altbekanntes Problem, das unerwünschte Bellen (Nachts)

  • Zitat

    der noch Methoden aus der Zeit anwendet als Sue Ellen noch getrunken hat.

    Wie geil... :lachtot:

    "... in der Willy Birgel noch für Deutschland ritt"


    Das mit dem kleinsten Problem seh ich auch so...

  • Du hast gefragt was gegen Zwingerhaltung spricht:

    a) derzeit recht lautstark Dein Welpe
    b) in absehbarer Zeit Deine Nachbarn
    c) daraus folgt, letztlich Deine Wohnsituation (wie Du schreibst enge Nachbarschaftliche Verhältnisse)
    d) das Alter Deines Hundes
    e) die Rasse Deines Hundes
    f) meiner Meinung nach das normale Sozialleben von Hunden - als Rudeltiere bevorzugen sie schlichtweg immer Gesellschaft.

    Das gilt auch für Wölfe, da ist die Forschung inzwischen klüger geworden. Allein umherstreifende Wölfe befinden sich nur auf einer Übergangsphase zwischen "Elternhaus" und selber "Familie gründen".

    Mein HSH-Mix - von dem ja gesagt wird die sind lieber draußen und eh am liebsten allein - bevorzugt IMMER in meiner Nähe zu sein. Auch wenn er wie jetzt im Sommer die freie Wahl weil alle Türen offen stehen.

    Grundsätzliches zum Thema Erziehung:
    In meinen Augen ist eine gute Erziehung eine liebevolle Anleitung zum Leben; dazu braucht man viel Geduld, viel Humor, ganz viel Liebe und natürlich auch Konsequenz - aber wenn immer möglich liebevolle Konsequenz.
    Ich finde es erschreckend bei einem so kleinen quasi noch taufrischen und unverdorbenen Lebewesen überhaupt an Strafen, Schreckreize und "zur Sau machen" zu denken.

    Stattdessen solltest Du ihm zeigen - liebevoll und mit viel Geduld - was Du von ihm erwartest. Dazu muss er natürlich bei Dir sein, d.h. im Büro.
    Selbstverständlich stört das den normalen Arbeitsablauf - das weiss man vorher und kalkuliert es mit ein.
    Anders kann Dein Hund das von Dir gewünschte Verhalten doch auch garnicht lernen - egal in welchem Alter Du den zu Dir ins Büro holst. Ehr wird es schwieriger wenn er älter wird.

    So wie Du Deine Ausgangssituation beschreibst ist aber das ruhige Verhalten im Büro das allerwichtigste was Dein Hund lernen muss - also solltest Du mit dem Training dazu JETZT anfangen.
    Dabei spricht m.M. nichts dagegen zwischendurch diesen Zwinger zu nutzen - ab und an muss das sicher schon aus geschäftlichen Gründen sein.
    Ich finde es auch völlig normal das Dein Welpe vormittags viel weniger Stress damit hat mal im Zwinger "geparkt" zu werden, immerhin schaut die Welt bei Tageslicht weit weniger bedrohlich aus und durch das insgesamt lautere "Grundrauschen" unserer menschlichen Umwelt fällt auch nicht jedes Geräusch gleich so auf und erschreckt.

    Das sich der Welpen im Zwinger lösen kann mag für Dich zunächst scheinbar praktisch wirken - letztlich wirst Du so aber Probleme bekommen den Hund stubenrein zu bekommen. Denn wie soll er die Unterschiede lernen?
    Besser wäre es jetzt ein wenig Zeit und Mühe aufzuwenden und alle 2 Stunden sowie nach jedem Essen, Trinken, Schlafen und Spielen mit dem Hund rauszugehen, immer an eine bestimmte Stelle - zum lösen.
    Dort wartet man "untätig" bis der Hund seine Geschäfte verrichtet hat - und dann feiert man Straßenparty, lobt über den grünen Klee und freut sich wie Bolle.
    Insgesamt gesehen dürfte dieses Verfahren deutlich weniger Zeit beanspruchen als die ständige Putzerei, Desinfektion etc. die man durch einen Hund hat der dies nie richtig lernen durfte.

    Wer diese innige Verbindung zwischen Hund und Mensch, dieses gemeinsame Leben, nicht mag ist vermutlich mit ehr einzelgängerisch veranlagten Katzen wirklich besser beraten.

    Zwingerhaltung auf einem Bauernhof, idealerweise aber dann auch im Rudel und nicht als Einzelhund - hat richtig gemacht m.M. durchaus seine Berechtigung.
    Aber dann sollten diese Hunde auch bellen dürfen, das ist nunmal die Kommunikationsform von Hunden.

  • Das ist jetzt nicht unbedingt auf den TS gemünzt und ich entschuldige mich für jeden (unbeabsichtigten) Affront, aber ich hatte neulich auch so eine traurige Diskussion mit einem Bekannten. Ging ungefaehr so:

    Ich: "Du, ich geh dann mal, mein Hund wartet daheim auf mich."
    Er: "Macht schon Arbeit so ein Hund, was? Also ich würd mir ja auch einen her tun, aber nur einen, der die 8 Stunden allein im Garten sein kann während ich auf Arbeit bin".
    Ich: "Na ja, das ist aber nicht gerade toll für ein Rudeltier. Schaff' dir doch lieber ne Katze an."
    Er: "Ne Katze freut sich aber nicht so schön wie ein Hund, wenn ich wiederkomme. Deshalb find ich Hunde so toll. Überhaupt bin ich ja total der Hundefan, Hunde sind so klasse BLABLABLA".

    Manche Leute denken, der liebe Gott hat alle anderen Wesen nur geschaffen, damit sie es schön und lustig haben. Der Hund soll froh sein, dass er Futter und Wasser und nen Garten hat! Das ist doch genug! Andere haben nicht mal das! Undankbares Viech, wenn es das nicht einsieht!

    Ich bin bestimmt keine, deren Leben sich nur um den Hund dreht. Im Gegenteil, mein Kleiner hat sich ganz schön anzupassen und ihm wird viel abverlangt, damit er in meinen Alltag passt. Aber er hatte die Zeit, das alles zu lernen, und da wo er Schwierigkeiten hatte, fanden wir ne andere Lösung.

    Mir stellen sich die Haare auf, wenn "Tierfreundschaft" (mir gefällt ja "gesundes Empfinden, dass andere Wesen auch bestimmte Grundbedürfnisse haben und eine gewisse Fairness, ihnen diese zu erfüllen" besser) abfällig belächelt wird, aber selber ist man ja, vom Prinzip und von der schönen Kindheit mit den vielen Tierlein her, soooo tierlieb...
    (yep, solange es keine Mühe macht, ansonsten kommt das Ding halt in Zwinger und soll gefälligst die Klappe halten).

    Ein Hund ist aber kein Surfbrett. Das kaufste und es funktioniert. Das kannste ohne Einlernzeit über Nacht wegsperren. Das bellt nicht und macht auch nicht rein. Und wenn es das doch macht, ist es wahrscheinlich doch ein Hund, und eben kein Surfbrett.

  • vielen Dank nochmal für die weiteren Eindrücke.
    Die äußeren Umstände kamen wohl dramatischer rüber, als sie in wirklichkeit so da sind.
    Ich werde mir eure Hinweise merken und eine Lösung finden.
    Sobald ich mehr weiß, lass ich es euch wissen.
    Grüße

  • Hallo @sigidesch...auf jeden Fall ist es gut das Ihr einen Trainer zu Rate zieht.

    Ich möchte nochmals darauf hinweisen, das ein Hund erst im Alter von circa 1 Jahr anfängt Wachinstinkte zu entwickeln (ja das kann auch ein Labrador)....Was wollt Ihr dann machen? Den Hund die ganze Nacht bellen lassen?...Ein Sprühhalsband (wie ich schon mal schrieb) kann nach einer Zeit(oder sofort) vom Hund ignoriert werden und zudem ängstigen...soll er draussen im Zwinger Angst bekommen?...wie hier schon oft beschrieben wurde, können Fehlverhalten auftreten, die nicht direkt mit dem Halsband in Verbindung auftreten müssen.

    Da ein Labrador kein Wachhund im Sinne wie zb ein deutscher Schäferhund ist, baut er aus anderen GRÜNDEN eine Beziehung zu seinem Halter auf, als wie zb der Schäferhund...das sind grundsätzlich andere Charaktereigenschaften die hier zu beachten sind...Hund ist zwar Hund , aber Du kennst doch bestimmt Aussagen darüber das ein Hütehund zb. etwas anders tickt als zb. ein Jagdhund...es ist sehr von Vorteil, das man sich mit diesem Thema auseinandersetzt...das gleiche gilt für die Erziehung.

    ...auch wenn Dir die Tips hier manchmal "sentimental" vorkommen...sie haben eine tatszächliche Begründung.

  • Hi,
    also und ich bin EINE Snuggles,
    das nur mal am Rande.

    Also ich finde die sehr konkreten Tips von susami und Co schon sehr nützlich für dich.

    Was Hund im Büro betrifft-
    wir nehmen all unsere Hunde mit zur Arbeit,
    ich zwei, mein LG einen.

    Auch ich hab meine vom ersten Tag an mitgenommen.
    Klar waren sie anfangs erkundungsfreudig, haben auch mal ein bisserl "genervt", bis sie aber- und das recht flott- geblickt haben, dass Büro Cill-Out-Zone =) ist...

    Getobt wird dann nach Feierabend.

    Und glaub mir, die Kleine schlägt hier beim Windows-Runterfahr-Sound echt Purzelbäume, weil sie weiß gleich geht es lohohooos *hüpf*
    Eben lag sie noch faul und träge auf der Seite, plötzlich wird sie zum Wirbelwind.

    Die können sehr gut begreifen und unterscheiden, welches Verhalten wann gefragt ist, wenn sie kontinuierlich, feundlich und ohne STRESS da rangeführt werden und auch entsprechend ausgelastet sind.

    Mit Zwangsmethoden kannst du nem Hund vlt. Gehorsam einbläuen,
    das funktioniert auch irgendwie...
    Aber du willst doch nen Hund auf den du dich verlassen kannst, weil er eben in sich ruht,
    und nicht auf einen, der nur so lange "funktioniert" wie er Ansgt vor Sanktionen haben muss...
    Grad wenn da vlt. Familie, Babys etc in Planung sind wäre es oberstes Gebot eine charakterstarken, unfrustrierten, fröhlichen und vor allem eins A sozialisierten Hund zu haben, der ne hohe Stress-Toleranz hat- oder???

    Zum Thema allein sein (wollen) und geistige Reife:

    All unsere Hunde bleiben problemlos stundenweise allein, wenn sie müssen.

    Aber im "Normalfall" hält sich meine Große (Labbi-Mix)seit geschlagenen 15 Jahren immer in Sichtweite auf.
    Sie war nie der große Schmuser, aber sie hat mich immer im Blick, ist gern mit im Raum, wenn wir in den Garten gehen latscht sie mit, wenn wir reingehen trottet sie hinterher.

    Die Dackel sind da ganz anders.
    Wie auf die Uhr fingen sie jeweils bei Vollendung des ersten Lebensjahres beide an, sich auch mal zurückzuziehen.
    Haben sich in irgendwelche anderen Räume oder ihre Schlafhöhle verdrückt, bzw. gehen auch selbstständig und unabhängig von uns raus und rein, wenn im Sommer alles offen ist.
    Als Welpen wär ihnen das auch noch nicht eingefallen, sie mussten erstmal erwachsen werden, Selbstvertrauen entwickeln.
    Ebenso gehen sie am Pferdestall seitdem auf eigene Faust übers Gelände,
    (während meine Große immer (unaufgefordert) nen zehn Meter-Radius hält).
    So verscheiden sind die einzelnen Hunde,
    so bezeichnend auch ihre jeweilige, Altersentsprechende Entwicklung.

    Erwarte nicht nur, dass dein Hund auf dich hört.
    Hör auch auf deinen Hund, achte darauf was er dir mitteilen und anbieten kann!!
    Dann werdet ihr ein tolles Team :gut:

  • Hallo!
    In einem anderen Thread steht genau beschrieben, wie sich der Sprüher auswirkt, dort ist der Link http://animal-learn.de angegeben. Da musst du mal unter Tipps schauen.

    Hunde haben neben den möglichen Fehlverknüpfungen z. B. auch Angst vor dem Geräusch, weil Schlangen so zischen, deswegen kreiseln sie immer, bevor sie sich hinlegen=Check auf Schlangenfreiheit (ist evomäßig hängengeblieben). Das und weitere Auswirkungen sind dort bestens beschrieben.

    Sehr aufschlussreich und interessant!
    Harmke

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