Hund hasst es Gassi zu gehen

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    Guten Abend liebe User,


    sicher haben Sie dieses Thema schon häufiger gelesen, aber evt. fällt Ihnen bei meinem Fall etwas hilfreiches auf.


    Erstmal zu meiner Situation:

    Ich habe einen kleinen Beabull (Englische Bulldogge + Beagle) bei mir aufgenommen. Dieser wurde von den ursprünglichen Besitzern einfach ausgesetzt.


    Mittlerweile ist er schon über 1 Monat bei mir und die Ärztin schätzte ihn bei Einzug auf 13 Wochen, also jetzt 17-18 wochen.

    Er ist körperlich gesund, gut genährt und Parasitenfrei. Wir spielen miteinander und verfressen ist er auch *zwinker*


    Jetzt kommt aber das Problem, er hasst es Gassi zu gehen. Am Anfang ging er noch relativ gut und blieb wenig bis gar nicht stehen, was ich aufgrund seiner Vergangenheit schon erstaunlich fand, aber seit ca. 14 Tagen klebt er förmlich am Gehweg. Vorallem wenn Menschen, Fahrradfahrer etc an uns vorbei kommen, oder meilenweit entfernt schon sichtbar sind. Ich weis langsam nicht mehr weiter.


    Ich habe schon vieles versucht, von ignorieren und ebenfalls stehen bleiben, mit Leckerlie locken (dann geht er 2 Schritte und setzt sich wieder hin) und leider auch leichtes zerren. Zur Wiese, die gegenüber von unserem Haus ist ca. 10 Minuten hin und zurück, brauchen wir fast 1 Stunde!


    Ich kann verstehen, wenn er seine Höhle nicht so gerne verlässt aber ich habe das Gefühl, dass er sich zurück entwickelt. Beim Einzug war dieses Problem nicht so gravierend, im Gegenteil er machte Fortschritte. Und ohne mir ersichtlichem Grund verweigert er sich komplett. Mir ist sogar aufgefallen, dass wenn ich es mit Leckerlies probiere er wie gesagt 2 Schritte geht und mich dann anschaut, als wenn er noch mehr Leckerlies bekommen möchte. Ich will ihm aber auch nicht beibringen, dass er nur mit Lockmittel laufen soll/kann.


    Ich habe ihm schon einen warmen Überzug gekauft, weil ich zuerst vermutet hatte, dass er wegen seiner fehlenden Unterwolle einfach so friert, dass ihm spazieren gehen unangenehm ist. Auch das hat leider nicht geholfen.


    Zuhause angekommen ist er wieder der alte Wuselkopf. Er ist ein lieber, ruhiger Gefährte und kommt gut mit Hunden und Menschen aus, nur habe ich die Vermutung, dass er ungeheuer stur ist. Man sieht förmlich bei jedem Befehl der ausgesprochen wird, dass er kurz überlegt. Sitz klappt schon hervorragend, alles andere eher naja :-/

    Aber da arbeiten wir auch dran. Ich erwarte keinen perfekten Hund, aber die Gassi Situation macht mich schon etwas fertig. Vorallem jetzt, wo es so kalt ist und man eben nicht stundenlang drausen still stehen möchte. Ich habe auch angst, dass er durch die Kälte krank wird, aber einfach ohne Geschäft wieder rein gehen und ihm seinen "Willen" lassen geht doch auch nicht :(


    Ich hoffe ihr habt Tipps für mich und wünsche euch einen schönen 1. Advent.

  • Dr. SAM - dein online Tierarzt
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  • Ich habe schon vieles versucht, von ignorieren und ebenfalls stehen bleiben, mit Leckerlie locken (dann geht er 2 Schritte und setzt sich wieder hin) und leider auch leichtes zerren.

    Also, wenn Du in 4-5 Wochen schon vieles ausprobiert hast, dann frage ich mich mit welcher Ausdauer und Konsequenz Du geübt hast. Nichts wird eben ganz schnell funktionieren; vieles braucht auch seine Zeit.

    Es ist ein völlig normales Verhalten, dass Welpen/Junghunde erst einmal in ihrem sicheren Zuhause bleiben möchten. Nach und nach wächst die Neugierde und die Erkundungsgänge werden um das sichere Zuhause größer.

    Man hilft dem Welpen damit, dass man ihn von Zuhause wegträgt (anfangs nur eine kleine Entfernung) und ihn zurück (nach Hause) laufen lässt. Auch auf dem Arm kann der Hund durch Beobachtung Erfahrungen sammeln.

    Beim Einzug war dieses Problem nicht so gravierend, im Gegenteil er machte Fortschritte.

    Dann muss ihn irgendetwas sehr irritiert haben und vielleicht hatte er Angst und Du hast durch unpassende Handlung (Zerren an der Leine) das ganze verstärkt.


    Den Spaziergang neu aufbauen: Hund auf den Arm und in naher Entfernung absetzen, zurück laufen lassen und die Entfernungen individuell steigern. Ganz wichtig: der Hund muss draußen Spaß haben. Kein Leinengezerre, keinen Druck aufbauen, erst einmal keinen Fremdkontakt zulassen, wenn es der Hund nicht ausdrücklich selbst wünscht.

    Wege zu gehen, die steinig sind. Berge zu ersteigen, die niemals enden wollen.
    Erfahrungen zu machen, die Wunden hinterlassen und trotzdem aufstehen und lachen.
    Ich bin ich, werde nie ein anderer sein.
    Dies ist meine Zeit, dies ist mein Leben!

  • Hast du schon versucht ihn ein Stück weiter zu tragen?
    Also bis zur Wiese tragen oder nur mal 2 Minuten weiter weg von Zuhause?


    Ansonsten, jor - Beagle und auch Bulldoggen sind ja gerne selbständig und "stur".

    Aber Sturheit ist ja keine böswillige Eigenschaft - Auch hinter Sturheit steht ein Bedürfnis/ein Wille.

    Der Hund will nicht weiter um einfach stur zu sein und dich damit zu ärgern - sondern der will aus einem bestimmten Grund nicht weiter.


    Ist es vielleicht doch noch dieses typische (verspätete) "Welpe will Höhle nicht verlassen" Bedürfnis - oder vielleicht eine zweite Unsicherheitsphase, dass er nicht weiter mag.


    Ihn weiter zerren wäre nicht mein Weg.

    Ihn mit Leckerlie locken aber auch eher nicht - ein zwei mal vielleicht - wenn der langfristige Erfolg ausbleibt wie du schreibst, es sein lassen.

    Da wäre mir auch die Gefahr der Verknüpfung zu hoch "ich bleib sitzen um Leckerle zu bekommen"


    Ich würde mal mit tragen versuchen für ein paar Tage und schauen, ob sich die Phase wieder gibt.

    Und auch schauen dass ich immer nur dieselbe Strecke/Wege gehe damit er Sicherheit durch Gewohnheit gewinnt.

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  • Um die Höhle nicht freiwillig zu verlassen, muß man sie erstmal als sicheren Hort kennenlernen und abpeichern. Deshalb ist es schon vorstellbar, daß es beim Einzug einfacher war als jetzt, weil der Hund noch keine Heimatbindung zu deinem Haus hatte.


    Meinen Hund habe ich als Welpe - außer zum Löseplatz direkt gegenüber - immer getragen oder per Fahrrad transportiert, wenn ich weiter weg wollte und dort im Park oder sonst in der Natur laufenlassen. So trickst man die Höhlenbindung aus. Am fremden Ort orientiert sich der Welpe dann an seinem Menschen und strebt nicht zur Höhle.


    Es kann gut sein, daß der Weg zur Wiese ein Übermaß an Reizen für deinen Hund bedeutet, und daß er sich deshalb verweigert. Du schreibst ja, daß er auf alles mögliche reagiert. Hast du eine Lösemöglichkeit nah am Haus? Wie oft gehst du täglich bis zu der Wiese?


    Dagmar & Cara

  • Erstmal zu meiner Situation:

    Ich habe einen kleinen Beabull (Englische Bulldogge + Beagle) bei mir aufgenommen. Dieser wurde von den ursprünglichen Besitzern einfach ausgesetzt.

    Wie kann man das denn bei einem ausgesetzten Hund wissen?

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Hallo,

    erstmal danke für die nützlichen Tipps. Ich werde mal versuchen alle Fragen zu beantworten.


    Die Wiese ist bereits das am näheste gelegene Örtchen fürs lösen. Sie ist wirklich nicht weit weg. Wenn ich aus der Tür gehe sehe ich sie schon. Ich versuchen alle 2-3 Stunden zu gehen, oder wenn er mal länger geschlafen hat, direkt danach.


    Erstmal zu meiner Situation:

    Ich habe einen kleinen Beabull (Englische Bulldogge + Beagle) bei mir aufgenommen. Dieser wurde von den ursprünglichen Besitzern einfach ausgesetzt.

    Wie kann man das denn bei einem ausgesetzten Hund wissen?

    Das sind die Informationen, die mir die Pflegestelle und die Ärztin gegeben haben. Natürlich kann das keiner zu 100% sagen, aber die körperlichen Merkmale lassen schon auf einen Mix der beiden Rassen schliesen. Ob und was da am Ende noch mitgemischt hat, kann ich leider nicht sagen.

    Und wer setzt einen Welpen aus in einer Zeit, in der man locker 2000 Euro und mehr dafür verlangen kann? :denker:


    Dagmar & Cara

    Auch diese Frage kann ich leider nicht beantworten. Es gibt immer wieder Menschen, die einfach Tiere aussetzen und das finde ich verwerflich. Was im Endeffekt die Gründe waren ist mir unbekannt. Vll hat er da auch schon leichte "Schwierigkeiten" gemacht und deshalb wurde er entsorgt.


    Liebe Grüße

  • Das sind die Informationen, die mir die Pflegestelle und die Ärztin gegeben haben. Natürlich kann das keiner zu 100% sagen, aber die körperlichen Merkmale lassen schon auf einen Mix der beiden Rassen schliesen. Ob und was da am Ende noch mitgemischt hat, kann ich leider nicht sagen.

    Das heißt, dass Dein Hund den kaputten Körperbau einer Bulldogge hat? Dann würde ich zu einem Spezialisten gehen und abklären lassen, ob Deformationen der Wirbelsäule etc. vorliegen. Also komplett durchröntgen, am besten bei einem Gutachter. Hier gibt es eine Liste:


    http://www.grsk.org

  • Hallo liebe Leute,

    ich wollte mich einfach mal melden und schnell Feedback geben, weil ich es hasse, wenn man nicht weis was am Ende aus der Sache geworden ist.


    Mittlerweile läuft der kleine Racker wie von alleine. Manchmal bleibt er noch stehen wenn er andere Menschen sieht, aber er setzt sich dann ohne mein Zutun wieder in Bewegung. Ich arbeite mit Klicker und darauf scheint er gut zu reagieren. Die letzten Tage hat er sein Spazierverhalten wirklich geändert und ich bin mega stolz auf ihn :herzen1:

    Man sieht richtig, wie er Fortschritte macht und wie wir als Einheit besser zusammenwachsen.


    Trotzdem lasse ich ihn nochmal richtig Durchchecken aufgrund von dem Tipp von Flying-Paws.


    Danke für eure Mühen und guten Tipps :gut:


    Liebe Grüße

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