Angst bestimmt ihr Leben!!!

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    Ich habe ja schon mehrfach in diesem Forum die Problematik mit meinem Hund Emma angerissen. Da es mich, nach wie vor sehr belastet werde ich jetzt mal die ganze Geschichte aufschreiben und hoffe das es einige Leute gibt, die die Zeit und das Interesse haben dieses Posting durchzulesen, denn ich glaube es wird recht lang.
    Also fang ich mal an.
    Nachdem vor drei Jahren mei damaliger Hund mit 12 Jahren verstarb, lebte ich etwa 1 Jahr ohne Hund und habe mich dann in unserem hiesigen Tierheim nach einem neuen Hund umgesehen. sofort habe ich mich unsterblich in Emma verguckt. Über ihre Vorgeschichte konnte mir nur gesagt werden, dass sie aus Mallorca kommt und dort, zusammen mit ihrer Schwester mehr oder weniger am Strassenrand gefunden wurde. Sie war damals 10 Monate alt und wurde mir als Labrador-Mischling vorgestellt (was sich im Nachhinein noch als falsch erweisen sollte). Auf den ersten Blick machte sie einen ganz normalen Eindruck. Sie war nicht einer der "typischen" verschüchterten südländischen Hunde sondern war sehr offen, temperamentvoll und aufgeschlossen. Nach einigen Probespaziergängen, auf denen sie sich auch völlig unproblematisch zeigte habe ich sie dann mitgenommen. Die ersten 2-3 Monate bei uns verliefen auch fast völlig problemlos. Das einzige was auffiel war, dass sie panische Angst vor Regenschirmen hatte, aber damals, in meiner grenzenlosen Naivität dachte ich, dass ich dieses problem wohl recht schnell in den Griff kriegen würde. Dem war aber leider nicht so. Viel schlimmer noch, zusehens verschlechterte sich ihr Verhalten immer mehr. Anfangs war es noch möglich sie mit in die Kasseler Fussgängerzone zu nehmen (ich wohne nicht direkt in Kassel, sondern in einer noch relativ dörflich geprägten Gemeinde nahe Kassel)irgentwann fiel mir dann erstmals auf, dass sie anfing in Kassel Markisen und Auslagen vor Geschäften zu meiden bzw. schnell daran vorbei zuziehen. Ich erkannte immer noch nicht den Ernst der Lage und dachte, dass das wohl nur eine Phase sein wird und von alleine wieder verschwindet. Doch es wurde von Tag zu Tag schlimmer, erst waren es nur Markisen wenn sie direkt drunter durch musste, irgentwann waren es Markisen auf 10 Meter Entfernung, es kam von heute auf morgen eine schreckliche Geräuschempfindlichkeit dazu und innerhalb einiger Wochen entwickelte sich aus einem augenscheinlich "normalen" Hund ein ständig zitterndes, panisches Häufchen Elend, mit dem es mir unmöglich war die Innenstadt zu betreten.
    Wenigstens gab es zu dieser Zeit noch keine Probleme in unserem Heimatort, hier gibt es zwar auch eine Einkaufsstrasse mit einigen Markisen aber doch alles viel überschaubarer und ruhiger als in Kassel. Doch irgentwann traten auch in Kaufungen die ersten Probleme auf. Es geschah wieder nach dem gleichen Muster wie in Kassel, erst nur Markisen bei unmittelbaren Kontakt, dann auf kurze Entfernung, irgentwann auch andere Dinge - ich verzweifelte langsam.
    In diesem Moment wusste ich absolut nicht mehr weiter und habe mir fachliche Hilfe gesucht. Ich habe dann mit einem ziemlich kompetenten Hundetrainer zusammengearbeitet, hatte einige Einzelstunden aber es gab nur minimale Fortschritte. Ich habe mich den angstauslösenden Dingen nur noch in winzigkleinen Schritten genähert, habe sie, wenn sie Unsicherheit oder Angst gezeigt hat ignoriert um ihr Vehalten keinesfalls zu bestätigen und habe sie bei den kleinsten Fortschritten sehr, sehr gelobt. Aber ich kam einfach nicht weiter, oft hatte ich das Gefühl, dass ich ein Schritt vorwärts mache und zwei zurück. Bin dann, nach Monaten mit einer erfahrenen Tierheilpraktikerin in Kontakt genommen, die Emma eine individuell zusammengestellte Bachblütenmischung und Globuli verabreicht hat. Aber auch das hat nicht geholfen, mich aber um 130 Euro ärmer gemacht.
    Seit über einem Jahr ist es jetzt so, dass ich fast täglich mit Emma trainiere aber ich glaube, dass ich nie sowet kommen werde, dass ich sie wieder mit nach Kassel in die Innenstadt nehmen könnte. Ich habe sie jetzt soweit stabilisiert, dass ich wenigstens in Kaufungen wiede durch die Einkaufsstrasse mit ihr gehen kann obwohl ich immer noch deutlich merke, dass sie dort sehr unsiche ist und so schnell wie möglich dort durch möchte. Aber es gibt nach wie vor immer noch Situationen, die sie total aus dem Gleichgewicht bringen. Silvester war be uns z.B. der absolute Super-Gau. Tagelang war sie kaum aus der Wohnung zu bewegen und waren wir draussen und es sind irgentwo Knaller losgegangen hat sie absolut panisch an der Leine gezogen, war absolut nicht mehr ansprechbar und hatte glaub ich Todesängste. Diese Situationen sind auch die allerschlimmsten - ihre Panikattacken, manchmal aus nichtigen Anlässen die sie absolut unkontrollierbar machen. Und es gibt so viele Situationen die ihr Angst machen. Allgemein formuliert kann man sagen, dass alles was nicht in ihr Weltbild passt erstmal Unsicherheit und vorsicht hervorruft.
    Erschwerend kommt noch hinzu, dass sie aufgrund ihrer Persönlichkeit absolut unterwürfig, hypersensibel und ziemlich hektisch ist. Das macht die Sache natürlich nicht unbedingt einfacher. Ausserdem entwickelte sie in den letzen Monaten einen relativ ausgeprägten Schutztrieb, der vor allem in der Dunkelheit verstärkt auftritt. Sie ist nämlich kein Labradormischling, so wie vom Tierheim beschrieben sondern mit ziemlicher Sicherheit ein Perro de Pastor Mallorquin-Mix (eine alte mallorquinische Rasse die zum treiben und bewachen großer Herden eingesetzt wurde und charakterliche eine Zwischenposition zwischen Herdenschutzhund- und Schäferhundrassen einnimmt). Im Moment lässt sich dieser Schutztrieb noch sehr gut kontrollieren. Doch in Verbindung mit ihrer Unsicherheit ist das natürlich eine relativ explosive Mischung und ich habe ziemlich Angst, dass sie diesen Schutztrieb noch weiter ausbildet. Wobei ich im Allgemeinen grosse Angst davor habe, dass sie sich noch weiter verändert. Was wenn ihre Angst noch schlimmer wird, wenn ich ihre Angst nicht mehr kontrollieren kann???
    Das belastenste an der ganzen Situation ist für mich, dass dise Problematik absolut nicht abzusehen war und quasi über Nacht erschien. Natürlich wäre es schön wenn es auch über Nacht wieder verschwinden würde, aber wahrscheinlicher ist es wohl, dass es irgentwann nochmal schlimmer wird.
    Um jetzt kein falsches Bild zu erwecken, das obenbeschriebene ist natürlich nur eine Seite von Emma. Die andere Seite ist ein Hund der sich sehr schnell sehr eng an mich gebunden hat, die meistens sehr offen auch auf fremde Menschen zugeht, die keine Probleme mit anderen Hunden hat und in unserer Wohnung und auf allen Spaziergängen in Wäldern und über Feldern fast den Anschein eines "normalen", lebenslustigen Hund erweckt, und mal abgesehen von ihrer Ängstlichkeit mein absoluter Traumhund ist.
    Ich erwarte von niemandem irgentwelche Tipps was ich noch ändern könnte oder noch versuchen könnte, wobei das bei einer "Ferndiagnose" ja sowieso relativ schwierig ist ich würde nur gerne eure Meinung dazu hören und danke jedem der bis hierher durchehalten hat.
    Liebe Grüsse,
    Sleipnir

    Liebe Grüße,
    Björn und seine Gassimeute

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  • Das mit dem anderen Hund haben wir auch schon ausprobiert, bewirkt aber gar nichts, wenn sie in Panik ist, ist ihr der andere Hund gelinde gesagt sch... egal!
    Liebe Grüsse,
    Sleipnir

    Liebe Grüße,
    Björn und seine Gassimeute

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  • Unsere war auch sehr ängstlich, allerdings nicht im ANsatz so wie Deine. Sie hat sich echt ein Herz gefaßt, als unsere Dogge dazukam. SIe hat Seiten gezeigt (verteidigung des anderen Hundes), die wir ihr nie im Leben zugetraut hätten...
    Ich hätte Dir ansonsten spontan zu Bachblüten geraten, aber das hattest Du ja schon. Hundepsychologe?? Keine Ahnung, ich hätte Dir gerne weitergeholfen, aber ich muß passen... Hier sind doch so viele im Forum- ich drücke Dir ganz feste die Daumen, daß jemand einen besseren Rat weiß!!!
    LG, Emma-Luna

  • Hinzu kommt auch noch, dass ich mich dieser Hund, obwohl ich mich schon mein ganzes Leben lang mit Hunden und deren Verhalten beschäftige echt an meine Grenzen bringt. Ich fühle mich oft wie der unkompetenteste Hundehalter überhaupt, weil ich einfach keine Fortschritte mehr mache. Meint ihr ich sollte es einfach akzeptieren und mich wenigstens freuen, dass ich sie im Moment, zwar auf einem sehr niedrigem Niveau, aber trotzdem stabil halten kann?
    Liebe grüsse,
    Sleipnir

    Liebe Grüße,
    Björn und seine Gassimeute

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    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


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  • Wenn Du keine kompetente Hilfe findest, wird Dir nichts anderes übrig bleiben. Vielleicht gab es ja auch einen bestimmten Auslöser- vielleicht wäre das ein Anhaltspunkt... Fühle Dich nicht inkompetent, Du hast doch schon alles mögliche versucht!! Vielleicht beruhigt sie sich ja auch wieder etwas. Wenn sie dauerhaft merkt, daß ihr nichts passiert, kommt sie doch vielleicht wieder etwas runter. Was zB. das Mitnehmen in die Stadt angeht, das gefällt meiner auch nicht, daher mache ich es nur im Notfall. Schade, aber damit kann man doch leben. Dafür findet meine zB. den Zoo toll... Vielleicht findest Du andere Sachen die ihr Spaß machen und woraus sie neues Selbstvertrauen finden kann!!!
    Gute Nacht,
    Emma-Luna

  • Hallo Sleipnir,


    erstmal Glückwunsch zu deinem Durchhaltevermögen, ist ja auch für dich Streß, und zu Euren Erfolgen, denn die habt ihr ja auch!
    Selbstbewußtsein kann man in normalen Situationen auch durch Spiel stärken. Sie Übungen machen lassen, wie über Baumstämme klettern, Fährtenspiele und vieles andere mehr. Das löst nicht das Panikproblem und auch nicht den Schutztrieb, wird sich aber positiv auswirken.
    Zu den extremen Panikanfällen würde ich aber auch einen TA aufsuchen und zB die Schilddrüse checken lassen.
    ...Hm, jetzt hab ich doch Tips gegeben....


    Aber nochmal, ihr habt Erfolge, das bestätigt keine Inkompetenz deinerseits!
    Und sie bietet dir ja auch sehr viel positives. Kopf hoch!


    Lieben Gruß
    Andrea, Indiana und Athos

  • Hallo Sleipnir!
    Nicht aufgeben! Ich hatte ähnliche Probleme mit Schußscheu. Mein anfangs schußfester Spanier hatte nach einer sehr unglücklichen Verknüpfung von Umständen (aus seiner Sicht zurecht) Angst vor Schüssen. Zuerst waren es nur Schüsse auf dem Hundeplatz dann auch anderswo, selbst wenn sie sehr weit weg waren. Dann waren es zuknallende Autotüren etc. pp. Es wurde immer schlimmer. Je mehr wir versucht haben daran zu arbeiten, desto schlimmer wurde es. Ängsltiches Verhalten ignorieren und positiives Verhalten belohnen haben auch nichts gebracht.


    Ich habe versucht, ihn solchen Situationen nicht mehr auszusetzen. Wenn es doch einmal irgendwo geknallt hat, habe ich allerdings komplett ignoriert.
    Es ist besser geworden. Er steigert sich nicht mehr in solche Situationen hinein. Ich ignoriere tapfer weiter und versuche selbst so locker wie möglich zu bleiben. Sonst habe ich ihn immer beobachtet, wie er reagiert, jetzt verkneife ich mir das. Und schaue erst nach ein paar Minuten aus den Augenwinkel, ob er sich "normal" verhält.
    Wir hatten das erste Sylvester ohne Panikattacken und ohne endlosen Stress beim Gassigehen, obwohl es ein paar Mal geknallt hat.


    Ich schätze, dass mein Hund auch ein Pastor Mallorquin bzw. Castro Laboreiro Mix mit Dackelbeinen ist. Den Schutztrieb hat er auch aber Gott sei Dank auch eine sehr hohe Reizschweille

  • hallo :)


    hast du schon mal an psychopharmaka gedacht?
    mit hilfe angstlösender medikamente lassen sich angstauslösende situationen leichter ertragen denk ich mal. die dosis kann bestimmt .mit der zeit langsam gesenkt werden.vornebenwirkungen hätte ich in eurem fall keine bedenken, deinem hund geht es jetzt psychisch so schlecht - dass ist auch auf dauer nicht gesund....


    liebe grüße und alles gute !

  • Hallo Sleipnir,
    vielleicht solltest Du mal einen Tierpsychologen aufsuchen.
    Die geben einem oft ganz einfache Tipps um dem Hund die Angst zu nehmen. Habe vor Jahren auch schon mal solche Hilfe in Anspruch genommen, der Hund hatte zwar nicht so ein großes Problem wie Dein Süßer, es konnte ihm auf jeden Fall ohne Medikamente geholfen werden.
    Die Kosten dafür lagen damals glaube ich ca. 90,-- bis 100,-- DM und die waren wirklich gut angelegt!!
    Drücke Euch gaaaanz feste die Daumen,
    liebe Grüße
    Franzi

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