Wir sind zum Border Collie gekommen und nun ein wenig Ratlos...

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    Hallo erstmal,


    ich habe mich hier im Forum angemeldet um ein Fragezeichen loszuwerden.

    Einmal kurz zu mir und meiner Partnerin. Wir sind beide Mitte 20 und sind seit kurzem auf der Suche nach einem neuen Hund, nachdem unser 14-Jähriger Kooikerhondje Mischling Vanessa im Oktober letzten Jahres von uns gegangen ist. Wir hatten in den letzten Wochen des Öfteren bei Tierheimen und Tierschutz Webseiten nach Hunden geschaut, weil wir uns sicher waren das wir lieber einem Hund "in Not" ein schönes Leben geben wollen, anstatt uns einen Welpen oder ähnliches zu holen.


    Nun kommen wir zu Fly der 3-jährigen Border Collie Hündin, die wir seit Samstag haben. Der Vater meiner Partnerin und dessen Frau hatten auch immer nach Hunden geschaut um ggf. auch was Passendes für uns zu finden. Und so haben wir am Samstag Bilder bekommen (von Fly) und ob Sie etwas für uns wäre. Währenddessen waren die beiden auch schon auf dem Weg zu Ihr um Sie abzuholen. Es war wohl auch ein Notfall, da Sie dort wo Sie gelebt hat von den anderen Hunden gebissen wurde. Sie lebte dort zusammen mit zwei anderen Border Collies und einem Jack Russel. Die Vorbesitzerin sagt das Fly durch Ihre aufgedrehte Art die anderen Hunde gestresst hat und dadurch die Beißerei zustande kam.


    Zu Ihrer Vorgeschichte: Sie ist anscheinend aus der Arbeitslinie und hat die ersten 2 Jahre in einer Familie gelebt und war vorwiegend ein Familien-Hund. Nebenbei hat sie aber auch das Hüten von Schafen beigebracht bekommen und wohl bis zur Stufe 3 (Per Hand und Pfiffe Befehle entgegennehmen) die Ausbildung gemacht. Sie hat aber nie die Ausbildung komplett beendet. In der Familie hat sie dann wohl auch ab und zu an Schafen gearbeitet. Aus uns nicht bekannten Gründen kam Sie dann zu Familie 2. Dort lebte Sie in einer Familie die in einer Wohnung (auch mit den erwähnten anderen Hunden) lebten. Laut der Aussage der Vorbesitzerin kam Sie dort nicht wirklich in Kontakt mit Schafen. Sie sind wohl jeden Tag 4 Std Gassi gegangen im Wald und sonst musste Sie in einer Box liegen.


    Wir haben auf jeden Fall gesagt das wir Sie nehmen. Zuhause angekommen haben wir uns dann aber auch erst so richtig damit befasst was ist ein Border Collie, was braucht Sie usw. Und durch Ihre Vorgeschichte mit dem Schafe Hüten und der Arbeitslinie sind wir nun nicht sicher ob wir Sie genug Fordern und Fördern.


    Wir leben in einer Wohnung direkt am Waldrand. Sind aber parallel auch auf Haussuche wobei ich auch die Wohnung erstmal nicht als das Problem ansehe da Sie Zuhause ja eh eher als Ruhe Ort ansehen soll.


    Schafe haben wir auf jeden Fall nicht, auch bei Aktivitäten wie Agility sehen wir uns nicht wirklich (erstmal). Wir würden eher so Aktivitäten wie Suchspiele, neue Tricks lernen oder auch so Sachen wie mal über einen Baumstamm balancieren oder so. Zeitlich kommt Sie bei uns bestimmt 3-4 Std täglich raus.


    Die Frage ist nur reicht dem Hund das? Ist er damit Kopf mäßig genug ausgelastet? Wie ist das bei anderen Leuten mit Border Collies wie sieht Euer Verhältnis Kopf zu Körperlicher Auslastung aus? Und von wie vielen Stunden kann man sprechen?


    Sie ist ja nun bei uns aber wir müssen auch sagen Sie ist super ausgeglichen im Moment. Sie kommt immer zu einem und möchte unbedingt gestreichelt und gekuschelt werden (manchmal auch sehr penetrant). Aber Sie macht keine Anzeichen von Langeweile oder dass sie Unausgelastet ist. Dazu muss man aber auch sagen Sie ist gerade Läufig was die Vorbesitzer auch gar nicht wussten. Und klar Sie ist jetzt auch erst seit 4 Tagen bei uns, es kann also gut sein das es in 2 Wochen mit ihr schon anders aussieht.


    Im Moment ist es mit Ihr auch so, dass wenn wir mal 1-1½ Std draußen waren Sie sich dann Zuhause hinlegt und schläft. Aber auch das kann ja noch an der neuen Situation liegen.


    Vielleicht habt Ihr ja noch ein paar Tipps an uns.


    Wir haben beide noch leichte Bauchschmerzen, ob wir Ihr das bieten, was Sie braucht.


    Vielen Dank!peace-sign-dog-face

  • Deine Fragen sind extrem speziell, keiner kann hier hellsehen :ka:. Womit ein Hund ausgelastet ist, heißt nicht, das das bei zweiten auch zu trifft oder er damit vielleicht sogar überlastet ist.


    Was man allerdings sagen kann, das was man jetzt sieht, ist garantiert nicht das, was auf euch zu kommt. Der Hund ist in allen Belangen in einer Ausnahmesituation, Besitzerwechsel und gleichzeitig Läufig................ und das kann mehrere Wochen dauern, bis das wirkliche Gesicht durch kommt, bis der Hund sicher ist und vor allem nicht mehr Läufig.


    Normalerweise gehören Border Collies aus Arbeitslinien nicht in Wohnungen zu "normalen Leuten". Das sind wie der Name sagt Arbeitshunde, die auch ihrer Begabung entsprechend ausgelastet werden müssen. Wenn der Hund an Schafen ausgebildet wurde, müsste sie eigentlich auch in die Hände von jemanden der weiß wie man mit solchen Hunden um geht und das notfalls bieten kann. Der ausgebildete und vorhandene Hütetrieb lässt sich nicht einfach ab stellen und in der Regel auch nicht so einfach umleiten.


    Fragt euch mal wie lange ihr dem Hund, Suchspiele, neue Tricks lernen und sowas bieten könnt. 1-2 Monate oder viele Jahre - das wird auf Dauer eine echte Aufgabe. Könnt ihr das auf Dauer leisten ? Sind vielleicht Kinder geplant, wo dann keine Zeit mehr für sowas ist ? So einen Hund kann man nicht einfach abstellen, sicherlich geht mal kurzzeitig etwas weniger, bei den meisten zumindest, aber auf lange Sicht, muss so ein Hund beschäftigt werden und lange Sicht heisst auf Jahre hinaus, regelmässig.................

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  • Fragt euch mal wie lange ihr dem Hund, Suchspiele, neue Tricks lernen und sowas bieten könnt.

    Collienase ist finde Deinen Post total befremdlich :???:

    Auch ein Nicht-Bordercollie braucht Beschäftigung und die Leute hatten doch schon mal einen Hund.


    Marv869 Ihr macht das doch schon mal sehr gut. Weniger ist mehr, grad bei so einem Hundchen.
    Die BC-Kenner kommen schon auch noch her, da bin ich mir sicher :bindafür:

    CH-Tröte hier
    Mit LZ DSH Bambam aka Tröti, dem Schneeflöckchen-Wolfsspitz Tessi,
    Katzi Thiana und den Federflauschbällchen Panda, Falbala, Burma, Goldi und Geierli

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    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


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  • Danke fürs Rufen npnp123

    Hier rufe ich direkt mal noch Donna63 , sie hat einen Border aus dem Tierschutz. Und Joco und Co , ebenfalls zwei secondhand Border.

    Zu Ihrer Vorgeschichte: Sie ist anscheinend aus der Arbeitslinie und hat die ersten 2 Jahre in einer Familie gelebt und war vorwiegend ein Familien-Hund. Nebenbei hat sie aber auch das Hüten von Schafen beigebracht bekommen und wohl bis zur Stufe 3 (Per Hand und Pfiffe Befehle entgegennehmen) die Ausbildung gemacht.

    Ich persönlich sehe reine Arbeitslinie immer recht kritisch in Privathänden, besonders wenn der Hund schon hüten durfte. Man müsste wohl fast austesten, wie sie an den Schafen agiert. Habt ihr dazu eine Möglichkeit?

    Ich kenne mich mit hütenden Bordern nicht soo sehr aus, da kann sicher Corinna mehr zu sagen (wurde ja auch gerufen).

    Sie sind wohl jeden Tag 4 Std Gassi gegangen im Wald und sonst musste Sie in einer Box liegen

    Das ist echt heftig. Und viel zu viel unstrukturiertes Gewusel. Ein Border Collie braucht nicht viel, sondern das Richtige. Und das sehr strukturiert. Richtige Qualität wohldosiert sozusagen.

    Wir leben in einer Wohnung direkt am Waldrand. Sind aber parallel auch auf Haussuche wobei ich auch die Wohnung erstmal nicht als das Problem ansehe da Sie Zuhause ja eh eher als Ruhe Ort ansehen soll

    Das klingt per se (von den Reizen her) schon mal nicht schlecht finde ich.

    Genau, das habt ihr richtig erkannt.

    Schafe haben wir auf jeden Fall nicht, auch bei Aktivitäten wie Agility sehen wir uns nicht wirklich (erstmal). Wir würden eher so Aktivitäten wie Suchspiele, neue Tricks lernen oder auch so Sachen wie mal über einen Baumstamm balancieren oder so. Zeitlich kommt Sie bei uns bestimmt 3-4 Std täglich raus

    Wie oben schon geschrieben, braucht der Border Collie keinen stundenlangen Auslauf. Die Reize sind in der Regel zu viel. Also klar, mal tageweise ist das kein Problem, aber auf Dauer sollte es nicht täglich so viel sein.

    Lieber 1-2 mittlere Spaziergänge zum einfach Hund sein (ohne gross Üben, Kommandos etc) und klar abgegrenzte Trainingszeit, welche gut strukturiert stattfindet.

    Die Frage ist nur reicht dem Hund das? Ist er damit Kopf mäßig genug ausgelastet? Wie ist das bei anderen Leuten mit Border Collies wie sieht Euer Verhältnis Kopf zu Körperlicher Auslastung aus? Und von wie vielen Stunden kann man sprechen?

    Zu Looney:

    Sie ist etwas mehr als 1.5 Jahre alt und Showlinie. Trotzdem hat sie mehr oder weniger alle rassetypischen Merkmale (für welche ich mich auch bewusst entschieden habe) mitgebracht. Ich hatte vorher schon sehr viel mit Bordern zu tun, wusste also genau, auf was ich mich einlasse. Trotzdem hab ich natürlich auch einige Fehler gemacht, unter anderem zu viel Programm (trotzdem, dass ich es hätte besser wissen müssen).


    Wir gehen am Tag 1-2 gemütliche Runden, das heisst Looney kommt insgesamt so um die 1.5 Stunden raus am Tag. Die Spaziergänge finden weitestgehend im Freilauf statt, sie darf dort entspannen und Hundedinge tun. Spaziergänge sind reine Hund-sein- Zeit bei mir, gerne auch mal mit hündischer Begleitung mit einem passenden Kumpel für Looney. Grundkommandos werden nur verwendet, wenn nötig (mal ein hier oder ein Stop). Üben tun wir selten, und wenn, dann klar abgegrenzt. Futterbeutel suchen beispielsweise. Da ist aber ganz klar, wann ist Anfang, wann Ende. Das mach ich aktuell mehr, da Training auf dem HuPla wegen Corona ausfällt. Sind vielleicht 2x 15 Minuten Beutelsuchen, verteilt auf ne Woche.


    Border haben einen sehr sehr schmalen Grat zwischen "gut mitarbeiten" und "in permanenter Erwartungshaltung sein". Das ist m.A.n. auch das Schwierige bei dieser Rasse, gekoppelt mit dem irrsinnig reizoffenen Wesen und dem Hang zur Hypersensibilität. Da muss man wirklich aufpassen und wissen was man tut.


    Looney kommt 1-2x die Woche eine Stunde zum HuPla. Agi mussten wir aufgeben (Rückenthematik bei Looney), jetzt trainieren wir in einer Art Begleithundegruppe, mit Agi Elementen ohne Sprünge (aktuell nicht wegen Corona). Ab und zu gehen wir Trailen, dies aber eher als Abwechslung vielleicht einmal monatlich weil sie das so liebt.

    Wandern, joggen, Rad fahren etc. machen wir auch, mit entsprechend folgendem Ruhetag.


    Sie kommt immer zu einem und möchte unbedingt gestreichelt und gekuschelt werden (manchmal auch sehr penetrant). Aber Sie macht keine Anzeichen von Langeweile oder dass sie Unausgelastet ist. Dazu muss man aber auch sagen Sie ist gerade Läufig was die Vorbesitzer auch gar nicht wussten. Und klar Sie ist jetzt auch erst seit 4 Tagen bei uns, es kann also gut sein das es in 2 Wochen mit ihr schon anders aussieht.

    Da würd ich dann sehr aufpassen, dass es nicht in ein Kontrollieren geht. Den Hang haben Border nämlich extrem, das zumindest mal auszutesten.

    Vielleicht habt Ihr ja noch ein paar Tipps an uns.

    Macht, gerade jetzt am Anfang vorallem, nicht zuviel. Lieber einmal weniger rausgehen als mehr. Damit die Borderine mal richtig ankommen kann.

    Ich würde auch dringend bereits jetzt einen hütehunderfahrenen Trainer suchen. Damit ihr, falls sich Probleme auftun, schnell handeln könnt. Denn die Intelligenz eines Borders kann wirklich auch sehr schnell zum Fluch werden, die drehen dir extrem schnell einen Strick, bilden Verhaltensketten etc.

  • Wenn der Hund an Schafen gearbeitet hat und bereits trainiert ist, dann würde ich ihn an einen solchen Platz vermitteln. Im Augenblick gibt es eine hohe Nachfrage nach (an)trainierten Hunden. Mit drei Jahren ist sie im perfekten Alter dafür.


    Die Arbeit am Schaf ist nicht ersetzbar.


    Hierüber könnte man sie gut vermitteln:


    http://www.bordercollie-in-not.de/

  • Danke schonmal für die schnellen Antworten.


    flying-paws also siehst es als unmöglich und wir sollten sie lieber schnell weitergeben?


    Wir haben auch gerade herausgefunden das die Vorbesitzerin eine Hundeschule hat. Ich verstehe auch einfach nicht wieso gerade so eine Person einen so speziellen Hund einfach an "irgendwelche" Leute gibt ohne groß Wissen zu wollen wie die lebenssituation und Vorkenntnisse sind...

  • Wenn der Hund dort in einer Box lebte, dann spricht das nicht dafür, dass sie ihre Tiere vernünftig hält. Das ist nicht mal erlaubt.


    Von wo kommt Ihr denn? Vielleicht könnte man sie noch mal von jemandem an den Schafen begutachten lassen, was sie dort kann. Viele Interessenten mögen es, wenn man ihnen per Video zeigen kann, was der Hund drauf hat.

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