Beiträge von Estandia

    Laura Purcell – The Silent Companions / Die stillen Gefährten


    England, 1865.

    Elsie ist frisch verheiratet, aber auch frisch verwitwet. Im Begriff ihr Jahr der Trauer zu beginnen, zieht sie mit Sarah, der Cousine ihres verstorbenen Mannes, in das alte Herrenhaus seiner Ahnen ein, will sie hier doch ihren Mann zur Ruhe betten und ihre Schwangerschaft durchstehen. Die wenigen Bediensteten sind argwöhnisch und wortkarg, die Leute der Umgebung feindlich gesinnt. Elsie hat große Not sich an das desolate Haus und die unerfahrenen Beschäftigen zu gewöhnen, da findet sie eines Nachts auf dem Dachboden ein 200 Jahre altes Tagebuch, nebst einer lebensgroßen Holzfigur, wie sie im 17. Jahrhundert vielfach als Dekorationen verwendet wurden. Diese Holzfigur sieht Elsie allerdings erstaunlich ähnlich ...


    In drei Zeitebenen wird hier eine recht spannende und komplexe Gothic Horror/Mystery-Geschichte erzählt, die stilsicher mit einem guten Tempo und so einigen Twists daherkommt. Man fängt an niemandem zu trauen und verdächtigt irgendwann jeden. Das Ende fand ich zufriedenstellender als bei "Der Schattenriss", da hier die lange Entwicklung der Geschehnisse besser herausgearbeitet war.

    Nachdem mir meine Social-Algorithmen jenes unten genannte Buch immer wieder vorgeschlagen haben, habe ich mir gestern das Hörbuch gegönnt, fantastisch gesprochen von Robert Stadlober.


    Stefanie vor Schulte – Junge mit schwarzem Hahn


    "Der elfjährige Martin besitzt nichts bis auf das Hemd auf dem Leib und seinen schwarzen Hahn, Behüter und Freund zugleich. Die Dorfbewohner meiden den Jungen, der zu ungewöhnlich ist. Viel zu klug und liebenswürdig. Sie behandeln ihn lieber schlecht, als seine Begabungen anzuerkennen. Als Martin die Chance ergreift und mit dem Maler zieht, führt dieser ihn in eine schauerliche Welt, in der er dank seines Mitgefühls und Verstandes widerstehen kann und zum Retter wird für jene, die noch unschuldiger sind als er."


    Ein Märchen... hier und da slapstick-komisch, überwiegend aber unglaublich böse und dunkel. Irgendwie in einer dystopischen mittelalterlichen Welt angesiedelt, oft hoffnungslos, am Ende sehr hoffnungsvoll. Ein komplexer, nachdenklich machender Gesellschaftskommentar. Das Büchlein kann sich problemlos bei den besten Büchern meines bisherigen Lesejahres einreihen.

    Ashley Winstead – In my dreams I hold a knife


    "Sechs Freunde. Ein College-Treffen. Ein ungelöster Mord.


    Zehn Jahre nach ihrem Abschluss hat Jessica Miller jedes Detail ihrer triumphalen Rückkehr an die Duquette-Universität geplant. Jeder wird sie so sehen, wie sie es will – selbstbewusst, schön, gleichgültig. Nicht das Mädchen, das sie vorher war, als der Mord an Heather Shelby alles zerbrach. Aber nicht jeder ist bereit, weiterzumachen. Jemand ist entschlossen, die Schuldigen dafür bezahlen zu lassen. Als Jessica und ihre Freunde wieder zusammenkommen, müssen sie sich nicht nur mit den Ereignissen jener Nacht auseinandersetzen, sondern auch mit den Geheimnissen, die sie am liebsten verbergen würden."


    Gut gemachter Dark Academia Thriller mit recht fixem Tempo. Einmal gibt es die Zeitebene, wo die ehemaligen Studenten zum 10jährigen zusammenkommen und einmal verschiedene Tage aus verschieden Studienjahren. Einerseits eine recht "typisch amerikanische" College-Geschichte mit bekannten Tropes und "Klischee-Charakteren", andererseits doch recht interessant und überraschend in ihren Enthüllungen. Ich fand den Aspekt, wie Teenager und junge Erwachsene mit Druck, Erfolg, Scheitern und Wettbewerb umgehen, wie die sozialen Strukturen und Macht – gerade auch der Eltern – in diesen Konkurrenzumgebungen funktionieren, ganz spannend. Weniger mein Ding waren dieser ständige Drogen-/Alkoholmissbrauch und die wichtigen Ereignisse am College schienen immer irgendwelche Parties oder Feierlichkeiten zu sein :muede:

    Sally Rooney – Conversations with friends / Gespräche mit Freunden


    "Frances und ihre Freundin Bobbi, Studentinnen in Dublin, lernen das gut zehn Jahre ältere Ehepaar Melissa und Nick kennen. Sie treffen sich bei Events, zum Essen, führen Gespräche. Persönlich und online diskutieren sie über Sex und Freundschaft, Kunst und Literatur, Politik und Genderfragen und, natürlich, über sich selbst. Während Bobbi von Melissa fasziniert ist, fühlt sich Frances immer stärker zu Nick hingezogen …"


    Definitiv mein Favorit von den dreien, die ich bis jetzt von ihr gelesen habe. Ich mochte Frances und ihre Beziehung zu Bobbi sehr, auch Melissa fand ich spannend. Mehr hätte ich mir, wie bei Normale Menschen schon, ein kleines bisschen mehr von den familiären Verbindungen gewünscht. Ich mochte den Aspekt von Frances' abwesenden Vater und ihre resultieren Verhaltensweisen. Die Beziehung zu Nick hat mich hin und wieder an Sarah Crossan's "Verheizte Herzen" erinnert, auch eines meiner Favoriten.

    Zusätzlich musste er einen Tag später narkotisiert werden und ihm wurde ein Schneidezahn gezogen.

    Also alles echt viel für so einen jungen stressanfälligen Hund.


    Das ist nun schon eine Woche her und er zeigt sich plötzlich sehr viel reizoffener und sehr aufgeregt und nervös. Selbst im Hof bei uns ohne weitere Reize, zeigt er nach 10 Minuten ein Stressgesicht drinnen.

    Ich würde Tatsache nochmal die Zähne checken (lassen). Hat sich evtl. doch was entzündet und der Hund hat Schmerzen?


    Kann natürlich sein, dass er jetzt sexuell aktiver wird und draussen im Hof auf andere Rüden- und Hündinnengerüche stärker reagiert.

    Wie sieht's mit dem jagdlichen Interesse aus? Evtl. gibt es draussen im Hof ja auch Wildspuren.


    Was meinst du mit verbalen Abbruch? Wenn der Hund sich so weit hochgepusht hat, dass du einen Abbruch brauchst, ist er ja schon längst über die zumutbare Stress-Schwelle, ein Abbruch würde ja nichts an der zugrundeliegenden Ursache ändern.


    Wenn der Hund ohne "ersichtliche Trigger und Auslöser" schon in Stress gerät, würd ich nochmal über andere medizinische Faktoren nachdenken oder auch das Futter nochmal checken.

    Du schreibst er ist schon 11, wie sieht es mit den Augen aus, den Ohren? Manche Hunde sind stark irritiert wenn sie Dinge nicht mehr klar erkennen können, wenn sie Geräusche nicht mehr zuordnen können. Hautkrankheiten KÖNNEN ein Resultat von chronischem Stress sein, genau wie Darm- und Verdauungsprobleme.

    Meine Ansätze wären: Hund auf Schmerzen testen, besonders die Zähne, Schilddrüse abklären, Herzultraschall machen lassen weil man nicht immer was beim Abhören hört, Gangbild checken, etc.

    Wenn du schreibst, er kratzt sich wiederkehrend, klingt das für mich wie, dem Hund KÖNNTE wiederkehrend übel sein und er beknabbert/kratzt sich, um sich von Magenschmerzen o.ä. abzulenken.