Hund wegen Beißen das Bett abgewöhnen

  • Es waren nämlich 12 Welpen und die mussten alle aus einem großen Napf fressen. Und hatten allgemein auch alle nur wenig Spielzeug, um dass sie sich dann halt raufen mussten.


    Ja nu, das ist aber irgendwie Glaskugel. Mein Lucifer stammt auch aus einem 12er Wurf, der aus einer Schüssel gefressen hat. Und der lässt sich problemlos Futter abnehmen, nicht nur von uns, sondern auch vom halb so großen Emil, wenn ich nicht aufpasse. Dabei ist er endgradig verfressen. Dennoch klappt das problemlos.

    Evtl habt ihr mit den Trainingsansätzen dem Futter auch eine zu große Wertigkeit beigemessen. Aber das weiß ich natürlich nicht, nur ne Idee.
    Meine Hunde stehen neben mir, wenn ich das Fressen fertig mache und hypnotisieren mich. Dürfen sie auch. Futter gibt es im Bad (wegen evtl exzessivem Speichelfluss des Collies). Da setze ich sie kurz ab, damit sie mir nicht in die Näpfe springen. Aber sobald das Futter steht geb ich sie frei und gehe dann. Ist überhaupt kein Thema. Könnte ihnen die Näpfe auch problemlos abnehmen, mache ich aber nicht, weil ich das blöd finde.

    Ich hab aber auch einfach das Glück, dass meine Hunde Futter offenbar nicht als Ressource betrachten, die es zu verteidigen gilt.

  • Habt ihr auch mal was so aufgebaut, dass man möglichst gar nicht an den Punkt kommt, dass er eine Grenze aufzeigen möchte?


    Tauschen versuchen, weil er knurrt, scheint mir generell kontraproduktiv. Das baut man ja eigentlich anders auf. Oder war das nur ungünstig formuliert?

  • Das hat anfangs gut funktioniert und dann haben wir ihm ein wenig Futter nachgegeben in den Napf, damit er lernt, dass wir es nicht wegnehmen wollen sondern etwas schönes tun. Dabei kam es schon zu Bissen, als Welpe war er jedoch noch nicht so kräftig. Er hat leider nie aufgehört und nach dem ersten schlimmen Biss, haben wir es gelassen.

    Wenn man das richtig macht, dann kommt es gar nicht zu bissen. Ihr habt da vmtl. die Trainings-Schritte zu groß gemacht. Mich wundert, dass euer Trainer euch da nicht besser angeleitet hat. Bzw. habt ihr das Training ja wohl innerhalb der ersten 1-2 Jahre beendet. Seid ihr nie auf die Idee gekommen, euch an einen andren Trainer zu wenden?

    Der Trainer hat damals vermutet, dass die Vorbesitzer bzw halt die Menschen, wo er geboren wurde, da schon zu tief in ihm den Futterneid verankert hatten.

    Das kann gut sein, kann natürlich auch eine genetische Komponente mitspielen.

    Es waren nämlich 12 Welpen und die mussten alle aus einem großen Napf fressen. Und hatten allgemein auch alle nur wenig Spielzeug, um dass sie sich dann halt raufen mussten.

    Wenn der Napf groß genug war, dass alle Welpen dran Platz hatten und ausreichend Futter für alle da war, dann macht das normalerweise nichts. Auch bei Spielzeug ist's so, dass die Welpen eh gern miteinander raufen und meistens das spannendste Spielzeug immer eins ist, was eh grad ein Geschwisterchen haben möchte.

    Wenn aber nicht ausreichend Futter zur Verfügung stand und die Welpen wirklich drum kämpfen mussten, nicht zu verhungern... Außerdem wer weiß, was die Leute mit den Welpen gemacht haben... Es gibt schon einen Grund, warum seriöse Züchter an einer Züchterschulung teilnehmen müssen und einen Zuchtwart als Ansprechpartner haben.

  • Es waren nämlich 12 Welpen und die mussten alle aus einem großen Napf fressen. Und hatten allgemein auch alle nur wenig Spielzeug, um dass sie sich dann halt raufen mussten.


    Ja nu, das ist aber irgendwie Glaskugel. Mein Lucifer stammt auch aus einem 12er Wurf, der aus einer Schüssel gefressen hat. Und der lässt sich problemlos Futter abnehmen, nicht nur von uns, sondern auch vom halb so großen Emil, wenn ich nicht aufpasse. Dabei ist er endgradig verfressen. Dennoch klappt das problemlos.

    Evtl habt ihr mit den Trainingsansätzen dem Futter auch eine zu große Wertigkeit beigemessen. Aber das weiß ich natürlich nicht, nur ne Idee.
    Meine Hunde stehen neben mir, wenn ich das Fressen fertig mache und hypnotisieren mich. Dürfen sie auch. Futter gibt es im Bad (wegen evtl exzessivem Speichelfluss des Collies). Da setze ich sie kurz ab, damit sie mir nicht in die Näpfe springen. Aber sobald das Futter steht geb ich sie frei und gehe dann. Ist überhaupt kein Thema. Könnte ihnen die Näpfe auch problemlos abnehmen, mache ich aber nicht, weil ich das blöd finde.

    Ich hab aber auch einfach das Glück, dass meine Hunde Futter offenbar nicht als Ressource betrachten, die es zu verteidigen gilt.

    Wir machen es genauso. Das Training haben wir ja erst nach den ersten Beißvorfällen begonne. Das Essen wird vorbereitet und er sitzt daneben und schaut zu, dann gehen wir zusammen raus, er sitzt kurz während ich es abstelle. Ich gebe es frei und gehe raus.

    Letzten Endes kann niemand genau sagen, was woher kommt - sie können es uns ja nicht sprachlich direkt mitteilen. Aber das war und ist ja auch gar nicht mein Anliegen in dem Post gewesen.

  • Was genau da vorher abgelaufen ist, wissen wir nicht. Der Wurf war ungeplant und die wollten die Welpen schnell loswerden. Eh nicht die besten Voraussetzungen.

    Wir haben sicherlich Fehler gemacht - wir hatten 2 Trainer.

    Aufgegeben haben wir es dann als er alt genug war, um die Haut zu durchbrechen. Ab da hatten wir einfach auch ehrlicherweise Hemmungen - bzw Ich hatte Angst, da ich erst 15 war zu dem Zeitpunkt. Und meine Eltern - naja von denen hörte ich stets nur: du wolltest den Hund also kümmer dich. Aber das ist eine andere Geschichte

  • Hier sind zwei Ebenen:

    Der Mensch - du hast dich zehn Jahre lang beißen lassen. So, wie ich Menschen kenne, änderst du nach diesen langen Jahren weder dich grundlegend, noch arbeitest du am hundlichen Verhalten noch grundlegend.

    Zudem sind deine Ressourcen finanziell erschöpft, wie du schreibst. Entsprechend fehlt auch das Geld für notwendiges Training.


    Die andere Ebene ist der Hund - er kommt sein ganzes Hundeleben mit der Beiß-Strategie gut durch.

    Er wird sein Verhalten eher ausweiten, weil es für ihn erfolgreich ist.

    Zu welchem Anteil dieses Verhalten zudem aus Schmerz resultiert, ist unklar.


    Arthrose ist ein fortschreitender Prozess, die Schmerzen nehmen zu. Einmal in Bewegung, kann vieles gehen, aber in Ruhe, v.a. nachts, drückt alles starr aufeinander und schmerzt ganz anders und schlimmer.

    Insofern ist die Tagesverfassung nur bedingt aussagekräftig, für nächtliche Schmerzen.

    Auch wirkt nicht jedes Schmerzmittel gleichermaßen gut und je nach Individuum, gibt es zudem noch Unterschiede in Wirksam- und Verträglichkeit.

    Der Gang zum Orthopäden und neuer Dosierungseinstellung, bleibt dir, nebst Hund, nicht erspart.


    Was das weitere Beißverhalten angeht, bleibt dir, in Anbetracht o.g. Umstände, wohl nur Management.

  • Das mit dem Orthopäden ist ja klar, wir gehem regelmäßig hin seit seiner Diagnose.

    Es ging mir ja hier auch ums Management und wie es diese Bettsituation besser gestalten kann für ihn und mich.

    Es ist vermutlich verlockend, da alle Vermutungen und so aufzustellen, aber ich habe ja genau nach einer Sache gefragt. Vieles haben wir ja schon selbst vermutet oder getan. Ich werde veim Orthopäden nochmal genau die Problematik ansprechen und sehen, was da noch geht. Ansonsten versuche ich den Rest seines Lebens so angenehm aber auch sicher für uns beide zu gestalten, wie es nur geht.

  • Habt ihr auch mal was so aufgebaut, dass man möglichst gar nicht an den Punkt kommt, dass er eine Grenze aufzeigen möchte?


    Tauschen versuchen, weil er knurrt, scheint mir generell kontraproduktiv. Das baut man ja eigentlich anders auf. Oder war das nur ungünstig formuliert?

    Also Grenzsetzungen haben bei allem geklappt, außer beim Fressen. Er hat zb früher beim spielen immer meine Jacke angegriffen und ist an mir hochgesprungen. Das haben wir super mit klaren Grenzsetzungen rausbekommen. Nur das Futter war da problematisch.

    Das mit den Tauschgeschäften scheint allgemein ein sehr umstrittenes Thema zu sein. Am besten ist es bei uns - wenn er knurrt weil er ein Spielzeug nicht abgeben will, wird halt dann in dem Moment nicht gespielt. Da renne ich nicht hinterher oder mache einen Aufstand - er muss die Konsequenz tragen - wenn er Spielzeuge nicht abgibt, kann ich sie nicht werfen.

    Nur bei Gegenständen, die auch für ihn gefährlich werden konnten, (er hat gerne schuhe sowie Gartengeräte geklaut), haben wir ihm meist ein Tauschgeschäft angeboten, einfach weil es da auch um seine Sicherheit ging. Aber das scheint auch an sich gut gegangen zu sein, denn mittlerweile wenn er mal ganz selten was klaut, lässt er es schnell wieder liegen wenn wir ihn nicht beachten

  • Ich hatte hier auch einen Hund sitzen der krass Ressourcen verteidigt hat, vor allem essen im Napf, außerhalb des Napfes war ok.
    Essen gabs auch nur in seinem Bereich, wie bei euch.
    Die ersten paar Tage gabs das Essen einfach nicht im Napf, ich habe ihm die Portion Trockenfutter komplett in seinen Bereich "geworfen".
    Später habe ihm den Napf zugeschoben und ihn dann absolut in Ruhe gelassen. Wenn er fertig war, habe ich ihm aus der Entfernung irgendwas richtig geiles zu essen zugeworfen (Käse, eine Handvoll Nudeln etc). Er hat am Anfang auch den leeren Napf verteidigt, also habe ich ihm den MK aufgesetzt und ihm wieder richtig viel Leckerlies zugeworfen (ans andere ende seines Bereiches) . Sobald er sich die genommen hat , habe ich den Napf entfernt und ihn wieder 5-10 min absolut in Ruhe gelassen und mich aus der Situation entfernt. Ich habe das ganze aber nicht unter Signal gestellt oder irgendwas von ihm erwartet. Das war wichtig, es sollte ohne Gegenleistung von mir kommen und zwar aus der Entfernung wo er wusste dass ich ihm von dort gar nichts wegnehmen kann.
    Nach paar Tagen hat er sich nach dem Essen automatisch in den anderen Bereich bewegt.
    MK bliebt trotzdem auf, einfach damit er mir beim Napf holen nicht doch im Gesicht oder Rücken hing. Leider hatten wir nur 3 Wochen zusammen aber da konnte ich den Napf hinstellen, ihn vorher absetzen lassen und mich entfernen. Napf holen ging ohne MK. Er hatte das Verhalten ca. 1 1/2 Jahre im TH gezeigt und auch Leckerlies oder Kausachen verteidigt.

  • Das mit den Tauschgeschäften scheint allgemein ein sehr umstrittenes Thema zu sein. Am besten ist es bei uns - wenn er knurrt weil er ein Spielzeug nicht abgeben will, wird halt dann in dem Moment nicht gespielt. Da renne ich nicht hinterher oder mache einen Aufstand - er muss die Konsequenz tragen - wenn er Spielzeuge nicht abgibt, kann ich sie nicht werfen.

    Nur, dass ich da meine Verwirrung entknoten darf: Du wirfst dem Hund aber keine Spielzeuge mehr?

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