Frust beim Gassi gehen

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    Hallo ihr Lieben,


    Cara ist nun mittlerweile gut 13 Wochen und seit knapp 5 Wochen bei uns. Wir haben uns gut eingespielt und zu Hause läuft alles wunderbar. Sie scheint sehr ausgeglichen, kann Ruhezeiten während der Arbeit einhalten und schläft nachts mittlerweile auch schön durch. Sie hört zu Hause sehr gut ist verspielt und verkuschelt und macht uns unglaublich viel Freude. heart-eyes-dog-face


    Problematisch wird es beim Gassi gehen. Sie zerrt seit neuestem unglaublich gern an der Leine. Da wir auf dem Land leben und hier sehr wenig Verkehr ist, lasse ich die Leine dann einfach fallen um kein Zerrspiel daraus entstehen zu lassen. Ich drehe mich um, ignoriere sie und gehe langsam weiter. Genau das ist der Punkt, an dem sie völlig austickt. Sie wird ein komplett anderer Hund, knurrt, bellt, schnappt. Wenn ich sie ignoriere und mich von ihr abwende, beißt sie in die Wade - nicht nur ein wenig, sondern ganz schön doll, das tut schon gut weh.

    Was ich in der Situation machen kann ist, ein Leckerli auf den Boden zu werfen, wenn sie dem nachläuft nehme ich die Leine wieder auf und wir können ein Stück weiter gehen, bis das Spiel von neuem beginnt.


    Manchmal kommen wir richtig weit, ohne dass sie die Leine schnappt. Aber manchmal geht es auch gar nicht gut und der gesamte Spaziergang ist ein einziger Kampf.


    Am Feld lasse ich sie oft frei laufen, das funktioniert soweit ganz gut. Sie ist sehr aufmerksam, kommt immer wieder zu mir, der Rückruf funktioniert sehr gut. Aber manchmal bekommt sie auch da einen Rappel und sie kommt von hinten angeflitzt und beißt mich ins Bein, knurrt, zeigt die Zähne... das kommt immer völlig unerwartet.


    Für sie gibt es sicherlich einen Grund, ich konnte diesen bisher jedoch noch nicht ausfindig machen. Ist ihr vielleicht langweilig? Ist sie unterfordert? Ich war der Meinung, dass sie noch mit Schnüffeln und Erkunden zu tun hat - wir machen unterwegs kleine Übungen (Grundgehorsam), aber nicht zu viel, ich möchte sie ja auch nicht überfordern. Das Leinenbeißen kann sowohl zu Beginn als auch am Ende einer Runde beginnen - das ist ganz verschieden.


    Und meine Frage ist auch: wie gehe ich damit um, wenn sie mich in dem Moment beißt, in dem ich sie ignoriere? Das Beißen selbst kann ich nicht ignorieren - das ist zu schmerzhaft... :(


    Wenn wir wieder zu Hause sind, kann sie sich auch normal benehmen, dann ist sie wieder lieb und ausgeglichen.


    Ich habe mich natürlich schon etwas belesen und denke, dass die Frustrationstoleranz bei Cara nicht all zu hoch ist. In vielen Situationen ist dies schon viel besser geworden - Auto fahren funktioniert fast ohne Kommentar, Futterzubereitung kann sie abwarten, aber draußen benimmt sie sich irgendwie überhaupt nicht. Was kann ich da tun?


    Ich bedanke mich für jede Anregung.


    Dana mit Cara

  • Na ja, mit Ignorieren "hilfst" Du ja Deinen Hund nicht :ka:


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    Evtl machst Du da mal kürzere Einheiten. Könnte sein, daß da noch was zu aufregend ist, und der Hund deswegen so hoch fährt.

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  • Ich finde das mit dem Leckerli suboptimal. Sie beißt Dich und bekommt einen Keks. Ich verstehe was Du damit erreichen willst, aber Entlis sind ziemlich clever, kann sein, dass Du damit schon eine Verhaltenskette geformt hast.


    Das Fersen stechen ist tatsächlich Veranlagung, heißt aber nicht, dass der Hund das beim Menschen zu tun hat. Unsere hat das ganz am Anfang gemacht, da habe ich dann 3 Tage Gummistiefel getragen (auch Zuhause) damit ich angemessen reagieren konnte. Tut nämlich echt sau weh. Ich würde möglichst wenig ohne Leine laufen, sie scheint ja einen guten Folgetrieb zu haben und das Leine laufen gezielt ganz kurz trainieren. Ich könnte mir vorstellen, dass die Frustrationstoleranz schon aufgebraucht ist, bevor ihr überhaupt am Feld seid und deshalb reagiert sie so überdreht. Zur Not erst mal mit dem Auto direkt zum Gassigebiet fahren.


    Ignorieren hilft gar nix. Der Hund braucht eine klar Rückmeldung, dass das absolut unerwünscht ist. Zur Not auf die Leine stellen und warten bis der Wutanfall verrauscht ist. Wenn sie ruhig ist loben oder dann auf ein Leckerchen Spiel umlenken, aber nur dann. Bevor der Spaziergang ein Kampf ist, würde ich abbrechen. Das bringt ja so nix. Generell lieber mit Rückmeldungen arbeiten. Also wirklich ganz bewusst hinterfragen, will ich das Verhalten: ja oder nein. Und bei nein umlenken auf ein Alternativverhalten. Normalerweise sind die ja total verfressen, da kann man mit Leckerchen oder einem Zergel ganz schön belohnen.


    Trefft Ihr auch mal andere Hunde zum toben und spielen? Das sie auch mal richtig flitzen kann?

  • Hallo Oleniv,


    danke für deine Rückmeldung.


    Ja, mit anderen Welpen treffen wir uns regelmäßig, das gefällt ihr sehr gut, dann ist sie auch ausgeglichen und bekommt danach keine Anfälle mehr. Daher kam mein Gedanke, sie könnte unterfordert sein, wenn wir spazieren gehen.


    Die Sache mit dem Leckerli werfen habe ich von unserer Hundetrainerin, so richtig toll fand ich die Lösung auch nicht, aber ich dachte sie wird sich schon was dabei gedacht haben... eyerolling-dog-face Sie hat so grundsätzlich die Ansicht, alles auf Freiwilligen Basis machen zu lassen und das dann zu belohnen. Ich denke aber auch, dieser Ansatz ist bei unserem Hund irgendwie nicht der richtige...


    Der Feldweg ist etwa 150m von unserem Haus entfernt. Also gar nicht so weit, das lohn kaum mit dem Auto zu fahren. Aber wir gehen auch gern mal nur durchs Dorf, dann bleibt sie an der Leine, weil ich ihr an der Straße noch nicht genug vertraue.

    Ich könnte unsere Runden erst mal auf das Dorf eingrenzen. Aber wie macht ihr euren Fellnasen begreiflich, dass an der Leine zu ziehen kein erwünschtes Benehmen ist? "Aus", "Schluss", "Nein" ist alles nicht hilfreich. Den Spaziergang abbrechen und nach Hause gehen? thinking-dog-face


    Ach … es könnte doch so schön sein....

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


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  • Ach so, nur 150 Meter, das lohnt dann natürlich nicht mit dem Auto.


    Zum Thema Leinenführigkeit, da bin ich aber ein totaler Versager, das hat hier auch gar nicht geklappt. Jetzt, mit 4 (!) klappts super, aber war ein recht langer Weg. Ich hab sie eigentlich immer frei laufen lassen und das nur mal am Ende vom Spaziergang geübt. Ich habe aber recht schnell auf eine 5 Meter Flexi umgestellt, damit ging es deutlich besser, als an der der kurzen Leine (wenn sie an die Leine musste). Was Du mal probieren kannst, die Leine an Halsband und Geschirr einzuhaken. Und dann eben immer belohnen, wenn sie schön neben Dir läuft. Das ist halt echt Fleißarbeit, aber sie hat mich die ersten 1-1,5 Jahre damit in den Wahnsinn getrieben. xD (ich bin total hilfreich merke ich gerade..:D)


    Wieviel lauft Ihr denn so am Tag?

  • Ich würde möglichst wenig ohne Leine laufen, sie scheint ja einen guten Folgetrieb zu haben und das Leine laufen gezielt ganz kurz trainieren.

    Ich glaube, das ist ein Vertipper und sollte "möglichst viel ohne Leine" oder "möglichst wenig mit Leine" heissen.


    150 Meter sind gar nicht so wenig, je nach Ablenkung. Auf jeden Fall kannst du nicht erwarten, dass das immer - hin und zurück - schon gut klappt.


    Ich könnte unsere Runden erst mal auf das Dorf eingrenzen. Aber wie macht ihr euren Fellnasen begreiflich, dass an der Leine zu ziehen kein erwünschtes Benehmen ist? "Aus", "Schluss", "Nein" ist alles nicht hilfreich. Den Spaziergang abbrechen und nach Hause gehen?

    Gar nicht. Du solltest klar machen, was das ERWÜNSCHTE ist.

    Ansprechen, wenn der Hund zu dir schaut, Leckerlie (das kannst du schon zuhause üben). jedes bisschen Aufmerksamkeit belohnen.


    Denn das ist es, was der Hund aufbringen muss, wenn er an der brav Leine laufen soll: Ganz viel Aufmerksamkeit. Das ist sehr schwer.


    Mein Weg: Für mich hat das "Leinelaufen" nichts mit der Leine zu tun. Es geht eigentlich darum, dass der Hund lernt, sich in seiner Bewegung mir anzupassen. Also geht es eigentlich um meine Körpersprache und nicht die Leine.


    In Kurzfassung: Leine nicht zu kurz nehmen (je kürzer, umso schwieirger). Die Hand mit der Leine sollte immer nah am Körper sein (gute Hilfe: Daumen in Gürtelschlaufe oder Jackentasche einhängen). Und dann ganz klar mit dem Körper die Richtung vorgeben (nicht stehenbleiben und gucken, was der Hund macht, sondern gerade voran gehen). Der Hund soll auch neben dir bleiben, nicht kreuzen (Bein in den Weg stellen).

    Immer schön flott und mit Energie laufen.


    Wenn der Hund vorneweg zieht, Kehrtwendung machen oder Rückwärtsgehen. Unbedingt Leine lang genug! Und eben die Kommunikation mit dem Hund suchen. Nicht einfach an der Leine irgendwie machen lassen (außer nach ausdrücklicher Freigabe an der Schlepp).


    Das geht anfangs nur in ganz ganz kurzen Einheiten. Und es wäre sicher besser, es zeigt dir mal jemand.


    Sobald der Hund sich dir anpasst und auf dich achtet, loben loben loben, belohnen belohnen belohnen.


    (Zum Beissen weiß ich jetzt nicht so recht - ich muss zugeben, da gäb's bei mir wohl eher ein Donnerwetter)

  • Ich finde, du musst aufpassen, was du ungewollt belohnst.


    Auch wenn dein Hund noch sehr jung ist und noch nicht perfekt an der Leine gehen können muss. Aber deine jeweiligen Reaktionen finde ich unglücklich.

    Problematisch wird es beim Gassi gehen. Sie zerrt seit neuestem unglaublich gern an der Leine. Da wir auf dem Land leben und hier sehr wenig Verkehr ist, lasse ich die Leine dann einfach fallen

    Sie zieht weil sie irgendwo hinwill, dann lässt du die Leine los, so dass sie hin kann. Also lohnt sich ziehen für sie. Sie kriegt genau das was sie will.

    Wenn ich sie ignoriere und mich von ihr abwende, beißt sie in die Wade - nicht nur ein wenig, sondern ganz schön doll, das tut schon gut weh.

    Was ich in der Situation machen kann ist, ein Leckerli auf den Boden zu werfen,

    Und hier beißt dir dein Hund in die Wade und bekommt ein Leckerli dafür?



    Vielleicht stell ich mir die Szenen auch falsch vor. Aber auch wenn du bei so einem jungen Hund Fehlverhalten nicht strafen möchtest (darüber kann man ewig diskutieren), solltest du unbedingt drauf achten, dass du das Fehlverhalten nicht belohnst.

  • Bei uns hat es in diesem Alter auch nicht geklappt an der Leine ins Feld zu laufen.

    Daher habe ich unsere Ente einfach dorthin getragen. Und dort durfte er dann kurz frei laufen. Oder wir standen einfach herum bis er sein Geschäft erledigt hatte.

    Zurück lief er dann. Das hat recht gut funktioniert.

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