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    Hallo Ihr Lieben,


    ich stehe mit meinem Rüden so ein wenig auf dem Schlauch und vielleicht hat hier ja jemand einen Rat oder Tip für mich.


    Ich versuche in „Kürze“ das Wesentliche zu schildern, es wird aber vermutlich etwas länger. Besagter Rüde ist mein dritter Hund, aufgewachsen in einem stabilen dreier Rudel mit Struktur, Liebe und Konsequenz, Welpen- und Hundeschule besucht, Pubertät unbemerkt durchlaufen, leichtführig, gehorsam, aufmerksam, hochsensibel (!) und damit stressanfällig, unsicher und dabei reaktiv aber immer händel- und abrufbar und ein Ressourcenverteidiger mal mit mehr und mal mit weniger Einsatz (Revier, Spielzeug, Futter - nur Hunden gegenüber) - bis letztes Jahr also ein Träumchen mit geringfügigen Macken. :smiling_face_with_hearts:


    So, und seit genau Anfang dieses Jahres (er war zu dem Zeitpunkt 3 Jahre und 7 Monate alt, jetzt ist er 4) hat mein Rüde einen derartigen Hormonschub (oder was auch immer) bekommen, dass es echt langsam keinen Spaß mehr macht. JEDER Hund (vorzugsweise die Damen, aber in der Not eben was gerade kommt) der sich nicht deutlich genug wehrt, wird sofort fest umklammert und obsessiv bestiegen ohne ein Ende (bedeutet: wenn man ihn lässt, würde er ewig weitermachen, inklusive Ausfahren). Er muss also sofort abgepflückt werden, sonst wird es nur noch schlimmer. Er ist nicht mehr er selbst. Er ist bretthart, man bekommt ihn aus dem Klammergriff kaum runter, eher hebt man den anderen Hund mit an, die Augen starr und weder ansprechbar noch ablenkbar noch sonstwas. Mein sonst hochsensibler Hund reagiert auf gar nichts mehr. Ich pflücke ihn also ab, leine ihn an und gehe weiter... beim nächsten Hund geht es dann aber sofort von vorne los. Leinenführigkeit ist dann auch komplett vergessen, meine Arme sind dieses Jahr sicherlich um einiges länger geworden. :flushed_face:


    Da er bis zu diesem Zeitpunkt seine Triebe so gut im Griff hatte, dass es nie ein großes Problem war, bin ich erstmal nur von einer Phase ausgegangen, in Verbindung mit evtl. Frühjahrsläufigkeiten der Hündinnen. Aber diese Phase dauert halt bis heute an und ich kann mir nicht vorstellen, dass er evtl. nur ein später Spätzünder ist? Evtl. kenne ich auch den Auslöser. Unser Rudel hat sich letztes Jahr altersbedingt aufgelöst (wenn ihr versteht :loudly_crying_face:) und ich habe im Herbst einen Welpen dazugeholt, damit er kein Einzelhund bleiben muss. Einen WEIBLICHEN Welpen! Ich denke hier könnte das Problem liegen... Madame ist im Januar 5 Monate alt gewesen, als es bei ihm anfing. Da er sie nicht besteigen darf und auf Kommando von ihr auch ohne murren ablässt, gehe ich davon aus, dass er Ersatz sucht. Aber ich kann mich auch irren weil es so extrem ist und irgendwann müsste man sich ja auch an die weibliche Gesellschaft gewöhnt haben, zumal er ja u.a. mit einer Hündin (die allerdings zu dem Zeitpunkt schon kastriert war) aufgewachsen ist. Und eine Läufigkeit konnte ich bei der Kleinen noch nicht beobachten, auch andere Rüden waren bisher nicht übermässig interessiert.


    Wir wohnen sehr ländlich, hier gibt es kaum Hunde bzw. ist die Verträglichkeit der wenigen fraglich; daher fahre ich gerne mit den Hunden ins Hundeauslaufgebiet, damit sie nette andere Hunde treffen und ihre Sozialkompetenz schulen können bzw. diese nicht verschütt geht. Das ist auch der Grund warum mein Rüde nicht Einzelhund bleiben sollte und die beiden spielen drinnen wie im Garten auch sehr viel miteinander. Wenn mein Rüde aber draußen unterwegs ist und seine Spuren verfolgt und mit Markieren äußerst beschäftigt ist, wird die Kleine ignoriert. Sie spielt draußen kaum eine Rolle für ihn, außer es kommt in seinem Revier der intakte Nachbarsrüde vorbei, dann wird sie verteidigt. Im Hundeauslaufgebiet wird sie aber im Grunde ignoriert.


    Als erster Gedanke kam mir ein Versuch mit einem Kastrationschip, aber sowohl den als auch eine evtl. spätere Kastration kommen im Grunde nicht in Frage, weil mein Rüde in Richtung Angst-Aggression geht. Schon als Welpe war er reaktiv den anderen Welpen gegenüber (weil er so sensibel und eher unsicher ist), ich konnte ihn aber immer gut steuern und nach der Pubertät hat ihm das Testosteron geholfen. Er ist mutiger und nicht mehr so reaktiv, daher kann Testosteron in seinem Fall nicht wegfallen. So, ich also überlegt ob es mit der Gewöhnung evtl. besser wird, aber hier wird nichts besser. Ich kann ihn natürlich zeitlebens von anderen Hunden fernhalten, aber wäre das wirklich richtig? Wenn ich ins Hundeauslaufgebiet fahre müsste ich ihn zu Hause lassen, das ist doch traurig. Ablenken kann man vergessen, spielen sowieso nicht, Futter nimmt er in diesen Situationen keins mehr an (egal was, Würstchen, Käse, Paste), das fällt alles weg. Schimpfen mag ich nicht mehr, er ist in den Momenten sowieso nicht bei Sinnen und bekommt das gar nicht mit. Schleppleine fällt weg (kann ihn nicht halten, er rennt mit Vollgas los), nur kurze Leine geht. Ich bin jetzt soweit, dass ich über ein Sprühhalsband nachdenke. Einerseits ist er mir dafür aber zu sensibel, andererseits ist er in den „geilen Momenten“ ja eh nicht in dieser Welt. Auch die Überlegung ihn decken zu lassen kam schon (er ist reinrassig), so nach dem Motto wenn er erstmal weiß wann eine Hündin wirklich bereit ist, lässt er den Rest in Ruhe; aber es gibt genug Hunde auf der Welt und ich möchte keine Welpen produzieren nur um vielleicht ein Problem zu lösen.


    Was bleibt da noch als Versuch?? Hat jemand Ideen?


    In einem Thread habe ich gelesen, dass man den Rüden mal tierärztlich untersuchen sollte, aber es wurde nie gesagt was genau untersucht werden soll. Kann dies einer mal hier aufschreiben bitte, was zu untersuchen wäre? Ich war nämlich schon beim Tierarzt weil mir das alles so komisch vorkommt, aber da kamen leider keine konkreten Ideen. Blutbild und Prostata (o.B.) habe ich checken lassen, mehr wusste ich aber aus eigenem Antrieb nicht.


    Oh je, so lang geworden... sorry, ich dachte je mehr Infos desto konkreter das Gesamtbild. Vielleicht hat ja der ein oder andere durchgehalten. :upside_down_face:


    Liebe Grüße

    Anna

  • Welcher Rasse gehört dein Rüde denn an? Das kann ja doch durchaus einen Unterschied machen.


    Ich würde dir aber eig empfehlen einen Trainer draufschauen zu lassen der das Verhalten direkt sieht und beurteilen kann. Das Forum wird da denke ich eher nicht sonderlich helfen können außer vllt allgemeinere Tipps geben. Aber versteh ich das richtig? Du fährst mit ihm (und der Junghündin?) in ein Hundeauslaufgebiet und da verhält dein Rüde sich so Assi fremden Hunden gegenüber? Zeigt er das Verhalten auch in normalen Begegnungssituationen oder nur da wo er quasi dazu gezwungen wird nah bei fremden Hunden zu sein?

    Ich würde ihn zumindest momentan nicht mehr dahin mitnehmen ehrlich gesagt, mir wäre das Risiko das es knallt wenn einer der Fremdhunde sich so eine Frechheit nicht gefallen lässt definitiv zu groß. Wobei für mich auch fraglich wäre ob es generell sinnvoll ist ihn dahin mitzunehmen oder nur Stress für ihn bedeutet.

  • Ich kann ihn natürlich zeitlebens von anderen Hunden fernhalten, aber wäre das wirklich richtig? Wenn ich ins Hundeauslaufgebiet fahre müsste ich ihn zu Hause lassen, das ist doch traurig.

    Ich finde das eigentlich gar nicht so traurig. Er hat im Auslaufgebiet (bei den Hundebegegnungen) so wie es klingt im Moment nur Stress. Ich sehe im Gegenteil gar keinen Mehrwert in solchen Fremdhundekontakten, wie du sie beschreibst.

    Braucht halt auch nicht jeder (erwachsene) Hund Fremdhunde. Mein Rüde kann auch sehr gut auf Fremdhunde verzichten. Er hat Kontakt mit meiner Hündin. Darüber hinaus gibt es zwei Hunde, die er zumindest freundlich begrüßt, wenn wir sie treffen. Ansonsten guckt der Fremdhunde mit dem Allerwertesten nicht an, wenn er nicht durch enge Wege/Plätze gezwungen wird :pfeif:

    Also ja, mit ihm würde ich das Auslaufgebiet definitiv erstmal komplett meiden. Die Idee, eine:n Trainer:in raufgucken zu lassen finde ich aber auch gut. Das Verhalten klingt schon sehr extrem, vielleicht könnt ihr zumindest daran arbeiten, dass er Fremdhunde toleriert/ignoriert und für dich ansprechbar bleibt.

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  • Ich würde die Möglichkeit, dass das Aufreiten nicht sexuell, sondern stressbedingt motiviert wird, ins Rennen werfen.


    Möglich, dass ihm der Jungspund richtig Stress bereitet und der muss irgendwo hin...


    Vielleicht hat flying-paws noch eine Idee.

  • Welcher Rasse gehört dein Rüde denn an? Das kann ja doch durchaus einen Unterschied machen.


    Zeigt er das Verhalten auch in normalen Begegnungssituationen oder nur da wo er quasi dazu gezwungen wird nah bei fremden Hunden zu sein?

    Hi,


    es ist ein Dalmi.


    Er zeigt das Verhalten bei JEDEM Hund. Er ist im Hundeauslaufgebiet nicht gezwungen sich mit den Hunden auseinanderzusetzen, das Gebiet ist sehr weiträumig und nicht überlaufen, er kann gut ausweichen oder wie früher einfach kurz begrüßen und dann vorbeigehen.


    Warum die Verhaltensänderung?

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Also ja, mit ihm würde ich das Auslaufgebiet definitiv erstmal komplett meiden. Die Idee, eine:n Trainer:in raufgucken zu lassen finde ich aber auch gut. Das Verhalten klingt schon sehr extrem, vielleicht könnt ihr zumindest daran arbeiten, dass er Fremdhunde toleriert/ignoriert und für dich ansprechbar bleibt.

    Ja war auch meine Idee, ich sehe hier aber keine erzieherische Möglichkeit (kann mich natürlich irren), weil er bis zu diesem Zeitpunkt ein gut erzogener Hund war. An fremden Hunden vorbeigehen war kein Problem, mit oder ohne Leine.


    Im Moment ist es nur Stress, das stimmt, ich hätte aber schon gern meinen „alten“ Hund zurück...

  • Ich würde die Möglichkeit, dass das Aufreiten nicht sexuell, sondern stressbedingt motiviert wird, ins Rennen werfen.


    Möglich, dass ihm der Jungspund richtig Stress bereitet und der muss irgendwo hin...


    Vielleicht hat flying-paws noch eine Idee.

    Huhu,


    Stress wegen dem Jungspund schließe ich eigentlich aus*. Warum? Bei meinem Rüden sieht man sofort wenn er gestresst ist, er bekommt ganz markante Falten im Gesicht. Er hat mit der Kleinen meiner Einschätzung nach keinen Stress. Hier zu Hause ist alles easy. Und wenn sie doch mal nervt oder übermütig wird, wird mal kurz eine Ansage gemacht und es herrscht wieder Ruhe.


    *Bis auf den Stress den ich schon erwähnt habe: den er evtl. hat, weil sie ein Weibchen ist und er nicht randarf (wobei sie noch gar nicht so weit ist aber das spielt wohlmöglich für ihn keine Rolle).

  • Wenn das so plötzlich gekommen ist, würde ich ihn erst mal tierärzltlich abchecken lassen, inkl. Hormonstatus. Zweite Möglichkeit sähe ich auch in stressbedingtem Übersprungverhalten. wie kommt er denn mit dem Welpen klar, wie harmonisch ist das Zusammenleben? Müsst ihr da viel reglementieren?

  • ich habe hier ein 8jähriges Baby. Er hat keinerlei Interesse an Mädels aber auch er hat bis heute einen erwachsenen Rüden vor der Nase der ihm, wie der Rest von uns auch immer noch als Baby wahrnimmt. Und das Kind fühlt sich wohl in dieser Rolle. ich hab schon mehr als einmal gesagt dass der sich wahrscheinlich nach dem Tot des Opis zum größten Weiberheld aller Zeiten entwickeln wird.


    Wenn man mal bedenkt wie es in wildlebenden Rudeln ist, ist das eine ganz sinnvolle Einrichtung, denn sonst gäbe es ja nur Zoff und Streit um die Mädels.


    Mein Plan ist ja dass ich das Dingsbums beim geringsten Anzeichen von Hormonen wirklich komplett zusammenfalten werde. Bisher reicht ein "schade" und trauriger Blick um ihn für Tage depressiv werden zu lassen. Zusammenfalten wird dann also wahrscheinlich ein scharfes "böser böser Pudel" werden. Auf jeden Fall wird er sehr deutlich merken dass er sowas immer noch nicht darf. Hast du sowas probiert? Wenn nicht denke ich aber dass der Zug jetzt nach der ganzen zeit eh abgefahren ist.


    Du schreibst du hast ja noch eine Hündin dazugeholt. Lass den Kerl kastrieren denn die Hündin wird ja auch läufig werden und bei ihr wäre es ja der weitaus größrere Eingriff.

  • Vielleicht habe ich es in der Menge überlesen, aber wie hat sich denn die Stressanfälligkeit und die Hochsensibilität vorher geäußert? Wenn du das so erwähnst gab es doch vorher schon Anzeichen, oder? (intensives Spuren verfolgen kann zb auch Stress sein)


    Gerade wenn ich diese Worte lese, denke ich an Hunde, die etwas mehr Führung brauchen und wenig Fremdhundekontakte...


    Hat sich zu dem Zeitpunkt irgendwas verändert? Umzug, Jobänderung, andere Gassizeiten,...

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