Zweithund, Geschlecht bei unkastriertem Rüden

  • Ich glaub du denkst da bisschen falsch herum.


    Eine erwachsene gefestigte Tierschutzhündin aus einer seriösen Orga/Pflegestelle vor Ort kann meiner Meinung nach bedeutend besser eingeschätzt werden bzw das potentielle Zusammenleben mit beiden als bei einem Welpen. Aus nem Welpen kann theoretisch ALLES mögliche werden, unmöglich kann man das zur Gänze abschätzen wenn der Knirps 8 Wochen alt ist (und dann noch ein Aussierüde sollte das tatsächlich der Wunsch sein)

    Diese Ansicht "ich will den Hund aber selbst versauen" kann ich in so einem Fall nicht nachvollziehen, hat es mit Malouk und dem Border ja eben auch nur so semi gut geklappt, trotz dass Malouk als Welpe einzog.

  • Du schreibst, Malouk habe noch mal einen Entwicklungsschub gemacht. Also im Alter von 4 Jahren, wenn ich davon ausgehe, daß seit Miros Tod schon etwas Zeit vergangen ist.

    In diesem Alter ist ein Hund aber längst mental ausgereift, also kann es kein später Abschluss der Pubertät mehr sein. Ich weiß natürlich nicht, worin genau dieser Entwicklungsschub besteht, aber die Schlussfolgerung liegt nahe, daß Malouk sich so positiv entwickelt hat, weil der andere Rüde endlich aus seinem Leben verschwunden ist.

  • Ich will jetzt nicht den Eindruck geben, ich würde meine Aussagen zurücknehmen und drehen. Ich meine keine weltbewegenden Entwicklungen.
    Ich meinte vorrangig, dass er eben keine negative Trauerphase gezeigt hat, sondern eher zum Teil hier und da ruhiger geworden ist.
    Da wo er eher trampelig unterwegs war und der ältere Hund eindeutig der Sensiblere war, ist er weiterhin trampelig, zeigt aber Ansätze, sich zum Beispiel sich zu mir hinzulegen, wenn ich auf dem Sofa liege und kränklich bin. Immer noch nicht lange, es ist immer noch nicht sein Ding, aber ich fühle einen Unterschied.
    Er ist ein sensibler Hund, ich hatte ihn schon im Büro, als ich Beratungsgespräche geführt habe und Leute geweint haben, er kam (erlaubt!) und setzte seinen Kopf auf den Schoss, er kann das, aber grundsätzlich war er wilder.
    Also: er ist definitiv kein anderer Hund, ich hatte nur das Gefühl, dass er in einigen Sachen "erwachsener" geworden ist, auch vielleicht, weil wir es da gebraucht haben, aber ja, vielleicht auch, weil er endlich Luft hatte. Also Danke für den Impuls auf der Ebene.

    Und ja, Aussies sind Spätzünder, vom Verhalten her hätte ich erst vor ca. einem Jahr die Begleithundausbildung guten Gewissens starten können, er war vorher noch ein richtiger Welpe. Jetzt ist er quasi Junghund :-D (bitte die Worte nicht auf die Goldwaage legen, es waren sogar Wörter der Ausbildungsleiterin als Metapher).
    Ob es jemals anders wird, ist eine offene Frage, aber er hebt immer noch nicht das Bein zum Pinkeln. Vielleicht nur einmal pro Woche und das ist eher, weil eine Pflanze im Weg stehen würde.

  • Die Türklinken sind im "Tagesbereich" alle so gedreht, dass die Trennung bei Abwesenheit sicher wäre, auch wenn Malouk nicht mal eine normale Tür öffnet, die einen Spalt offen ist. aber Miro konnte Türklinken drücken)

    Nur mal als kurzer Hinweis. Nach oben gedrehte Türklinken halten Hunde, die etwas wollen, nicht wirklich auf. Hatte ich früher auch mal. Mila hatte damals nach 2 Tagen raus, wie man die aufmacht.

  • Also an Hand der Beschreibungen, der notwendigen Verrenkungen mit den beiden Hunden in der Vergangenheit um sicher zusammenzuleben, vor allem aber der vier potentiell tödlichen Situationen würde sich mir da die Frage nach einem Zweithund erstmal nicht mehr stellen. Es spricht - abgesehen vom eigenen Wunsch und ja, der ist manchmal sehr sehr schwer zu überwinden - doch eigentlich aktuell nichts wirklich für einen Zweithund. Ihr riskiert damit nur weitere schwierige Situationen für die Zukunft und das ist manchmal einfach nicht vorhersehbar.

    Der eigene Wunsch ist manchmal wirklich sehr herausfordernd. Als unsere kleine im April verstarb fehlte uns hier auch extrem etwas, weil sie so menschenbezogen war und die andere eben nicht. Allerdings merkte man das auch unserer anderen Hündin an, sie trauerte und suchte die kleine im Garten an deren Lieblingsplätzen immer wieder. Daher zog recht schnell ein neuer Hund ein. Bei unserer vorletzten Hündin hätte ich das aber nicht gemacht, denn bei der wäre auch das Risiko gefährlicher Konfrontationen mit dem neuen Hund ein großes Thema gewesen.

    Für den unkastrierten Rüden wird eine läufige Hündin in unmittelbarer Umgebung eine echte Herausforderung. Wir haben das bei unseren ersten Hunden einmal mitgemacht, weil wir vorher nicht entscheidenden wollten ob einer zwingend kastriert werden muss oder hormonell etwas gemacht werden muss. Ich hab mit dem Rüden im Arbeitszimmer im Keller geschlafen, tagsüber war er mit im Büro. Aber auch das war für uns alle eine Woche sehr sehr großer Stress, definitiv nichts was man zwei Mal im Jahr (gut, hängt von der Hündin ab, manche ja nur einmal) haben will und ihm zumuten will.

  • Ich würde wenn überhaupt auch nur eine schon erwachsene (am besten kastrierte) Hündin in Betracht ziehen. Ob aus dem Tierschutz oder von Privat wäre da ja erstmal egal, solange es seriös ist. Da könnt ihr den Hund dann mehrmals kennenlernen, in Alltagssituationen sehen und gucken, wie es mit eurem Rüden harmoniert. Es sollte natürlich kein Direktimport aus dem Ausland sein. Würde da an eurer Stelle echt nochmal drüber nachdenken.

  • Ich sehe da irgendwie keinen Welpen, irgendwie sogar gar keinen Zweithund.
    Jedenfalls jetzt noch nicht.
    Ich lese da Ressourcenthematik, Übersprungshandlungen und situative Unverträglichkeit raus (das Dominanzthema könnte ihr vergessen, das ist schon längst überholt. Ein Hund kann selbstbewusst oder fordernd etc in einer bestimmten Situation sein aber das ist kein fester Charakterzug).
    Ein Welpe bedeutet für einen Althund erstmal Stress und eine erneute Umstellung des Alltags.
    Wie ist er den mit Welpen, wisst ihr das?
    Und zu dem intakten Hündinnen-Ding:
    erscheint mir als unnötig vermeidbarer Stressor.
    Ihr habt da einen intakten Rüden der Aufreiten schon als Übersprungshandlung kennt und ihr habt es anscheinend nicht geschafft das zu unterbinden, wenn es täglich auftreten konnte...das ist mit zwei intakten Rüden zwar Fortplanzungsmäßig egal, aber bei einer intakten Hündin nicht mehr. Außerdem kann das echt böse enden, Hündinnen werden da oft etwas unfreundlicher.
    Wie stressig die Läufigkeit für den Rüden sein wird, kann euch niemand vorhersagen...

    Nimmt mir das nicht böse, aber ich habe das Gefühl ihr habt euch noch gar nicht richtig zu dem Thema Läufigkeit informiert, wenn ihr nicht mal wisst wie lange das gehen kann.

  • Wie sehr ein Rüde bei Läufigkeit im eigenen Haus leidet ist am Ende individuell und damit, leider, einfach ein Risiko, das man eingehen müsste. Einige User hier halten intakte Hunde beiden Geschlechts zusammen und da klingt es nicht immer nach Stress.
    Auf der anderen Seite hat man selbst bei einem kastrierten Rüden hat keine Garantie, dass dem Hund Läufigkeit auf einmal egal ist. Habe ich hier zuhause. Balu war 3,5 Jahre, als er kastriert wurde, also schon erwachsen. Das wäre bei euch ja auch so. Und für Balu sind die Stehtage stressig, er würde auch aufreiten wollen, weswegen die beiden während der Läufigkeit nicht zusammen alleine sind. Während der Stehtage habe ich Balu auch schon manchmal ausquartiert zu meinen Eltern, weil er dann einfach schlecht schläft, viel gestresst hechelt etc. Ist händelbar, aber eben schon ein Stressfaktor für ihn.
    Das soll jetzt nicht heißen, dass das bei euch so sein müsste. Balu hat vor der Kastra auch schon starken Liebeskummer bei fremden Hündinnen bekommen. Und die meisten kastrierten Rüden reagieren sicher deutlich schwächer, wenn überhaupt, auf eine Läufigkeit. Will nur sagen: Es ist individuell und leider gibts keine Garantien bei dem Thema.

  • Hm,

    da Euer Aussie gerade erst einen, für ihn so wichtigen, Schub gemacht hat, was spricht denn dagegen, noch ein bißchen länger zu warten, bevor - oder sogar ob überhaupt - wieder ein zweiter Hund einziehen wird?

    Das könnte sowohl ihm, als auch Euch ganz gut tun, und ihr könnt noch ordentlich was an Erziehungsarbeit leisten, was halt bisher noch so gefehlt, oder sich noch nicht richtig verfestigt hat.
    Bitte jetzt nicht falsch vestehen! Ich behaupte jetzt nicht, daß Euer Hund nicht erzogen ist. Sondern, man hat ja eigentlich immer so kleine Baustellen, oder neue Herausforderungen, die kann man somit in Ruhe in Angriff nehmen!


    Wenn man eigentlich eher ein Rüdenmensch ist, würde ich persönlich eher dazu neigen, wieder einen Rüden zu nehmen. :ka:
    Ob es auch wirklich funktionieren kann, hängt ohnehin vom bereits vorhandenen Hund, und auch vom Wesen / Charakter des neuen Hundes ab. Zum zweiten kann man keine Aussage machen, wohl aber kennt Ihr bereits Euren ersten Hund, bzw. lernt ihn jetzt noch intensiver kennen.

    Ich würde diese Zeit nutzen wollen und schauen, ob er mit anderen Aussies, egal welcher Altersgruppe und Geschlecht, überhaupt klar kommen kann. Dann seht Ihr schon mal, wie er so reagiert, ob es bei Hündinnen besser klappen, oder ob es einen Unterschied machen wird, wäre der andere Hund kastriert, und ob junge Hunde "okay" sind, während bestimmte Altersgruppen einfach nur "doof" sind.
    Das sollte Euch bei Eurer Entscheidungsfindung, wann und ob ein Aussie, und wenn ja, welches Geschlecht deutlich besser helfen!

    Es gibt Hunde, die fnden Welpen so richtig Scheiße. Andere Hunde mögen Welpen ganz gerne, und wenn sie bei "der Aufziehung mit dabei sind", kann es zu einem harmonischen Zusammenleben führen. Es kann allerdings auch sein, daß der andere Hund, trotz Altersunterschied als "Rivale" betrachtet wird, sobald dieser erwachsen geworden ist.


    1. Wieviel Management und wie _lange_ ist eine Läufigkeit (also die absoluten Trenntage) bei einer unkastrierten Hündin? (die Trennmöglichkeiten sind gegeben, mein Mann und ich schlafen in getrennten Zimmern, schon seit Jahren mit je einem Hund. Die Türklinken sind im "Tagesbereich" alle so gedreht, dass die Trennung bei Abwesenheit sicher wäre, auch wenn Malouk nicht mal eine normale Tür öffnet, die einen Spalt offen ist. aber Miro konnte Türklinken drücken)
    2. Leidet der Rüde da besonders? (Es gab vermutlich noch nie eine läufige Hündin in der Nähe, wo wir etwas gemerkt hätten. Eher bei Miro, Appetitlosigkeit)

    1. Eine Läufigkeit dauert so in etwa um die drei Wochen. Stehtage sind irgendwann dazwischen. Wann genau, ist bei jeder Hündin anders. Deshalb kann man dies nicht so genau sagen. Riechen tut sie meist in den kompletten drei Wochen gut, jedenfalls für die meisten Rüden.

    2. Ob Dein Rüde "leidet" :ka:
    Keine Ahnung. Oft ist ja eher der Mensch, der darunter leidet, daß sein Hund sich komisch benimmt. Ich kenne einige Rüden, die zwar gerne fiepsen, aber durchaus in der Lage sind, damti aufzuhören und sich auch auf ihre Arbeit zu konzentrieren.
    Aber das kommt nicht von alleine. Das wurde halt auch so im Training umgesetzt.
    Und ja, es gibt auch Rüden, die sind wirklich "weggeknallt", da kommt man auf den sonst üblichen Wege nicht weiter. Da muß man halt schauen.
    Aber, wenn Deiner bisher nicht reagiert hat, wer weiß? Vielleicht bleibt dies auch so. :ka:

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