Was bedeutet „wesensfest“?

  • Du hast absolut recht, das Thema ist einfach sehr technisch.

    Die einen glauben an die unveränderliche genetische Komponente, die anderen an die Erfahrungen, die der Hund hat. Letztenendes stellt sich mir die Frage, ob es überhaupt erstrebenswert (und, in Anbetracht der verschiedenen Rassen) ist Hunde zu züchten, die alle gleich auf alle möglichen Situationen reagieren.

    Es ist immer eine Mischung aus beidem - Genetik und Sozialisierung. Ich bin da deiner Meinung, dass es keinen Sinn machen würde, die Bandbreite an hündischem Verhalten stark einzuengen. Ich denke aber, es gibt Auswüchse von überwiegend genetisch bedingter "Wesensschwäche", die den Hund selbst beeinträchtigen. Bei Hunden, die große Angst vor Bodengründen, mittellauten Geräuschen, Treppen, Dunkelheit, fremden Menschen usw. haben, sollte man sich dreimal überlegen, ob sie wirklich in die Zucht gehören.

    Ansonsten muss ich immer wieder feststellen, dass ich absolut nicht der Typ für stumpfe (andere würden sagen entspannte) Hunde bin. Reizoffenheit hat auch Vorteile. Nur ständige Ängstlichkeit finde ich sowohl für die Hunde als auch für die HH sehr schade.

  • Bei Hunden, die große Angst vor Bodengründen, mittellauten Geräuschen, Treppen, Dunkelheit, fremden Menschen usw. haben, sollte man sich dreimal überlegen, ob sie wirklich in die Zucht gehören.

    Da würde ich auch nicht mal von Genetik sprechen. Mutti gibt halt ihren Umgang mit der Welt an ihre Welpen weiter. Wie die Welpen jeweils damit umgehen ist so verschieden, das kann man kaum vorhersehen. Aber ja, wäre ich Züchter, würde auch ich sicherlich auf eine entspannte Mutter achten. Sie muss nicht alles "richtig" machen, aber sie sollte schon mit sich selbst zurecht kommen. Rasseeigenschaften seien der Einfachheit halber mal dahin gestellt.:nicken:

    Ständige Ängstlichkeit ist mir persönlich auch oft zu anstrengend. Sowohl beim Hund als auch beim Menschen. Blöderweise besteht mein Job daraus Menschen und Hunden beim Lösen ihrer Ängste zu begleiten :ugly:. Aber privat mit einem schwerst traumatisierten Hund? Machbar, aber meine Zukunftspläne sehen anders aus. Ich versuch mich diesmal an einem "richtigen" Züchter, der Hunde nach Vorbild züchtet - auch, wenn ich im Urin habe, dass der nächste Hund ne Meise haben wird...

  • Angekratze Nerven machen sehr Reaktionsschnell, wirken sehr imposant und intensiv und diese Hunde gehen gut über eigene Grenzen, das reaktive was damit einhergeht lässt sich natürlich auch zum anstellen sehr gut nutzen.

    Im Alltag ist das nicht zwangsläufig störend wenn der Hund grundsätzlich wesensfest und gut ausbildbar ist. Wenig Übersprungsverhalten mitbringt und sehr konfliktfrei und Umweltsicher ist.

    "Angekratzte Nerven" ist aber nicht identisch mit "schlechte Nerven" - denn es geht ja bei der "Nervenstärke" eben genau darum, ob diese "angekratzen Nerven" zu Übersprungsverhalten, Konflikten und Umweltunsicherheiten führen, oder ob der Hund eben stark genug ist, um trotz "angekratzter Nerven" noch klar im Kopf zu sein und sein Handeln steuern zu können.

  • Angekratze Nerven machen sehr Reaktionsschnell, wirken sehr imposant und intensiv und diese Hunde gehen gut über eigene Grenzen, das reaktive was damit einhergeht lässt sich natürlich auch zum anstellen sehr gut nutzen.

    Im Alltag ist das nicht zwangsläufig störend wenn der Hund grundsätzlich wesensfest und gut ausbildbar ist. Wenig Übersprungsverhalten mitbringt und sehr konfliktfrei und Umweltsicher ist.

    "Angekratzte Nerven" ist aber nicht identisch mit "schlechte Nerven" - denn es geht ja bei der "Nervenstärke" eben genau darum, ob diese "angekratzen Nerven" zu Übersprungsverhalten, Konflikten und Umweltunsicherheiten führen, oder ob der Hund eben stark genug ist, um trotz "angekratzter Nerven" noch klar im Kopf zu sein und sein Handeln steuern zu können.

    Lies und verstehe doch bitte einfach all meine Beiträge im Kontext, so dreht sich das ganze nur im Kreis. Dann wüsstest du, dass ich das sicherlich schon 5x geschrieben habe und du da nichts „korrigieren“ brauchst. Keine Ahnung was man davon hat sich einen Beitrag rauszupicken der eine explizite Frage beantwortet hat.

  • WorkingDogs Ich bin nicht die Einzige, die mit deinen Ausführungen nicht konform geht und dort Widersprüche sieht.

    Deine Vorstellungen von "wesensfest" zeigen einmal mehr deutlich auf, wie variabel die Interpretation dieser Eigenschaft ist.

    Um auf die Eingangsfrage der TE zurück zu gehen:

    Ich les immer mal wieder in Threads, wie wichtig ‚wesensfeste‘ Eltern sind.

    Laut den Züchter-Homepages legt jeder Wert auf ‚wesensfeste‘ Nachzuchten.

    Diese Aussage ist kein Qualitätsprädikat und völlig nichtssagend, solange man nicht in Erfahrung bringt, welche Qualitäten die Bezeichnung "wesensfest" eigentlich für denjenigen, der das anwendet, beinhaltet.

    Selbst innerhalb der Rasseverbände unter den Züchtern gibt es durchaus konträre Ansichten dazu, was "wesensfeste Hunde" eigentlich ausmacht.

  • Bei Hunden, die große Angst vor Bodengründen, mittellauten Geräuschen, Treppen, Dunkelheit, fremden Menschen usw. haben, sollte man sich dreimal überlegen, ob sie wirklich in die Zucht gehören.

    Da würde ich auch nicht mal von Genetik sprechen. Mutti gibt halt ihren Umgang mit der Welt an ihre Welpen weiter. Wie die Welpen jeweils damit umgehen ist so verschieden, das kann man kaum vorhersehen. Aber ja, wäre ich Züchter, würde auch ich sicherlich auf eine entspannte Mutter achten. Sie muss nicht alles "richtig" machen, aber sie sollte schon mit sich selbst zurecht kommen. Rasseeigenschaften seien der Einfachheit halber mal dahin gestellt.:nicken:

    Das hat halt mit Genetik zu tun , ob du das hören/ wahrhaben willst oder nicht.

    Und nein , je nachdem was ich wie züchte ist das sehr gut vorhersehbar was der Wurf bringt. Sonst könnte man sich das auch einfach schenken .

  • Das würde die ganze Rassesache komplett aushebeln. Braucht ja keiner einen Mali mehr, wenn dieser eh nicht leicht aus der Ruhe zu bringen ist. Keiner bräuchte noch einen Herdenschutzhund, wenn er keine Angst vor Eindringlingen hätte. Wozu einen Jagdhund, der bei Wildsichtung in seinen Modus verfällt?

    Es ist nunmal großtenteils genetisch. Dann kann man sich nämlich dieses ganze neumodische Umwelt- und Alltagstraining beim Welpen einfach sparen.

    Und du verwechselst stumpf mit wesensfest. Gerade einen Mali willst du wesensfest, damit der nicht unnötig auslöst. Gerade meine beiden ganz explizit auch mannscharfen Jagdgebrauchshunden will ich wesensfest, damit die ausschließlich dann auspacken wenn die sollen, die sind nämlich im Alltag nicht so leichtführig wie die meisten Schäferhunde.

    Schau dir die Malis von Spezialeinheiten an, Krieg, Fallschirmsprünge usw. Die Hunde sind nicht aus der Ruhe zu bringen. Und ich würde meinen Jagdhunden auch übel was husten wenn die bei jeder Wildsichtung meinen würden in "Jagdmodus" fallen zu müssen.

  • Das würde die ganze Rassesache komplett aushebeln. Braucht ja keiner einen Mali mehr, wenn dieser eh nicht leicht aus der Ruhe zu bringen ist. Keiner bräuchte noch einen Herdenschutzhund, wenn er keine Angst vor Eindringlingen hätte. Wozu einen Jagdhund, der bei Wildsichtung in seinen Modus verfällt?

    Es ist nunmal großtenteils genetisch. Dann kann man sich nämlich dieses ganze neumodische Umwelt- und Alltagstraining beim Welpen einfach sparen.

    Und du verwechselst stumpf mit wesensfest. Gerade einen Mali willst du wesensfest, damit der nicht unnötig auslöst. Gerade meine beiden ganz explizit auch mannscharfen Jagdgebrauchshunden will ich wesensfest, damit die ausschließlich dann auspacken wenn die sollen, die sind nämlich im Alltag nicht so leichtführig wie die meisten Schäferhunde.

    Schau dir die Malis von Spezialeinheiten an, Krieg, Fallschirmsprünge usw. Die Hunde sind nicht aus der Ruhe zu bringen. Und ich würde meinen Jagdhunden auch übel was husten wenn die bei jeder Wildsichtung meinen würden in "Jagdmodus" fallen zu müssen.

    Genau das meine ich doch. "Wesenfestigkeit" ist extrem subjektiv!

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