Tierheimtier oder Welpenwahn für Spätberufene?

  • da finde ich das "mit einem Welpen bin ich auf der sicheren Seite" Argument unsinnig

    Ja, genau so unsinnig wie "mit einem gut ausgesuchten erwachsenen Hund aus dem Tierschutz ist es immer einfacher".

    Das Thema ist doch jetzt zur Genüge durchgekaut, oder? tomlang hat sicher einen guten Eindruck davon bekommen, dass es da unterschiedliche Ansichten dazu gibt.

  • Das Thema ist doch jetzt zur Genüge durchgekaut, oder

    genau und deshalb jetzt mal was zum Border Terrier :D


    Die sehen furchtbar liebenswert, aber auch irgendwie furchtbar frech aus - kann das sein?

    Sie sind absolut liebenswert, aber eben Terrier. Vllt nicht so wie ein zb Irish Terrier, aber eben Terrier. :D Ich hätte früher nie einen gewollt, jetzt find ich sie toll.

    Mich begleitet diese Rasse nun schon seit 2016. Baxter ist mein Ältester (wird dieses Jahr 10 Jahre) und Calle mein Jüngster (4,5 Jahre)

    Grundcharakter ist bei Beiden gleich. Jagdtrieb hat Baxter weniger als Calle, dennoch können Beide ohne Leine laufen, auch wenn ich bei Calle natürlich viel mehr aufpassen muss (der hat einen großen Radius). Beide haben es direkt von Welpen an gelernt ohne Leine zu laufen.

    Sie sind kleine Clowns, haben Spaß wenn man mit ihnen arbeitet. Da reicht aber auch einfach "Apportieren, Nasenarbeit, Suchspiele, Unterordnung, Reizangel und zusammen Mäuseln". Baxter ist allen Menschen gegenüber direkt offen. Calle hingegen reserviert, der braucht seine Zeit bis der warm wird mit Fremden. Aber ist dabei nicht böse oder so, eben einfach distanzierter. Was mir sogar besser gefällt, als die extrem offene Art von Baxter, denn der liebt auch Menschen die wir hassen. :muede::lol:

    Anderen Hunden gegenüber sind Beide joar... Naja Terrier(rüden) eben. In fremder Umgebung sind sie ihnen zu 99% egal (zumindest angeleint), im eigenen Revier eben nicht und da kommt es schon mal zu Krawallen an der Leine, vor allem bei Sichtung und Riechen ihrer Ernstfeinde. Sie brauchen fremde Hunde im Alter einfach gefühlt gar nicht mehr. Was natürlich nicht heißt, dass sie jetzt alles und jeden hassen. Beide können gut kommunizieren und haben ja auch hier ihre Freunde und Bekanntschaften mit denen sie wunderbar zurecht kommen. Und auch mal neue Hunde kennenlernen ist kontrolliert eben auch möglich, eher bei Hündin als bei Rüden. Baxter ist leider derjenige der hier in seinem Revier erstmal prinzipiell alle doof findet. Und durch all seine negativen Erfahrungen (Angriffe auf ihn) ist er oft nicht leicht mit andren Hunden (daher gibt es für uns auch keine neuen Bekanntschaften): Calle hingegen fühlt sich nur im Beisein von Baxter wie so ein kleiner Hero, aber ohne Baxter ist der verträglich. (Hat aber auch noch keine schlechten Erfahrungen machen müssen).

    Dieses KI Bild (von mir erstellen lassen, anhand meines Fotos) beschreibt es ganz gut: Kleine Terrieristen gefangen in einer Ritterrüstung :lachtot:

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    Nichts kann ihnen was anhaben... Frag mal Calle, der sich schon mit einem Herdenschutzhund angelegt hat oder neulich einem Igel... :muede:

    Ansonsten sind sie immer gerne dabei und lieben es ebenfalls im Garten zu sein, herum zu schnüffeln oder eben spazieren zugehen / zu wandern. Sie sind absolute Familienhunde und im Haus recht angenehm. Meine haben Wachtrieb, aber auch nicht übertrieben und lassen sich "fast" immer abbrechen, wenn sie mal anschlagen. Und ja, auch Border Terrier diskutieren mal mehr oder wegen , ob sich das jetzt lohnt was man von denen will :lol: Aber auch sie haben sogar Spaß dabei Tricks zu lernen.

    Vieles ist eben auch einfach Erziehungssache und auch wir haben unsere Baustellen.

    Thema Pflege: Sie müssen regelmäßig getrimmt werden und nicht nur alle halbe Jahre sondern schon so alle 8-12 Wochen. Das kann man entweder selbst machen oder bei einem Groomer, der sich mit Trimmen auskennt (das ist wichtig, der Groomer muss das Trimmen wirklich können)

    Aber grundsätzlich würde ich schon sagen, dass ein Border Terrier (aus einer Zucht die nicht für die Jagd züchtet (da kannst du gerne auf mich zu kommen) zu euch passen würde. =)

    Wenn du bei Facebook bist und dich interessieren die BTs wirklich, dann schau doch mal in meine Border Terrier Gruppe vorbei. Dort bekommst du einen guten Eindruck. Dort ist auch jedes Alter der Besitzer vertreten, von Jung bis Alt. https://www.facebook.com/groups/3486603698099293/


    Wenn du noch weitere Fragen hast, dann melde dich einfach hier noch mal =)


    PS: Auch Wildhund hat einen Border Terrier, der sich etwas unterscheidet von meinen. Aber es hängt ja auch vieles vom Hundecharakter ab und wie er aufwächst.

  • Trimmen kann man übrigens gut erlernen und dann den Hund selbst Trimmen.

    Entweder bringt einem der Züchter das selbst nahe oder man besucht dazu einen Workshop. Es gibt immer wieder Terrierzüchter, die das anbieten.

  • Abgesehen davon täuscht das Forum hier natürlich auch, weil hier vor allem die Leute schreiben, die Schwierigkeiten mit ihren Welpen haben. All die Menschen, die völlig unkomplizierte Welpen haben, schreiben hier nicht.

    Möglicherweise meinst du das gar nicht so, wie es in deinem Zitat steht - aber Menschen, die keine Schwierigkeiten mit ihren Welpen haben, haben nicht unkompliziertere Welpen als die, die hier um Hilfe bitten weil sie Schwierigkeiten haben.

    Welpen sind Welpen, manche sind pflegeleichter, manche etwas anstrengender.

    Menschen sind Menschen, manche können besser mit Welpen, manche haben ihre Schwierigkeiten.

    Das liegt aber nicht am Welpen, sondern am Menschen.

  • Möglicherweise meinst du das gar nicht so, wie es in deinem Zitat steht - aber Menschen, die keine Schwierigkeiten mit ihren Welpen haben, haben nicht unkompliziertere Welpen als die, die hier um Hilfe bitten weil sie Schwierigkeiten haben.

    Ne, meinte ich tatsächlich nicht so! Gut, dass du mich drauf aufmerksam machst :lol: Natürlich ist nicht automatisch der Welpe unkomplizierter, nur weil man keine Schwierigkeiten hat. Und natürlich ist auch im Umkehrschluss nicht der Welpe automatisch kompliziert, nur weil es Schwierigkeiten gibt.

    Ich mag übrigens Welpen gar nicht sonderlich. Ich könnt echt drauf verzichten, Welpen aufzuziehen. Wenn man mir einen erwachsenen Hund gäbe, bei dem ich sicher wäre, dass da nicht irgendwelche Überraschungen schlummern, würde ich sofort einen erwachsenen Hund nehmen. Und dennoch fand ich tatsächlich die Welpenzeit bisher nie wirklich anstrengend. Der Gedanke mag irrational sein und wahrscheinlich können auch mindestens 8734 Menschen mir gute Gründe dafür liefern, warum das auch bei einem erwachsenen Hund sehr unwahrscheinlich ist. Dennoch ist es mir persönlich lieber, der Hund wächst bei mir auf. Ich hab dann (den wahrscheinlich völlig irrationalen) Gedanken, dass ich mich drauf verlassen kann, dass nicht irgendein komischer, mir unbekannter Trigger, den Hund dazu bringt, zB mein Kind auf einmal als Beute zu betrachten oder sowas.

    Aber ich denke, das ist einfach sehr individuell und es gibt nicht nur den einen Weg. Ich kenne schließlich auch genügend Menschen mit erwachsenen Tierschutzhunden und Kindern, wo nie was passiert ist.

  • Nur der Vollständigkeit halber erwähne ich hier auch noch die Möglichkeit, bei einem Welpen unbekannter Herkunft auch "Überraschungen" erleben zu können, die sowohl schon bei der Entstehung, als auch während der Entwicklung im Mutterleib, als auch bei der Aufzucht ihre - dann unbekannten - Ursachen haben können.

    Grundsätzlich - und das trifft tatsächlich auf den überwiegenden Teil aller Hunde zu - ist bei einem Haushund mit einem Verhalten zu rechnen, welches sich sehr gut in die Menschenwelt einpasst.

    Wenn man unbekannte Faktoren so weit es geht auschalten möchte, dann ist ein gut gezogener Welpe von einem guten Züchter zwar auch kein Garant für ein möglichst unkompliziertes Zusammenleben, aber die Wahrscheinlichkeit ist höher.

    Das wird noch gesteigert, wenn man sich vorher gut informiert hat, auch über rassetypische Eigenschaften.

    Wenn dann noch Herz und Verstand Hand-in-Hand arbeiten, sind die Aussichten hervorragend, ein Leben mit Hund zu haben, welches für alle Beteiligten als wünschenswert angesehen werden kann.

    Ein Hund ist immer Verantwortung und Einschränkung, weil bei allen Planungen auch die Bedürfnisse des Hundes mit einbezogen werden müssen.

    Viele Hundehalter empfinden diese Einschränkungen allerdings nicht als Einschränkung, weil die Vorteile (zu denen auch das Glück gehört, welches im Zusammenleben mit Hund erlebt wird) deutlich überwiegen.

    Ich erkläre mal meinen Standpunkt, mich persönlich betreffend und aus meiner ganzen bisherigen Erfahrung, warum ich eher einen Welpen aus guter Zucht beim TE sehe - und das ist jetzt wirklich sehr persönlich!

    Ich habe nicht mehr so viele "gute" Jahre vor mir wie jemand, der in den 30ern ist.

    Das ist nun mal ganz realistisch Fakt.

    Ich möchte mein Leben nicht mehr auf irgendwelche Überraschungen einstellen, sondern das verwirklichen was ich möchte - denn "Überraschungen" kommen von ganz alleine, und wenn ich das steuern kann, um so etwas zu verhindern, dann tue ich das.

    Beim TE geht es um die Verwirklichung eines Traums; Sie sind in Rente, sie fahren gerne mit dem Wohnmobil in Urlaub, und haben jetzt die Zeit und die Gelegenheit, diesen Lebensplan gemeinsam mit einem Hund zu verwirklichen.

    Das sollte dann möglichst ein Hund sein, der auch all diese Planungen und Träume mitmacht, mitmachen KANN.

    Es gibt für nichts eine Garantie - aber die Wahrscheinlichkeit ist einfach größer, sich mit einem unvorbelasteten Hund der passenden Rasse vom guten Züchter diese Anforderungen, die der Hund nun mal haben soll, auch zu bekommen.

    Das ist meine persönliche Meinung, aus meiner persönlichen Sicht.

  • Nur der Vollständigkeit halber erwähne ich hier auch noch die Möglichkeit, bei einem Welpen unbekannter Herkunft auch "Überraschungen" erleben zu können, die sowohl schon bei der Entstehung, als auch während der Entwicklung im Mutterleib, als auch bei der Aufzucht ihre - dann unbekannten - Ursachen haben können.

    Absolut!! So blauäugig war ich genau einmal, dass ich dachte, dass ich jedem Hund gerecht werden kann, wenn ich ihn nur als Welpe bekomme. War leider weit gefehlt und am Ende eine sehr schmerzhafte Erfahrung, den Hund abzugeben. Auch, wenn er in ganz wundervolle Hände gekommen ist und dort ein tolles Leben führt, wo er sich freut und die Menschen sich an ihm erfreuen.

    Das alles hat mir am Ende die Weisheit gebracht, dass Liebe, Wissen und Erfahrung nicht immer reicht, um ein Dreamteam zu kreieren. Daher wurde der nächste Welpe dann auch mit viel Bedacht ausgewählt und ich würde es aus heutiger Sicht auch immer wieder so tun. Aber wer weiß, wenn mein Kind irgendwann mal groß ist, ob ich dann nicht doch wieder die Überraschungstüte nehme, weil ich dann einfach ganz andere Voraussetzungen habe, dem gerecht zu werden und mich drauf einzustellen.

  • Ich habe seit 2022 einen border terrier rüden- Fridolin

    Ich schaffte ihn an, weil ich zu meiner weimaraner Hündin einen 2. Hund wollte, der von der Aktivität her mit meiner Hündin mithalten kann, aber nicht so reizoffen und triebig ist wie meine große Hündin. Und dies hab ich auch bekommen.

    Damals als welpe musste er schon lernen dass auch gechillt wird und nicht nur Party gemacht wird. Dass hat er aber gut verstanden und bekommt dies nun als erwachsener hund wunderbar hin. Er ist ein wundervoll liebevoller hund, er kümmert sich toll um seine Nova. Er liebt Kinder, umso kleiner umso cooler. Auch Erwachsene sind toll. Er ist charmant, hat eine Vorliebe für bärtige Männer.

    Andere Hunde sind schon spannend, allerdings hat er seine Vorlieben. Auch intakte rüden können ganz cool sein.

    Es gibt aber auch rüden oder bestimmte hundetypen die er echt maximal blöd findet und wenn die dann auch dementsprechend gucken, dann kommt der terrier raus "was guckst so blöd? Aufs maul?"

    Insgesamt ist er aber friedlich. Wir schauen uns in Ruhe käfer an, rinder liebt er, Katzen werden auch beobachtet.

    Wildschweinen und igel will er an den kragen, Vögel haben einen gewissen jagdreiz, doch dass ist so gut trainiert dass er super abrufbar ist.

    Allgemein läuft er fast nur frei, auch im.wald der zu unserer Haus Route gehört.

    Trimmen, ja dass sollte gemacht werden. Wir investieren so jede Woche bis alle 2 Wochen ca. 30 min in Körperpflege (trimmen, Zähneputzen, krallen schneiden)

    An Beschäftigung Vorderteil der nicht ewig viel. Gerade freies schnüffeln im garten oder auf dem Spaziergang genießt er sehr. Auch das klettern am hang ubd über Steinbrocken findet er mega. Futter verstreuen, dummy suchen, Tricks üben, dann ist er glücklich.

    Allgemein ist er ein total guter und mutiger Begleiter. Neue Situationen müssen nicht mühsam trainiert und gezeigt werden, ne, da geht man einfach hin und schaut sich alles neugierig an. Auch Silvester ist entspannt. Der Kerl ist einfach wahnsinnig cool.

    Mir macht er sehr viel Spaß. Er ist ein kleiner aktiver hund, widerlich gut gelaunt, schmusig und fröhlich. Ein Hund für aktive Menschen mit Humor.


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    Mit seiner border freundin

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  • Das liegt aber nicht am Welpen, sondern am Menschen.


    Najaaaa. Es liegt an der Konstellation würde ich sagen. Dieser eine Mensch mit diesem einen Welpen klappt, oder klappt nicht.

    Mein erster welpe war sowas von easy und schnuckelig. Nicht gebissen, nix kaputt gemacht, witzig, schmusig, ein Sonnenschein.

    Mein zweiter Welpe... ätzend. Und zwar nicht kurz. Ätzend Welpe ging in ätzend Junghund über. Ich fand es wahnsinnig anstrengend. Hätte jemand anders sicher besser hin gekriegt, also wenn einem dieser Typ Hund liegt. Mir lag er nicht. Jetzt wo er erwachsen ist, ist er noch immer sehr fordernd, aber ein absoluter Sonnenschein. Dem scheint echt die Sonne aus dem Hintern. Er mag jeden und alles und ist für jeden Mist zu haben. Aber den hätte ich definitiv lieber gleich als Erwachsenen Hund gehabt.

  • Zuerst mal ganz herzlichen Dank für den vielen Input hier, das war / ist die reinste Druckbetankung!

    Es gibt dermaßen viele reizende Hunde bzw. -rassen, unfassbar - und wir wollen doch bloß einen... allerdings, gern den richtigen. Hmmm.

    Inzwischen haben wir die hiesigen Tierheime ziemlich "durch", leider sitzen da vorwiegend problematische Insassen "nur für erfahrene Halter" - die armen Hunde, sie tun mir echt leid. Und der Tierschutz auf Pflegestelle hat überwiegend Jäger (Podencos sind ja super schön, gell, aber garantiert nix für uns), Tierschutz-Direktimport ist eh kein Thema.

    Zwischendurch fühlen wir uns fast wie der Hund im Körbchen, der sich dreht und dreht, im Kreis. Fest steht: Das Thema Welpe ist noch / wieder akut. Denn ein Fall für die Geriatrie sind wir zum Glück noch lange nicht, im Gegenteil - so geduldig wie heute war ich vor 20 Jahren nicht ansatzweise :pfeif:

    Wir bleiben dran, habt ein schönes Wochenende!

    Freundliche Grüße Tom

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