Rückruf - das ewige Thema... :(

  • Anni, hast du schonmal versucht, wenn Cleo sich ganz eindeutig für den Hund entscheidet, ihr mal mit ernster Miene und entschlossen aufstapfendem Fuß zwei Schritte hinterherzugehen und mal richtig "nein" (sofern sie so ein Abbruchkommando kennt) hinterherzurufen?
    Denn ich denke nicht, dass sie den Rückruf nicht kennt, sondern eher, dass sie was besseres im Sinn hat und dich nicht respektiert.
    Wenn sie dann umdreht, läufst du schnell rückwärts und feuerst sie richtig an, und wenn sie bei dir ist, belohnst du sie durch ein Körpernahes Spiel, also rumbalgen und dann gehst du zügig in eine andere Richtung.
    Ich belohne meinen Hund auch manchmal mit Leckerlies, aber die holt er sich ab. Wenn ich ihn aber richtig ranrufe und dann mit ihm balge, dann ist er danach dreimal aufmerksamer.
    Außerdem könntest du jeden Blick von ihr clicken, damit sie sich wieder an dir orientiert.

    Aber freut mich zu lesen, dass du anscheinend mit Maja inzwischen ein Team geworden bist.

    Bei meinem Hund klappt der Rückruf auch nur ohne Ablenkung. Ist ein Hund oder was anderes da, hab ich schlechte Karten, wobei ich ihn manchmal mit dem Nein davon abhalten kann, loszupreschen.

  • als stiller mitleser muss ich jetzt mal sagen dass der thread super-interessant ist und ich mir auch einige Anregungen abgezweigt habe.

    ich hab nämlich auch so einen schlaumeier hier, der zwar ohne ablenkung super auf rückruf kommt, aber wenn ein anderer hund in sichtweite ist, bin ich samt superjackpotleckerchen, lieblingsspielzeug und knuddelattacke völlig uninteressant.

    deshalb auch von mir ein DANKE

  • Ich schließe mich an. Nachdem mir meine Beiden am Wochenende zweimal durchgebrannt sind, habe ich den Thread mit großem Interesse gelesen.

    Welchen Weg ich einschlagen werde weiß ich noch nicht. Werde es dann aber mal berichten!

  • Zitat


    Cleo interessiert sich aber kein Stück für Objektspiele, wir haben echt alles durch. Was wäre denn da eine Alternative? Wald-und-Wiesen-Agility mag sie, aber man hat ja nicht immer einen umgekippten Baumstamm oder passenden Stein in der Nähe.

    Das mit dem Leckerlieauschleichen hatte ich damals ein paar Mal versucht, sobald aber einmal das Leckerlie ausgefallen war kam sie gar nicht mehr :roll:


    Ich habe mich nicht auf den Rückruf bezogen, sindern auf deine Aussage, dass Cleo dich nur angucken muss, und du wirfst brav ein Leckerli aus. Sie kriegt alles, was sie will, wann sie es will, ohne Anstrengung... Das hat mit konsequenter positiver Bestärkung für Leistung nichts mehr zu tun, damit macht man sie fast unmöglich. Erst recht, wenn du jedesmal ein schlechtes Gewissen hast, wenn die Prinzessin nicht kriegt, was sie möchte.....

    Der Hund soll nicht kommen, weil er ein Leckerli kriegt, sondern weil Kommen in seiner Erfahrung toll ist. Ich kenne Cleo nicht, DU musst dir eine Top-20-Liste von Dingen erstellen, die sie gerne tut oder gerne tun möchte. Da ist auch nicht unbedingt ein fertiger Bestärker dabei, auch die müssen manchmal auftrainiert werden.

    Ich stimme den andern zu, Cleo nimmt dich nicht ernst, denn du bist nicht konsequent genug. Klar kannst du es jetzt mit Strafe versuchen, aber auch damit musst du extrem konsequent und unmissverständlich sein, sonst gerätst du in einen Kreislauf, wo der Hund die Strafe ebenso wie das Leckerli nach Belieben ignoriert. Du kannst auch bei der positiven Bestärkung bleiben, aber dann musst du eben auch konsequent die Selbstbelohnung verhindern (das geht nicht nur mit Schleppleine) und Cleo das, was sie tun möchte, erarbeiten lassen. So oder so würde ich dir empfehlen, einen Trainer im Alltag auf deinen Umgang mit den Hunden draufschauen zu lassen.

  • Ich klinke mich hier auch mal ein, da ich mit Merlin die gleiche Problematik habe, auch er ist der Typ der mir noch einmal nett winkt nach meinem Rückruf, bevor er sich weiter mit sich beschäftigt.

    Wir haben auch alles an Superjackpot-Möglichkeiten durch, wir haben ein spezielles Rückruf-Wort konditioniert, die Pfeife, viel an der Schlepp geübt und haben viele viele Tage wo es super klappt, aber eben auch Tage, wo er mir noch lächelnd die Mittelkralle zeigt (schlimmste Erfahrung: Merlin hat sich ca. 10min auf einer Kuhweide vergnügt, nachdem er gecheckt hatte, dass ich nicht so einfach durch den Elektrozaun komme).
    Da ich mich sonst von guten Tagen immer habe verleiten lassen, zu sagen, das passt schon irgendwie, hat Merlin die Lücke im System genutzt um mir nach und nach mehr auf der Nase herumzutanzen.
    Ich habe für jetzt die Entscheidung getroffen: Ende Aus.

    Merlin ist jetzt seit über einer Woche nur noch an der Schleppleine (außer wir treffen einen Hund mit dem er gerne tobt - hier darf er rennen, aber nur solange er sich mit dem Hund beschäftigt). Wir bauen jetzt alles mit dem Clicker auf (nach Pia Gröning) und ich unterbinde aktuell jedes Graben, zu langes Schnüffeln. Hat der Spaziergang gut geklappt, lasse ich ihn oft am Ende nochmal 5min offline machen was er möchte (außer graben) und auch hier klappt dann alles sehr gut - er ist wesentlich aufmerksamer als sonst.

    Ansonsten werde ich den Rückruf dahingehend weiter ausbauen, dass Merlin lernt dass es ein MUSS ist, früher war es ein KANN und ein WANN ICH WILL, ab sofort MUSS er kommen. An der Schleppe ist das einfach, ohne Schleppe werde ich zwischen den Jahren eine Einzelstunde haben, um mir das Thema "Leine werfen" mal genauer anzuschauen.

    Zitat

    Ich habe leider eine Mischung aus Ängstlichem und selbstständigen Hund, d.h. einerseits hat sie Angst vor zu harten Worten=Meideverhalten, bin ich zu weichm gehts ihr am A... vorbei.


    Ich kenne dich und deinen Hund nicht, aber das erinnert mich sehr an Merlin, bzw. an das, was ich auch immer dachte. Allerdings habe ich mit der Zeit erkannt bzw. gelernt, dass das eine von Merlin perfektionierte Taktik war, Ärger und Konsequenz aus dem Weg zu gehen. Na klar sind Merlin die Weich-Methoden lieber, denn er konnte ja tun und lassen was er wollte. Als seine Leinenpöbelei den Höhepunkt erreicht hatte, lernte ich die Methodik von Canis kennen und ja, Merlin hat es erstmal verunsichert. Aber es hat geholfen und unsere Beziehung sehr erleichtert.

    @Cleo-Frauchen: So wie du Cleo beschreibst, ist Merlin auch unterwegs, ich habe auch schon lange in Verstecken gewartet und wurde von anderen Spaziergängern belächelt. Ich habe in einer Einzelstunde mehr über mich und Merlin und mögliche Trainingsansätze gelernt als in zig Rückrufkursen und sonstigem. Ich fühle mit euch und drücke die Daumen!

  • Hallo,

    ich würde Dir als erste Maßnahme empfehlen den Rückruf unter
    ein neues Kommando zu stellen. Am besten geeignet hierfür ist
    ein Pfiff, da er emotionslos beim Hund ankommt. Ich lese aus Deinem
    Thread, dass Du unsicher und mittlerweile verzweifelt bist. Was natürlich
    sehr verständlich ist :umarmen: Dafür mal einen Trostknuddler.
    Diese Gefühle bekommt Dein Hund natürlich mit, das hast Du ja selbst schon bemerkt. Beim Pfiff hast Du dieses Problelm nicht.

    Wichtig ist: Das neue Kommando so aufbauen, als ob Du es ganz neu einübst. Konsequent sein und die Schlepp erstmal nicht mehr ab. Futter nur noch für`s Training. Würde das normale Futter unterwegs für Gehorsamsübungen als Belohnung geben und spezial, super Leckerchen für`s Rückruftraining nehmen. Dauerbespaßen mußt Du Deinen Hund nicht, zumal er ja auch nicht drauf anspringt.

    Ich würde eher Übungen zum Gehorsam auf dem Spaziergang einbauen, so dass er sich auf Dich konzentrieren muß und sich sein Futter verdienen muß. Wenn Du merkst, dass er gut auf Dich konzentriert ist, kannst Du ihn weiter vorlaufen lassen und das Rückrufkommando trainieren.

    Ich bin dabei auch vollkommen der Meinung von terriers4me. Es sieht so aus als ob Du ohne einen aversiven Reiz (Wurfkette, oder Leine werfen) in bestimmten Situationen nicht auskommen wirst (halt wenn Dein Hund abgelenkt ist). Timing ist da alles. Wenn es richtig gemacht wird, ist das wahrscheinlich nach 2-3 Mal durch. Evtl. ist später noch mal eine Auffrischung nötig. Wenn Du Dir das nicht zutraust, würde ich Dir auch zu einem Trainer raten.

    Die Schleppleine nicht komplett abmachen, wenn sie besser hört, sondern nach und nach immer um 5-10 cm kürzen und mit dieser Länge weitertrainieren, bis nur noch ein kleines Stück am Halsband baumelt.

    Ich wünsche Dir, das Du den Spaß am trainieren mit Deinem Hund wieder entdeckst. :gut:
    Schaffe Dir positive Erlebnisse mit nur diesem Hund. Was kann sie denn besonders gut?

    LG
    Birgit

  • Hallo,
    ich will mir nicht schon wieder die Finger wund tippseln - deshalb schau doch mal in diesen (langen...) Thread zum sehr ähnlichen Thema:
    https://www.dogforum.de/ftopic123316.html

    DA gibt es auch schon zahlreiche, wirklich gute Tipps und Ratschläge.

    Was Fantasmita da beschreibt:

    Zitat

    Ich bin dann hinter ihm hergelatscht (emotionslos aber mit aufrechter Körperhaltung) ... immer im selben Rhytmus .. nicht sonderlich schnell .. nicht sonderlich langsam ... wenn ich in seine Nähe kam, dann habe ich die Leine nach ihm geworfen (mit dem Ziel ihn zu treffen ...ja es war Absicht). Dann hat er gedacht "die dumme Kuh" und ist wieder weggelaufen. Das Spiel haben wir 1 x 45 Minuten lang getrieben. Ich habe nix gesagt ... bin einfach nur immer hinter ihm her. Dann hat er geschnallt, dass ich das durchaus ernst meine und das wir hier nicht fangen spielen und das es keine Belohnung gibt und das ich das auch nicht lustig finde und das er absolut nichts damit erreicht ... und dann kam er zu mir. Da habe ich ihn einmal über die Seite gestrichen, hab ihn eingeklingt und wir sind ganz normal weitergegangen.

    ...ist eine durchaus gängige Methode in der Pferdeausbildung.
    z. B. bei der Freiarbeit (zur Schonung des Menschen allerdings auf begrenztem Raum :D ). Man läd das Pferd ein, zu einem zu kommen und dem Menschen zu folgen. Nimmt das Pferd dieses Angebot nicht an und "antwortet" auf die Einladung mit Rumgekaspere, reagiert der Mensch, indem er "sagt": "Du willst lieber laufen, statt zu mir zu kommen? Gut, dann lauf, aber bitte immer den entscheidenden Hauch schneller, als Du eigentlich wolltest"... Der Mensch treibt das Pferd einfach nur ein wenig an und ein wenig von sich weg. Das gilt auch, wenn das Pferd sich nur einige Meter vom Menschen hinstellt.

    Nach kurzer Zeit kommt dann wieder die Einladung, sich dem Menschen zu nähern und diesem zu folgen. Ponys, die meist lauffauler sind, nehmen diese Einladung dann rasch und gerne an, eher bewegungsfreudige Pferde hätten dann gerne noch eine Runde.

    Das funktioniert eigentlich immer - die Wirkung ist die, dass man die Nicht-Annahme der nett ausgesprochenen Einladung für das Pferd unbequem macht. Nicht für das Pferd schrecklich macht, nur unbequem. Und das bei uns Sein dagegen ist etwas Tolles, da ist Ruhe, da gibts ein nettes Kraulen, eine sanfte Stimme. Und wie immer im Leben, findet das Ganze völlig emotionslos statt.

    Einladungen darf man ja ablehnen. Ich als Mensch hätte aber gern, dass das Pferd mitmacht.

    Und das schaffe ich, indem ich zu demjenigen werde, der dafür sorgt, dass das Pferd sich bewegt.

    Renne ich hinter einem weglaufenden Pferd her, um es einzufangen, bewegt das Pferd mich. Dann hab ich die Master-A...karte...
    Gehe ich hinter dem Pferd her, um es immer ein wenig weiterzutreiben, das geht auch im Schritt, bewege ich das Pferd und bin "Herr der Situation", weil ich der aktive Part in diesem Spiel bin.

    Ein Pferd zu bewegen ist naturgemäß etwas leichter, als einen Hund vor sich her zu bewegen, weil die Bereitschaft, vor etwas wegzuweichen beim Pferd als Flucht-Tier eher vorgegeben ist, als beim Hund. Aber auch der Hundläßt sich vom Menschen bewegen.

    Alle paar Minuten hält man dann inne - dreht sich ein wenig weg vom Hund und macht durch Öffnen der "Frontal-Blockade" durch ein Wegdrehen der Schulter den Weg für Hund/Pferd frei.

    Und dann kommen sie ganz von alleine.

    Der eine etwas früher, der andere etwas später.

    Wichtig ist, dass man das Ganze eher Spielerisch betrachtet - nicht "BOAH, ich krieg Dich, Du *zensur*....", sondern, "Na los, wollen wir doch mal sehen, wer von uns beiden den längeren Atem hat! :lol: "

    Das Ganze läuft nur über Körpersprache - treibe ich Pferd/Hund an, strafft sich die ganze Körperhaltung, die Schritte sind energischer, ich kann auch meine Arme dazu einsetzen mich groß und bestimmt zu machen - lade ich es zu mir ein, fallen die Schultern ein wenig in sich zusammen, ich mache mich etwas kleiner meine Schritte werden leichter und ich mache dem Tier den Weg zu mir überhaupt erst einmal möglich.

    Im Umgang mit Pferden ist Körpersprache schon wesentlich gängiger als mit Hunden - aber Sinn macht es bei beiden.

    LG, Chris

  • Zitat

    Ich bin dann hinter ihm hergelatscht (emotionslos aber mit aufrechter Körperhaltung) ... immer im selben Rhytmus .. nicht sonderlich schnell .. nicht sonderlich langsam ... wenn ich in seine Nähe kam, dann habe ich die Leine nach ihm geworfen (mit dem Ziel ihn zu treffen ...ja es war Absicht)

    DAS könnt ihr mal beim Pointertierchen ausprobieren, der ist ruckzuck 600 und mehr Meter entfernt und widmet sich wichtigeren Dingen im nächsten Wäldchen als sich um den "emotionslos" daherstapfenden Hundehalter zu kümmern, der die Leine höchstens 20 m werfen kann.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!