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Beiträge von procanis

    legolas
    Was ich bisher über die "Arbeit" von Catahoulas im Internet gesehen und gelesen habe, hat mich extrem abgeschreckt. Das mag ja mit verwilderten Rindern irgendwo in den Weiten Louisianas noch funktionieren aber hierzulande versetzen die selbst zahme Rinder in Panik und jagen sie durch den nächsten Zaun auf die nächste Strasse. Nee, schönen Dank auch! Vom Tierschutzgesichtspunkt aus (auch Nutztiere haben da ein Recht drauf!) mal ganz zu schweigen!

    Hallo Aldebaran!
    Ich kenne leider nur eine Kelpie-Halterin aus der Nähe von Flensburg, die ihre vier Kelpies auf einem großen Milchviehbetrieb einsetzt sowie einige Holländer, die Mutterkühe (Scotch Highlands) mit Kelpies arbeiten. Ein Hund aus unserer Zucht arbeitet Mutterkühe hier im Harz. Die Halter haben Ferienwohnungen mit vielen Kindern und es gibt keine Probleme. Kontakte kann ich Dir gern vermitteln.


    Tauglich als Rinderhüter für deutsche Verhältnisse sind am ehesten Working Kelpie, Border Collie, Australian Shepherd und Australian Cattle Dog. Vom Coolie gibts in Deutschland nicht viele Hunde, ich weiß nur von dem, der bei bei FlyingPaws trainiert. ;)


    Beim Austr. Shepherd und ACD ist es schwierig wirkliche Arbeitslinien zu finden. Aussies aus Arbeitslinien haben, zumindest, die ich kenne, auch einen mehr oder weniger ausgeprägten Wach-und Schutztrieb. ACD haben den normalerweise auch.


    Bleiben also eher BC und Working Kelpie und da kommt es auf die Linie und das Wesen des einzelnen Hundes an, ob sie auch mit Rindern gut umgehen können. Da gibt es aber doch so einige die für den Job passen könnten.


    LG


    Andreas

    Beibringen würde ich jeweils einen "Trick" mit EINER Methode. Zum Beispiel "Sitz" bringt Dein Freund mit Leckerlie konventionell bei, "Platz" Du mit Hilfe des Clickers.
    Hat der Hund Kommandos erlernt kann man auch wahlweise bei meinem Beispiel für ein ausgeführtes "Sitz" zur Belohnung clicken oder der Hund bekommt für ein ausgeführtes "Platz" nur ein verbales Lob. Das macht die Übungen trotzdem nicht kaputt und verwirrt auch nicht zu sehr, wenn der Hund schon weiß, worauf es ankommt.

    Deine Anforderungen würden viele Hunderassen erfüllen. Ich sehe keinen Grund warum man unbedingt solche sehr speziellen Rassen dafür braucht. Als überall kompatibler Begleithund sehe ich die Kelpies nicht unbedingt. Mein alter Mix hat diesen "Job" wesentlich besser erfüllt, als die eher unruhigen Kelpie-Geister. Beim Joggen machen sie mich wahnsinnig, weil sie immer schneller und noch schneller laufen wollen. Rettungshundearbeit ist mit ihnen möglich, allerdings denke ich, dass da vor allem Jagdhundrassen sprichwörtlich "die Nase vorn" haben, was z.B. Finderwillen etc. angeht.


    Rettungshunde müssen sehr verträglich mit Artgenossen auf engem Raum sein. Den ACD würde ich da auch nicht unbedingt sehen.


    Ich musste bei Deiner Beschreibung auch sofort an einige Aussies denken. Kurzhaarcollie oder Retriever aus Arbeitslinien erfüllen auch Deine Wünsche. Eine Nr. kleiner wären der Spitz, die Spaniel und Kleinpudel. Keine Ahnung, warum die so aus der Mode sind. Gerade Cocker habe ich als sehr arbeitsfreudig kennengelernt und sie können trotzdem ruhig im Biergarten chillen.

    Working Kelpies werden für die Arbeit an Schafen gezüchtet, Australian Kelpies für Hundeschauen und als Familien-/Sporthunde.


    WK sind meist größer, langbeiniger und optisch variabler als AK. Häufigste Farbe ist black-and-tan. Sie kommen u.a. auch cremefarbig vor, was bei AK eine "Fehlfarbe" ist. Sie brauchen grundsätzlich die Arbeit am Vieh.


    AK sind als Rasse international anerkannt. Sie sind meist etwas kurzbeiniger mit dickerem Fell, kleineren Stehohren. Das Aussehen ist wesentlich einheitlicher. Hauptfarbe ist einfarbig schokobraun (red) oder schwarz. Vermehrt werden sie in Deutschland nun auch in black-and-tan und red-and-tan gezüchtet.


    Kelpies haben im Wesen genauso viel mit ACD gemein wie Border Collies mit Bullterriern! Wenn Du einen Hund möchtest, der zu Fremden distanziert ist, bist Du meiner Meinung nach beim Kelpie falsch. Unsere sind aufdringlich bis distanzlos zu Besuch. Sie sind zwar auf der Strasse neutral aber bei freundlicher Ansprache jederzeit bereit JEDEN abzuschlecken! Dafür muss man keine Angst haben, dass sie spielende Kinder angreifen!

    Wie seid ihr zu der Rasse gekommen bzw. weswegen habt ihr euch dafür entschieden?


    Wir haben eine Hundeschule und hatten Laufenten, wohnen am Wald mit viel Wild. Der Hunde sollte hundesportgeeignet, sozialverträglich mit anderen Hunde/Menschen sein, Enten hüten können und einen beherrschbaren Hütetrieb haben. Kurzhaarig war auch nicht unwichtig.


    Wieviel Zeit verbringt ihr aktiv mit Hunden dieser Rassen?


    2 Stunden Gassi täglich (mehr oder weniger), gelegentlich 15 Minuten Clickertraining abends.


    Wie lastet ihr sie aus?


    Selten Radfahren oder Skilanglauf, 1 Mal wöchentlich Agility, 1 bis 2 Mal Hütetraining, Unterordnung/Tricks/Ball/Frisbee auf den Spaziergängen. Gelegentlich Arbeitseinsätze an den Schafen zwischen 2 Minuten und 4 Stunden.


    Welche Probleme traten auf und wie schwer u./o. langwierig war deren Behebung?


    Hüten von Autos, Reitern, Joggern, Radfahrern, Leinenphobie, Jagen, Anbellen von Fremden. Liess sich alles durch Erziehung im Welpenalter und/oder Durchsetzen konsequenter Verbote relativ schnell "beheben". Eine Hündin mag bis heute keine Leine und schnell vorbeizischende Autos, kann damit aber leben.


    Würdet ihr euch wieder einen dieser Rasse holen?


    Wir haben den 3. Kelpie, Nr. 4 ist in Planung.


    Wieweit kann ein Hundeanfänger einen solchen Hund führen und gerecht werden oder würdet ihr abraten?


    Einige "Hunde-Experten" kommen nicht mit diesen Rassen klar! Trotz Hundeerfahrung. Es gibt sicher auch Anfänger, die es schaffen, das ist aber ohne viel viel Arbeit, Wissen und das passende Umfeld nicht möglich. Kelpies reagieren sehr schnell und lernen sehr schnell. Da ist nicht viel Platz für Timing-Fehler!

    Über ACD lasse ich mich nicht aus. Australian Kelpies kenne ich wenige. Wir haben drei Australian Working Kelpies, die ja oft mit dem Australian Kelpie verwechselt werden.


    Wir arbeiten mit den Hunden an unseren 40-60 Schafen, machen Agility, Unterordnung ein bißchen Frisbee spielen wir auch und zwei der 3 ziehen mich auf dem Rad während Nr. 3 vorwegläuft. Wir gehen viel spazieren, wandern und im Winter auch mal Skifahren. ABER nicht jeden Tag das volle Programm, Manchmal passiert bei Schietwetter sehr wenig und wir clickern oder machen Suchspiele im Haus. Jeder darf dann 10 Minuten arbeiten und dann ist ausser den üblichen drei Spaziergängen nichts los.


    Ich denke, die Working Kelpies sind nichts für Anfänger und auch nicht für JEDEN Fortgeschrittenen, wenn er nicht das entsprechende Lebensumfeld bieten kann. Sie brauchen das richtige Mass zwischen Auslastung und Ruhe und vor allem Hütearbeit. Sie sind seeeeehr temperamentvoll und sehr reaktionsschnell. Dabei am ehesten mit Border Collies vergleichbar, allerdings sind sie oft selbständiger und ein bißchen sturer. Verträglichkeit (gute Erziehung vorausgesetzt) mit Mensch und Hund ist meist sehr gut.


    Probleme mit den Hunden gab es folgende:
    Nr. 1 sehr schüchtern, Tendenz zum Autohüten, sehr sensibel. Hasst bis heute die Leine und schnellfahrende Autos (sie ist 10!).
    Nr. 2 extrem temperamentvoll, immer hektisch und draussen auf 180. Sie wird langsam ruhiger (sie wird 9!). Als Welpe war sie schrecklich, wenn man nicht auf Einhaltung der Ruhepausen bestand. Anbellen von Fremden und Jagen konnten relativ schnell durch Gegenkonditionierung abgestellt werden. Heute kommt sie zu uns, wenn sie im Wald etwas/jemanden entdeckt.
    Nr. 3 Sohn von Nr. 2: Sehr sensibel, tendenziell unsicher bei allem was "fremd" ist. Eine Rennsemmel - wir arbeiten erfolgreich daran, dass er beim Rennen hin und wieder anhält und wartet. Jagdtrieb ist da, er lässt sich aber abrufen. Bellt gern!

    Auch, wenn Du es nicht lesen möchtest: Ich sehe keinen Kelpie in Deinem Hund. Die Farbe passt - mehr auch nicht. Red and tan gibt es aber auch bei zig anderen Hunderassen. Podenco Orito, Ratero passen das wesentlich besser. Vielleicht ist er auch ein Husky-Chihuahua?? Who knows?


    Zum Fell: 3 Kelpies: Nr. 1 dicht, weich, huskyartig. Nr. 2 kurz, hart, borstig. Nr. 3 kurz glänzend weich. Alles drei Kelpies. Nr. 3 ist sogar der Sohn der "borstigen" Nr. 2.


    Wir haben drei Kelpies: Einer jagt keine Kaninchen, einer würde jagen, töten und verzehren, wenn man ihn liesse und Nr. 3 würde sie zu hüten versuchen. Das sagt nichts über die Rassezugehörigkeit aus.


    Unser Hunde versuchen NIE uns zusammen zu halten. Wenn meine Frau und ich uns trennen, geht ihr Hund mit ihr, meiner mit mir. Der kleine wäre vermutlich hin- und hergerissen. Wir haben es noch nicht ausprobiert.

    Gefällt mir auch sehr gut das Video. Toller Hund, war bei einem Luke Söhnchen aber auch nicht anders zu erwarten! ;)
    Sannis Rat mit dem "rechtzeitig aufhören" kann ich auch nur beipflichten.


    Nebenbei finde ich es sehr interessant, wie entspannt die zwei Hündinnen am Rand miteinander spielen, obwohl Schafe im Blick sind.

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