Zweithund, Geschlecht bei unkastriertem Rüden
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Hallo!
Unser Ersthund (unkastrierter Border-Collie-Rüde) ist vor Kurzem mit 11,5 Jahren verstorben und wir würden gerne unseren Rudel wieder vervollständigen.
Der Zweithund, bzw. jetzt Ersthund ist ein unkastrierter Australian Shepherd, 4,5 Jahre alt.
Beide Hunde haben ganz gut harmoniert und beim Zweithund haben wir es nicht in Frage gestellt, dass es ein Rüde wird.
Jetzt stellt sich uns die Frage (zugegeben auch durch die "Angebote" von für uns in Frage kommenden Würfen, wo es ggf. nur ein Weibchen gäbe.)
Nicht falsch verstehen: es geht NICHT um "Hauptsache ein Hund", sondern darum, ob wir alles überblicken.
und obwohl ich weiß, dass jede*r Hund anders ist (und Erst- und Zweithund waren sehr unterschiedlich), habt ihr vielleicht Tipps und Gedanken.
Jetziger Ersthund, Malouk
- Australian Shepherd, 4 Jahre alt, noch jung geblieben.
- hat seit dem Tod des Bruders definitiv eine Art Entwicklungsschub gemacht
- macht sich als Einzelhund sehr gut, scheint nicht zu trauern, genießt unsere Aufmerksamkeit (die er eh immer haben wollte).
- ist durchaus leicht dominant, unser Vergleich ist halt eingeschränkt, weil unser anderer Hund einfach eine Creme war, die sich beim Kennenlernen des Welpen damals sofort unterworfen hat.
- es hat in den letzten Jahren zwischen Miro (verstorben) und Malouk durchaus ein paar (wenige, aber sehr heftige) Situationen gegeben, wir haben ein paar Fälle gebraucht, um rauszusehen, dass nicht Malouk "schuld" / der Anfänger war, sondern Miro, der ein Ministück Essen verteidigen wollte (das er nicht essen wollte, aber sei's drum), durch ein "Stop-Kläff" aber einen Streit auslöste, wo ohne Eingreifen einer (Miro) sicher mit gebrochenem Nacken und tot rausgekommen wäre.
Das erzähle ich nicht, um Malouk als gefährlich abzustempeln, sondern: ich bin mir bewusst, dass wir auf eine Zusammensetzung kommen könnten, wo sowas viiiiiel häufiger wäre. (vielleicht 4 mal in 2 Jahren..)
- Malouk hat abends oft Miro bestiegen. Wir haben es selbstverständlich unterbunden, es kam aber quasi jeden Abend dazu. Vermutlich eher diese Übersprungshandlungen nach dem Abendessen und Gartengang, es hat aber auch was von Dominanz.
- generell draußen: Er ist ein Rassist und mag keine kleinen hellen Hunde. Bei den Großen gab es nie dieses Ausrasten, wir arbeiten dran und mit Management klappt es immer besser, die problematischen Ausnahmen sind eher, wenn der andere Hund anfängt zu bellen, oder gar der Mensch an der Leine uns als Spielkamerad haben möchte, glaubt, dass es sinnvoll ist, die Flexileine noch länger zu machen, um zu gucken, ob unser Hund aus Spass zurückgehalten wird, usw..
Bei Abwesenheit sind unsere Hunde seit dem ersten Vorfall immer getrennt (einer im Flur, der andere im Wohnzimmer), aus Sicherheit, wir wussten nicht, welche Ressource ein unbekannter Auslöser sein könnte. Bei Anwesenheit waren sie aber sehr sehr oft zusammen auf dem Sofa, nachts auch mal im selben Schlafzimmer, haben sehr viel miteinander gespielt und gekebbelt, aber auch absolut unproblematisch miteinander gelebt.
Lange Einführung, unsere Gedanken zum Zweithund:
- bisher Rüde, es wäre unser vierter Hund und wir hatten halt bisher Rüden
- Malouk (und der neue Hund) soll nicht grundlos kastriert werden, also ohne medizinischen Grund.
- dann hatten wir mehrmals die Situation: in dem Wurf gibt es nicht genug Rüden. Beim ersten Wurf haben wir abgelehnt, beim zweiten hatten wir fast einen Besuch, die letzte Hündin wurde ein Tag vor unserem Besuch fest reserviert, und jetzt haben wir am Wochenende einen Besuch. Wir sind von der Reihenfolge n+1 zu der Rüdenanzahl von den bisherigen "Rüdeninteressierten", wobei es sich bei den anderen auch ändern kann..
Deswegen überlegen wir seit 10 Tagen, ob wir uns ein Weibchen zutrauen und zum Teil mittlerweile, ob es nicht sogar noch besser passen könnte.
1. Wieviel Management und wie _lange_ ist eine Läufigkeit (also die absoluten Trenntage) bei einer unkastrierten Hündin? (die Trennmöglichkeiten sind gegeben, mein Mann und ich schlafen in getrennten Zimmern, schon seit Jahren mit je einem Hund. Die Türklinken sind im "Tagesbereich" alle so gedreht, dass die Trennung bei Abwesenheit sicher wäre, auch wenn Malouk nicht mal eine normale Tür öffnet, die einen Spalt offen ist. aber Miro konnte Türklinken drücken)
2. Leidet der Rüde da besonders? (Es gab vermutlich noch nie eine läufige Hündin in der Nähe, wo wir etwas gemerkt hätten. Eher bei Miro, Appetitlosigkeit)
3. Ist es eine Redflag, zwei unkastrierte Hunde zusammenzuhalten?
So, ich hoffe, es sind genug Infos, ich beantworte sonst jede Nachfrage.
Danke im Voraus,
Mirolein - Vor einem Moment
- Neu
Hi,
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wir würden gerne unseren Rudel wieder vervollständigen.
Da erst Mal die Frage vorweg: Wer möchte den zweiten Hund? Ihr Menschen? Oder soll er für Euren Malouk einziehen?
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wir.
und ja, deswegen steht auch die Frage im Raum, was ihm passt, natürlich.
Aber auch deswegen habe ich geschrieben, dass ich sehe, dass er als Einzelhund keine Probleme zu haben scheint (hätte anders sein können, da er es nie anders kannte) -
Ist das Euer erster Aussie? Mit einer intakten Hündin, könntet ihr seine Unverträglichkeit draußen ordentlich befeuern. Mit einem Rüden könnte es zu Konflikten zwischen Euren Hunden kommen. Der vorige war ja ein Border Collie. Die sind darauf selektiert sehr umgänglich mit anderen Hunden zu sein. Also das Gegenteil vom Aussie in der Hinsicht ...
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oh!
Interessante Antwort, die gerade richtig viele Zweifel einwirft (und mein Mann ist eher auf der Schiene "Border" gewesen, wobei es der Gedanke "Miro-Nachfolger" ist, aber Miro war sicher kein typischer Border, kam auch nicht aus einer richtigen Zucht und so...).
Ich sehe (ja, Social Media, aber da sieht man eben die Züchter und Nachkommen) so viele Familien mit zwei Aussie-Rüden (oder mehrere Weibchen), da habe ich mir die Frage der selben Rasse nicht gestellt :-/ -
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Also, Border Collies und Aussies sind seit Jahren ein wenig mein Steckenpferd. Und ich habe im Kundenkreis viele mit mehreren Hunden. Ja, da gibt es auch welche mit mehreren Aussies. Aber das ist schon richtige Schufterei mit denen entspannt durch den Alltag zu kommen. Nicht nur im Miteinander der Hunde selbst. Die machen dann auch irgendwann gemeinsame Sachen gegen Fremdhunde. Da muss man schon echt Bock drauf haben.
Mein erster Gedanke bei Euch war übrigens: Kastrierte, erwachsene Hündin aus dem Tierschutz. Vielleicht dann sogar eine coole Aussie-Hündin.
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Macht es deiner Erfahrung nach, wenn du da Einblicke hast, einen Unterschied aus, dass wir definitiv nicht über Arbeitslinien sprechen, und die Eltern des gerade in Frage kommenden Wurfes, sehr entspannte Wesen sind?
(Bei Malouk war in der Mischung ein bisschen mehr Feuer drin, aber minimal. Er hat ja kein Interesse an Tieren, hat auch nie Treibverhalten gezeigt, usw.. (bei Miro konnte man es an seiner "Border-Haltung" erkennen, wenn Fahrräder kamen, usw..)) -
Einfach nur mal eine spontane Rückmeldung zu dem, was du über Malouk schreibst:
Ich lese da heraus, daß Malouk nicht nur keine Probleme mit dem Leben als Einzelhund hat, sondern sich als Einzelhund sogar deutlich wohler fühlt und merklich aufgeblüht ist.
Im Gegensatz dazu scheint das Leben zu zweit doch von erheblichen Spannungen geprägt gewesen zu sein: 4 ernsthafte Beißereien in 2 Jahren, wenn ich das richtig lese, finde ich wirklich viel, dazu das nahezu tägliche Aufreiten. Das spricht in meinen Augen dafür, daß da doch allerhand Spannungen unter der Oberfläche vorhanden waren. Und wenn man zusammenlebende Hunde oft oder ständig trennen muß, würde ich das unter Managment verbuchen, aber nicht unter Harmonie.
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Ich lese da heraus, daß Malouk nicht nur keine Probleme mit dem Leben als Einzelhund hat, sondern sich als Einzelhund sogar deutlich wohler fühlt und merklich aufgeblüht ist.
War auch direkt mein erster Gedanke.
Wenn Einzelhundhaltung aber keine Option ist, dann war das mein nächster Gedanke:Mein erster Gedanke bei Euch war übrigens: Kastrierte, erwachsene Hündin aus dem Tierschutz. Vielleicht dann sogar eine coole Aussie-Hündin.
Spannend wäre nämlich auch die Frage, wie Malouk einen Welpen finden würde, nachdem er sich aktuell so über die vermehrte Aufmerksamkeit freut. Die wäre bei einem Welpen erstmal quasi doppelt gebunden, egal wie sehr man sich vornimmt, keinen der Hunde zu bevorzugen, bzw. den jeweils anderen hinten an zu stellen -
Danke dagmarjung und PinguinEmmi für den Gedanken (auch wenn wir den sicher nicht hören möchten. Mein Mann noch weniger als ich, ich bin nämlich selbst nicht 100% sicher).
Auch wenn ich vermute, dass man es auch unterschwellig so versteht: ich habe nicht das Gefühl, dass Malouk jetzt _glücklicher_ ist. Ich wollte nur ausdrucken, dass wir nicht das Gefühl haben, dass ihm was fehlt. Aufgrund von Border-Eigenarten des Ersthundes, die wir nicht mehr im Griff hatten, kombiniert mit seinen Alters-Rückenproblemen, sind wir immer morgens sehr früh mit ihm alleine spazieren gewesen (also: gegen 5uhr, bevor ein Großteil der Welt aufgestanden ist). Das haben wir als Gewohnheit beibehalten, Malouk freut sich über diese neue Morgenrunde, die er vorher nicht in der Form hatte.
Und ja, wir sollten tiefer in uns schauen, was für ihn und was für uns ist.
Ein älterer Hund kommt nicht in Frage, der Tierschutz auch nicht (wir wollen von Anfang an prägen und die schlechten Prägungen vom Border aus nicht realer Zucht haben uns da zu sehr ernüchtert. Auch wenn ich objektiv weiß, dass viele Tiere aus dem Tierschutz oder von Ups-Würfen perfekte, problemlose Hunde sein können. - Vor einem Moment
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