Hätte, hätte, Verhaltenskette?...

  • In einem Thread wurden neulich Verhaltensketten erwähnt, und da ich es unglaublich faszinierend finde, wollte ich euch um eure Erfahrungen zu dem Thema bitten - und gern auch zur Diskussion des Themas.


    Welche Verhaltensketten haben eure Hunde von sich aus entwickelt?


    Wie seid ihr damit umgegangen?


    Baut ihr - innerhalb und außerhalb sportlicher Aktionen - mit Absicht mit eurem Hund Verhaltensketten auf?


    Ich würde mich sehr über eure Erfahrungsberichte freuen!

  • Eine Verhaltenskette, die man absichtlich aufbaut, wäre zum Beispiel das Apportieren in der Dummyarbeit. Oder der Verweis in der Rettungshundearbeit.


    Verhaltensketten können auch aus Versehen entstehen. Das habe ich bei Newton leider schon zweimal geschafft (und durfte das dann wieder mühsam abtrainieren)... Immer wenn er in den Wald geflitzt ist, habe ich ihn sofort gerufen und fürs Kommen hochwertig belohnt. Irgendwann ist er dann mit Absicht in den Wald abgeflitzt um ein Leckerchen zu bekommen...

  • Eine Verhaltenskette, die man absichtlich aufbaut, wäre zum Beispiel das Apportieren in der Dummyarbeit. Oder der Verweis in der Rettungshundearbeit.


    Verhaltensketten können auch aus Versehen entstehen. Das habe ich bei Newton leider schon zweimal geschafft (und durfte das dann wieder mühsam abtrainieren)... Immer wenn er in den Wald geflitzt ist, habe ich ihn sofort gerufen und fürs Kommen hochwertig belohnt. Irgendwann ist er dann mit Absicht in den Wald abgeflitzt um ein Leckerchen zu bekommen...

    Darf ich dich fragen, wie du es ihm abtrainiert hast?

  • Welche Verhaltensketten haben eure Hunde von sich aus entwickelt?

    Hm, Fine hat irgendwann angefangen, im Freilauf vorzulaufen, sich umzudrehen und zu warten. Sie wollte ein Lob Kekse. Mein Versuch "bleib am Wegesrand stehen, obwohl du ins Gebüsch willst und es gibt Kekse" zu etablieren. :roll:

    Sonst fällt mir spontan keine ungewollte Kette ein, obwohl es die sicher gab.


    Wie seid ihr damit umgegangen?

    Ich war aufmerksamer und hab sie beobachtet. Wollte sie wirklich abbiegen und blieb stehen, gabs Lob und Kekse. Hat sie sich nur so umgedreht, um Kekse zu kriegen, hab ichs ignoriert.

    Man sieht es bei ihr aber auch schön an Körperspannung, Haltung, Ohren... das Thema war dann nach zwei Wochen durch.

    Bei meinem Mann macht sie das übrigens immer noch. :ugly:


    Baut ihr - innerhalb und außerhalb sportlicher Aktionen - mit Absicht mit eurem Hund Verhaltensketten auf?

    Klar.

    Zum Beispiel von Klein auf "Vögel sehen, umdrehen, Keks bekommen". Hier sind so unglaublich viele, teilweise dreiste Vögel unterwegs, dass ich ihr das beigebracht hab. Stört mich in dem Fall nicht und der Nutzen überwiegt definitiv den Schaden.


    Ich habs auch aus versehen geschafft, dass Fine jetzt jedes Mal, wenn sie im Freilauf extrem aufgeregt ist, ins Fuß wechselt (aus dem Sport). Ist für mich okay, auch hier: Nutzen überwiegt Schaden, ich merke dann dass sie gaga ist und kann Anleinen. Besser als vorher, wo sie dann anfing hektisch rumzurennen oder Spuren nachzugehen.

  • Eine schöne Verhaltenskette hatten wir hier beim Vögel jagen, weil mein timing schlecht war.


    Oliv rennt los, ich rufe ab, Kekse. Irgendwann ist sie nur noch so halbherzig losgerannt, hat mit einem Auge zu mir geschielt: "Na los, ruf mich schon ab." :roll:


    Ich habs dann umgewandelt in die erwünschte Verhaltenskette: Wildsichtung, stoppen, Blick zu mir und rankommen, Party. Das klappt ganz gut mittlerweile.


    Leni lässt sich beim Gassi oft zurück fallen, damit ich sie ran rufen kann und belohnen. :herzen1: Ich lasse ihr den Spaß, ist ja trotzdem ein gutes Rückruftraining. xD

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Vorallem anfangs als Chako noch klein war hab ich ungewollte Verhaltensketten aufgebaut.

    Zb "aus" bei Müllaufnahme draußen. Das hab ich zu gut und oft belohnt, deshalb hat er irgendwann ganz bewusst jedes Stück Müll aufgesammelt was er finden konnte. Weg bekommen habe ich es durch Ignorieren, nur Gefährliches hab ich ihm kommentarlos weggenommen. Und dann das aus nochmal neu und bewusst trainiert.

    Oder an der Leine ziehen. Ich habe anfangs viel viel zu viel zur falschen Zeit mit leckerlies belohnt. Das sah dann so aus: Hund läuft in die Leine, ich bleibe stehen, Hund kommt zu mir zurück, leckerlie. Da war er dann irgendwann so voller Erwartungshaltung und so sicher das richtige zu tun wenn er in die Leine knallt... das hat echt lange gedauert das wegzubekommen. Letztendlich hab ich alles gleich gemacht, nur ganz ohne leckerlies.

    Oder durchdrehen wenn er abgeleint wurde.

    Jedes mal wenn ich ihn am Feld abgeleint habe, gabs dann richtig Action. Dummy, Kekse suchen, spielen, das volle Programm. Immer am selben Feld.

    Irgendwann ist er dann schon am hibbeln gewesen, wenn wir nur in Richtung Feld gegangen sind, wenn ich ihn abgeleint habe sind alle Sicherungen durchgeknallt.

    Weg bekommen habe ich es durch die Leine und viel Ruhe und Antäuschen. Wir sind in Richtung Feld gegangen dann aber wieder umgedreht. Dann nur um die Wiese in der Nähe vom Feld rum und wieder nachhause. Das hab ich dann langsam gesteigert, bis wir ruhig an der Leine das Feld hoch und runter laufen konnten (freilauf hat er in der Zeit an anderen Stellen gehabt, zeitweise aber auch nur an der schlepp).

    Das hab ich für mich so geregelt, dass wir jetzt genau zwei Stellen haben, an denen wir was trainieren. Nur dort trainieren wir, und wir gehen nur zum trainieren dort hin. Und ansonsten gibt es nur ganz schnödes Gassi.


    Das sind so die Verhaltensketten die mir auf Anhieb einfallen🙈

  • Bei Caelan konnte man einmal wirklich bilderbuchmäßig sehen, wie schnell Hütitütis das können.

    Da hat er ein Stöckchen genommen, ich sag sofort "Gib", er spuckt es brav aus und hat ein(!) mittelgutes (!) Leckerli bekommen. Keine zwei Sekunden später schnappt er sich ein neues Stöckchen, guckt mir tief in die Augen und spuckt es von selbst aus. Hat dafür dann einen langweiligen Keks bekommen und beschlossen, dass es das nicht wert ist.

  • Ich habe mir bei meinem Labbi "den Klassiker" bei der Leinenführigkeit eingebaut gehabt. Neben mir starten - in die Leine laufen - zurück nehmen - Blickkontakt - in die Leine laufen - zurücknehmen - Blickkontakt - usw. usf. War ätzend daraus wieder eine normale Leinenführigkeit zu bekommen.

    Und weil ich zu blöd zum richtigen Klicken war - sein Apport ist: Dummy holen, schnellster Weg zurück - Vorsitz- Dummy in die Luft werfen - Dummy fangen - Dummy in Richtung meiner Hand werfen - ich lass das jetzt so :pfeif:

    Immerhin war ich einigermaßen lernfähig und die restlichen Hunde haben keine unerwünschten Verhaltensketten erlernt xD

  • Würdet ihr mir mal definieren, was genau ihr unter Verhaltenskette versteht? Wie weit muss bei euch dann das Verhalten automatisiert sein? Ich meine, was ist der Unterschied zu Erfahrungslernen?

    Wenn man den Hund bei jedem Durchstarten zum Wald abruft und bei Umwenden und Herankommen hochwertig belohnt, dann startet der Hund bewusst durch, um eben am Ende die Belohnung abzugreifen.

    Für mich hat der Begriff da eine gewisse Unschärfe.

    Im Prinzip ist eine Verhaltenskette doch nichts anderes als eine bestimmte Abfolge von Handlungen, an deren Ende der Hund eine Belohnung erwartet. Einfacher Apport ist da wirklich das klassische Beispiel: Start auf Kommando, Bringsel aufnehmen, schnellster Weg zum Führer, Vorsitz und Bringsel in die Hand geben. Alles auf das Kommando "Brings".

    Das erfordert doch einige Mühe im Aufbau. Bilden sich wirklich so schnell ungewollte Verhaltensketten? Mir fällt da auf die Schnelle nix ein.

  • Ich glaube meine Hündin ist eine Verhaltenskettenqueen. Das hat Vor- und Nachteile.


    Die spannendste Verhaltenskette ist aktuell Spuren von Hunden nachgehen, um Hunde zu sichten und per Click for Blick Leckerlis zu kassieren.

    Sie hasst und fürchtet Hunde abgrundtief. Aber hat kapiert umso mehr Hunde wir sehen desto mehr Leckerlis. Natürlich muss ich nun dagegen arbeiten. Weil jede Art von Erregungslevel bei uns schnell ins Negative kippen kann. Im Grunde hat sich daraus ein stressiger "Job" entwickelt.


    Es gibt allerdings unzählige positive Verhaltensketten die Betti sich ausgedacht hat, die mir das Leben erleichtern.


    Aber bin mir unsicher wo die Grenze zwischen erlernt und nicht erlernt ist. Schließlich zeigen wir ja auch nonverbal im Alltag ständig was wir erwarten. So überraschend kommen diese Verknüpfungen ja dann nicht. Und sobald ich einmal mit kichern oder ähnlichem auf etwas reagiere, wiederholt und probiert sie halt 🤔

    Naselecken hat sie so gelernt. Hat sie gemacht, ich gekichert. Da reicht einmal positiv reagieren und sie merkt sich das. Wenn ich jetzt an genau diesen Ort auf den Boden sitze, kommt sie an und leckt die Nase bis ich kichere. Nirgendwo sonst passiert dieses Spiel.

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