2 Trainer 2 Meinungen (Aggressionen)

  • Huhu,
    ich würde gerne mal eure Meinungen hören. Ich war bei 2 Trainern und habe Unterschiedliches gehört. Mein Kiro wurde kurz nach seinem Einzug bei mir sehr aggressiv gegenüber anderen Hunden.

    Der erste Trainer meinte ich soll mich anderen Hunden so weit nähern wie es möglich ist. Sobald er Aggressionen zeigt soll ich die Richtung ändern. Das mache ich nun seit ein paar Wochen. Im Park/Wald/Feld klappt das ganz gut. Ich gehe so weit wie möglich an andere Hunde ran, lenke ihn beim ersten Pöbeln ab und ändere die Richtung. Verhält er sich ruhig gibt es Leckerlies. Da arbeite ich auch immer mit der Schleppleine. Meist kann ich mich so ca. 20m an andere Hunde nähern.
    Innerorts meide ich aber Hundebegegnungen, da ich dort keinen grossen Bogen um andere Hunde machen kann. Strassenseite wechseln reicht nicht aus, da ist der Abstand noch zu gering..

    Insgesamte sehe ich nun beim Spazierengehen keine Verbesserung. Es läuft eher dadurch entspannter ab, dass ich problematische Situationen meide.

    Nun war ich bei einem anderen Trainer. Dieser meinte ich soll gerade Hundekontakt suchen und einfach locker und gelassen mit ihm an anderen Hunden vorbei gehen, ihn ignorieren und ihn einfach pöbeln lassen. Sprich: Ich soll so tun als wenn mich das alles nicht interessiert.

    Was haltet ihr von den beiden unterschiedlichen Meinungen?

    LG

  • Ich an deiner Stelle würde, wenn du momentan Fortschritte machst, bei deiner jetzigen Methode bleiben. Jeder Hund ist anders - Bei dem einen reicht ignorieren (das haben wir auch probiert), bei dem anderen helfen andere Methoden besser (so wie bei uns).

    Wenn es deinen Hund nicht interessiert bzw. er gar nicht mitbekommt, dass es dir egal ist, was er macht, dann hat das natürlich keinen Effekt und verbessert die Situation nicht.

    Also, wenn das momentan so gut klappt und ihr echt weiterkommt im Training, würde ich so weitertrainieren. ;)

  • Ich persönlich würde bei der ersten Methode bleiben. Hunde merken nur sehr schwer das du entspannt bist wenn sie schon auf 180 sind.

    Scottie würde es nicht interessieren wie ich mich fühle, er ist sich bei Begegnungen der nächste, also drehe ich auch um sobald er anfängt sich steif zu machen. Nur wenn er nicht dazu kommt komplett auszuflippen kann Hund lernen das es sich nicht lohnt.

  • Mir wäre die erste Verfahrensweise zu "umständlich". Aggression fängt ja nicht beim Pöbeln an, sondern beim Drohen auf Distanz. Da wäre ich mir zu unsicher, ob mein Hund nun wirklich schon droht oder eben nicht. Und nach der "Explosion" auch noch die Entspannung belohnen ... wäre nicht mein Ding. Mein Hund ist ja (leider) nicht doof :D

    Da würde ich wirklich die Zweite Version wählen, ihn tun und machen lassen und weitergehen. Wenn ich es einschätzen kann, der Hund wegen MIR Aufstand macht und er den anderen nicht angehen würde, würde ich sogar die Leine fallen lassen und ihn allein lassen. Rückendeckung bekäme der von mir nicht :ka:

  • Kann ich gerade nicht nachvollziehen. Ehrlich gesagt finde ich es viel umständlicher mit ihm pöbelnd an anderen Hunden vorbei zu gehen als ihn bei ausreichendem Abstand zu beobachten und im richtigen Moment zu belohnen.

  • *lol*....na, das ist ja genau mein Thema. ;)
    Sag mal, sicher das du von dir, deinem Hund und deinen Trainern schreibst ?
    Hört sich an als würdest du über uns berichten. :roll:

    Ich habe mittlerweile einige Trainer durch und genau diese beiden "Methoden" hatte ich auch (mit) zur Auswahl.
    Ich halte von beiden nichts. Ich weiß es ist schwierig.

    Bei der ersten Methode hatte ich genau dasselbe Gefühl und dieselben Probleme wie du. Wie soll ich innerorts "aus dem Weg gehen" wenn der Abstand ungenügend ist ? Mein Trainer riet mir daraufhin dann quasi vor dem entgegenkommenden Hund umzudrehen und vor ihm "wegzulaufen". Das funktioniert sogar nach ner Zeit (wenn Hund sich dann nicht nach dem anderen umdreht) aber ich kann ja nicht, mal übertrieben gesagt, 2 km vor dem anderen Hund "weglaufen" wenn ich eigentlich in die andere Richtung muss. Also auch doof iwie.
    Und ich hatte ebenfalls das Gefühl das man solche Situationen immer meidet und es deswegen besser funktioniert, sich aber das Verhalten nicht bessert.

    Zweite Methode wurde mir dann auch vorgeschlagen, auch ausprobiert. Fand ich auch ziemlich sinnfrei. Denn bei uns ist es einfach so das Ares sich erstens so dermaßen aufspult das er es, wie oben schon geschrieben wurde, nicht mitbekommt oder es ihn nicht interessiert das Frauchen ja soo ruhig und so desinteressiert ist und zweitens muss ich ehrlich zugeben das man ja, auch wenn man versucht es seinem Hund vorzumachen, gar nicht so ruhig und so desinteressiert ist. Innerlich ist man ja doch iwie angespannt, weil man ja weiß was passieren wird und das große Gezeter erwartet.
    Und drittens finde ich bei dieser Methode völlig bescheuert das (zumindest bei meinem) das ganze Verhalten für ihn so dermaßen selbstbelohnend (und für ihn ja auch erfolgreich) ist das er sicher nicht im Traum daran denken würde das von alleine zu lassen, nur weil Frauchen so gechillt ist.

    Also habe ich mir inzwischen meine eigenen Methoden zusammen gebuxelt, ob's den durchschlagenden Effekt bringt kann ich dir nicht sagen, es ist ja auch jeder Hund anders, aber bei uns funktioniert mein "zusammengebasteltes Werk" bisher besser als alles was mir geraten wurde.

    Ich habe nun alle möglichen Teile aus allen "Vorschlägen" zusammen genommen und mach's dann "nach Gefühl". :D

    Letztens kam uns bsp.weise ein Labbi entgegen und ich konnte nicht ausweichen (kleine Dorfstrasse ohne Bürgersteige, links und rechst Zaun), Ares spult sich total hoch, ich gehe zügig ohne Kommentar (weil Nein, Aus, Lass das....blablabla...dann eh nichts bringt) vorbei und sofort nachdem der Labbi uns passiert hatte drehte ich um und ging hinterher, Ares not amused, aber very verwundert hörte sofort auf zu pöbeln und war sichtlich geschockt das wir nun quasi mit dem "Feind" mitgingen. Die Frau von dem Labbi war ebenso verwundert. :lol:

    Beim nächsten mal als wir den Labbi trafen war es nur noch ein kurzer Beller und dann war gut.

    Dann mache ich es manchmal so das wenn uns wer entgegen kommt (geht aber nur wenn derjenige schon früh in sicht ist) das ich wieder drehe bevor Ares sich endgültig hochspult, dann wieder auf den Hund zugehe, spult Ares wieder, wieder umdrehen und weg von dem Hund, dann wieder drauf zu. Nach dreimal umdrehen konnten wir den Hund ohne Gezeter passieren (allerdings war immer noch ein Abstand zwischen uns und dem anderen von etwa 4 metern, aber gut, ich erwarte ja das es besser wird und keine Wunder).

    Und dann mache ich es inzwischen so (ich weiß ja nicht wie das bei euch ist) das ich Ares grundsätzlich an gaaanz langer Leine laufen lasse. Haben eine zwei Meter Leine und die zwei Meter bekommt er auch voll und ganz. Vorher habe ich den Hund bei Feindsichtung immer kürzer genommen, was natürlich blöd ist, weil man dem Hund damit ja sofort signalisiert "Achtung, achtung !! Anspannung !! Feindbild kommt, Gefechtsgeschütze bereit machen !!". Ich habe es aber immer gemacht, weil 40 kilo außer Rand und Band an der kurzen Leine leichter zu händeln sind, als wenn 40 kilo die vollen zwei Meter zum reinrushen haben.
    Nun stelle ich mich halt (mental und abstandsgemäß) darauf ein das Ares ja die zwei Meter zum "drauf zu stürzen" hätte, doch erstaunlicherweise passiert das kaum und wenn dann in einer Form von ich habe das ende der Leine erreicht, weiter gehts nicht. Und nicht in Form von "Volle Kraft voraus !! Frauchen stemme die Hacken in Teer und such dir nen Baum zu festklammern."

    Ich glaube wirklich das gerade die lange Leine ein ordentlicher "Entschärfer" in unserer Situation war, zusätzlich sage ich Ares wenn wir nicht drehen oder derartiges aber trotzdem schon beim fixieren eines anderen Hundes ein scharfes "Lass es !!" oder "Denk nicht mal dran!!"

    Unsere Erfolge bisher sind nun der Labbi von dem ich schon vorher schrieb, ein Goldi, der zwar angepöbelt wurde, Ares kam aber schneller wieder runter und (ganz stolz bin !!!) ein Goldi und ein JRT die uns von ihrem Grundstücken aus, einer links einer rechts (und wir waren direkt an dem Zaun zu dem JRT) angepöbelt haben als gäbe es kein Morgen und mein Hund ist ohne einen Mucks und ziemlich cool mit mir dran vorbei geschlendert. :gut:

    Natürlich gibt es mal gut und mal schlechte Tage, aber mein Gott, insgesamt wirds besser und darauf kommt es an.

    Manchmal versuche ich nun auch von Anfang an mit einem unserer "Feindbilder" zusammen zu laufen (angeleint natürlich) und nach den ersten zwei, drei Bellern ist's gut und Ares akzeptiert das der andere dabei ist, was uns dabei hilft wenn wir das nächste mal auf ihn treffen.

    Lg Tamaris

  • Ich kenn das Problem... also es funktioniert weder umdrehen und weggehen (es sei denn der Hund ist noch nen Kilometer weg^^) und ignorieren bringt auch nix... da schaukelt er sich richtig hoch...

    Wir machen das jetzt immer so, dass wir ihm die Wahl lassen: Ist er entspannt und bleibt ruhig, bekommt er für jeden Blickkontakt zu uns ein Leckerlie. Wenn der Herr aber meint, Theater machen zu müssen, dann wird er abgedrängt. Und ich muss sagen - es funktioniert (bei uns). Es ist schon viel besser geworden, wir haben eigentlich nur dann noch ein Problem, wenn der andere auch pöbelt, aber da sind wir auch noch dran. ;)

    Hast du schonmal an Zeigen&Benennen gedacht? Gibts hier im Forum auch nen Thread zu. Bei uns hats nicht geklappt, da Diego durch den Klick immer noch mehr hochgepuscht ist... :headbash:

  • Tamaris
    finde ich gut, Deine Methoden und kann mir vorstellen, dass es was bringt, aber nur hierzu:

    Zitat

    *
    Und dann mache ich es inzwischen so (ich weiß ja nicht wie das bei euch ist) das ich Ares grundsätzlich an gaaanz langer Leine laufen lasse. Haben eine zwei Meter Leine und die zwei Meter bekommt er auch voll und ganz. Vorher habe ich den Hund bei Feindsichtung immer kürzer genommen, was natürlich blöd ist, weil man dem Hund damit ja sofort signalisiert "Achtung, achtung !! Anspannung !! Feindbild kommt, Gefechtsgeschütze bereit machen !!". Ich habe es aber immer gemacht, weil 40 kilo außer Rand und Band an der kurzen Leine leichter zu händeln sind, als wenn 40 kilo die vollen zwei Meter zum reinrushen haben.
    Nun stelle ich mich halt (mental und abstandsgemäß) darauf ein das Ares ja die zwei Meter zum "drauf zu stürzen" hätte, doch erstaunlicherweise passiert das kaum und wenn dann in einer Form von ich habe das ende der Leine erreicht, weiter gehts nicht. Und nicht in Form von "Volle Kraft voraus !! Frauchen stemme die Hacken in Teer und such dir nen Baum zu festklammern."

    Ich glaube wirklich das gerade die lange Leine ein ordentlicher "Entschärfer" in unserer Situation war, zusätzlich sage ich Ares wenn wir nicht drehen oder derartiges aber trotzdem schon beim fixieren eines anderen Hundes ein scharfes "Lass es !!" oder "Denk nicht mal dran!!"


    meine frühere Hündin war auch eine Pöblerin (Hunde auf der Straße oft und teils auch Menschen) und meiner jetzigen versuche ich gerade beizubringen, andere Passanten zu ignorieren (die ist wiederum zu menschenfreundlich :roll: ). Oft geht es hier auf den engen Bürgersteigen nicht, dann die Leine lang zu lassen (auch wenn man andere Hunde passiert und kein Kontakt gewünscht ist). Um eben zu vermeiden, dass das "Kurznehmen" schon ein entsprechendes negatives Signal wird, mache ich das immer mal wieder bei jedem Gang mit Leine zwischendurch, auch wenn niemand und nix in Sicht ist, so dass diese Handlung neutral bleibt für den Hund.

  • Isarwuffl: Ohh jaa, ich weiß was du meinst. Wir leben auf'm Dorf und da haben wir natürlich viel Platz, in einer Stadt hätte ich schon wieder ganz andere Probleme. :roll:
    Wir haben zwar Junghundekurs, Stadtkurs etc alles durch und da war mein Hund komischerweise immer ein Streber vor dem Herren (war aber auch alles bevor er ein Jahr alt wurde). Und in der Zwischenzeit lief einfach viel schief und ich habe das (wegen unserer "Platzmöglichkeiten") auch gehörig verschlampt, also das "zwischendrin mal kurz nehmen" ich bin nun gerade dabei da wieder gegenan zu desensibilisieren. =)

    Momentan (es wird besser, aber in Mäuseschrittchen) ist es noch so das wenn ich ihn kurz nehme das sofort die Umgebung abgescannt wird "Wo ist er ? Wo ist der Feind ? Wen soll ich in grund und boden bellen ?" :headbash:

    Aber gut, das wird auch werden, habe ich halt auch verschlampt.
    Mann, mann....ich sag ja, man (oder Frau, wohl eher Hundehalter) lernt nie aus. Mit jedem Hund ist es anders und jeder bringt einem neue Sachen bei die man beim "nächsten" bestimmt besser macht. Und trotzdem stellt ein jeder "nächste" wieder vor Aufgaben die man mit keinem vorherigen hatte. :lol:

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